SpVgg Bayreuth vs. 1860 München: Die 10.000 D-Mark-Wette

Es war eines der größten Spiele in der Geschichte der Spielvereinigung Bayreuth. Zum Saisonfinale 1986/87 stand zwischen der SpVgg Bayreuth und dem TSV 1860 München nicht nur als die Meisterschaft der Bayernliga auf dem Spiel. Darüber hinaus ging es um eine 10.000-D-Mark-Wette und randalierende Löwenfans.

Ausverkauftes Haus

Wolfgang Mahr, der die Bayreuther damals als Trainer auf den Platz schickte, erinnert sich noch genau an das furiose Finale zwischen Oldschdod und Löwen im Mai 1987. Mit 20.000 Zuschauern war die Partie eine der zuschauerträchtigsten überhaupt in Bayreuth. 

Damals Trainer, heute Sportlicher Leiter der SpVgg Bayreuth: Wolfgang Mahr. Foto: SpVgg Bayreuth

Das Stadion war restlos ausverkauft. Da hättest du keinen Menschen mehr reinpacken können.

(Wolfgang Mahr)

Herzschlagfinale

Der Grund: Es ging um alles. Nachdem die Bayreuther zum Anfang der Saison keine Konstanz in ihre Spiele bringen konnten, hatten die Altstädter sich im Laufe der Saison an die Löwen und damit an der Tabellenspitze heran gekämpft. Im letzten Saisonspiel ging es zwischen den beiden punktgleichen Teams nun in Bayreuth um die Meisterschaft. 

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Um das Spiel war wahnsinnig viel Theater. Es ging um die Meisterschaft in der Bayernliga. Wir waren vor dem Duell punktgleich.

(Wolfgang Mahr)

Zerstörungswut

Das Spiel hatte auch neben dem Platz einiges an Brisanz zu bieten. Dort gab es einige unschöne Szenen.

Die 1860-Fans haben damals das halbe Stadion zerlegt und auch die Friedrich-Ebert-Straße bis zum Bahnhof komplett verwüstet. Die haben Scheiben eingeschmissen, das war richtiger Horror.

(Wolfgang Mahr)

Ein altes Polizeiauto. Symbolfoto: Pixabay.

Die Zerstörungswut der Löwen-Fans zwang die Polizei zu einem schnellen Handeln.

Die Polizei hat im Stadion Gefangenensammelstellen eingerichtet, manche der zerstörungswütigen Fans wurden direkt abtransportiert. Das war Wahnsinn.

(Wolfgang Mahr)

Wette der Präsidenten

Neben dem sportlichen Wert, stand für die beiden Präsidenten noch mehr auf dem Spiel. Schon nach dem Hinspiel in München war SpVgg Präsident Hans Wölfel mit dem Löwen-Präsidenten Karl Heckel eine Wette um die Meisterschaft eingegangen. Der Einsatz: 10.000 Deutsche Mark.

Die Partie

Unter anderem wegen Torjäger Kurt Pinkall sah der 60er-Kader auf dem Papier stärker aus. Nach einem Doppelschlag in der 17. und 18. Minute gingen zunächst aber die Altstädter durch Günther Stockinger und Jörg Wolff in Front. 

Kurz vor der Pause gelang den Löwen dann der Ausgleich, doch kurz vor Schluss markierte Rüdiger Scheler mit seinem Treffer zum 3:1 den Endstand. Die Möglichkeit zu einer ausschweifenden Party hatten die Bayreuther Spieler jedoch nicht.

Zeit zu Feiern hatten wir kaum. Wir mussten danach ja dann direkt die Aufstiegsrunde spielen. Gegen Offenbach, Trier und Sandhausen – mit Hin- und Rückspiel.


(Wolfgang Mahr)

Freude bei der Altstadt

Die Fans konnten die Korken dennoch knallen lassen. Und auch der Altstadt-Präsident Wölfel hatte Grund zur Freude: Direkt nach dem Spiel drückte ihm sein Gegenspieler auf Seiten der Münchener die 10.000 D-Mark in die Hand. 

Und auch die Spieler konnten wenige Wochen später dann doch noch richtig feiern. Nach einer überzeugenden Leistung schafften die Bayreuther in der Aufstiegsrunde den Sprung in die zweite Bundesliga.

SpVgg Bayreuth

Altstadt-Wimpel: Im Mai 1987 konnte die SpVgg die Bayernliga-Meisterschaft feiern. Foto: Stephan Müller.

Die Fakten zum Spiel

16.05.1987 (Bayernliga, 38. Spieltag)

SpVgg Bayreuth vs. TSV 1860 München 3:1

SpVgg Bayreuth: Grüner – Dittwar – Goldammer, Gebhardt – Konradi, Stockinger, Weinrich, Schneider – Wolff, Dumpert (76. Reichel), Scheler.

TSV 1860 München: Zander – Prokes – Geesdorf, Jaxt, Brandenburger – Aigner, Bruckhoff (73. Grünwald), Goldstein, Kneissl (60. Löbmann) – Pinkall, Wabra.

Tore: 1:0 Stockinger (17.), 2:0 Wolff (18.), 2:1 Stockinger (43., Eigentor), 3:1 Scheler (88.)

Zuschauer: 20.000 (ausverkauft)