Freizeit

Stadtfriedhof: Letzte Ruhestätte berühmter Persönlichkeiten – Teil 2

Der Stadtfriedhof ist Bayreuths ältester Friedhof, der bereits seit 1545 existiert. Hier liegen auch einige berühmte Persönlichkeiten begraben. Zusammen mit dem ehemaligen Pfarrer und Dekan Hans Peetz hat sich das Bayreuther Tagblatt auf Spurensuche begeben. Wer fand in Bayreuth seine letzte Ruhestätte?

Der zweite Teil der Friedhof-Serie befasst sich mit der Zeit der Markgrafen:


Dr. Vincent Gabriel Luther

gestorben: 1672

Foto: red/sj

Dr. Vincent Gabriel Luther gilt als ein Urenkel des Reformators Martin Luther. Ganz sicher ist man sich allerdings nicht. Er kam als Jurist im Dienste des Markgrafen nach Bayreuth und machte hier Karriere. Nach seinem Tod wurde ihm eine Gruft im barocken Stil des 17. Jahrhunderts gebaut. Für Besucher wohl eines der auffälligsten Gräber.


Die „Stecknadelbraut“

geboren: 1702
gestorben: 1721

Foto: red/sj

Der Legende nach starb die junge Frau an ihrem Hochzeitstag beim Anziehen ihres Brautkleides an einer verschluckten Stecknadel. Die Darstellung als junge Braut Christi ist in dieser Zeit allerdings nicht unüblich und wurde häufig als Bild für früh verstorbene junge Frauen genutzt. Sie weist deshalb nicht unbedingt darauf hin, dass die Frau tatsächlich als Braut verstarb.


Wilhelm Ernst von Schoenfeld

geboren: 1724
gestorben: 4. September 1774

Foto: red/sj

Die alte barocke Grabtafel an der Gottsacker-Kirche setzt Wilhelm Ernst von Schoenfeld ein Denkmal. Der Markgräfliche Beamte war unter anderem Regierungspräsident.

Interessant sind hier vor allem die Inschriften. In der Barock-Zeit setzten die Menschen vor allem auf blumige Texte. Da bei Beerdigungen so viel gelogen wird, wie sonst nur selten, steht auf dem Grabmal von Wilhelm Ernst von Schoenfeld zum Beispiel: „Leser, kein Schmeichler lügt dir hier sein Denkmal vor. Die Wahrheit ohne Hülle würde es ihm selbst so setzen.“


Mozarts Bäsle

geboren: 25. September 1758
gestorben: 25. Januar 1841

Foto: red/sj

Marianne Thekla Mozart ist die Cousine von Wolfgang Amadeus Mozart. Bekannt wurde Marianne Thekla durch Mozarts Briefe als „Bäsle“. Die beiden standen in regem Briefwechsel, der von sehr obszönen Abschnitten geprägt war.

Marianne siedelte mitsamt ihrer Familie 1814 nach Bayreuth, wo sie bis zu ihrem Tod lebte. Ihre Grabstätte ist allerdings nicht mehr auffindbar. Einzig die Gedenktafel am Eingang des Stadtfriedhofs erinnert an die Cousine Mozarts.


Alexander Friedrich Wilhelm Herzog von Württemberg

geboren: 20. Dezember 1804
gestorben: 28. Oktober 1881

Foto: red/sj

Alexander Friedrich Wilhelm, Herzog von Württemberg, war der Enkel von Elisabeth Friederike Sophie, der Tochter des Markgrafen Friedrich und der Markgräfin Wilhelmine.

Wilhelmines Urenkel machte beim Militär in Russland Karriere und kam dann zurück nach Bayreuth. Mit viel Geld und Mühe legte er dann den Schlosspark Fantaisie in Donndorf an. Eine Erinnerung an seine Großmutter Elisabeth Friederike, die das Schloss Fantaisie von ihren Eltern geschenkt bekam.

Wo die Liebe hinfällt: Alexander Friedrich Wilhelm hat sich in seine Hauswirtschafterin verliebt. Da ein Herzog keine einfache bürgerliche Frau heiraten durfte, wurde seine Auserwählte in den Adelsstand gehoben und hieß künftig „Baronin von Meyernberg“.

1882 wurde dann das Mausoleum im Stil italienischer Architektur für Alexander Friedrich Wilhelm auf dem Stadtfriedhof errichtet.


Der letzte Teil beschäftigt sich mit dem Wagner-Clan.

Lesen Sie auch