Bayreuther Tagblatt
Ein alter Schriftzug vom Bayreuther Tagblatt
  • Startseite
  • Nachrichten
    • Nachrichten aus Bayreuth
    • Nachrichten aus dem Landkreis Bayreuth
    • Nachrichten aus Kulmbach
    • Überregionale Nachrichten
    • Blaulicht
    • Wirtschaft
    • Politik in Stadt und Landkreis Bayreuth
  • Freizeit
    • Ausflüge
    • Bier
    • Essen & Ausgehen
    • Veranstaltungen
    • Shopping
    • Richard-Wagner-Festspiele
    • Faszination Franken
    • Theater
  • Sport
    • MpK Bayreuth / Basketball
    • Bayreuth Tigers / Eishockey
    • SpVgg Bayreuth / Fußball
    • HaSpo Bayreuth / Handball
    • Bayreuther Sportvereine
  • Ratgeber
    • Bauen und Wohnen
      • Wohnen, Einrichten & Lifestyle
      • Haus & Garten
    • Gesund und Fit
      • Sport
      • Wintersport
    • Serien & Kolumnen
      • bt-Lifestyle-Kolumne
      • bt-Immobilien-Kolumne
      • bt-Kultur-Kolumne
      • Hopfen & Malz – die bt-Bier-Kolumne
      • bt-Swutz-Kolumne
      • bt-Reise-Kolumne
      • bt-Technikexperten-Kolumne
      • bt-Metallexperten-Kolumne
      • bt-Finanz-Kolumne
      • Lost Places – Spuren des Umbruchs
      • Expedition Region
      • Gessn werd dahaam!
      • Bayreuth Historisch
        • Die Stadtteile
        • Die Bürgermeister
        • Historisch Allgemein
    • Arbeit & Ausbildung
      • Arbeit & Beruf
      • Ausbildung
      • Universität
    • Auto & Verkehr
    • Bildung, Wissenschaft & Technik
      • Bildung & Wissenschaft
      • Technik
      • Computer & Elektronik
    • Games & Spiele
  • Jobs
  • Firmenforum
  • Werben
  • bt-GastroGuide
  • Click to open the search input field Click to open the search input field Suche
  • Menü Menü

Lkw brennt auf der A9 am Bindlacher Berg aus A9 bei Bayreuth: Diese Auffahrten sind am Mittwoch gesperrt  Zugverkehr nach Nürnberg läuft bald wieder

Bayreuth Historisch

Versammlungsverbote und Quarantänestationen in der Bayreuther Geschichte

Das gesellschaftliche Leben ist momentan auf ein Minimum begrenzt. Allerdings sind Ausgangsbeschränkungen und Versammlungsverbote nichts neues in der Bayreuther Geschichte. 

Stadtansicht Bayreuth 1686. Foto: Archiv Bernd Mayer
Stadtansicht Bayreuth 1686. Foto: Archiv Bernd Mayer

Aktuell ist das gesellschaftliche Leben in Bayreuth auf ein Minimum begrenzt. Doch Ausgangsbeschränkungen und Versammlungsverbote gab es in der Bayreuther Geschichte bereits häufiger. bt-Hobbyhistoriker Stephan Müller blickt zurück.


Als die Pest Bayreuth erreichte

Eine „feierliche Procession zum Bilde der heiligen Jungfrau zu Mangersreuth“ sollte im Jahr 1495 helfen, um die Pest in Bayreuth zu besiegen. Hauptmann Kunz von Wiersberg verbot die Prozession. Er befürchtete „die Pest möchte dadurch noch weiter im Lande verbreitet werden.“

Im Jahr 1682 zeigte sich wieder die Pest, die dem Bayreuther Land von Sachsen und Böhmen nahe kam. So nahe, dass die Grenze gesperrt und in Schirnding und Fischern Contumazhäuser errichtet wurden: „Durch diese Vorsichtsmaßregeln“, heißt es in der Stadtchronik von Johann Wilhelm Holle, „blieb das Land befreit, weshalb am 27. Juli 1684 ein allgemeines Dankfest angeordnet wurde.

Markgraf Christian regierte von 1603 bis 1655 in Bayreuth. In seine Regierungszeit fielen zwei Stadtbrände, der 30jährigen Krieg und mehrere Pestepidemien.

Ein Versammlungsverbot, die Reglementierung des Grenzverkehrs und Quarantänestationen: Die Maßnahmen aus der Bayreuther Stadtchronik sind gar nicht weit weg von dem, was die Experten heute anordnen, um die Pandemie der Lungenkrankheit COVID-19 infolge des Coronavirus zu verlangsamen.

Zahlreiche Epidemien in Bayreuths Stadtgeschichte

Johann Wilhelm Holle berichtet in seiner Chronik von zahlreichen Epidemien, die die Stadt regelmäßig, immer mit mehreren Jahrzehnten Abstand, heimsuchten. Das medizinische Wissen, dass sich nach einer überstandenen Infektion Antikörper bilden, die eine länger anhaltende Immunität gegen die Krankheit gewährleisteten, hatten unsere Vorfahren nicht.

Aber eine Beobachtungsgabe: Sie waren sich damals sicher, dass „schlechte Gerüche“ zu Krankheiten führen. Sie lagen dabei, zumindest was die bakteriellen Epidemien durch fehlende Hygiene betrifft, gar nicht so verkehrt. 

Auch gab es schon ein Art von „Desinfektion“. Eine Trauergesellschaft trug zum eigenen Schutz „Zitronen in den Händen“. Diese Redewendung war so verbreitet, dass Georg Büchner in seinem Drama „Woyzek“ der Satz „Ich sehe schon die Leute mit den Zitronen in den Händen“ genügte, um einen Trauerzug zu beschreiben. Heute wissen wir, dass die Zitrone tatsächlich antibakterielle und antivirale Eigenschaften hat. Wir nutzen sie zur Gesundheitsvorsorge oder zur „Desinfektion“ der Raumluft von Krankenzimmern, Büros und Wartezimmern.

Pest als Folge des Kriegs

Fast immer brachten Kriege Krankheiten in die Stadt. Besonders hart traf es Bayreuth nach dem „Markgräflerkrieg“ im Jahr 1554, als Markgraf Albrecht Alcibiades nach der Niederlage bei Stadtschwarzach unsere Region an Nürnberg abtreten musste. Die Bürger wurden von der Vertretern der Bundesstände unterdrückt.

Holle: „Nicht genug, dass das Land drei Jahre lang mit fremden Truppen belegt war, nicht genug, dass alle Vorstädte in Schutthaufen verwandelt waren; auch noch die Mauern und viele Häuser der Stadt wurden niedergerissen, die Wälder abgetrieben, das Wild ausgerottet und Gärten, Felder und Wiesen verheert. Auch die Pest, eine gewöhnliche Folge des Krieges, stellte sich ein und raubte vielen Menschen das Leben.“

Der 30-jährige Krieg

Von 1618 bis 1648 tobte der 30-jährige Krieg in Europa. Holle berichtet, dass General Freiher von der Wahl die Stadt am 18. August 1634 mit Kanonen beschießen ließ. Die Tore wurden geöffnet und Bayreuth trotz der Pest, von der sie im höchsten Grade befallen war, völlig ausgeplündert.

Auch die letzte Epidemie, von der Johann Wilhelm Holle in seiner Chronik berichtet, hat mit einem Krieg zu tun. Nachdem Napoleons Armee in der Schlacht vom 16. bis 18. Juni 1815 bei Warerloo endgültig geschlagen wurden, machten die siegreichen russischen und österreichischen Truppen auf dem Rückmarsch in Bayreuth Station.

Kupferstich Residenzstadt Bayreuth 1720. Foto: Archiv Bernd Mayer.

Ein höchst ungebetener Gast

Holle schreibt, dass die russischen Kosaken „mit dem Nervenfieber oder Thphus“ einen „höchst ungebetenen Gast“ mitbrachten, der in Bayreuth große Verheerungen anrichtete. Er berichtet von ganz besonderen Desinfektionsmaßnahmen: „Im Rathaus wurden alle Gemächer mit Salzsäure durchräuchert und, das Tabakrauchen wurde als Mittel gegen die Ansteckung empfohlen.“ Das nahmen sich auch der Stadtgerichtsarzt Dr. Hirsch und der Chirurg Schürer zur Herzen, die ihre Patienten nur mit brennender Pfeife besuchten.

Solche Maßnahmen gab es gut 60 Jahre später nicht mehr, als Robert Koch 1876, übrigens in dem Jahr als Richard Wagner seine ersten Festspiele in Bayreuth durchführte, die erstmalige Entdeckung eines Krankheitserregers gelang. Der Mediziner und Mikrobiologe Robert Koch leitete später das 1891 gegründete „Königlich-Preußische Institut für Infektionskrankheiten“, das seit 1912 den seinen Namen trägt. Mehr denn je sind die Experten des Robert Koch-Instituts mit ihren Maßnahmen, Verhaltensregeln und Ratschlägen gefragt, um die aktuelle Pandemie zu bekämpfen. Das gelingt aber nur gemeinsam.

Stephan Müller

Stephan Müller

Stephan Müller (54) ist Stadtrat, Hobbyhistoriker, freiberuflicher Journalist und Autor zahlreicher Bücher zur Geschichte Bayreuths. Für das Bayreuther Tagblatt hat er sein Archiv geöffnet. Die besten Anekdoten gibt es immer wieder hier beim bt.

Eintrag teilen
  • Teilen auf WhatsApp
  • Facebook Facebook Teilen auf Facebook
  • X-twitter X-twitter Teilen auf X
  • Whatsapp Whatsapp Teilen auf WhatsApp
  • Linkedin Linkedin Teilen auf LinkedIn
  • Mail Mail Per E-Mail teilen


Direkter Kontakt:

Bayreuther Tagblatt
Tunnelstraße 15
95448 Bayreuth

Die Redaktion
Telefon: +49 921 / 99 00 99 45
E-Mail: redaktion@bayreuther-tagblatt.de

Das Kunden- & Verkaufsmanagement
Telefon: +49 921 / 99 00 99 47
E-Mail:verkauf@bayreuther-tagblatt.de

Die Magazinredaktion
Telefon: +49 921 / 99 00 99 48
E-Mail: magazin@bayreuther-tagblatt.de

Die Webseite des Bayreuther Tagblatt Schreiben Sie ein Email an das Bayreuther Tagblatt Hier finden Sie das Bayreuther Tagblatt bei LinkedIn

Der Facebook-Kanal des Bayreuther Tagblatt Der Instagram-Kanal des Bayreuther Tagblatt Der Tiktok-Kanal des Bayreuther Tagblatt Der X-Kanal des Bayreuther Tagblatt

Der Whatsapp-Kanal des Bayreuther Tagblatt Abonnieren Sie den Newsletter des Bayreuther Tagblatt Abonnieren Sie den RSS-Feed des Bayreuther Tagblatt

Unser bt-Newsletter

bt-Newsletter bestellen

bt-Newsletter abbestellen

Über uns:
  • Entstehung des bt
  • Das bt-Team
  • Das inhaltliche bt-Konzept
  • Das Bayreuther Tagblatt ist „Unternehmen der Zukunft“
  • Hohe Auszeichnung für das bt: „Arbeitgeber der Zukunft“
  • Bayreuther Tagblatt gewinnt renommierten Service-Preis
10 Gründe, warum Werbung beim bt Print und Radio schlägt:
bt Logo vor Zeitung und Radio ©erstellt mit KI
So viel Reichweite hat das bt:Das sind unsere bt-Kanäle ©bt
So macht das bt Sie sichtbar:
Leuchtturm-Marketing mit dem bt:
Leuchtturm-Marketing in Bayreuth mit dem Bayreuther Tagblatt
Unsere Partner:
Hier geht es zu Oberfranken Offensiv e.V.Hier geht es zu www.electricpulse.dewagnermuseum.debayerische-medienakademien.de
© Copyright - 2020 Bayreuther Tagblatt
  • Link zu Facebook
  • Link zu Instagram
  • Link zu Youtube
  • Link zu X
  • Link zu Rss dieser Seite
  • Link zu Mail
  • Datenschutz
  • Impressum
  • Barrierefreiheitserklärung
  • Nutzungsbedingungen
  • Wir über uns
Link to: Coronapatientin aus Bayreuth: „Ich hätte nie gedacht, dass ich das Virus habe“ Link to: Coronapatientin aus Bayreuth: „Ich hätte nie gedacht, dass ich das Virus habe“ Coronapatientin aus Bayreuth: „Ich hätte nie gedacht, dass ich das Virus...Maria Hennig wurde positiv auf Corona getestet. Im Interview schildert sie ihre Erlebnisse. Foto: PrivatMaria Hennig wurde positiv auf Corona getestet. Im Interview schildert sie ihre Erlebnisse. Foto: Privat Link to: Auch in Zeiten von Corona fit bleiben – eine Bayreuther Fitnesstrainerin zeigt wie’s geht Link to: Auch in Zeiten von Corona fit bleiben – eine Bayreuther Fitnesstrainerin zeigt wie’s geht Wie es Zuhause mit einem anspruchsvollen Workout klappt, verrät Fitness-Coach Susi Geis. Foto: Privat.Wie es Zuhause mit einem anspruchsvollen Workout klappt, verrät Fitness-Coach Susi Geis. Foto: Privat.Auch in Zeiten von Corona fit bleiben – eine Bayreuther Fitnesstrainerin...
Nach oben scrollen
Barrierefreiheits-Anpassungen
Wie lange möchten Sie die Barrierefreiheits-Symbolleiste ausblenden?
Symbolleiste-Ausblenddauer
Wählen Sie Ihr Barrierefreiheitsprofil
Sehbehinderten-Modus
Verbessert die visuellen Elemente der Website
Anfallssicheres Profil
Entfernt Blitze und reduziert Farben
ADHD-freundlicher Modus
Fokussiertes Browsing, ablenkungsfrei
Blinden-Modus
Reduziert Ablenkungen, verbessert den Fokus
Epilepsie-sicherer Modus
Dämpft Farben und stoppt Blinken
Inhaltsmodule
Schriftgröße

Standard

Zeilenhöhe

Standard

Farbmodule
Orientierungsmodule