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Saaser Waldfest: Fußball aus der ersten Reihe

Am Freitagabend fand am Rande des Saaser Waldfests das Derby in der Bezirksliga Oberfranken Ost zwischen dem BSC Saas-Bayreuth und dem TSV St. Johannis statt. bt-Redakteur Frederik Eichstädt war in erster Reihe dabei.

Mittendrin am Ort des Geschehens

Der Großteil der Werbeflächen am Spielfeldrand ist sichtlich in die Jahre gekommen. Statt auf großen Tribünen stehen die Zuschauer im Stadion des BSC Saas auf der Wiese unter freiem Himmel. Trotzdem, oder vielleicht gerade deshalb, sind am Freitagabend 354 Zuschauer gekommen um das Derby zu sehen.

Aus der ersten Reihe verfolgen die Anhänger beider Teams das Spiel und sind mit Leidenschaft dabei. Da schreien die alten Männer im Publikum gut gemeinte Tipps in Richtung ihrer Truppen, gehen bei jeder Torchance mit und liegen sich nach den Treffern in den Armen. Wenn es mal nicht so klappt, wird auch geschimpft.

Hopp jetzt, hau na doch rein. Mensch! Ich hab na doch gsacht er soll na reinhaun!

(Ein Sturm-Experte kommentiert den gescheiterten Angriff der Saas)

St. Johannis legt vor

Auf dem Platz jubeln erstmal nur die Gäste. Nach rund 30 Minuten geht der TSV St. Johannis in Front, kurz nach der Pause legt das Team in den roten Trikots dann nach, mit einem Angriff, der im Videospiel Fifa dutzende Freundschaften zerstört hat. Nachdem ein Angreifer den Torwart auf eine Ecke des Tores zieht folgt ein simpler Pass nach hinten in die Mitte, wo der Mannschaftskollege nur noch einschieben muss. 2:0 für den TSV. Ein Anhänger kommentiert:

Ja, geil, darauf hol ich mir jetzt erstmal noch a Bier!

(Freude bei einem St. Johannis-Fan)

Flanke. Foto: Frederik Eichstädt.

Doppelschlag

Doch der Weg zum Bierstand dürfte für den Anhänger der Gäste kein freudiger gewesen sein. Denn durch einen Doppelschlag kommen die Gäste in kürzester Zeit zum Ausgleich – 2:2. Jubel unter den Heimfans. Die Partie, zu der auch Oberbürgermeisterin Brigitte Merk-Erbe gekommen ist, nimmt Fahrt auf. Bei den Gästen machen sich die Ersatzspieler warm. Interessiert begutachten sie den Redakteur des Bayreuther Tagblatt, der mit seinem Laptop auf einer Steintreppe sitzt.

„Tickerst du? Dann schreib uns auf jeden Fall mit rein!“

Ungebetene Gäste

Gesagt, getan. Denn auch als Redakteur sitzt man beim Derby in der ersten Reihe. Direkt am Spielfeldrand mit dem besten Blick aufs Geschehen. Das zieht auch die örtlichen Maulwürfe an, die sich, beseelt durch das Fußballspektakel auf dem Platz, beherzt durch die Erde graben. Um der Tiere Herr zu werden, wurden Maulwurfschrecks aufgestellt.

Maulwurfschrecks neben dem Spielfeld. Foto: Frederik Eichstädt.

Es wird hitziger

Am Ende werden die Zuschauer lauter. Je näher der Abpfiff kommt, desto angespannter werden die Gesichter. Von den Zuschauerplätzen fliegen wieder Ratschläge und taktische Anweisungen in Richtung der Spieler. Und, anders als in den großen Stadien der Bundesliga, können die Männer auf dem Platz jedes Wort hören.

Hopp jetzt. Wenn ihr jetzt noch eins neipfeffert, dann is des Ding durch!

Alles nach vorn etz, wir brauchen Pressing!

Wir machen des. Die können nix!

(Die Fans peitschen ihre Teams nach vorne)

Am Ende bleibt es beim Unentschieden. Vermutlich das beste Ergebnis für den weiteren Verlauf des Abends. So können beide Teams und Fanlager gemeinsam auf dem Waldfest die Krüge heben. Denn weh tut das Resultat keinem der Teams. Auch wenn beide Mannschaften natürlich lieber gewonnen hätten, können sie sich so zumindest darüber freuen, in der Liga ungeschlagen zu sein und mit breiter Brust in den zweiten Spieltag gehen.