medi bayreuth verliert hitziges Duell gegen ALBA BERLIN

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Am Sonntagnachmittag hat medi bayreuth Spitzenteam ALBA BERLIN empfangen. In der hitzigen Atmosphäre der Oberfrankenhalle verlor Bayreuth mit 78:82.

Den VIP-Talk mit Raoul Korner gibt’s nach der Partie als Live-Video auf Facebook und wenig später hier über dem Text.

Bayreuth gegen Berlin

Als ALBA BERLIN das letzte Mal in Bayreuth zu Gast war, führten die Bayreuther gerade einmal zwei Sekunden: doch es waren die Entscheidenden. Durch einen Wurf von Kyan Anderson haben die Heroes of Tomorrow im April mit 80:79 gegen das Spitzenteam aus der Hauptstadt gewonnen. Dieses Mal sollte es ähnlich laufen.

Allgemein sind Bayreuther Siege gegen das erfolgreichste Team der BBL-Geschichte eher selten. In 20 Aufeinandertreffen gewann Berlin 15 mal, während medi nur fünf Mal als Sieger vom Platz ging. Dennoch konnten die Bayreuther den Favoriten immer wieder ärgern. Dabei hat Bayreuth einige wichtige Siege gegen ALBA eingefahren, wie auch im Dezember 2012, als der damalige BBC die Berliner im Pokal mit 90:65 besiegen konnte.

Vorteile für medi bayreuth

Schon vor dem Spiel war spürbar, dass die Fans in Bayreuth Lust auf dieses Spiel hatten. Und die medi-Anhänger hatten sich etwas ganz Besonderes für die Partie ausgedacht. Die Fangruppe Bayreuth X verteilte in der Halle goldene Fahnen, während eine Choreo vor den Fanblöcken an die größten Erfolge der Bayreuther Vereinsgeschichte von 1989, den Doublesieg, erinnerte. Auch die Cheerdancers Diamonds waren, passend dazu, in Gold gekleidet. Es war angerichtet. medi würde eine gute Stimmung brauchen um ALBA die Stirn zu bieten, wie Trainer Raoul Korner vor der Partie sagte.

medi bayreuth vs. ALBA BERLIN: Die Cheerdancers Diamonds in Gold. Foto: Frederik Eichstädt.

Ein Vorteil dabei: Am Freitagabend waren die Berliner noch in der Euro League aktiv. Bei Fenerbahce Istanbul setzte es eine 102:107 Niederlage für ALBA. Nach dem kräftezehrenden Spiel hofften die medi-Anhänger auf müde Beine bei den Berlinern.

Aufgeheizte Atmosphäre

Zu Beginn schickte medi-Coach Raoul Korner James Robinson, James Woodard, Andreas Seiferth, Reid Travis und Nate Linhart aufs Feld. Die Partie gegen ALBA war für medi die Erste in den neuen, weißen Weihnachtstrikots. Die Stimmung in der Halle war dabei alles andere als besinnlich. Denn obwohl Berlin sich im ersten Viertel eine deutliche Führung erspielte, waren die medi-Fans voll dabei. Und medi kämpfte auf dem Feld um jeden Zentimeter.

Als Referee Enrico Streit in einer kniffligen Situation auf Foul gegen Bayreuth entschied, schallten laute Pfiffe durch die Oberfrankenhalle. Die komplette folgende Auszeit wurde von den Unmutsbekundungen der Bayreuther Fans begleitet. Als der Unparteiische dann zurück aufs Feld trat, schallten laute “Schieber”-Rufe durch die Zuschauerreihen.

medi bayreuth vs. ALBA BERLIN: Andreas Seiferth behielt trotz hitziger Stimmung einen kühlen Kopf. Foto: Frederik Eichstädt.

medi kämpft sich ran

Der Enthusiasmus der Fans übertrug sich auf die Zuschauer. Nachdem Berlin nach dem ersten Viertel schon mit 12 Punkten (9:21) geführt hatte, verkürzten die Heroes of Tomorrow den Rückstand drei Minuten später auf drei Punkte. Weitere zwei Minuten später war es sogar nur noch ein Punkt: Bryce Alford brachte medi hier per Drei-Punkte-Wurf an ALBA heran.

Die Emotionen kochten hoch. Nach einem Zweikampf an der Dreierlinie zwischen Nnoko und Lucious Jones, bei dem der Bayreuther zu Boden ging, kam es zu einer Rudelbildung. Als Jones die Bayreuther im Gegenzug mit einem Dreier in Führung brachte (30:28), kannte der Jubel der Bayreuther Fans keine Grenzen.

medi bayreuth vs. ALBA BERLIN: James Woodard umspielt Luke Sikma. Foto: Frederik Eichstädt.

Strittige Szenen

Doch Berlin schlug zurück. Vor der Pause konnten sich die Hauptstädter wieder mit elf Punkten absetzen. Nachdem die Referees eine weitere, strittige Situation beim letzten Wurf vor der Halbzeit zugunsten von Berlin auslegten, hagelte es wieder Pfiffe und laute Sprechchöre gegen die Unparteiischen.

Der Unmut der Bayreuther gegen die Schiedsrichter riss auch im zweiten Durchgang nicht ab. Denn das Spiel auf dem Parkett bot allen Raum für strittige Entscheidungen. Und jede, die zugunsten Berlins gefällt wurde, wurde von den Zuschauern der Oberfrankenhalle lautstark kommentiert. Auf der anderen Seite haderten aber auch die mitgereisten Berliner immer wieder mit dem Schiedsrichter und brüllten ihr Unverständnis bei knappen Entscheidungen laut heraus.

Denn die medi-Fans wollten ihr Team siegen sehen. Am Ende des dritten Viertels führte ALBA mit fünf Punkten (61:66). Auch wenn medi alles versuchte, schien das Berliner Star-Ensemble um Luke Sikma, Peyton Siva und Co. am Ende immer wieder die Oberhand zu behalten.