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Serie CO2-Fasten: Challenge 7 – Fleischlos glücklich?

Die Klimaschutzmanager von Stadt und Landkreis Bayreuth haben sich mit den Kollegen der Metropolregion Nürnberg zusammengetan. Herausgekommen ist die CO2-Fasten-Challenge 2019, ein Blog, der täglich eine neue Herausforderung zum Thema Klimaschutz bereit hält. Challenge 7 lautet: Auf Fleisch und Wurst verzichten!

Etwa 60 Kilo Fleisch verzehrt jeder Deutsche jährlich. Dazu kommen weitere 30 Kilo, die für Tierfutter benötigt werden. Kritisch für das Wohl der Tiere und auch das Klima. Schweine, Rinder, Hühner, Ziegen, Schafe und Fische bekommen am heutigen Tag eine Verschnaufpause. Wieviel CO2 dadurch eingespart werden kann, erfahren Sie im Folgenden:

Was hat unser Fleischkonsum mit dem Klima zu tun?

Neben den direkten Emissionen von Treibhausgasen wie Methan und Lachgas, die bei der Viehhaltung, v.a. bei Rindern, direkt entstehen, gehen auch indirekte CO2-Emissionen durch die Produktion von Futtermitteln wie Soja auf das Klimakonto durch Fleischkonsum. Hinzu kommt die dadurch bedingte Rodung des Urwaldes und auch weite Transportwege der Lebensmitel.

Foto: blitzrechner.de

Der Fleischkonsum von insgesamt rund 90 Kilo im Jahr ist pro Einwohner in Deutschland durchschnittlich für rund 800 Kilo  CO2-Äquivalente und somit für rund 7 Prozent der individuellen Treibhausgas-Emissionen im Jahr verantwortlich. Denn sowohl Herstellung, Verarbeitung, Lagerung sowie der Transport des Fleisches bis in die Metzgertheke sind sehr energieintensiv und aufwändig. Die exakten Mengen an CO2 hängen von der Art des Fleisches und auch der Haltung der Tiere – ob regional und ökologisch oder konventionell – ab.

Beispiel, wie die Art des Fleisches die CO2-Bildung beeinflusst

Während auf dem Weg bis ins Geschäft bei einem Kilogramm konventionellem Rind- oder Kalbfleisch z.B. rund 12,6 Kilo CO2 entstehen, sind dies bei einem Kilogramm Bio-Rindfleisch nur 11,4 Kilo – was immer noch sehr viel ist und dennoch trotzdem um bis zu 14 Prozent weniger.

Emissionen weiterer Fleischsorten in Kilo CO2-Äquivalent pro Kilo Lebensmittel:

  • Schweinefleisch: 8,0 Kilo
  • Schaf- und Ziegenfleisch: 14,9 Kilo
  • Geflügel: 4,2 Kilo
  • Fische und Fischerzeugnisse: 4,1Kilo

Achtung: Bei tiefgekühlten Fleischprodukten kommt jeweils noch bis zu ein Kilo mehr dazu.

Im Vergleich zu frischen pflanzlichen Lebensmitteln wie Gemüse und Obst (0,9 -1 kg/kg) verursacht Fleisch somit deutlich höhere Treibhausgasemissionen und sollte deshalb nur sehr selten und v.a. bewusst verzehrt werden, auch angesichts der eigenen Gesundheit, so die Deutsche Gesellschaft für Ernährung, die einen Verzehr von höchsten 600 Gramm Fleisch pro Woche empfiehlt. Deswegen besser zum teureren Biofleisch vom Metzger nebenan als zu Discounter-Produkten greifen.

Kuh
Foto: Pixabay

Wieviel CO2 könnte eingespart werden?

Würden alle Deutschen komplett auf Fleisch verzichten, könnten bei geschätzt 82 Millionen Menschen (und davon aktuell rund 74 Millionen Fleischessern) jährlich bis zu 59 Millionen Tonnen CO2 eingespart werden. Doch auch eine Reduzierung auf ein bis zwei Fleischgerichte pro Woche würde eine deutliche Entlastung des Klimas bedeuten.

Eine 4-köpfige Familie spart alleine durch einen Tag Fleischverzicht pro Woche bei beispielsweise einem Bio-Rindfleischgericht von 1 Kilo und somit 11,4 Kilo CO2 pro Gericht knapp 600 Kilo CO2 pro Jahr – das ist doch ein guter Ansatz.

Mehr Infos zu den Auswirkungen und Alternativen des Fleischkonsums

(Quelle: Lisa Güntner, Landratsamt Coburg)

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