Andreas Seiferth: „Die Saison mit medi bayreuth war für mich eine Achterbahnfahrt“

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Am 11. März 2020 stand medi bayreuth das letzte Mal in der Oberfrankenhalle auf dem Platz. Dabei machten die Heroes of Tomorrow in einem Spiel ohne Zuschauer gegen Cluj den Einzug ins Halbfinale des FIBA Europe Cups klar. Seitdem ist die Basketballsaison unterbrochen. Der FIBA Europe Cup wird wahrscheinlich im Herbst 2020 in einem Final Four Turnier weitergeführt. 

Andreas Seiferth von medi bayreuth: Zwischen Halbfinaleinzug und Isolation

„Momentan bin ich schon ein bisschen von meiner Saisonform entfernt“, gibt Andreas Seiferth zu. Aufgrund des Coronavirus sind in Deutschland Sportstätten und Fitnessstudios geschlossen. In Bayern gelten Ausgangsbeschränkungen und Menschen sollen soziale Kontakte vermeiden. Das gilt auch für Profisportler wie Seiferth. So hat der Center seit dem 11. März 2020 keinen Basketball mehr in der Hand gehabt. 

Damals gewann medi bayreuth mit 100:87 gegen Cluj und machte den Einzug ins Halbfinale des europäischen Wettbewerbs klar. Derzeit ist in Deutschland überhaupt nicht an Basketball zu denken. Auch der Kader von medi bayreuth ist mit dem Team aus dem März nicht mehr zu vergleichen, so sind zum Beispiel alle Amerikaner in ihre Heimat zurückgekehrt. Auch deshalb geht Seiferth fest davon aus, dass die aktuelle Bundesligasaison abgebrochen wird.

FIBA Europe Cup Final Four in Bayreuth? „Überragend“

Der FIBA Europe Cup könnte jedoch weitergeführt werden. Laut einer Pressemitteilung der FIBA sei ein Final Four im Herbst 2020 eine wahrscheinliche Option, das Turnier noch zu Ende zu spielen. Dabei könnte auch Bayreuth ein möglicher Austragungsort sein. Darauf angesprochen, sagt Seiferth:

Das FIBA Europe Cup Final Four in Bayreuth wäre natürlich überragend. Wir haben eine tolle Halle mit einer super Stimmung und die Spieler und Fans der anderen Teams würden locker in der Stadt unterkommen.

(Andreas Seiferth, medi bayreuth)

Eine ungewisse Zukunft für den deutschen Basketball

Ob der Verein sich um die Ausrichtung bewirbt und ob es dann letztlich so kommt, wisse er aber natürlich nicht. Derzeit sehe Seiferths Alltag anders aus. Als letzter Spieler sei er noch in Bayreuth vor Ort und halte sich dort mit Kraftübungen und Ausdauereinheiten fit. Über das Handy bleibe er dabei mit einigen seiner Teamkollegen in Kontakt: Facetime, Instagram und Co. machen’s möglich. 

Wie es nun weitergehe, ließe sich momentan nicht absehen, erklärt der 49-fache deutsche Nationalspieler. Die Etats und Budgets der Basketballteams würden bestimmt heruntergehen, sagt Seiferth. Man müsse auch abwarten, wie bereitwillig die Leute nach der Krise wieder Großveranstaltungen besuchen. 

Die Basketballteams in Deutschland werden nach der Corona-Krise anders wirtschaften müssen.

(Andreas Seiferth)

Eine Achterbahnfahrt für Andreas Seiferth

Die aktuelle Saison vergleicht Seiferth mit einer Achterbahnfahrt. Angefangen mit seiner Verletzung, über viele gute Spiele und einen der größten Erfolge der neueren Vereinsgeschichte, den Halbfinaleinzug im FIBA Europe Cup, hatte die Saison bis zum Ausbruch der Corona-Pandemie viele Höhen und Tiefen. Gelernt habe Seiferth dabei vor allem, die Dinge auf sich zukommen zu lassen. Das könne einem in vielen Bereichen des Lebens weiterhelfen.

Bei einem möglichen Final Four Turnier im September oder Oktober könnte fast der gesamte medi-Kader ausgetauscht sein. Aufgrund der Krise und unklaren Budget- und Vertragssituationen könne man darüber momentan noch keine festen Aussagen treffen. Doch auch das müsse man auf sich zukommen lassen.