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Der Geschmack einer Erinnerung
Es beginnt nicht mit einem Laden. Es beginnt mit einer Erinnerung. Mit staubigen Autobahnen nach den Sommerferien, mit einem Kofferraum, der schwerer ist als auf der Hinfahrt. Käse aus kleinen Fromagerien, ein Glas Cassoulet, vielleicht eine Flasche Wein aus dem Süden. Dinge, die man nicht zurücklassen wollte. Dinge, die man in Deutschland nicht so leicht fand.
Genau aus diesem Gefühl heraus ist Chez Pierre entstanden – nicht als Geschäftsidee, sondern als Folge der Logik und Hommage an Frankreich. Pierre, der Gründer, kennt diese Szene seit seiner Kindheit. Seine Eltern lebten in München, wie viele Franzosen hier. Nach jeder Reise nach Frankreich kehrten sie mit dem zurück, was ihnen hier fehlte: ehrliche Produkte, handwerklich gemacht, mit Geschmack und Herkunft.
Heute wird aus dieser Erinnerung ein Ort. Chez Pierre will die französische Genusskultur nicht einfach importieren – sie soll hier leben. Für Menschen, die gutes Essen suchen. Für Genussmenschen, Gastronomen und Hoteliers, die wissen, dass Herkunft und Qualität keine Nebensache sind.
Eine kulinarische Reise durch Frankreich
Im Glockenbachviertel – zunächst digital, bald auch mit einem physischen Laden in der Münchner Innenstadt – öffnet sich eine kleine Welt französischer Handwerkskunst. Das Sortiment liest sich wie eine kulinarische Landkarte: cremiger Brillat-Savarin, würziger Roquefort, Camembert de Normandie mit zartem Kern. Dazu Trüffelspezialitäten, feine Öle, Gemüsemarmeladen und klassische Gerichte wie Cassoulet.
Gemeinsam haben all diese Produkte eines: Sie stammen von kleinen Produzenten, oft familiengeführt, deren Arbeit noch von Hand geprägt ist. Für Pierre ist genau das der Kern seiner Idee. Qualität entsteht aus Respekt – vor dem Produkt, vor dem Tier, vor der Landschaft.
Mehr als ein Feinkostladen
Doch Chez Pierre ist nicht nur ein Ort zum Einkaufen. Es ist ein Treffpunkt. Wer hereinkommt, bleibt meist länger als geplant: auf ein Glas Wein, eine Käseplatte oder ein spontanes Gespräch über Burgunder und Bordeaux.
Regelmäßige Weinverkostungen und Kochkurse führen tiefer in die französische Küche ein. Mittags gibt es Quiches und süßes Gebäck, am Abend verwandelt sich der Laden in eine entspannte After-Work-Adresse. Und manchmal wird aus einem kleinen Genussabend eine private Feier – zwischen Baguette, Weinflaschen und dem Duft gereiften Käses.
Genuss als Lebenseinstellung
Vielleicht ist es genau das, was Chez Pierre nach München bringen will: nicht nur Produkte, sondern eine Lebenseinstellung. Genuss als Zeitmoment. Essen als Kultur. Und die Erkenntnis, dass ein gutes Stück Käse und ein Glas Wein manchmal genügen, um ein wenig Frankreich in den Alltag zu holen.
Oder, wie die Franzosen sagen würden: la vie est belle – besonders, wenn sie gut schmeckt. Mehr Infos: https://chezpierre.eu/
Zum Autor
Christian Schwert ist Inhaber einer Beratungs- und Mediaagentur sowie Autor/Journalist für verschiedene Medien im Lifestyle- und Kulinarik-Segment.
Die Begegnungen und der Austausch/Vernetzungen mit Menschen steht für ihn immer im Vordergrund seiner Tätigkeiten. Seit über 25 Jahren ist er im Medienbereich tätig und gut vernetzt, was seinen Lesern:innen viele Insider/Geheim-Tipps ermöglicht.
















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