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St. Georgen swingt: Wie aus Hinterhof-Charme „Strandflair“ wurde

Am Freitag und Samstag wurden die Bayreuther von sechs Bands mit Polka, Blues, Soul, Jazz und Rock’n’Roll bespielt. Unter freiem Himmel in der Wilhelminenaue. Bis 2017 war St. Georgen swingt vor allem durch seinen Hinterhof-Charme und als Straßenfest beliebt. Seit dem vergangenem Jahr spielen die Künstler stattdessen auf einer Bühne vor dem Hammerstädter See mitten in der Wilhelminenaue.

Das Bayreuther Tagblatt hat mit dem Verein über die Veränderungen gesprochen, die das neue Gelände mit sich bringt und sich bei den Besuchern umgehört, wie die neue Location ankommt.

Gezwungener Umzug

Zu wenig Platz und keine Vereinbarkeit mit dem Sicherheitskonzept führten zu diesem Schritt. „Das Fest war einfach zu groß geworden. Fluchtwege und Brandschutzmaßnahmen hätten nicht mehr eingehalten werden können“, erklärt Michael Angerer. Das Glück sei gewesen, dass der Verein von der Stadt auf allen Ebenen umfassend Hilfe bekommen hätte.

Letztes Jahr haben wir im März die Entscheidung getroffen, den Verein und das Festival hier in der Wilhelminenaue weiterzuführen. Innerhalb kürzester Zeit mussten wir alles neu auf die Beine stellen.

Natürlich gibt es Bayreuther, die das ursprüngliche Fest in den Hinterhöfen besser fanden. Doch leider sind auch oft Menschen mit Vorurteilen dabei, die sich das neue Festivalgelände noch nicht einmal angeschaut haben, um sich einen eigenen Eindruck zu verschaffen. Das ist schade.

„St. Georgen swingt“ ist allerdings noch immer eng mit St. Georgen verbunden. Denn auch der Kirchensprengel hier in der Hammerstatt gehört zur Ordenskirche. Deswegen hat der Familientag am Sonntag zum Beispiel auch erst nach dem Festgottesdienst in der Ordenskirche begonnen.

(Regine Gareis, 1. Vorsitzende des Vereins St. Georgen swingt e.V.)

Ehrenamtliche Helfer mit starkem Willen

Der Verein hätte bereits vor der Entscheidung mit verschiedenen Partnern abgewägt, ob das Fest in der Wilhelminenaue möglich sei. Da sich alle einig waren, wurde die Entscheidung für die Vereinsauflösung zurückgezogen und das Festival hierher umverlagert, so Michael Angerer. „Natürlich ist das beim ersten Mal immer nicht leicht. Man weiß z.B. nicht, wo die Anschlüsse sind oder braucht hier eine zusätzliche autarke Notbeleuchtung, weil man nicht vollständig an die städtische Beleuchtung angeschlossen ist. Aber inzwischen haben sich alle Abläufe gut eingespielt“, sagt er. All das wäre allerdings nicht möglich, wenn im Verein nicht so viele Helfer mit einem starken Willen wären.

Am Ende des Tages ziehen alle an einem Strang. Nur so ist es möglich, dass die Organisation klappt.

(Michael Angerer, Verein St. Georgen swingt e.V.)

Doch auch wenn einige den städtischen Hinterhöfen hinterher trauern – das Gelände an der Wilhelminenaue bietet auch Vorteile:

Welche Vorteile die Wilhelminenaue bietet

Die Aufbauzeit konnte um 50 Prozent verkürzt werden, da weniger Wasser und Elektroleitungen verlegt werden müssen und auch nicht mit Bauzäunen abgesperrt werden muss. Außerdem kann früher mit dem Aufbau begonnen werden, da man sich keine Gedanken um die fahrenden Stadtbusse mehr machen muss. Auch für die Besucher gibt es positives. „Von den über 20 Bands konnte man früher in der Hinterhöfen unmöglich alle sehen. Hier in der Wilhelminenaue kann man sich einen gemütlichen Platz auf der Wiese suchen, und entspannt alle Bands nacheinander anhören“, so Angerer. Die Atmosphäre habe sich von einem Straßenfest zu einem Festival mit Strandflair gewandelt, fügt er hinzu.

Wir können hier mit der Wilhelminenaue die schönste Naturgegebenheit für das Festival nutzen, die Bayreuth zu bieten hat.

(Michael Angerer, Verein St. Georgen swingt e.V.)

Der Verein sei dankbar für alle, die trotz des Regens gekommen sind. „Festival können wir, aber Wetter nicht“, sagt der 2. Vorstand Wolfgang Lethaus und schmunzelt. Eine Dame habe am Samstag sogar spontan einen mittleren zweistelligen Betrag gespendet, wegen des Wetters. „Diese Geste hat uns gezeigt, dass wir scheinbar  auf dem richtigen Weg sind“, fügt Angerer hinzu.

Das sagen die Bayreuther zur Location

Wir gehen nach wie vor gerne zu St. Georgen swingt. Allerdings hat das Festival in der Wilhelminenaue vom Gefühl her nichts mehr mit dem früheren Festival in den Hinterhöfen zu tun und sollte deswegen einen neuen Namen bekommen. Im Namen St. Georgen swingt stecken so viele alte Erinnerungen.

Die Höfe haben mit den verwinkelten Ecken und Dächern mehr Schutz vor Regen geboten. Aber es ist schön hier in der Wilhelminenaue mehrere Bands erleben zu können. Bei der großen Auswahl ist auf jeden Fall eine dabei, die einem gefällt.

(Micha und Frank Berndt aus Laineck)

Der Ausblick hier in der Wilhelminenaue ist toll. Ich bin gerne hier, ob zum Festival oder zum Spazierengehen.

(Carina Henkel aus Bayreuth)

Ich habe das Festival in St. Georgen nur einmal erlebt. Natürlich wirkt es hier ganz anders direkt am Wasser. Wenn das Wetter stimmt, kann man es hier gut aushalten.

(Steffen Bauer aus Gefrees)

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