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Immer erreichbar: Jeder fünfte Arbeitnehmer ist digital gestresst

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Wie die Studie “Gesund digital arbeiten” belegt, empfindet jeder fünfte Arbeitnehmer starken digitalen Stress durch seinen Beruf. Das hat zur Folge, dass die Betroffenen häufig daran denken, die Arbeitsstelle oder sogar den Beruf zu wechseln. So bringen sie eine schlechtere Leistung und sind unzufrieden. An der Studie waren auch Wissenschaftler aus Bayreuth beteiligt.

5.000 Befragte

Bei der Studie wurden 5.000 Arbeitnehmer von Forschern der Projektgruppe Wirtschaftsinformatik des Fraunhofer FIT, des Betriebswirtschaftlichen Forschungszentrums für Fragen der mittelständischen Wirtschaft (BF/M-Bayreuth) und der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin befragt. Die Befragung wurde für ein Projekt des Bundesforschungsministeriums namens “Prävention für sicheres und gesundes Arbeiten mit digitalen Technologien“ durchgeführt.

Was zu digitalem Stress führt

Die Forscher haben insgesamt zwölf Belastungsfaktoren erkannt. Dazu gehören zum Beispiel:

  • der gefühlte Zwang omnipräsent zu sein
  • das Gefühl der ständigen Erreichbarkeit
  • eine erwartete kürzer Reaktionszeit, weil die Grenzen zwischen Berufs- und Privatleben schwinden

Jeder dritte Befragte, war mindestens von einem dieser Faktoren stark betroffen. Damit verbunden nahm jeder fünfte digitalen Stress wahr. Viele Menschen sehen ihre Privatsphäre in Gefahr, weil sie beruflich digitale Technologien und Soziale Medien nutzen.

Frauen-im-Büro

Symbolfoto: Pixabay

Konflikte und ein hohes Arbeitspensum

Digitaler Stress gehe meist mit sozialen Konflikten am Arbeitsplatz, einer hohen emotionalen Anforderung sowie einer hohen Arbeitsquantität einher, so Professor Torsten Kühlmann, Inhaber des Lehrstuhls für Personalwesen und Führungslehre an der Universität Bayreuth und Präsident des Betriebswirtschaftlichen Forschungszentrums für Fragen der mittelständischen Wirtschaft.

Das bleibt nicht ohne Folgen auch für den Arbeitgeber. Erwerbstätige mit starkem digitalem Stress berichten häufiger, dass sie Probleme haben, von der Arbeit abzuschalten. Interessanterweise sind vor allem auch Erwerbstätige in innovativen Unternehmen, welche sich durch Kreativität und Risikobereitschaft auszeichnen, von stärkerem digitalem Stress betroffen.

(Professor Torsten Kühlmann)

Digitale Medien: Chance und Risiko zugleich

„Die schnell voranschreitende Durchdringung des Arbeitslebens mit digitalen Technologien und Medien bringt viele Chancen, aber auch substanzielle Risiken und Nachteile mit sich“, sagt Prof. Dr. Nils Urbach, Professor für Wirtschaftsinformatik und Strategisches IT-Management und Mitglied der Projektgruppe Wirtschaftsinformatik am Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik FIT.

Er betont: „Organisationale und soziale Faktoren können digitalem Stress am Arbeitsplatz entgegenwirken. Dazu gehört beispielsweise ein erweiterter Handlungsspielraum hinsichtlich arbeitsrelevanter Entscheidungen sowie eine gute Beziehung zu Vorgesetzten.“

Livestream zur Studie

Genauere Informationen zur Studie erhalten Sie am 4. September ab 16 Uhr. Dann wird sie offiziell vorgestellt und hier über einen Livestream zu sehen sein:  https://www.youtube.com/watch?reload=9&v=t8R9X6D3TE8

Trotz steigender Arbeitslosenzahlen: Unternehmen suchen Fachkräfte

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Die Konjunkturflaute hinterlässt ihre Spuren. Wie die Agentur für Arbeit am Donnerstag mitteilte, stiegen die Arbeitslosenzahlen im Vergleich zum Vormonat weiter an. Auf Deutschland bezogen bedeutet dies 2,319 Millionen Menschen ohne Arbeit. Das sind rund 44.000 Menschen mehr als noch im Juli. Auch im Raum Bayreuth gibt es im August noch einmal mehr Arbeitslose als im vergangen Monat.

Zahl der Arbeitslosen steigt leicht an

Nach Angaben der Agentur für Arbeit seien die steigenden Zahlen im Raum Bayreuth allerdings saisontypisch und würden keinen Grund zur Beunruhigung geben. Erfreulich sei außerdem, dass die Zahlen noch unterhalb des Vorjahresniveau liegen würden.

Tabelle: Agentur für Arbeit

Den Anstieg im August kann man bereits traditionell nennen. Wie in jedem Jahr steigt die Zahl der Arbeitslosen im Ferien- und Urlaubsmonat an. Der Großteil davon wird jedoch im September die Arbeitslosigkeit beenden können, da zu dieser Zeit ein neues Schuljahr beginnt sowie das aktuelle Ausbildungsjahr startet. Zudem beenden einige Unternehmen ihren Betriebsurlaub und stellen wieder vermehrt Personal ein.

(Sebastian Peine, Leiter der Agentur für Arbeit Bayreuth-Hof)

Nachfrage nach Personal wächst

Trotz der steigenden Arbeitslosenzahlen wächst die Nachfrage nach Arbeitskräften wieder an. Über 1.400 neue Stellen wurden in der Region gemeldet. Trotzdem bleibe es schwierig, für die freien Arbeitsstellen das geforderte, qualifizierte Personal zu finden.

Obwohl die Unsicherheit der Unternehmen aufgrund der wirtschaftlichen Entwicklungen spürbar ist, suchen die Arbeitgeber zukunftsorientiert weiter nach qualifiziertem Personal. Die Anfragen rund um das Thema Kurzarbeit nehmen zwar zu, von einem Einbruch auf dem Stellenmarkt ist momentan jedoch noch nichts zu spüren.

(Sebastian Peine über die aktuelle Stellensituation)

Unterschied Stadt und Landkreis Bayreuth

Tabelle: Agentur für Arbeit

Sowohl im Stadtgebiet als auch im Landkreis stieg die Zahl der Arbeitslosen im Ferienmonat August nochmals an. Vergleicht man allerdings die Zahlen vom Vorjahr, so lagen die Arbeitslosenzahlen im Stadtgebiet im Vergleich zum Landkreis weitaus deutlicher unter dem Vorjahresniveau.

Bundesweite Aktionswoche

Um potentielle Arbeitskräfte zu gewinnen, veranstaltet die Agentur für Arbeit jährlich eine bundesweite Aktionswoche “Einstellungssache! – Jobs für Eltern”. Damit möchte die Agentur für Arbeit die Menschen für die Situation von Erziehenden auf dem Arbeitsmarkt sensibilisieren und Wege zeigen, wie man arbeitslosen Eltern den Weg zurück ins Erwerbsleben erleichtern kann.

Auch im Einzugsgebiet der Agentur für Arbeit Bayreuth-Hof leben rund 3.500 Familien mit Kindern unter 18 Jahren, darunter 1.800 Alleinerziehende, die aus verschiedenen Gründen auf Leistungen wie Hartz IV angewiesen sind.

50 Jahre Stäubli Bayreuth: Großer Umbau geplant

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Stäubli zählt zu einem der größten Arbeitgeber in Bayreuth. Um dem anhaltenden Wachstum in Bayreuth gerecht zu werden, plant Stäubli den Standort weiter auszubauen.

Elefant-Racing: Studenten präsentieren ihren neuen Rennwagen

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Die Vorfreude auf den neuen Elektro-Rennwagen des Elefant Racing Teams war groß. Am Dienstagabend war es dann endlich soweit. Auf dem Parkplatz des Malibu wurde der neue Allrad-Rennwagen der Öffentlichkeit präsentiert. Bilder von der Präsentation finden Sie über dem Text. 

Bereits 2004 gründeten 16 Bayreuther Studenten das Team Elefant Racing, um den Konstruktionsswettbewerb  “Formula Student” auch an die Uni Bayreuth zu holen. Seitdem bauen die Studenten der Ingenieurwissenschaften jedes Jahr ein neues Rennauto und nehmen dann an Wettbewerben im In- und Ausland teil.

Die erste öffentliche Fahrt des Elektro-Rennwagens FR19 Loki

Unterstützt werden sie dabei sowohl von lokalen Sponsoren, wie der Firma Schlaeger oder der Formentechnik Bayreuth GmbH, als auch von großen internationalen Konzernen wie Daimler. Den größten Erfolg erreichte das Elefant Racing Team 2015 mit einem Sieg in Tschechien.

Ziel des Vereins ist es, die Ausbildung und Forschung der Ingenieurwissenschaftler der Uni Bayreuth zu unterstützen. Bei dem Projekt können die Studenten vieles aus der Praxis lernen.

(Florian Kaufhold, Mitglied Elefant Racing Team)

Von 0 auf 100 in unter 3 Sekunden

Das Besondere an dem neusten Modell des Elefant Racing Teams ist der Antrieb: erstmals besitzt der Elektrowagen nämlich einen Allrad-Antrieb. Außerdem ist das Auto, das auf den Namen FR19 Loki hört, 200 Kilogramm schwer, beschleunigt von 0 auf 100 in unter 3 Sekunden und erreicht eine Spitzengeschwindigkeit bis zu 125 km/h.

In dem Projekt steckt viel Herzblut. Das Team arbeitet knapp ein Jahr lang jede Woche 40 Stunden dafür. Das ist schon ein Vollzeitjob.

(Florian Kaufhold, Mitglied Elefant Racing Team)

Berufsausbildung Plus: Eifer lohnt sich

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16 Azubis aus sieben Unternehmen haben nun von der Wirtschaftsakademie ihr Zertifikat erhalten. Parallel zu Berufsschule und Ausbildungsbetrieb entwickelten sie sich in berufs- und betriebsübergreifenden Seminaren weiter.

Die Wirtschaftsakademie bietet seit zwei Jahren Ausbildungsbetrieben aus der Region die Möglichkeit, ihre Nachwuchskräfte durch ein Plus an Qualifizierung zu fördern. Die Seminare ergänzen die klassische Berufsausbildung und stärken die persönliche Entwicklung der Azubis, während sie andererseits die Attraktivität der engagierten Ausbildungsbetriebe unterstreichen. Ein gewichtiges Argument in einer Zeit, in der die Gewinnung guter Auszubildender oder dual Studierender von mittelständischen Unternehmen besondere Anstrengungen verlangt.

Teamtraining und praxisnahe Workshops

Hier setzt die Wirtschaftsakademie als Kooperationsprojekt von Wirtschaftsband A9 Fränkische Schweiz, Wirtschaftskreis Pegnitz und der Wirtschaftsförderung der Stadt Bayreuth mit einer einfachen wie überzeugenden Idee an: Zusammen mit Ausbildungsbetrieben wird professioneller Unterricht für deren Auszubildende organisiert.

Der Aufwand ist dadurch für das Unternehmen gering, der Nutzen umso höher. Mit einem Teamtrainingstag im Klettergarten starteten die Teilnehmer im Oktober ins Akademiejahr. Bis Mai schlossen sich praxisnahe Workshops zu den Themen Kommunikation, Business-Knigge, Selbst- und Zeitmanagement, Kritikfähigkeit, Mediennutzung im Berufsalltag und zum Auftreten im Berufsleben an.

Im Vergleich zum Vorjahr hat sich der Kreis der teilnehmenden Unternehmen nochmals erweitert.

Wir wollen unser Angebot kontinuierlich ausbauen und weitere Firmen als Partner gewinnen.

(Matthias Mörk, Wirtschaftsförderung Bayreuth)

Anmeldung ab sofort möglich

Das gemeinsame Angebot von Wirtschaftsband A9 Fränkische Schweiz, Wirtschaftskreis Pegnitz und Wirtschaftsförderung Bayreuth startet im September in das neue Akademiejahr. Interessierte Unternehmen können sich ab sofort informieren und anmelden. Die Wirtschaftsakademie ist offen für Azubis im ersten oder zweiten Ausbildungsjahr.

Teilnehmen kann jeder Ausbildungsbetrieb aus der Region. Der ergänzende Unterricht wird von spezialisierten Trainern gehalten, die in Workshops mit den Nachwuchskräften arbeiten und Kompetenz und Wissen vermitteln. Für interessierte Unternehmen stehen Corinna Deß (Tel. 09241 723-24) und Matthias Mörk (Tel. 0921 25-1187) telefonisch oder unter der gemeinsamen E-Mail akademie@wirtschaftsbanda9.de gerne für Fragen und Anmeldungen bereit.

IHK für Oberfranken in Bayreuth

Abschlussprüfungen der IHK: Mehr Berufe als in München

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Für 2.669 Azubis in insgesamt 159 Berufen beginnen am Dienstag die Abschlussprüfungen bei der IHK für Oberfranken.

Erst Kaufmänner, dann Techniker

Zuerst stehen am 7. und 8. Mai die schriftlichen Abschlussprüfungen für 1.834 Prüflinge in 53 kaufmännischen und verwandten Berufen auf dem Programm. Dazu gehören etwa Einzelhandels-, Bank- und Bürokaufleute. Ab dem 14. Mai folgen die Prüfungen in 106 technischen Berufen. In ihnen stellen 835 Absolventen in 106 Berufen ihr Wissen unter Beweis, darunter angehende Industriemechaniker, Mechatroniker und Elektroniker, so Bernd Rehorz, Leiter Berufliche Bildung bei der IHK für Oberfranken Bayreuth.

Mehr Berufe als in München

Wie breit die Unternehmen im Einzugsgebiet der IHK für Oberfranken Bayreuth aufgestellt sind, zeigt die Tatsache, dass bei den aktuellen Prüfungen nur die IHK in Regensburg mit 159 auf die gleiche Zahl von Berufen kommt, wie die IHK für Oberfranken Bayreuth. Zum Vergleich: Coburg nimmt in 64 Berufen die Prüfung ab, München in 147 Berufen.

Fachkräfte weiter stark nachgefragt

Im Namen der rund 2.200 Ausbildungsbetriebe wünscht IHK-Hauptgeschäftsführerin Gabriele Hohenner dem Fachkräftenachwuchs viel Erfolg bei den Abschlussprüfungen. “Die Abschlussprüfung ist der Schlussakkord der beruflichen Ausbildung”, so Hohenner.

Nach einer erfolgreichen Berufsausbildung stehen den Absolventen hervorragende Karriere- und Aufstiegschancen offen, nicht zuletzt, weil die oberfränkischen Unternehmen weiterhin händeringend Fachkräfte suchen.

(IHK-Hauptgeschäftsführerin Gabriele Hohenner)

Die oberfränkische Wirtschaft setze mehr denn je auf den eigenen Fachkräftenachwuchs.

2.400 Prüfer

Nach den schriftlichen Abschlussprüfungen folgen noch bis in den Juli hinein mündliche und praktische Prüfungen. Knapp 2.400 ehrenamtliche Prüfer aus oberfränkischen Unternehmen und zahlreiche Berufsschullehrer unterstützen die IHK bei den Prüfungen. Die schriftlichen IHK-Abschlussprüfungen werden bundesweit gleichzeitig organisiert. Die IHKs in Oberfranken stehen für knapp zwei Drittel aller Ausbildungsverhältnisse.

Arbeit trifft Urlaub: Stadt bietet Ferienjobs in Italien

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Für die im Rahmen der Städtepartnerschaft zwischen Bayreuth und La Spezia angebotenen Ferienjobs in der italienischen Partnerstadt sind noch Plätze frei.

Die Ferienjobs für Schüler und Studierende dauern vom 1. bis 31. August. Voraussetzungen dafür sind die Volljährigkeit und ausreichende Kenntnisse der Landessprache Italienisch. Die Ferienjobs werden in den Museen oder im Tourismusbereich der Stadt La Spezia angeboten. Die Unterbringung in der Partnerstadt ist kostenlos, außerdem gibt es eine Vergütung.

Bewerbungen, also Anschreiben und Lebenslauf, müssen in deutscher und italienischer Sprache an das Amt für Kinder, Jugend und Familie, Rathaus II, Dr.-Franz-Straße 6, 95445 Bayreuth, gerichtet werden. Die Mitarbeiter des Jugendamtes der Stadt stehen für weitere Auskünfte unter Telefon 0921/251251 zur Verfügung.

Entgegen dem Trend: Das Leben als Busfahrer bei den Stadtwerken

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In vielen Teilen Deutschlands herrscht enormer Busfahrermangel. Laut busfahrermagazin.de fällt es Busunternehmen in Deutschland immer schwerer Fahrer zu finden, obwohl der Bedarf extrem groß ist. Ist dieser Beruf wirklich so unattraktiv? Das Bayreuther Tagblatt hat bei einer Busfahrerin aus Bayreuth nachgefragt.


Eintönigkeit? Fehlanzeige!

Bettina Angermann ist eine von über 50 beschäftigten Busfahrern bei den Stadtwerken. Die 52-Jährige stammt aus einem Busunternehmen und fährt seit 2010 für die Stadtwerke. Hier schätzt sie vor allem das kollegiale Miteinander. Jeder helfe Jedem. Im Video verrät sie, wie sie zu dem Beruf kam:

Der Umgang mit Menschen und das Fahren an sich, vereine alles, was für sie wichtig sei. Busfahren ist für Bettina Angermann nicht nur ein Beruf sondern eine Leidenschaft. “Ich habe einen Job der draußen und trotzdem innen statt findet. Das macht den Beruf für mich so schön”, so Angermann.

Job mit Verantwortung

Der Job als Busfahrer verlange aber weitaus mehr als durch die Gegend zu fahren und aus dem Fenster zu schauen. Man trage zu jeder Zeit die Verantwortung für seine Fahrgäste. Die Gedanken schweifen lassen und träumen, könne man sich bei dieser Arbeit nicht erlauben. Ganz im Gegenteil: Man müsse in jeder Minute hochkonzentriert sein, so Bettina Angermann.

Oft kommt man auch in lustige Situationen. Einmal hat ein älterer Mann während dem Einsteigen seine Hose verloren. Man versucht dann natürlich dem Mann betont ins Gesicht zu schauen und die Fassung zu wahren. Dem Mann fiel es erst auf, als die Hose um die Beine gewickelt war und er nicht mehr weiterlaufen konnte. Da schmunzelt man schon.

(Bettina Angermann)


Auf Nachfrage des bt äußerte sich Jan Koch, Pressesprecher der Stadtwerke Bayreuth zu dem allgemeinen Busfahrermangel:

Wir spüren derzeit keinen Mangel. Im Gegenteil: Aktuell bekommen wir bei jeder Ausschreibung zahlreiche Bewerbungen, bei denen sowohl die Qualifikation als auch die persönliche Eignung für den Job passt.

Das zeigt, dass die Stadtwerke Bayreuth für viele offenbar ein sehr attraktiver Arbeitgeber sind. Es zeigt aber auch, dass unsere aktive Personalplanung Früchte trägt: Im Jahr 2016 haben wir gemeinsam mit dem Jobcenter Bayreuth Stadt, Bayreuth Land, Kulmbach und dem Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit Bayreuth-Hof einen Info-Tag organisiert, um interessierten Arbeitssuchenden den Job der Busfahrerin bzw. des Busfahrers näherzubringen.

Wer darin seine berufliche Zukunft sah, den haben die Agentur für Arbeit und das Jobcenter beim Erwerb des Busführerscheins finanziell unterstützt. Vier dieser ehemaligen Arbeitssuchenden werden die Stadtwerke Bayreuth dieses Jahr einstellen und weitere sollen folgen.

Demo-Frankfurt-Warnstreik-Marburger-Bund

Klinikum Bayreuth: Zum Warnstreik nach Frankfurt

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Zum Warnstreik sind 30 Ärzte des Klinikums Bayreuth am Mittwoch mit dem Bus nach Frankfurt am Main gefahren, um am Römerberg für bessere Arbeitsbedingungen zu demonstrieren. Der Warnstreik startete um 13 Uhr. Insgesamt sind mehrere tausend Demonstranten vor Ort. Die Gewerkschaft Marburger Bund rechne mit der zahlenmäßig größten Kundgebung von angestellten Ärzten in den vergangenen zehn Jahren.

Demo-Frankfurt-Warnstreik-Marburger-Bund-02

Foto: Marburger Bund

Grund des Streiks

Die Ärztegewerkschaft Marburger Bund hat nun zu einem erneuten Warnstreik aufgerufen, da die Tarifverhandlungen in mehr als 550 kommunalen Krankenhäusern zuvor als gescheitert erklärt wurden. Die Demonstranten fordern fünf Prozent mehr Lohn sowie die Eingrenzung von Bereitschafts-Diensten, damit es mindestens zwei freie Wochenenden pro Monat gibt. Bei der dritten Verhandlungsrunde der Vereinigung der Kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) wurde kein Ergebnis erzielt. Das Angebot sah lediglich eine Gehaltssteigerung von 1,4 Prozent für 2019 und von weiteren 0,8 Prozent für 2020 vor.

„Es hat sich großer Unmut über die Arbeitgeber angestaut. Dieser Unmut bricht sich nun Bahn. Die Ärztinnen und Ärzte in den kommunalen Kliniken erwarten konkrete Verbesserungen ihrer Arbeitsbedingungen: weniger Belastung, bessere Planung und mehr Zeit für Familie und Privatleben.”

(Rudolf Henke, 1. Vorsitzender des Marburger Bundes)

Ärzte würden zusätzlich zum regelmäßigen Dienst, Bereitschaften in der Nacht sowie an Wochenenden und Feiertagen leisten, um rund um die Uhr für Menschen in Lebensgefahr und bei akuten Schmerzen da zu sein. Niemand stelle diese Dienste in Frage. Es solle lediglich eine klare Höchstgrenze festgelegt werden und eine verlässliche Planung geben, so Henke. Zudem fordere der Marburger Bund eine manipulationsfreie, automatisierte Arbeitszeiterfassung. Denn diese sei an vielen Kliniken oft noch unsystematisch oder geschehe händisch. Diese beiden Forderungen blieben von der VKA bisher vollkommen unbeantwortet.

Warnstreik FFM

Foto: KAPIX Fotografie

Wie die Lage im Klinikum Bayreuth aussieht

Klinikum Bayreuth Eingang

Foto: red / cr

Am Klinikum Bayreuth streiken heute insgesamt 30 Ärzte, wie die Pressestelle auf Anfrage des Bayreuther Tagblatts mitteilt. Eine Notbehandlung ist in Bayreuth auch während des Streiks vollkommen gewährleistet: Drei Operationssäle und der Herz-Saal stehen am Klinikum zur Verfügung. An der Klinik Hohe Warte bleibt ebenfalls ein OP in Betrieb.

Zwei neue Kindergärten entstehen

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Etwa 100 Kindergartenplätze fehlen derzeit in Bayreuth. Zwei Neubauten wurden jetzt auf den Weg gebracht.

An den Eingang zur Wilhelminenaue soll nicht nur eine Trainingshalle für den Bayreuther Basketball-Nachwuchs, eine medi-Geschäftsstelle und eine Praxis für Physiotherapie entstehen. Geplant ist dort auch das neue Zuhause des Waldorfkindergartens. Der ist derzeit noch im alten Schulhaus im Stadtteil Destuben untergebracht. Die Mitglieder des Hauptausschusses der Stadt haben den Plänen jetzt zugestimmt. Mit rund 2,1 Millionen Euro wird die Stadt den Kindergartenneubau des Vereins bezuschussen. Weitere etwa 500.000 Euro kommen vom Freistaat.

An den Eingangsbereich zur Wilhelminenaue kommt ein Neubau für den Waldorfkindergarten. Foto: Thorsten Gütling

Auch die Kindertagesstätte Kreuz wird neu gebaut. Zuvor soll das bestehende Gebäude in der Fröbelstaße abgerissen werden. Gegen den Abriss hatten Erwachsene, die den Kreuzer Kindergarten früher selbst besucht haben, im vergangenen Jahr über 100 Unterschriften gesammelt. Abriss und Neubau wird die Stadt mit rund 2,9 Millionen Euro bezuschussen. 600.000 Euro bleiben bei der Diakonie als Träger und dem Freistaat hängen.

Foto: Thorsten Gütling

Insgesamt investiert die Stadt heuer rund 16 Millionen Euro in die Kinderbetreuung. In den vergangenen fünf Jahren wurden bereits fünf Millionen in den Ausbau der Kindergärten gesteckt. 40 Einrichtungen mit insgesamt 2500 Plätzen gibt es. Jedes zweite Kind unter drei Jahren findet demnach einen Platz in einer der Krippen, in den Kindergärten ist theoretisch Platz für jedes Kind zwischen drei und sechs. Und dennoch hagelte es zuletzt Kritik.

Foto: Thorsten Gütling

Weil nämlich bekannt wurde, dass in der Stadt zum nächsten Kindergartenjahr rund 100 Betreuungsplätze fehlen. Oberbürgermeisterin Brigitte Merk-Erbe, die versprochen hat, Bayreuth zur kinderfreundlichsten Stadt Deutschlands zu machen, wird deshalb derzeit von vielen kritisiert. Sie selbst erklärt den Engpass auf Nachfrage mit der Entscheidung des Freistaats, den Zeitpunkt der Einschulung künftig nicht mehr vom Alter des Kindes am sogenannten Stichtag abhängig zu machen, sondern einen Korridor von mehreren Wochen dafür zu schaffen. Einige Plätze würden dadurch später als geplant frei. Außerdem sei der Ausbau der Betreuungsplätze in Bayreuth noch nicht abgeschlossen. Unter anderem im früheren Ärztehaus soll eine Kindertagesstätte entstehen, genauso wie die besagte Einrichtung am Eingang der Wilhelminenaue und der Neubau im Kreuz. Zeitnah soll der Engpass behoben werden, indem einige städtische Einrichtungen zunächst mehr Kinder als üblich aufnehmen. Spätestens zum Beginn des neuen Kindergartenjahres soll die Vollversorgung wieder erreicht sein.