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Raoul Korner: „Darum kann medi bayreuth die Corona-Krise überstehen“

Macht es Sinn die easyCredit BBL Saison 2019/20 weiterzuführen? Wie schwer ist die Situation für medi bayreuth? Diese Fragen beantwortet medi bayreuth Headcoach Raoul Korner im folgenden Artikel.

Macht es Sinn die easyCredit BBL Saison 2019/20 weiterzuführen? Wie schwer ist die Situation für medi bayreuth? Diese Fragen beantwortet medi bayreuth Headcoach Raoul Korner. Außerdem spricht Raoul Korner hier über sein Leben in der Isolation, das Coronavirus in Europa und mehr.

Führt die easyCredit BBL die Saison weiter oder nicht?

In ganz Deutschland ruht der Sport. Aufgrund der Corona-Pandemie gelten Ausgangsbeschränkungen. Spiel- und Sportstätten sind geschlossen. Auch der Profisport ist betroffen: dies gilt auch für die Basketballspieler von medi bayreuth. Am Montag (27.4.2020) soll nun die Entscheidung darüber gefällt werden, ob die easyCredit Basketball Bundesliga Saison 2019/20 weitergeführt werden soll oder nicht. 

„Sportlich macht das nicht besonders viel Sinn“

Bei der Beantwortung dieser Frage müssen man drei Aspekte mit einbeziehen, sagt medi-Coach Raoul Korner. Dabei gehe es um den sportlichen, den wirtschaftlichen und den faktischen Sinn. Bei allen drei Punkten gibt es für den Trainer der Heroes of Tomorrow eine eindeutige Antwort.

Es macht sportlich nicht besonders viel Sinn, die Saison weiterzuführen.

(Raoul Korner)

Nach dem Ausbruch des Coronavirus haben Vereine und Spieler viele der Verträge aufgelöst. Auch bei medi bayreuth sind die amerikanischen Spieler bereits zurück in ihre Heimat gereist. Ob diese Spieler bei einer Fortsetzung der Saison wieder zur Verfügung stehen würden, dürfe bezweifelt werden.

„Verluste bei Fortführung der Saison“

Wirtschaftlich sei die Gesamtsituation noch deutlicher zu beantworten. Laut Raoul Korner sei der wirtschaftliche Sinn nochmal „viel niedriger“ als der sportliche. Nach der Unterbrechung der Saison mussten die Basketballteams ihre Kosten reduzieren bzw. auf Null setzen, da ohne Spiele auch keine Einnahmen reinkommen würden, erklärt Korner. 

Durch den organisatorischen Aufwand, die Personalkosten und Reisen zu Auswärtsspielen würden die Kosten, bei einer Fortführung der Saison, wieder hochgefahren werden. Ohne Zuschauereinnahmen würde diese Rechnung für medi bayreuth Verluste bedeuten.

„Einen Schlussstrich ziehen“

Zuletzt bleibe ein Blick auf die Fakten. Wie solle so ein Neustart der Liga aussehen? Wie regelmäßig würden Spieler auf das Coronavirus getestet werden können? Wie lange sollte die Vorbereitungszeit dauern? Was würde die Liga tun, wenn sich ein Spieler infiziert? Für Korner sei auch im Anbetracht dieser Fragen klar, dass die Weiterführung der Saison unter diesen Vorzeichen kaum möglich sei. 

Die Verantwortlichen würden sich einen großen Gefallen damit tun, einen Schlussstrich zu ziehen und sich komplett auf nächste Saison zu konzentrieren. Das wird sowieso eine Mammutaufgabe. Je eher man damit beginnt, desto besser.

(Raoul Korner)

Hohe Identifikation mit medi bayreuth

Für medi bayreuth und viele anderen Teams der BBL würde es in Zukunft schwer werden. Am wichtigsten sei es nun, das ein Impfstoff gegen das Coronavirus gefunden werde. Doch darauf hätten die wenigsten Menschen einen Einfluss. Für medi bayreuth selbst sei es daher wichtig, mit Partnern, Fans und Sponsoren zu sprechen. Auch wenn die Lage schwer ist, ist Raoul Korner guter Dinge:

In Bayreuth identifizieren sich sowohl die Partner medi bayreuths als auch die Zuschauer sehr mit dem Verein. Während der Corona-Pandemie haben uns schon viele Nachrichten erreicht, in denen Fans und Sponsoren uns zugesichert haben, dass sie hinter medi bayreuth und dem Basketballstandort stehen. In anderen Städten ist diese Verbindung nicht so groß. Deshalb hoffe ich, dass wir die Probleme mit vereinten Kräften packen können.

(Raoul Korner)

„Emotional gestärkt aus der Situation gehen“

Wie schwer es am Ende werden würde, lasse sich im Moment noch nicht sagen. Das hänge noch vom Verlauf der Corona-Pandemie und den Entscheidungen ab, die rund um den Basketball in Deutschland und Europa getroffen werden würden. Für Korner ist dabei klar, dass es keine gute Lösung geben würde. Vielmehr müsse man versuchen, die am wenigsten schlechte Lösung zu finden.

Vor kurzem kündigte die FIBA an, den Europe Cup vielleicht im Herbst 2020 als Final Four Turnier weiterzuführen. Ob bis dahin allerdings schon wieder Zuschauer in die Hallen dürfen, ist derzeit noch nicht klar. Deshalb lasse sich jetzt noch weder irgendetwas planen, noch prognostizieren, so Korner.

„Ich hoffe, dass wir emotional gestärkt aus der Corona-Krise herausgehen können und beweisen, wie stark der Baskebtallstandort Bayreuth ist

(Raoul Korner)

Bayreuther Tagblatt - Frederik Eichstädt

 bt-Redakteur Online/Multimedia
Frederik Eichstädt