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Tag der Mathematik: Mehr als eine verstaubte Wissenschaft

Zwei mal drei macht vier – widdewiddewitt und drei macht neune. Oder doch nicht? Wie war das nochmal mit dem Einmaleins? Zugegeben, einfache Mal-, Plus- und Teilaufgaben bekommen die meisten Erwachsenen noch gelöst. Der Satz des Pythagoras, Vektorrechnung, Potenzen, Wurzeln und Logarithmen hingegen verursachen bei vielen Menschen ein Wirrwarr an Zahlen und Buchstaben im Kopf, die sich einfach nicht ordnen lassen. Ja, mit der Mathematik war es wohl schon immer so: Die einen können’s, die anderen eben nicht. In diesem Artikel können Sie ihr Rechentalent testen.

„Das brauch‘ ich doch eh nie mehr!“: Ein Satz, der dem ein oder anderen Schüler bestimmt schon des Öfteren über die Lippen gewichen ist. Doch das ist nicht zwangsläufig so. Wie spannend und vielfältig die alte, aber gar nicht altmodische Wissenschaft Mathematik heutzutage ist, will die Universität Bayreuth 400 Schülern am Tag der Mathematik am kommenden Samstag, den 13. Juli, zeigen. Denn die Mathematik liefert viele Antworten auf ganz alltägliche Dinge.

Teamwettbewerb

Die Schüler können bei einem Wettbewerb ihr Können unter Beweis stellen. In Teams müssen sie Aufgaben lösen.

Bei den Wettbewerbsaufgaben kommt es vor allem auf kreative Lösungsansätze und nicht so sehr auf das Anwenden von Schulwissen an.
(Prof. Dr. Lars Grüne vom Lehrstuhl für Angewandte Mathematik)

Knobelbeispiel

Wer schon bei den ersten Zeilen des Textes gedacht hat „Mathe ist doch easy!“, kann sich an folgender Teamaufgabe für Schüler der 7. und 8. Klasse versuchen. Sie stammt aus dem letzten Wettbewerb am Tag der Mathematik. Können Sie der „wandernden Schnecke“ helfen? Ach ja, Hände weg vom Smartphone oder dem Taschenrechner. Diese Hilfsmittel dürfen die Schüler auch nicht benutzen. Viel Spaß beim Knobeln.

Auf dem Landesgartenschaugelände gibt es ein Schachfeld. Eine Schnecke bewegt sich dort in 15 Minuten vom Mittelpunkt eines Feldes zum Mittelpunkt eines benachbarten Feldes – nicht diagonal. Dort dreht sie sich ohne Pause um 90 Grad nach rechts oder links und kriecht weiter.

  1. Wenn sie sich um 12 Uhr auf dem Feld e4 befindet, wann kann sie frühestens auf dem Feld d8 sein?
  2. Warum kann sie nicht um 17 Uhr auf dem Feld h8 sein?
  3. Zu welchen Zeiten kann sie auf Feld e4 sein?

Das Begleitprogramm

In welchen Bereichen die Mathematik angewendet wird, stellen Wissenschaftler in Vorträgen vor. Prof. Dr. Michael Dettweiler, der an der Universität Bayreuth den Lehrstuhl für Zahlentheorie innehat, spricht über die Sicherheit des Internets. Dr. Marleen Stieler thematisiert die „Automatisierung und Digitalisierung bei BASF“. Stieler forschte im vorigen Jahr noch an der Universität Bayreuth. Heute arbeitet die junge Wissenschaftlerin im Fachzentrum Automatisierungstechnik bei dem Chemiekonzern BASF in Ludwigshafen.

Im Hauptvortrag vor der Preisverleihung erklärt Prof. Dr. Oliver Junge von der TU München, warum es den Polarwirbel gibt, der im Winter Nordamerika vereist hat, und warum sich unser Plastikmüll im Ozean in riesigen Strudeln sammelt. Die Antwort liefert die Mathematik der Dynamischen Systeme, in deren faszinierende Welt Prof. Junge einen Einblick liefern wird.  Neben den Vorträgen können Interessierte in den Labors selbst forschen.