Beiträge

Mannschaft des Jahres: Diese hätte es auch verdient

Aktualisiert am

Am Samstagabend wird beim Ball des Sports wieder die Mannschaft des Jahres gekürt. Während Tigers und medi bayreuth vermutlich aufgrund der Zahl ihrer Anhänger das Rennen wieder unter sich ausmachen werden, gibt es in Bayreuth jede Menge Vereine und Mannschaften, die eine solche Auszeichnung auch einmal verdient hätten. Weil sie in der Bundesliga spielen und das kaum jemand weiß. Oder weil sie vor dem Nichts standen und daraus stärker hervorgingen, als je zuvor.

Gemeinsam mit dem Stadtsportverband macht das Bayreuther Tagblatt daher zwei alternative Vorschläge für die Wahl zur Mannschaft des Jahres.

1. Die Fußballfrauen des ASV Oberpreuschwitz.

Foto: Homepage ASV Oberpreuschwitz

Der Verein, dessen Anlage ganz am Rande der Stadt liegt, maß sich schon vor Jahren im Frauenfußball mit Teams wie dem FC Bayern oder dem 1. FC Nürnberg. Schon 1999, als Frauenfußball in Deutschland noch eher belächelt wurde, ging beim ASV die erste Mädchenmannschaft an den Start. Bei den Mädchen der Stadt kam das so gut an, dass immer mehr Mannschaften gegründet werden konnten. 2006 gelang der U 17 schließlich der Coup: Mit weitem Abstand wurde der ASV Meister in der bis dato höchsten Spielklasse, der Bayernliga Nord, scheiterte schließlich aber am Meister aus dem Süden, dem FC Bayern München.

Als der Gründer der Abteilung Frauenfußball, Ewald Bauer, dann aber zur Spielvereinigung abwanderte, folgten ihm 46 Spielerinnen. Die Abteilung Frauenfußball beim ASV stand vor dem Aus. Vielleicht noch spektakulärer als die vorausgegangenen Erfolge, ist die Tatsache, dass sich die verbliebenen Akteure wieder aufrappelten. Mit Volker Trux wurde ein neuer Abteilungsleiter gefunden. Mit einer einzigen U 13-Mannschaft ging man 2015 wieder an den Start. Kooperationen mit Schulen wurden geschlossen, über das Ferienprogramm der Stadt kamen neue Mädchen zum Schnuppertraining.

Die ganz großen Erfolge hat der ASV seitdem noch nicht wieder erreicht. Die Frauenmannschaft spielt zwar schon wieder in der Bezirksoberliga. Noch bemerkenswerter aber: Der ASV ist der einzige Verein weit und breit, der Mädchenmannschaften aller Altersklassen im Spielbetrieb hat.

Und der Erfolg der Frauen scheint auf die Männer abzufärben: Im Hallenfußball war der ASV in diesem Jahr der einzige Verein, der sich in allen Altersklassen für die Bezirksmeisterschaft qualifiziert hat.

2. Die Bogenschützen der Bayreuther Turnerschaft.

Foto: Homepage BTS Bogenschützen

Während medi bayreuth Woche für Woche vor Tausenden von Zuschauern spielt, wird der einzige weitere Bundesligist der Stadt kaum wahrgenommen. Dabei sind die Bogenschützen der BTS in den vergangenen Jahren aus der Regionalliga in die 1. Bundesliga durchmarschiert.

Der BTS-Kader ist mit absoluten Hochkarätern bestückt: Elisa Tartler ist amtierende Deutsche Junioren-Meisterin und Mitglied des Nationalkaders. Talida Chrubasik ist amtierende Deutsche Jugend-Meisterin und Europameisterin mit der Juniorenmannschaft. Franziska Langhammer war Deutsche Jugend- und Juniorinnen-Meisterin. Jakob Hetz war Deutscher Juniorenmeister. Auch Neil Bennemann war immerhin schon Dritter bei den Bayerischen Meisterschaften und Mark Fichtner, der Mannschaftskapitän, ist Assistenztrainer im Bayerischen Landeskader.

Angesichts dessen ist es eigentlich kein Wunder, dass die BTS-Bogenschützen die erste Saison in der Bundesliga auf dem 5. von acht Plätzen abschlossen und dem Oberhaus damit auch in der nächsten Saison erhalten bleiben.

Dazu kommt: Alleine schon der Gruß der Bogenschützen klingt preisverdächtig. Denn während andere Schützen ins Schwarze zielen, nehmen die Bogenschützen das Gold ins Visier. Entsprechend grüßt man bei der BTS: “Alle ins Gold”.