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Historie von Bayreuth
Wie die Saas in Bayreuth zu ihrem Namen kam
Wo kommen die siedlungsgeschichtlichen Namen der Bayreuther Ortsteile her?
Wo kommen die siedlungsgeschichtlichen Namen unserer Ortsteile her? Sind es alte Dörfer wie die Altenstadt, Saas oder St. Johannis, eine früher eigenständige Stadt wie St. Georgen, ehemalige Höfe wie die Quellhöfe, Wendelhöfen, Birken oder Moritzhöfen oder Siedlungen wie die Burg, der „Neue Weg“ oder Kreuz. bt-Hobbyhistoriker Stephan Müller blickt zurück. Der erste Teil der Serie beschäftigt sich mit der Saas.
Der Rastort Saas
„Die“ Saas war einst ein Dorf, das längst Bestandteil der Stadt Bayreuth geworden ist. Nach dem Landbuch von 1398 bestand Saas aus fünf Höfen und der Selde von Friedel Bauer.

Dahlienweg 1936. Foto: Archiv Bernd Mayer
Die Bauern hießen Ziegenthaler, Bauer, Grauenschedel und Leubser, dessen Vorfahren vermutlich aus Leups stammten. Sie alle leisteten Steuern und Zehnten an den Burggrafen Johann III. von Nürnberg, der auch oberster Gerichtsherr war.
Käse und Eier als Abgaben
Das Dorf musste der Herrschaft mit 33 Käse „zu den drei Weysaten“ (Ostern, Pfingsten und Weihnachten) noch besondere Abgaben leisten. Darüber hinaus wurden 32 Eier an Ostern und sechs Hühner an Fastnacht fällig. Der Seldner Friedel Bauer musste als einziger „Fron leisten“.
Der heute kaum mehr bekannte Begriff Selde oder Sölde (jeder kennt aber den Skiort Sölden) bezeichnet ein Kleingut. Alte Grabsteine erinnerten an Söldner, die keineswegs als Soldaten Kriegsdienste leisteten, sondern einfache Kleinbauern waren.
In den Nachkriegsjahren gab es einen schlechten Witz, dass der Name Saas „SA-Arbeiter-Siedlung“ heißen könnte, weil tatsächlich einige Häuser aus dieser Zeit stammen. Anfang der 30er Jahre wurde vom Reichsheimstättenwerk ein Wohngebiet für kinderreiche Familien und Arbeiter geplant und errichtet.

Waldcafé Lerchenbühl, Saas um 1950. Foto: Archiv Bernd Mayer.
Auf der Lauer liegen
Der Name Saas liegt aber (wie auch Gesees, Obernsees oder Fürsetz) in einer günstigen Siedlungsstelle (Sitz, Sasse) begründet. Die Bezeichnung kommt von dem mittelhochdeutschen Wort „saz“ oder „saze“, der Sitz oder Wohnsitz aber auch Rastort (Lauer) bedeutet. Gebräuchlich war auch der Spruch „zu der saze ligen“ – also „auf der Lauer liegen“. Ein Begriff, der heute eine ganz andere Bedeutung hat…
Von Creußen führte eine Altstraße über Schreez zum Kulmberg (Sophienberg), Rödensdorf, Destuben, Saas und über Jakobshof, Altenstadt, dem Rothen Hügel weiter in Richtung Mosing nach Kulmbach.
Das spätere Dorf Saas könnte also auch eine Raststätte an der Altstraße gewesen sein, die heute auch Hezilostraße genannt wird. Dort, wo Graf Hezilo von Schweinfurt im Jahre 1003 von seiner zerstörten Burg Creußen zu seinen Besitzungen nach Kronach geflohen ist.
Stephan Müller
Stephan Müller (54) ist Stadtrat, Hobbyhistoriker, freiberuflicher Journalist und Autor zahlreicher Bücher zur Geschichte Bayreuths. Für das Bayreuther Tagblatt hat er sein Archiv geöffnet. Die besten Anekdoten gibt es immer wieder hier beim bt.



Ein Festzug zieht an einem "Siebener"-Kasernengebäude in der Hartmannstraße (heute Ludwig-Thoma-Straße) vorbei. Im Hintergrund ist der Justizpalast zu erkennen. Foto: Archiv Bernd Mayer.
Das Versorgungskrankenhaus heißt heute "Krankenhaus Hohe Warte". Foto: Archiv Elfriede Müller
Wenige Tage, nachdem in der deutschen Kolonie Kamerun die deutsche Fahne gehisst wurde, benannten Festspielmitwirkende das Forsthaus um: "Dort ka ma ruhn". Foto: Archiv Bernd Mayer.
Gartenstadt-Villen an der Nibelungenstraße. Foto: Archiv Bernd Mayer
Die Stadtansicht zeigt Bayreuth um 1680. Der Hof-Musikus Georg Carl war 1675 am Hofe des Markgrafen Christian Ernst im Stadtschloss (links) in Anstellung. Foto: Archiv Bernd Mayer
Die Haltestelle Kreuzstein, die an einer Abzweigstelle eingerichtet wurde. Foto: Archiv Bernd Mayer.
Der Stadtteil Jakobshof in Bayreuth. Foto: Stephan Müller
Die Hohlmühle Bayreuth. Foto: Stephan Müller
Schulbrücke zum Neuen Weg 1970. Foto: Archiv Bernd Mayer
Die Gaststätte "Am Schlachthof" fiel der Spitzhacke zum Opfer. Foto: Archiv Bernd Mayer

Postkarte vom Stadtteil Kreuz mit den Fabriken um 1900. Foto: Bernd Mayer Archiv
Luftaufnahme des Bayreuther Stadtteils Aichig. In der Orionstraße soll das Industriegebiet erweitert werden. Foto: Stadt Bayreuth
Die Herzogmühle um 1900. Foto: Archiv Bernd Mayer.
Ein beliebte Ausflugsgaststätte war das "Restaurant am Stuckberg". Foto: Archiv Ernst-Rüdiger Kettel.
Luftaufnahme von Seulbitz. Foto: Archiv Joachim Schmidt.
St. Georgen und das Festspielhaus. Foto: Stephan Müller.
Bahnübergang Dürschnitz. Foto: Archiv Bernd Mayer.
Wagnerianer und Kenner des "Rheingold" wissen was gemeint ist: "Zur Burg führt die Brücke" heißt es im letzten Akt von Wagners "Rheingold". Auch hinter dem Hauptbahnhof führt eine Brücke zur Burg. Foto: Stephan Müller.
Das Gelände zwischen den Ortsteilen Meyernberg und Oberpreuschwitz hat den Flurnamen "Österreich", das "ein Gebiet nach Osten begrenzt". Der ungewöhnliche Blickwinkel auf die Reha-Klinik und das Neubaugebiet von Oberpreuschwitz wurde durch einen Hub-Kran auf dem Gelände des Stadtgartenamtes bei einem "Tag der offenen Tür" möglich. Foto: Stephan Müller.
Die Brauerei J. Friedel. Foto: Archiv Bernd Mayer Stiftung.
Bayreuths Stadtteil Moritzhöfen mit dem Wilhelm-Leuschner-Geburtshaus. Foto: Susanne Monz
Blick auf das Festspielhaus im Jahr 1880. Im Vordergrund ist das alte Bahnhofsgebäude und das Bahnhofshotel zu sehen. Foto: Archiv Bernd Mayer.
Bayreuths Stadtteil Oberpreuschwitz. Foto: Archiv Bernd Mayer
Schloss im Bayreuther Stadtteil Colmdorf. Foto: Stephan Müller
Luftaufnahme vom Stadtteil Glocke 1999. Archivfoto: Stephan Müller
Die Untere Au in Wendelhöfen mit Blick auf die Stadt Bayreuth. Foto: Stephan Müller
Das Stadtgartenamt in Meyernberg. Foto: Susanne Monz
Siedlung Rabenstein um 1920. Foto: Archiv Bernd Mayer.
Schloss und Park Birken, Foto: P. Rothenbücher KG
Historisches Luftbild von der Saas. Foto: Archiv Bernd Mayer 









Hier stand einst das Toilettenhäuschen neben dem Festspielhaus. Foto: Redaktion