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Matthias Wendel im Interview

Bayreuth Tigers in der Corona-Pandemie: Quarantäne war „prägend“ für die Mannschaft

Bayreuth Tigers: Geschäftsführer Matthias Wendel spricht über die Corona-Pandemie im Eishockey, Schiedsrichterleistungen in der DEL2 und blickt auf die Saison 2021/22 voraus.

Die Planungen für die DEL2-Saison 2021/22 laufen bei den Bayreuth Tigers. Das bt hat mit Geschäftsführer Matthias Wendel gesprochen. In Teil 1 des Interviews hat sich Wendel zur nächsten Saison geäußert. Dabei sagte er, dass die Saison nicht ohne Fans gespielt werde.

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Corona: Quarantäne war „prägend“ für Bayreuth Tigers

„Im Winter habe ich nicht damit gerechnet, dass wir die Saison zu Ende spielen können“, erinnert sich Matthias Wendel, Geschäftsführer der Bayreuth Tigers. Wegen der steigenden Infektionen in Deutschland und der wiederholt auftretenden Fälle in den Vereinen sei die Lage ungewiss gewesen.

Am Ende konnten die Vereine 50 von 52 Spieltagen absolvieren und es hätte bei den Tigers keine weiteren Infektionen gegeben. Das sei angesichts der aktuellen Lage ein Erfolg gewesen. Für das Team seien dabei auch die beiden Quarantäne-Phasen sehr prägend gewesen. Der Tenor in der Mannschaft lautete klar: „Wir wollen das nicht noch mal mitmachen.“

Schiedsrichterleistungen ohne Zuschauer besser: Kuriose Fehlentscheidung gegen Tigers

Der einzige positive Aspekt der Corona-Pandemie im Eishockey ist für Wendel, dass die Schiedsrichterleistungen besser gewesen seien als in den vorherigen Saisons. Das habe einen einfachen Grund: „Die Referees wurden nicht von den Heimfans unter Druck gesetzt. Die fehlenden Emotionen kamen den Unparteiischen zugute.“

Eine massive und spektakuläre Fehlentscheidung gegen die Tigers hat es dennoch gegeben. In der Partie in Crimmitschau entschieden die Referees auf Tor gegen die Tigers, obwohl der Puck deutlich daneben ging. Wendel hatte den Fehlschuss vor Ort aus der Entfernung erst überhaupt nicht als solchen wahrgenommen, insbesondere da die gegnerischen Spieler den Treffer feierten. Inzwischen ist die Sache für die Tigers aber abgehakt.

„Ich fand das sportliche Verhalten der Spieler von Crimmitschau nach dem Phantom-Tor nicht gut. Als Sportler auf dem Eis hätte man schon zugeben müssen, dass der Puck nicht drin war. Da sich aber im Nachgang sowohl die Liga als auch die Schiedsrichter entschuldigt haben, ist die Sache für uns erledigt. Fehler passieren.“

(Matthias Wendel über das Phantom-Tor von Crimmitschau gegen die Bayreuth Tigers)

Wendel: Tausche mich regelmäßig mit den Fans aus

In den sozialen Medien sorgte die Szene für mächtig Aufsehen. Generell würden die Fans der Tigers zum Beispiel den Kanal Facebook oft für Kommentare und Meinungsaustausch nutzen. Dies sei wichtig. Wendel selbst liest die Kommentare selbst zwar nicht, doch lässt sich mehrmals in der Woche von der Medienabteilung darüber informieren. Zudem tausche er sich mit Fans per Mail oder WhatsApp aus. Manchmal sei sogar Zeit für ein persönliches Gespräch, das sei dem Geschäftsführer wichtig.

Bayreuth Tigers in der DEL2 2021/22: So planen die Verantwortlichen

Aktuell laufen bei den Bayreuth Tigers bereits die Planungen für die neue Saison. Am Kader wird sich dabei viel ändern. Der Verein hat jüngst die Verpflichtung von Topscorer Cason Hohmann verkündet. Um breiter aufgestellt zu sein, wollen die Tigers 2021/22 mit vier Reihen spielen. So sollen Negativserien wie in der abgelaufenen Saison vermieden werden. „Wir setzen außerdem darauf, dass wir in der DEL2-Saison 2021/22 vier Top-Ausländer haben“, sagt Wendel.

Kürzlich haben die Bayreuth Tigers verkündet, dass sie sich von einigen Spielern trennen werden. Darunter war auch Juuso Rajala, der mehrere Jahre in Bayreuth aufs Eis ging. Bei einer solchen Entscheidung lasse Geschäftsführer Wendel seine Emotionen außen vor und bewerte die Situation objektiv. „Ich war mit Juuso Rajala zusammengesessen und wir haben offen miteinander gesprochen. Dabei kamen wir zum Entschluss, dass es für beide Seiten Zeit sei, neue Wege zu gehen.“

Konstanz auf der Trainerbank: Petri Kujala weiter bei den Tigers

Konstanz gibt es dagegen auf der Trainerposition. Petri Kujala wird auch weiterhin in Bayreuth bleiben. Für Wendel ist Kujala die ideale Besetzung auf der Trainerposition. „Wir wollen konstant arbeiten und junge Spieler weiterentwickeln. Da ist Petri Kujala der geborene Fachmann.“

Wendel selbst steht jeden Tag mit Petri Kujala im Austausch. Was das Eishockey anbelangt, seien die beiden auf derselben Wellenlänge. Gerade beim Posten des Trainers ist Wendel Konstanz wichtig.

„Wahnsinniger Vertrauensvorschuss der Dauerkartenbesitzer“

Derzeit hätten die Tigers etwa 10 bis 12 Spieler für die neue Saison unter Vertrag. Der Rest des Teams soll um diese Akteure herum gebaut werden. Dabei wollen die Tigers nicht bis zur letzten Sekunde warten, denn Planungssicherheit sei dem Verein wichtig, so Wendel.

Durch die Neuverpflichtung von Cason Hohmann seien die Tigers bereits einen großen Schritt weiter. Dabei geholfen hätte auch der wahnsinnige Vertrauensvorschuss der Dauerkartenbesitzer bei der angebotenen Umtauschaktion. 85 Prozent hätten das Angebot des Vereins angenommen. „Dem versuche ich durch die Zusammenstellung eines starken Kaders Rechnung zu tragen“, sagt Wendel.

Bayreuther Tagblatt - Frederik Eichstädt

 bt-Redakteur Online/Multimedia
Frederik Eichstädt