Wie in Italien – nur näher:
Zwischen Allgäu und Apulien liegt der Geschmack
Wangen im Allgäu: Es beginnt mit einem Duft. Warm, weich, nach Mehl, Olivenöl und langsam eingekochten Tomaten. Ein Duft, der Erinnerungen und Gedanken weckt, auch wenn man nie dort war – in dieser kleinen Küche irgendwo zwischen Sizilien und Kalabrien, wo jemand in geblümter Schürze Pasta formt, der Espresso zischt und draußen das Licht golden auf die Felder fällt. Und plötzlich ist er da, dieser Moment: Der erste Biss in etwas, das nicht nur Nahrung ist, sondern ein Gefühl. Ein Zuhause aus Geschmack. Kein Produkt, kein Trend, sondern etwas, das man fast verloren glaubte – das Echte. In Wangen im Allgäu, wo Ramiz Gad mit ruhiger Hand Nudeln rollt wie einst sein sizilianischer Großvater, und bei Sandner Früchte, wo sonnengereifte Tomaten, kräftige Auberginen und würziger Blumenkohl Woche für Woche den Weg von Italiens Feldern nach Deutschland finden, lebt dieser Geschmack weiter. Ohne Umweg. Ohne Kompromiss. Nur mit Hingabe. In Wangen im Allgäu schlägt das kulinarische Herz Italiens. Nicht auf eine laute Weise, sondern leise, eindringlich, wie ein tiefer Atemzug nach einem langen Tag. Dort, wo Rami Pasti frische Pasta fertigt, wie man sie nur südlich der Alpen erwartet, beginnt eine Geschichte. Und sie endet nicht, bevor man nicht auch von den sonnenverwöhnten Früchten aus Sizilien, dem kräftigen Olivenöl Kalabriens und dem erdigen Duft frisch geernteter Auberginen aus Apulien gekostet hat – geliefert von Sandner Früchte.
Bei Rami Pasti wird alles frisch produziert. Ramiz Gad steht und lebt mit Leidenschaft die italienische Nudeltradition.
Pasta wie von früher – nur heute
Ramiz Gad steht früh auf. Er braucht keinen Wecker. Der Teig ruft ihn. Seit über zwanzig Jahren ist er in der Gastronomie zuhause, aber erst als er Rami Pasti gründete, fand er, was er suchte: das einfache, ehrliche Handwerk – und den Geschmack seiner Kindheit. Sein Großvater kam aus Sizilien, seine Mutter aus Ägypten. Die Küche war immer ein Ort der Begegnung, voller Aromen, voller Geschichten. Heute ist Ramiz Deutscher. Und doch trägt jede seiner Ravioli das süditalienische Erbe in sich – von Hand geformt, aus Mehl, Wasser, Bio-Eiern und der nötigen Ruhe. Zwei Stunden lässt er seinen Teig ruhen, bevor er ihn weiterverarbeitet – mit Respekt. Das Ergebnis sind Macaroni, Spaghetti, Casarecci, Maultaschen, Gnocchi – und Ravioli in Farben, Formen und Füllungen, wie sie das Jahr vorgibt. Walnuss und rote Bete im Herbst. Frischkäse mit Zitronenmelisse im Frühling. Spinat, Melanzane, Tomaten – aus dem Süden Italiens – wann immer sie am besten schmecken. Denn nichts wird aufgehoben. Alles ist frisch, Tag für Tag. Wer durch seine Probierstube tritt, betritt keine Show. Er erlebt einen kleinen Ausschnitt der italienischen Seele, eingekleidet in den feinen Staub des Handwerks. Die grauen Wände geben dem Tun die Bühne, nicht dem Schein. Donnerstagabend ist der Höhepunkt. Dann kommen Nachbarn, Kenner, Neugierige. Sie probieren Pasta aus dem Parmesanlaib oder lassen sich Gnocchi servieren – glutenfrei, wenn gewünscht. Auch vegane und laktosefreie Gerichte stehen bereit, begleitet von bestem Espresso oder Kaffee aus der Rösterei Hensler. Der Abend endet nicht mit der Uhr, sondern mit dem letzten Teller.
Verschiedene Pastagerichte bei Rami Pasti – und bei allen schmeckt man die italienische Leidenschaft heraus.
Wenn eine Tomate nach Süden schmeckt
Man vergisst leicht, wie Tomaten wirklich schmecken – wenn man sie nur aus dem Regal kennt. Doch es gibt sie noch: die sonnenreifen, saftigen Früchte, die nach Erde, Wärme und Meer riechen. Sandner Früchte bringt sie nach Deutschland. Nicht mit Maschinen, sondern mit Hingabe. Jeden Montag und Dienstag kaufen Gertrud Sandner und Klaus Konhäuser bei italienischen Bauern ein. In Sizilien, in Apulien, in Kampanien. Sie warten, bis alles reif ist. Erst dann machen sich die Kisten auf den Weg. Keine Tomate gleicht der anderen. Man schmeckt es. Ebenso beim grünen und lila Blumenkohl, beim wilden Rucola, bei den violetten Kartoffeln oder den festen, dunklen Melanzane. Nichts wird auf Eile produziert. Nichts künstlich nachgereift. Auch das Olivenöl, das sie mitbringen, hat keine Etikettenfloskel nötig. Es spricht durch seine Würze, seine Frische – als hätte man selbst die Oliven gepresst. Die Auswahl ist nicht riesig, sie ist ehrlich. Wer bei Sandner bestellt, entscheidet sich nicht für Massenware, sondern für Überzeugung. Für Geschmack, der auf Sonne, Boden und Zeit beruht – nicht auf Glanzfolie.
Rami Pasti und Sandner Früchte gelingt es den Geschmack von Italien nach Deutschland zu bringen.
Zwei Wege, ein Ziel
Ramiz Gad mit seinem Mehlstaub an den Händen. Die Familie Sandner mit ihren Früchten voller Duft und Farbe. Was sie verbindet, ist mehr als der Handel mit Lebensmitteln. Es ist eine Gesinnung. Eine Idee von Küche, die nicht laut ist, sondern erzählt. Mit jeder Zutat. Mit jedem Gericht. Sie bringen Italien nicht einfach nach Deutschland. Sie leben es. In der Pasta, die nach Kindheit schmeckt. Im Gemüse, das nach Süden riecht. Im Olivenöl, das auf der Zunge brennt und dann süß wird. Wer heute Ravioli mit regionaler Füllung aus Ramis Händen genießt und morgen Tomaten und Auberginen von Sandner zu einer einfachen Soße verkocht, der braucht keine Flüge, keine Fähren. Nur ein bisschen Zeit. Und die Bereitschaft, den Dingen auf den Grund zu schmecken.
Wie in Italien. Ganz nah. Und doch so fern vom Gewöhnlichen.
Für Infos zu selbstgemachten Nudeln: RamiPasti
Für Infos zu Gemüse und Obst aus Italien: Sandner Früchte Online
Zum Autor
Christian Schwert ist Inhaber einer Beratungs- und Mediaagentur sowie Autor/Journalist für verschiedene Medien im Lifestyle- und Kulinarik-Segment.
Die Begegnungen und der Austausch/Vernetzungen mit Menschen steht für ihn immer im Vordergrund seiner Tätigkeiten. Seit über 25 Jahren ist er im Medienbereich tätig und gut vernetzt, was seinen Lesern:innen viele Insider/Geheim-Tipps ermöglicht.


































































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