Medi Bayreuth Basketball

medi Bayreuth mit offenem Brief: Geld für Eintrittskarten nicht zurückfordern

Alleingesellschafter der Spielbetriebsgesellschaft von Basketball Bundesligsten medi bayreuth, Carl Steiner, meldet sich mit einem offenen Brief wegen der Corona-Krise zu Wort.

Seit dem Sieg im Viertelfinal-Rückspiel gegen U-BT Cluj Napoca und dem damit verbundenen Einzug ins Halbfinale des FIBA Europe Cups haben die HEROES OF TOMORROW kein Spiel mehr absolviert, teilt der Pressesprecher mit. War die Partie gegen die Rumänen damals aufgrund der raschen Ausbreitung des Corona-Virus noch ohne Zuschauer ausgetragen worden, ruht aufgrund der aktuellen Ausgangsbeschränkungen seither der Spiel- und Trainingsbetrieb sogar gänzlich und die Zukunft des Basketballstandorts Bayreuth ist ungewiss, erläutert er weiter.

medi bayreuth: offener Brief von Carl Steiner wegen Corona-Krise

In einem offenen Brief hat sich Carl Steiner, Alleingesellschafter der Spielbetriebsgesellschaft von Basketball Bundesligsten medi bayreuth, nun an die Sponsoren und Fans der Bayreuther Basketball Familie gewandt. Im folgenden der offene Brief:

“Liebe Freunde und Unterstützer des Bayreuther Basketballs und von medi bayreuth,

wir alle durchlaufen gerade eine Zeit, die wir so vorher noch nie erlebt haben. Immer wieder müssen wir uns kurzfristig orientieren.

Für meine Kollegen und mich hier bei medi bayreuth stellt sich die Frage: Wie bringen wir es fertig, dass in einer folgenden Saison und auch in der Zukunft Basketball und natürlich auch professioneller Basketball hier an unserem Standort in Bayreuth gespielt werden kann?

Sie können mir glauben, nichts liegt uns neben der Gesundheit unserer Familien derzeit mehr am Herzen. Wie Sie sicherlich schon mitbekommen haben, mussten wir, womöglich auch nicht für alle verständliche weitreichende Entscheidungen treffen. Ich kann Ihnen aber versichern, diese, und es werden wohl auch noch einige weitere sehr einschneidende Maßnahmen folgen, sind für das Überleben unseres Geschäftsbetriebes unumgänglich.

Auch wenn wir in die gesamte Basketball-Gemeinschaft eingebettet sind, mussten und haben wir unsere eigenen Schlüsse gezogen und daraus unsere Entscheidungen getroffen.

    • Wir denken, dass die Saison 2019/20 abgebrochen und beendet werden muss, egal wie dann eine Wertung von Meisterschaft oder internationalen Qualifikationsplätzen aussieht. Einen Absteiger sollte es nicht geben.
    • Wir sind wie viele unserer Bundesliga-Kollegen gegen Geisterspiele, da uns unsere Fans und Sponsoren wegen des lokalen Events in der Oberfrankenhölle unterstützen und live vor Ort hinter der Mannschaft stehen wollen.
    • Aus diesem Grund sind wir für die Wiederaufnahme des Spielbetriebs in der easyCredit Basketball Bundesliga, wenn die Spiele wieder mit Zuschauerbeteiligung stattfinden dürfen, auch wenn wir damit rechnen, dass es Januar 2021 werden könnte. Aber allem voran steht für uns die Gesundheit unserer Zuschauer, Fans, Spieler und Mitarbeiter.
    • Auf den internationalen Wettbewerb haben wir noch weniger Einfluss. Wir sehen das Reisen und internationale Spiele in verschiedenen Ländern als noch unwägbarer an. Daher sprechen wir uns dafür aus, dass die FIBA den FIBA Europe Cup, in welchem wir im Halbfinale stehen, ebenfalls abbricht und für beendet erklärt oder erst dann fortsetzt, wenn faire Wettbewerbsbedingungen gegeben sind. Das könnte wohl auch frühestens Ende 2020 oder vielleicht vor Beginn der neuen BBL-Saison sein.

Die Fortsetzung der verschiedenen Wettbewerbe, so wie voranstehend angeführt, ist so rein aus gesundheitlicher und daraus folgend sportlicher Sicht getroffen, wohl wissend, dass uns dieses Szenario als Basketball-Organisation wirtschaftlich und finanziell an die Wand drücken wird.

Als langjährige Sport-Organisation glauben wir aber fest daran, dass man in Krisenzeiten wie der aktuellen an etwas glauben und demzufolge eine feste Überzeugung haben muss. Danach leben wir.

Allerdings kann dieses Leben und das Überleben nicht ohne unsere langjährigen Supporter funktionieren. Wir sind darauf angewiesen, dass Sie heute und auch weiterhin neben uns stehen, uns Mut zusprechen und uns Hilfe gewähren.

Wir sind darauf angewiesen,

  • dass Sie für nicht ausgetragene Spiele Ihr Geld für Eintrittskarten und Sponsoringleistungen nicht von uns zurückfordern.
  • dass Sie, für wen es auch immer möglich ist, noch offene Zahlungen an uns leisten, wohl wissend, dass wir dafür nicht die volle Leistung erbringen können.
  • dass Sie uns wieder im Rahmen Ihrer dann bestehenden Möglichkeiten in und für eine neue Saison unterstützen, wann immer diese zeitlich auch stattfinden wird.

     

    Von uns können Sie erwarten,

      • dass sich alle Mitarbeiter voll reinhängen werden, den Basketball in Bayreuth am Leben zu halten. Das haben sie bereits bewiesen, indem ohne Ausnahme alle die notwendige Kurzarbeitsregelung für sich akzeptiert haben, auch wenn dies teilweise erhebliche Einschnitte für Einzelne bedeutet.
      • dass wir in einer zukünftigen Saison versuchen werden, eine wettbewerbsfähige Mannschaft auf das Parkett der Oberfrankenhölle zu bringen.
      • dass wir auch dem gesamten Nachwuchsbereich weiterhin die Heimstätte für seinen Sport sein werden.
      • dass ich als Gesellschafter bis zum letzten Moment kämpfen werde, den Fortbestand des Basketballs in Bayreuth zu sichern.
      • dass Sie als Bayreuther Basketball-Community, Fans, Sponsoren und Unterstützer unendlichen Dank von uns erhalten werden.

    Geben wir uns allen eine Zukunfts-Chance.

    Sie können sich sicher sein, wann immer der erste Jump zu einem regulären Spiel mit Zuschauern in unserer geliebten Oberfrankenhölle wieder erfolgen wird, es wird ein Riesenspektakel! Ich hoffe, dass Sie dabei sein werden!

    Lassen Sie uns etwas Besonderes feiern, wenn wir uns gesund in einer sicheren Zukunft alle zusammen wiedersehen – unseren geliebten Basketball-Sport in unserer Bayreuther Oberfrankenhölle!”

Bayreuther Tagblatt - Redaktion

 Redaktion