
Die Selbstauskunft des Mieters bei der Wohnungsbewerbung
Heutzutage sind Wohnungen knapp und jeder, der schon einmal eine Mietwohnung gesucht hat, wird mir bestätigen, dass es gar nicht so einfach war, eine passende Wohnung zu finden.
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Je mehr man verdient, um so einfacher wird es sein, an eine Wohnung zu gelangen. Aber als Normalverdiener tut man sich oft schwer, denn die Anzahl der Bewerber ist oft so groß, dass man sich eine Strategie überlegen muss, wie man einen Vermieter oder Makler davon überzeugen kann, dass man der richtige Bewerber um die inserierte Wohnung ist.
Die meisten Angebote sind im Internet unter den einschlägigen Plattformen zu finden, aber auch örtliche Makler sind präsent mit eigenen Homepages und bieten Ihre Kauf- und Mietwohnungen an.
Hier ein paar Tipps, die bereits zu Beginn sehr helfen, an eine Wohnung oder sein Traumhaus zu gelangen:
Schreiben Sie bereits im Anschreiben an den Wohnungsanbieter nicht nur, dass sie nähere Infos haben wollen und gerne einen Besichtigungstermin hätten, sondern schildern sie, wer sie sind, warum sie gerade die angebotene Immobilie haben wollen usw. Je mehr Persönliches sie angeben und schreiben, umso mehr Aufmerksamkeit erzeugen sie bei ihrem Erstkontakt.
Als weiteren Schritt bieten sie eine Selbstauskunft an, welche die Vermieter oder Makler fordern, damit Sie entsprechende Informationen über sie in Erfahrungen bringen können.
Üblicherweise hat man im Formular Selbstauskunft Fragen zur Person zu beantworten, Kontaktdaten sind einzutragen, zum Beruf, dem Einkommen. Weitere Fragen, auf die man sich gefasst machen muss, passen nicht jedem, wie z.B. ob man Ratenzahlungen zu leisten hat, ob man die Eidesstattliche Versicherung abgegeben hat, ob laufende Zahlungsverpflichtungen bestehen oder ob gegen einen eine Gehaltspfändung läuft.
Weitere Fragen, die man tunlichst beantworten sollte, sind familiärer Natur, z.B. nach dem Familienstand, wieviel Personen wollen einziehen oder ob man Haustiere mitbringt. Fragen zur Religion sind unzulässig. Wer eine solche Frage stellt, hat sich als Vermieter disqualifiziert, ich rate aus eigener jahrzehntelanger Erfahrung dringend ab, dort anzumieten.
Je vollständiger der Bewerber das Formular ausfüllt, umso eher gibt es eine Chance, als Sieger um die bevorzugte Wohnung hervorzugehen.
Neben der Selbstauskunft ist die Zusendung einer aktuellen Schufa-Auskunft ein weiterer Turbo, der beim Vermieter Eindruck macht.
Seien Sie sich darüber im Klaren, dass bei jeder schönen und günstigen Wohnung zig-Interessenten vorhanden sind und sie nur durch Ihre persönliche Note derjenige sind, der durch bestimmte Eigenschaften punkten kann. Sollte bei der Wohnung ein Garten dabei sein, versäumen sie nicht zu erwähnen, dass sie sich sehr gerne mit ihrem grünen Daumen um die Pflege kümmern würden.
Seien sie sich aber bewusst, dass sie in ihrer Einkommensstruktur nur ein bestimmten Preissegment an Mietwohnungen leisten können. Faustregel dabei ist: 40 % vom Gesamtnettoeinkommen darf die Bruttomiete höchstens ausmachen, damit sie in der Kreis der Bewerber aufgenommen werden. Beispiel: das Nettoeinkommen beträgt monatlich 3.000 €; davon 40 % = 1.200 € = Bruttomiete, die sie für die Wohnung ausgeben können.
Und zum Schluss noch ein guter Rat: Bieten Sie dem Anbieter ihrer Wohnung möglichst ein vermieterorientiertes Timing an, wenn es um einen Besichtigungstermin geht. Die Wohnung ist ein ganz wichtiger Faktor im Leben, deshalb macht man fast jeden Termin wahr, der einem angeboten wird.
Dann beim Termin zur Wohnungsbesichtigung pünktlich sein, normales Outfit und ein sympatisches Gesicht aufsetzen, das darf man von ihnen erwarten. Und das dicke Auto parken sie bitte lieber nicht unmittelbar vor der Wohnung, das könnte den Neid des Vermieters treffen, auch wenn sie damit ihren Status als Gutverdiener unterstreichen wollen.
Wenn Sie all meine Ratschläge beachten, brauchen Sie noch eine gesundes Maß an Großzügigkeit bezüglich der noch zu besichtigenden Wohnung, denn die schönen Bilder können heute auch mal KI-generiert sein, und der tatsächliche Zustand weicht oft von den im Internet veröffentlichten Fotos ab. Also bei der Inaugenscheinnahme der Wohnung zweimal hinschauen und das die Wohnung als Teil ihrer neuen Umgebung betrachten, dann klappt es auch. Wenn sie in der Kreis der Auserwählten kommen und die Wohnung wäre das Richtige für Sie, dann sagen Sie am Tag nach der Besichtigung sofort zu, am besten mit guten Worten, dass sich der Vermieter freut, dass er gerade ihnen die Wohnung zur Miete überlässt.
Zum Autor
Hans Werner Gloßner ist fränkischer Immobilien-Makler und gibt in seiner Kolumne viele Tipps zu den Themen Wohnen, Immobilien und mehr.











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