Whisky aus dem Herzen Englands – The Lakes Distillery erobert neue Ufer
Zwischen Seen und Nebel – die Geburt einer Vision
Es ist eine Landschaft, die Dichter, Maler und Wanderer seit Jahrhunderten inspiriert: der Lake District im Nordwesten Englands. Weiche Hügel, raue Felsen, Seen, die das Licht wie Glasflächen spiegeln, und Nebel, der morgens schwer auf den Feldern liegt. Inmitten dieser Kulisse entstand 2011 eine Destillerie, die sich anschickte, die Tradition des Whiskys um ein neues Kapitel zu erweitern: The Lakes Distillery. England – das Land des Gins, des Bieres, des Ciders – sollte plötzlich auch beim Whisky eine Stimme haben. Und was zunächst als kühner Traum begann, entwickelte sich rasch zu einer Erfolgsgeschichte: Schon weniger als zehn Jahre nach der ersten Fassabfüllung wurde ein Single Malt von The Lakes bei den World Whiskies Awards zum besten Whisky der Welt gekürt.
Ein neuer Atem für Whisky
Die Destillerie gilt heute als Pionier einer Bewegung, die zeigt: Whisky ist nicht allein schottisches oder irisches Terrain. Mit der Übernahme durch den renommierten Schaumweinproduzenten Nyetimber im Jahr 2024 erhielt die Vision neue Kraft. Eric Heerema, Inhaber und CEO der Nyetimber Gruppe, fasst es so: „Whisky-Liebhaber sind anspruchsvoll und offen für Alternativen zu klassischen Single Malts. Das eröffnet uns reichlich Potenzial.“ Nun erreichen diese Whiskys auch Deutschland – mit drei besonderen Abfüllungen: „Signature“, „Whiskymaker’s Reserve No.7“ und die Whiskymaker’s Edition „Nostalgia“.
Der Klang von Holz und Zeit – das Élevage-Prinzip
The Lakes Distillery arbeitet mit einem Ansatz, der aus der Weinwelt entlehnt ist: dem Élevage. Ein französischer Begriff, der so viel bedeutet wie „Aufziehen“. Gemeint ist nicht das bloße Reifen im Fass, sondern ein behutsames Begleiten, ein Gestalten des Aromas über Jahre hinweg. Statt Whisky dem Zufall der Zeit zu überlassen, wird hier mit Fingerspitzengefühl geschichtet, korrigiert, verfeinert. Besonders deutlich wird diese Philosophie bei der neuesten Kreation: „Signature“. Ein Whisky, der die Handschrift von Sherryfässern trägt – reich, dunkel, elegant.
„Signature“ – ein Mosaik aus Aromen
Nimm ein Glas, halte es gegen das Licht: Bernsteinfarben, mit goldenen Reflexen. Der Duft eröffnet mit poliertem Eichenholz, Trockenfrüchten, Orangenzeste. Dann dunkle Schokolade, ein Hauch von Tabak. Auf der Zunge entfaltet sich ein vielschichtiges Spiel: Sultaninen und Feigen, warme Backgewürze, frische Zitrusnoten, getragen von einer samtigen Textur. Zum Schluss verweilt die Eiche – warm, rund, nachhallend. Es ist ein Whisky, der nicht schnell erzählt ist. Jeder Schluck wirkt wie ein Gang durch die Räume eines alten Hauses: mal dunkel, mal hell, mal voller Würze, dann wieder leuchtend frisch.
Mehr als ein Getränk – ein Erlebnis
Whisky von The Lakes ist nicht nur ein Destillat aus Wasser, Malz und Holz. Er ist ein Ausdruck der Landschaft, aus der er stammt. Nebel über den Seen, kühle Morgen, der Geschmack von Erde und Stein – all das scheint in die Aromen hineingewoben. Wer ihn probiert, schmeckt nicht nur Alkohol, sondern eine Geschichte. „Signature“ eröffnet eine Welt, die zwischen Tradition und Moderne schwebt: vertraut durch den Sherry-Einfluss, überraschend durch seine Klarheit. Ein Whisky, der Kenner fordert, aber auch neugierige Einsteiger willkommen heißt.
Ein neuer Horizont für Genießer
Dass diese Whiskys nun nach Deutschland kommen, ist mehr als eine logistische Meldung. Es ist ein kultureller Moment: Die Vielfalt des Whiskys erweitert sich um eine Stimme, die nicht lauter sein will, sondern anders. In Zeiten, in denen Geschmack oft von Geschwindigkeit geprägt ist, erinnert The Lakes daran, dass Geduld, Handwerk und Landschaft eine Tiefe schaffen, die in jedem Tropfen spürbar bleibt.
Zum Autor
Christian Schwert ist Inhaber einer Beratungs- und Mediaagentur sowie Autor/Journalist für verschiedene Medien im Lifestyle- und Kulinarik-Segment.
Die Begegnungen und der Austausch/Vernetzungen mit Menschen steht für ihn immer im Vordergrund seiner Tätigkeiten. Seit über 25 Jahren ist er im Medienbereich tätig und gut vernetzt, was seinen Lesern:innen viele Insider/Geheim-Tipps ermöglicht.






Archivfoto: Redaktion
Bauarbeiten am Friedrichsforum im September 2025 ©Stefanie Schweinstetter