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Raoul Korner (medi bayreuth): „Diese Dinge konnte ich schon seit 20 Jahren nicht mehr tun“

medi bayreuth Headcoach Raoul Korner erzählt, wie er den Ausbruch des Coronavirus erlebt hat, was er in der basketballfreien Zeit tut.

medi bayreuth Headcoach Raoul Korner erzählt, wie er den Ausbruch des Coronavirus erlebt hat, was er in der basketballfreien Zeit tut.

Raoul Korner: „Ich versuche das Beste aus der Situation zu machen“

Im April 2019 steckte medi bayreuth mittendrin im Kampf um die internationalen Plätze in der easyCredit BBL. Nach einem 80:79-Erfolg gegen ALBA BERLIN stand die Oberfrankenhalle am 25.4.2019 Kopf. Ein Jahr später zeichnet sich ein anderes Bild. Aufgrund des Coronavirus ist die Basketballsaison derzeit unterbrochen. Für medi bayreuth Trainer Raoul Korner bedeutet das, dass er jetzt all die Dinge tun kann, die er schon seit 20 Jahren nicht mehr tun konnte.

Wie jeder andere auch, versuche ich das Beste aus der Situation zu machen. Ich habe jetzt endlich auch mal wieder die Zeit dafür gefunden abzuschalten und mich emotional zu regenerieren.

(Raoul Korner)

In Korners Fall bedeutet das: Bücher lesen und viel Sport treiben. Während beim Österreicher, um den Kopf frei zu kriegen, anfangs nur nicht-Basketball-bezogene Bücher auf dem Plan standen, sei der Hunger nach dem Sport mittlerweile wieder größer geworden, sagt Korner. So habe sich inzwischen auch die ein oder andere Basketball-Lektüre auf seinen Tagesplan verirrt. Generell tue dem medi-Coach die Auszeit aber extrem gut. 

Korner weiterhin in Bayreuth

Anfangs habe er, wie die meisten anderen auch, die Situation unterschätzt. Einen kleinen Vorteil habe Korner dabei dennoch gehabt. Da er stets auch einen genauen Blick auf die Geschehnisse in seinem Heimatland Österreich wirft, habe er schon etwas eher abschätzen können, was die Menschen in Deutschland erwarten könne. Denn schnell habe sich gezeigt: Die Alpenrepublik sei Deutschland in der Entwicklung der Fallzahlen und der Einführung der Maßnahmen ein paar Wochen voraus. 

„Es schien fast so als hätte Ministerpräsident Söder sich die Entwickungen in Österreich angeschaut und gedacht: ‚Wenn die Österreicher das akzeptieren und es funktioniert, dann machen wir das in Bayern auch!‘, sagt Korner. Selbst ist der medi-Trainer seit Ausbruch der Corona-Krise in Bayreuth geblieben.

Ich bleibe auch weiterhin in Bayreuth – mindestens bis klar ist, wie es nun mit der easyCredit Basketball Bundesliga weitergeht.

(Raoul Korner)

medi bayreuth im Geisterspiel gegen Cluj Napoca. Foto: medi bayreuth, Marcus Förster.

„Alles ging Schlag auf Schlag“

Das letzte Mal auf dem Platz standen die Heroes of Tomorrow am 11. März 2020 beim 100:87 gegen Cluj. Vor leeren Rängen machte medi bayreuth damit den Einzug in das Halbfinale des FIBA Europe Cups klar. Dann sei alles Schlag auf Schlag gegangen. 

Zuerst wurde die easyCredit BBL am 12. März 2020 unterbrochen, einen Tag später verließ Reid Travis das Land in Richtung seiner Heimat, den Vereinigten Staaten. Dabei habe er vielleicht etwas vorschnell gehandelt, sagt Korner. „Es war zu jedem Zeitpunkt klar, dass wir unseren Spielern erlauben, zu ihren Familien zurück zu fliegen“, erklärt der medi-Coach. Kurz darauf setzte sich der Verein mit den anderen Legionären zusammen und sich auf eine Lösung geeinigt. 

Ausblick

Wann in Deutschland wieder professionell Basketball gespielt werden wird, kann derzeit niemand sagen. Fest steht aber: Die Entscheidung soll am 27. April 2020 fallen. Medi-Coach Raoul Korner vertritt dabei eine klare Meinung. Man müsse hier zwischen dem sportlichen, dem wirtschaftlichen und dem faktischen Sinn unterscheiden.

Bayreuther Tagblatt - Frederik Eichstädt

 bt-Redakteur Online/Multimedia
Frederik Eichstädt