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Wie zwei Jungs die alte Tradition des Kunststopfens fortführen

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Kunststopferei ist ein aussterbendes Gewerbe. Deutschlandweit gibt es nur noch eine handvoll solcher Betriebe. Einen davon findet man in Bayreuth. 

Was ein Bullet Journal einem Kalender voraus hat

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Joanna Birkel verwendet seit einigen Monaten ein Bullet Journal. Was das genau ist und, was es einem üblichen Kalender voraus hat:

Hausmeister in Meyernberg: Vom Buhmann zum Helden

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Du erledigst all die Aufgaben, die auch in einem Privathaus anfallen.

So beschreibt Jürgen Meyer kurz und knapp seine Tätigkeit als Hausmeister in der Grundschule Bayreuth-Meyernberg. Botengänge, Reparaturarbeiten oder Winterdienst – sein Aufgabenfeld ist breit gefächert.

Rund um die Uhr im Einsatz

Meyers Tag beginnt offiziell um 7:15 Uhr und endet um 17 Uhr. Doch eigentlich ist der Hausmeister rund um die Uhr im Einsatz. Gerade im Winter gebe es viel zu tun. Fällt der erste Schnee, so startet Meyers Tag bereits um 4:30 Uhr morgens. Dank eines kleinen Traktors brauche der 47-Jährige dafür inzwischen “nur” zwei Stunden. Das war früher noch anders.

Seit zehn Jahren haben wir einen kleinen Traktor. Das erleichtert die Arbeit ungemein. Früher habe ich mit der Hand geschort und war mindestens vier Stunden beschäftigt.

(Jürgen Meyer, Hausmeister an der Grundschule Bayreuth-Meyernberg)

Einsatzort von Hausmeister Jürgen Meyer: Die Grundschule Bayreuth-Meyernberg. Foto: Susanne Monz

Nach 17 Uhr ist der Tag noch lange nicht zu Ende. Die Turnhalle wird abends von verschiedenen Sportmannschaften, wie dem Basketball-Nachwuchs des BBC, genutzt. Auch in dieser Zeit muss Meyer anwesend sein. Trotz der langen Arbeitszeiten liebt der Hausmeister seinen Job.

Ich kann mir meine Arbeit selbst einteilen und mich selbst organisieren. Außerdem ist kein Tag gleich. Nur im Büro sitzen wäre nichts für mich.

(Jürgen Meyer)

Held der Kinder

Ist eine Lampe kaputt oder eine Toilette verstopft, ist Jürgen Meyer sofort zur Stelle und kümmert sich um die anfallenden Arbeiten. Zusätzlich erledigt der Bayreuther auch dreimal in der Woche Botengänge der Schule und bringt die Post in die Stadt. Auf die Frage wer ihn häufiger ruft, Lehrer oder Kinder kommt die Antwort prompt: “Die Lehrer”. Doch auch die Kinder selbst klopfen oft an seine Werkstatt-Tür.

Oft kommen die Kinder vorbei, bringen ihren kaputten Regenschirm oder andere Sachen mit und fragen ob ich es reparieren kann. Da wird man schnell zum Helden.

(Jürgen Meyer, Hausmeister an der Grundschule Bayreuth-Meyernberg)

Oft klopfen auch die Grundschüler an seine Tür und fragen, ob er persönliche Gegenstände der Kinder reparieren könne. Foto: Susanne Monz

Immer da, immer nah

Seit 2001 ist der gelernte Installateur an der Meyernberger Grundschule als Hausmeister tätig. Direkt auf dem Gelände befindet sich auch seine Hausmeisterwohnung – Segen und Fluch zugleich. Da es in der Vergangenheit vermehrt zu Einbrüchen kam, kontrolliert Jürgen Meyer auch abends das Gelände. “Das geht natürlich einfacher, wenn man direkt vor Ort ist”, so der 47-Jährige. Doch die Nähe zum Arbeitsplatz ist nicht immer von Vorteil. Privatsphäre und Feierabend hat der Bayreuther kaum.

Es kommt immer wieder vor, dass Eltern an einem Sonntagabend bei mir klingeln, weil ihr Kind etwas vergessen hat. Dass ich auch einmal Feierabend habe, wird oft vergessen.

(Jürgen Meyer)

Ruhe und Entspannung findet Jürgen Meyer erst, wenn er raus kommt. Dann schaut er sich Eishockeyspiele an oder unternimmt Ausflüge mit seiner Familie.

Es ist schwierig abzuschalten, wenn man jeden Tag direkt auf die Arbeit schaut.

(Jürgen Meyer)

Home Office: zwischen Ruhe und Stress

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medi ist einer der großen Arbeitgeber in Bayreuth. Von den ingesamt 1.700 Mitarbeitern am Standort, nutzen 190 aus dem kaufmännischen Bereich regelmäßig die Option, von zuhause aus zu arbeiten. Die Ergebnisse einer AOK-Studie zeigen auch Schwächen dieses Arbeitsmodells auf. Das Bayreuther Tagblatt hat mit medi darüber gesprochen, warum das Unternehmen Home Office anbietet und wie die Mitarbeiter langfristig ohne gesundheitliche Einschränkungen davon profitieren können.

Home Office als freiwillige Option

Foto: Pexels

medi bietet seit 2006 die Möglichkeit Home Office zu nutzen. “Die Nachfrage seitens der Mitarbeiter und Bewerber war da. Viele erwarten das inzwischen von der modernen Arbeitswelt”, erklärt HR-Manager Sascha Bohne. “Home Office zu nutzen ist hier individuell und freiwillig”, fügt er hinzu. Machbar sei es im kaufmännischen Bereich. Vor allem Mitarbeiter mit einem langen Arbeitsweg oder Mitarbeiter mit Kindern würden das Modell nutzen – jedoch immer in Absprache mit der jeweiligen Führungskraft.

Flexibel und eigenverantwortlich arbeiten

Laut Sascha Bohne, arbeiten 190 Mitarbeiter regelmäßig, an etwa ein bis  zwei Tage pro Woche, von zuhause aus. Dazu kommen weitere, die das Angebot nur vereinzelt in Anspruch nehmen. “Für das Unternehmen hat es den Vorteil, dass man so von Fachkräften profitieren kann, deren Wohnort weiter entfernt ist”, sagt er.

Mit Home Office möchten wir den Mitarbeitern ermöglichen, flexibel arbeiten zu können. Damit pflegt medi eine Vertrauenskultur und setzt außerdem auf eine gewisse Eigenverantwortlichkeit der Mitarbeiter: das sorgt für Motivation.

(Sascha Bohne, HR-Manager bei medi)


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Risiko: Wenn die Grenzen verschwimmen

Wie eine Studie des Wissenschaftlichen Instituts der AOK belegt, habe mehr als ein Drittel derer, die regelmäßig im Home Office arbeiten Probleme nach der Arbeit richtig abzuschalten. Dazu komme, dass ein Viertel sogar im Urlaub über Probleme am Arbeitstag nachdenkt. Die Grenzen zwischen Beruflichem und Privatem verschwimmen zunehmend: Die Befragten gaben zum Beispiel an, auch in ihrer Freizeit oder während des Urlaubs geschäftliche Anrufe oder Mails zu bekommen. Das spiegelte sich im gesundheitlichen Zustand der Betroffenen wieder: Mehr als die Hälfte klagte über Erschöpfung, Gereiztheit, Nervosität oder Schlafstörungen.

Sport und Ruhezeiten: Wie medi vorbeugt

Doch so weit muss es nicht kommen – dem stimmt auch HR-Manager Sascha Bohne zu. “Eine ständige Erreichbarkeit wird bei medi nicht erwartet und ist auch nicht gewünscht”, erklärt er. Natürlich greife bei den Mitarbeitern im Home Office ebenfalls das Arbeitszeitgesetz. “Sie haben die Möglichkeit die Zeiten mobil zu erfassen”, fügt Bohne hinzu.

Wichtig ist es, dass die Mitarbeiter und Führungskräfte immer im Gespräch bleiben, wie hoch die Belastung gerade ist und welches Arbeitsmodell ihnen guttut.

(Sascha Bohne, HR-Manager bei medi)

medi am Standort Bayreuth. Foto: Redaktion

medi engagiert sich für die Gesundheit der Mitarbeiter: Zum Beispiel gibt es Yoga-Kurse im Unternehmen, vor der Arbeit oder mittags. “Uns erreicht viel positives Feedback”, sagt Sascha Bohne.

Home Office ist kein Muss. Die Mitarbeiter können jederzeit wieder täglich im Unternehmen arbeiten. Manche finden zuhause keine Ruhe oder haben Schwierigkeiten eine stabile Internetverbindung herzustellen. Es ist wichtig, dass jeder für sich die optimalen Bedingungen findet.

(Sascha Bohne, HR-Manager bei medi)

Entspannt durch mobiles Arbeiten

Gerade laufe ein Pilotprojekt, bei dem digitale Arbeitsmöglichkeiten von zuhause oder unterwegs getestet werden, so Bohne. Dazu gehören zum Beispiel virtuelle Meetings über Video. “Wird ein Kind plötzlich krank, nimmt das bei vielen den Druck, wenn sie kurzfristig nach Absprache ins Home Office wechseln und so trotzdem an der Konferenz teilnehmen können”, erklärt er.

Multitalent Hausmeister: Es gibt immer was zu tun

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Langeweile im Job kennt Lothar Höreth nicht. Im Gegenteil: Es gibt immer etwas zu tun. Lothar Höreth ist Hausmeister an der Alexander-von-Humboldt-Realschule – und das schon seit 25 Jahren. Der 52-Jährige war früher selbst Schüler an der Realschule. Seine Ausbildung zum Betriebsschlosser ist in seinem Job Gold wert. Höreth ist ein wahres Allround-Talent.

In seinem Dienstzimmer erledigt Lothar Höreth Verwaltungsaufgaben und Organisatorisches. Foto: Magdalena Dziajlo

Rund um die Uhr da

Tropfende Wasserhähne, verstopfte Toiletten, Schmierereien, Stromausfall: Höreth weiß sich immer zu helfen und ist immer an Ort und Stelle, wenn etwas repariert werden muss. Und: “Es macht mir einfach Spaß”, sagt der Hausmeister. Praktisch, wenn man da in der Hausmeisterdienstwohnung direkt auf dem Schulgelände wohnt. Ein kurzer Mittagsschlaf in der Pause, kein Problem. Doch das hat natürlich auch seine Schattenseite:

Der Nachteil ist, dass man auch mal am Abend, am Wochenende oder sogar im wohlverdienten Urlaub belästigt wird – von Fremden, Eltern oder Lehrern.

(Lothar Höreth, Hausmeister an der Alexander-von-Humboldt-Realschule)

Es sei schon vorgekommen, dass Eltern am Wochenende bei ihm geklingelt haben, weil die Tochter das Federmäppchen in der Schule vergessen habe. Ein weiterer Unterschied: “Während andere froh sind nach der Arbeit nach Hause zu kommen, bin ich oft froh, mit meiner Frau raus zu kommen.”

Kein Tag wie der andere

Nach Dienstende um 16 Uhr ist für den Hausmeister meist noch lange nicht Schluss. Von Montag bis Freitag nutzen Bayreuther Vereine ab 16.30 Uhr die Schulturnhalle. Die muss Höreth natürlich auf- und wieder zuschließen sowie die Halle nach dem Training kontrollieren. Hinzu kommen Schulfeste, Elternabende, Infoabende und andere Veranstaltungen zu denen der 52-Jährige da sein muss. Höreth kümmert sich auch um die Post, die er täglich ins Rathaus bringt und dort auch abholt. Mit der Zeit hat er seine Arbeitsabläufe optimiert, er weiß genau, wo er hin greifen muss und was zu tun ist, und setzt seine Prioritäten. Überall könne er ohnehin nicht sein.

Bei all den wiederkehrenden Aufgaben und Kleinigkeiten sei es sowieso schwierig, den Tag zu planen. Denn Unverhofft komme bekanntlich oft.

Ich habe es aufgegeben, zu planen. Wenn es nicht klappt, muss ich mich so wenigstens nicht ärgern.

(Lothar Höreth)

Oberste Priorität: Winterdienst

Im Winter hat das Räumen und Streuen für Höreth oberste Priorität. Statt um 6:30 Uhr beginnt sein Tag dann bereits gegen 4 Uhr. Bis die Schüler eintrudeln, müssen das Außengelände und vor allem die Hauptwege und die Treppe geräumt und gestreut sein. Besonders stolz ist der Hauseister auf seine Räummaschine, die ihm die Arbeit enorm erleichtert. Bei der Treppe muss er aber noch selbst die Schippe in die Hand nehmen.

Ebenso häufig im Einsatz sind gerade im Herbst der Laubbläser und der Besen. Den müssen übrigens auch die Schüler ab und an schwingen, wenn sie etwas angestellt und dafür bestraft werden. Dann heißt es: Hausmeisterdienst. Höreth findet das gut. “Das tut mehr weh. Ich sehe das als erzieherische Maßnahme.” Ein Zettel an die Eltern sei gleich wieder vergessen. Wenn aber alle Freunde Schulschluss haben und ins Freibad gehen und nur der Schüler, der etwas angestellt hat, bleiben und arbeiten muss, rege das eher zum Nachdenken an, findet der 52-Jährige.

Ausgleich Sport

Obwohl sein Job als Hausmeister körperlich viel abverlangt und enorm viel Zeit in Anspruch nimmt, geht Höreth dreimal die Woche ins Fitnessstudio. Und das seit 18 Jahren.

Das ist ein guter Ausgleich und die Zeit nehme ich mir einfach.

(Lothar Höreth)

Bayreuther Industrie mit Umsatzrückgang

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Der Umsatz des Wirtschaftsraums Bayreuth verzeichnet erneut einen Rückgang: zum dritten Mal in Folge. Im zweiten Quartal 2019 ist der Umsatz in der Industrie um 1,9 Prozent gefallen, wie die IHK für Oberfranken Bayreuth meldet.

Die IHK bleibt optimistisch

“Negative Auswirkungen auf die Beschäftigtenzahlen hat das aber bisher nicht”, zeigt sich Jörg Lichtenegger, IHK-Vizepräsident und Vorsitzender des IHK-Gremiums Bayreuth, erleichtert. “Wie schon im ersten Quartal legt die Zahl der Industriebeschäftigten um weitere 3,6 Prozent zu.” Einen ähnlich hohen Beschäftigtenzuwachs habe es zuletzt 2012 gegeben.

Betroffene Branchen

Vier Branchen sind oberfrankenweit vom aktuellen Umsatzrückgang besonders stark betroffen: Die Kfz-Zulieferer, die Glas- und Keramikindustrie, sowie die Textilindustrie und die Polstermöbelhersteller. Das bleibt nicht ohne Auswirkungen auf den Wirtschaftsraum Bayreuth.

Besonders die Automobilindustrie muss dabei nicht nur einen konjunkturbedingten Nachfragerückgang bewältigen, sondern auch einen Transformationsprozess. “Die Produktion fossil betriebener Motoren wird zurückgehen, neue Antriebsarten werden an Bedeutung gewinnen”, so der IHK-Vizepräsident. “Ich bin optimistisch, dass sich für die Kfz-Zulieferer im Raum Bayreuth dadurch nicht nur neue Herausforderungen, sondern auch neue Chancen ergeben. Dank hoher Investitionen in Zukunftstechnologien sehe ich die meisten Zulieferer bestens für die Zukunft gerüstet.”

Wer profitiert

Vom konjunkturbedingten Nachfragerückgang sei bisher ausschließlich die Industrie betroffen, so Lichtenegger. “Handel und vor allem Dienstleistungen, Baugewerbe und Tourismus profitieren weiter von der hohen Nachfrage.”

medi: Erster Spatenstich für Neubau gesetzt

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Der erste Spatenstich für den medi-Neubau ist vollzogen. Im September hat die Geschäftsführung der medi GmbH & Co. KG, zusammen mit den 17 Auszubildenden, die Baustelle eingeweiht.

Das neue Verwaltungsgebäude

Im März 2019 hatte der Hersteller von medizinischen Hilfsmitteln und Produkten mit Kompression im Sport- und Modebereich bekanntgegeben, auf dem Werksgelände im Industriegebiet Bayreuth-Ost ein neues Verwaltungsgebäude zu errichten. Dieses soll etwa Anfang des Jahres 2021 fertiggestellt sein. Dafür investiert medi in zweistelliger Millionenhöhe. medi hat weltweit 2.700 Mitarbeitern, davon 1.700 in Bayreuth. Erst im August wurde das Parkhaus mit 550 Stellplätzen auf dem Firmengelände eingeweiht. Das Unternehmen setzt dabei mit Geothermie und Photovoltaik auf ein nachhaltiges Energiekonzept.

Azubis legen Grundstein

Siebzehn junge Menschen sind dieses Jahr bei medi als Auszubildende in das Berufsleben gestartet. Das Unternehmen bildet sie zu Produktionsmechanikern, Industriekaufleuten, Fachlageristen, und weiteren Berufen aus. Des Weiteren bietet medi eine duale Ausbildung im Studiengang International Business. Das hat bereits Tradition: Beim einwöchigen Ausbildungsstart-Seminar standen gemeinsames Kennenlernen und Workshops auf dem Programm. Jetzt unterstützen die erfahrenen Ausbilder die jungen Berufsstarter, sich schnell mit ihrem neuen Arbeitsplatz vertraut zu machen, eigene Aufgaben und Verantwortung zu übernehmen.

Das sagt die Geschäftsführung

medi hat sich so hervorragend entwickelt, weil sich die Mitarbeiter mit hohem Engagement für das Unternehmen einsetzen. Es ist ein großer Tag für medi und ein Signal an alle Menschen, die hier arbeiten, dass heute unsere Auszubildenden den Grundstein für ihre berufliche Zukunft und das neue Verwaltungsgebäude legen.

(Erklärung der medi-Geschäftsführer Stefan Weihermüller, Dirk Treiber und Gerhard Kolb)

Schreibtisch

Immer erreichbar: Jeder fünfte Arbeitnehmer ist digital gestresst

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Wie die Studie “Gesund digital arbeiten” belegt, empfindet jeder fünfte Arbeitnehmer starken digitalen Stress durch seinen Beruf. Das hat zur Folge, dass die Betroffenen häufig daran denken, die Arbeitsstelle oder sogar den Beruf zu wechseln. So bringen sie eine schlechtere Leistung und sind unzufrieden. An der Studie waren auch Wissenschaftler aus Bayreuth beteiligt.

5.000 Befragte

Bei der Studie wurden 5.000 Arbeitnehmer von Forschern der Projektgruppe Wirtschaftsinformatik des Fraunhofer FIT, des Betriebswirtschaftlichen Forschungszentrums für Fragen der mittelständischen Wirtschaft (BF/M-Bayreuth) und der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin befragt. Die Befragung wurde für ein Projekt des Bundesforschungsministeriums namens “Prävention für sicheres und gesundes Arbeiten mit digitalen Technologien“ durchgeführt.

Was zu digitalem Stress führt

Die Forscher haben insgesamt zwölf Belastungsfaktoren erkannt. Dazu gehören zum Beispiel:

  • der gefühlte Zwang omnipräsent zu sein
  • das Gefühl der ständigen Erreichbarkeit
  • eine erwartete kürzer Reaktionszeit, weil die Grenzen zwischen Berufs- und Privatleben schwinden

Jeder dritte Befragte, war mindestens von einem dieser Faktoren stark betroffen. Damit verbunden nahm jeder fünfte digitalen Stress wahr. Viele Menschen sehen ihre Privatsphäre in Gefahr, weil sie beruflich digitale Technologien und Soziale Medien nutzen.

Frauen-im-Büro

Symbolfoto: Pixabay

Konflikte und ein hohes Arbeitspensum

Digitaler Stress gehe meist mit sozialen Konflikten am Arbeitsplatz, einer hohen emotionalen Anforderung sowie einer hohen Arbeitsquantität einher, so Professor Torsten Kühlmann, Inhaber des Lehrstuhls für Personalwesen und Führungslehre an der Universität Bayreuth und Präsident des Betriebswirtschaftlichen Forschungszentrums für Fragen der mittelständischen Wirtschaft.

Das bleibt nicht ohne Folgen auch für den Arbeitgeber. Erwerbstätige mit starkem digitalem Stress berichten häufiger, dass sie Probleme haben, von der Arbeit abzuschalten. Interessanterweise sind vor allem auch Erwerbstätige in innovativen Unternehmen, welche sich durch Kreativität und Risikobereitschaft auszeichnen, von stärkerem digitalem Stress betroffen.

(Professor Torsten Kühlmann)

Digitale Medien: Chance und Risiko zugleich

„Die schnell voranschreitende Durchdringung des Arbeitslebens mit digitalen Technologien und Medien bringt viele Chancen, aber auch substanzielle Risiken und Nachteile mit sich“, sagt Prof. Dr. Nils Urbach, Professor für Wirtschaftsinformatik und Strategisches IT-Management und Mitglied der Projektgruppe Wirtschaftsinformatik am Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik FIT.

Er betont: „Organisationale und soziale Faktoren können digitalem Stress am Arbeitsplatz entgegenwirken. Dazu gehört beispielsweise ein erweiterter Handlungsspielraum hinsichtlich arbeitsrelevanter Entscheidungen sowie eine gute Beziehung zu Vorgesetzten.“

Livestream zur Studie

Genauere Informationen zur Studie erhalten Sie am 4. September ab 16 Uhr. Dann wird sie offiziell vorgestellt und hier über einen Livestream zu sehen sein:  https://www.youtube.com/watch?reload=9&v=t8R9X6D3TE8

Trotz steigender Arbeitslosenzahlen: Unternehmen suchen Fachkräfte

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Die Konjunkturflaute hinterlässt ihre Spuren. Wie die Agentur für Arbeit am Donnerstag mitteilte, stiegen die Arbeitslosenzahlen im Vergleich zum Vormonat weiter an. Auf Deutschland bezogen bedeutet dies 2,319 Millionen Menschen ohne Arbeit. Das sind rund 44.000 Menschen mehr als noch im Juli. Auch im Raum Bayreuth gibt es im August noch einmal mehr Arbeitslose als im vergangen Monat.

Zahl der Arbeitslosen steigt leicht an

Nach Angaben der Agentur für Arbeit seien die steigenden Zahlen im Raum Bayreuth allerdings saisontypisch und würden keinen Grund zur Beunruhigung geben. Erfreulich sei außerdem, dass die Zahlen noch unterhalb des Vorjahresniveau liegen würden.

Tabelle: Agentur für Arbeit

Den Anstieg im August kann man bereits traditionell nennen. Wie in jedem Jahr steigt die Zahl der Arbeitslosen im Ferien- und Urlaubsmonat an. Der Großteil davon wird jedoch im September die Arbeitslosigkeit beenden können, da zu dieser Zeit ein neues Schuljahr beginnt sowie das aktuelle Ausbildungsjahr startet. Zudem beenden einige Unternehmen ihren Betriebsurlaub und stellen wieder vermehrt Personal ein.

(Sebastian Peine, Leiter der Agentur für Arbeit Bayreuth-Hof)

Nachfrage nach Personal wächst

Trotz der steigenden Arbeitslosenzahlen wächst die Nachfrage nach Arbeitskräften wieder an. Über 1.400 neue Stellen wurden in der Region gemeldet. Trotzdem bleibe es schwierig, für die freien Arbeitsstellen das geforderte, qualifizierte Personal zu finden.

Obwohl die Unsicherheit der Unternehmen aufgrund der wirtschaftlichen Entwicklungen spürbar ist, suchen die Arbeitgeber zukunftsorientiert weiter nach qualifiziertem Personal. Die Anfragen rund um das Thema Kurzarbeit nehmen zwar zu, von einem Einbruch auf dem Stellenmarkt ist momentan jedoch noch nichts zu spüren.

(Sebastian Peine über die aktuelle Stellensituation)

Unterschied Stadt und Landkreis Bayreuth

Tabelle: Agentur für Arbeit

Sowohl im Stadtgebiet als auch im Landkreis stieg die Zahl der Arbeitslosen im Ferienmonat August nochmals an. Vergleicht man allerdings die Zahlen vom Vorjahr, so lagen die Arbeitslosenzahlen im Stadtgebiet im Vergleich zum Landkreis weitaus deutlicher unter dem Vorjahresniveau.

Bundesweite Aktionswoche

Um potentielle Arbeitskräfte zu gewinnen, veranstaltet die Agentur für Arbeit jährlich eine bundesweite Aktionswoche “Einstellungssache! – Jobs für Eltern”. Damit möchte die Agentur für Arbeit die Menschen für die Situation von Erziehenden auf dem Arbeitsmarkt sensibilisieren und Wege zeigen, wie man arbeitslosen Eltern den Weg zurück ins Erwerbsleben erleichtern kann.

Auch im Einzugsgebiet der Agentur für Arbeit Bayreuth-Hof leben rund 3.500 Familien mit Kindern unter 18 Jahren, darunter 1.800 Alleinerziehende, die aus verschiedenen Gründen auf Leistungen wie Hartz IV angewiesen sind.

50 Jahre Stäubli Bayreuth: Großer Umbau geplant

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Stäubli zählt zu einem der größten Arbeitgeber in Bayreuth. Um dem anhaltenden Wachstum in Bayreuth gerecht zu werden, plant Stäubli den Standort weiter auszubauen.