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Saisonauftakt: Im Trainingslager mit den Bayreuth Dragons

„Das Zusammengehörigkeitsgefühl beim American Football ist um einiges größer als beim Fußball“, sagt Dominik Eisermann.

In Deutschland ist Football eine Randsportart. Das spielt man nicht einfach so, sondern aus Liebe zur Sache und um den Sport nach vorne zu bringen.

(Dominik Eisermann)

Eisermann muss es wissen, schließlich ist er seit 1999 im Football aktiv. Inzwischen ist der Bayreuther seit mehreren Jahren Coach des Bayreuther Football-Teams, der Bayreuth Dragons. 

Die Bayreuth Dragons beim Spiel in Schweinfurt. Foto: Bayreuth Dragons.

Der Wert der Vorbereitung

Anders als beim Breitensport, wo jahrein, jahraus gespielt wird, dauert die Saison beim Football nur vier Monate. Von Mai bis August. Doch wer denkt, dass die Footballer das restliche Jahr die Füße hochlegen, der irrt. In der sogenannten Off-Season bringen sich die Spieler körperlich und taktisch in Bestform, um dann in der entscheidenden Zeit auch wirklich das Maximum abrufen zu können. 

Tackle beim Spiel gegen die Bamberg Bucks. Foto: Bayreuth Dragons.

Saisonauftakt gegen Neustadt

Zum Football-Training gehört neben dem Training mit dem Ball auch das Einstudieren einer ganzer Reihe von akribisch geplanten Spielzügen sowie Kraft- und Ausdauerübungen. Nur wer vor Saisonbeginn seine Hausaufgaben erledigt hat, hat dann im Spielbetrieb auch eine Chance gegen die Konkurrenz zu punkten. Dies gilt auch für die Bayreuth Dragons, die in der Landesliga Nord an den Start gehen. Für die Drachen beginnt die Saison am 4. Mai mit einem Spiel gegen die Neustadt Falcons. 

Die Dragons gegen Schweinfurt. Foto: Bayreuth Dragons.

Trainingslager in Tschechien

Um für die Partie gut gewappnet zu sein, waren die Dragons Anfang April für drei Tage im Trainingslager in  Franzensbad, Tschechien. Neben den alljährlichen Aufnahmeritualen für neue Spieler, hatten das Trainerteam und die Spieler dort auch genügend Zeit für Videoanalysen, Teambildung und Trainingssessions. Wir haben genauer hingesehen, als sich die Dragons für die neue Saison in Form gebracht haben. 

Auf dem Platz geht es zur Sache, wie hier beim Spiel Bayreuth Dragons vs. Bamberg Bucks. Foto: Bayreuth Dragons.

Voller Körpereinsatz

Im Mittelpunkt des Wochenendes standen vier Trainingseinheiten à 2,5 Stunden. Dabei kann es beim Football natürlich auch schon mal mit vollem Körpereinsatz zur Sache gehen. Ein Problem sei das aber nicht. Der Dragons-Coach führt aus: 

Während des Spiels spürt man den Schmerz eigentlich kaum. Natürlich gibt es aber auch hier Spieler, die, wenn sie zu Boden gehen schreien und auf sich aufmerksam machen wollen. Die Erfahreneren stehen aber einfach wieder auf und bereiten sich mental schon auf den nächsten Spielzug vor. Auf genau solche Situationen bereiten wir die Spieler im Training ja auch vor.

Richtig bemerkbar machen sich die blauen Flecken und schweren Glieder dann oftmals erst am nächsten Tag. Da brauchte er früher auch mal ein paar Minuten länger um aus dem Bett zu kommen, sagt der Coach. Beim Trainingslager nahm man aber keine Rücksicht auf etwaige Wehwehchen, da klingelte der Wecker Samstagmorgens schon um 6 Uhr.

Team-Rituale und Freizeit

Neben den Trainingseinheiten auf dem Feld wurden in Tschechien auch die neuen Spieler im Kader von ihren Kollegen Willkommen geheißen. Neben einem Ständchen der Neulinge zur Begrüßung, wurden diese Rookies danach einzeln an den jeweils höchstbietenden Teamkollegen versteigert. Bis zum ersten Spiel müssen die Neuzugänge ihren neuen „Besitzern“ nun die Schuhe putzen und die Taschen tragen. Der Gewinn floß in die Mannschaftskasse.

Dass so ein Trainingslager auch immer etwas von einem Schulausflug hat, wurde dann in der Freizeit deutlich. Hier stärkten die Dragons durch gemeinsame Aktionen wie Flachwitz-Challenges das Gemeinschaftsgefühl der Gruppe.

Große Ziele

Natürlich werden die Dragons ihre Gegner, wenn die Saison am 4. Mai los geht, nicht mit Flachwitzen und Rookie-Versteigerungen in Grund und Boden stampfen können, aber ein guter Zusammenhalt unter den Spielern kann, besonders in engen Partien, nicht schaden. Im Rahmen des Trainingslager hat der Dragons-Coach dann auch ein Saisonziel formuliert und zwar kein geringeres als die Meisterschaft in der Landesliga.