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Arktis-Reise: So bereitet sich ein Forscher der Uni Bayreuth vor

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Christoph Thomas ist Professor für Mikrometeorologie an der Uni Bayreuth. Im Februar 2020 wird er mit zwei Kollegen aus Bayreuth und drei weiteren Wissenschaftlern des Alfred-Wegener-Institutes nach Ny-Ålesund reisen – auf die Insel Spitzbergen in die Arktis. Wie er sich auf seine dritte Polarexpedition vorbereitet, erzählt Christoph Thomas im Video.

Fjord bei Spitzbergen. Foto: privat

Projekt “Nytefox”: Was untersucht wird

Das Projekt “Nytefox” in der Arktis auf 80 Grad nördlicher Breitet startet im Februar 2020. Im Ort Ny-Ålesund, der ausschließlich für wissenschaftliche Zwecke genutzt wird, hat das Alfred-Wegener-Institut eine Forschungsstation. Innerhalb von sechs Wochen untersuchen Forscher Prozesse, die dem Klimawandel zugrunde liegen, wie das Abschmelzen des Eises und den Aufbau der Schneemassen mit der sogenannten Glasfaser-Hobeltechnik. “Auf einer Strecke von 15 Kilometern haben wir alle 12,5 Zentimeter einen Messpunkt. So bekommen wir ein einmaliges Prozessverständnis.”, sagt Professor Thomas. Gemessen wird die Temperatur im Boden, im Wasser und Eis sowie die Windrichtung, in die sich die Luftmassen bewegen.

Drei Wochen in Kälte und Dunkelheit

Professor Christoph Thomas, der aktuell an der Uni Bayreuth lehrt, wird selbst für drei Wochen dort sein. “In der Polarnacht erwarten uns dort Temperaturen von bis zu minus 25° Celsius”, erklärt der 45-Jährige. Hell wird es gar nicht. Erst am 1. März geht dort wieder die Sonne auf, erklärt er. Dann steigen auch die Temperaturen wieder. Bereits 2018 war Professor Thomas schon einmal in der Arktis, 2012 auch in der Antarktis. Angst hat er allerdings keine.

Christoph Thomas. Foto: Redaktion

Ich bin wahnsinnig gespannt auf die Reise und habe Respekt vor der gewaltigen und auch gewalttätigen Landschaft. Ich freue mich auf die geruchlose unberührte Landschaft, die Einsamkeit und die Stille.

(Christoph Thomas, Forscher)

Geräte verpacken und ärztlicher Check-Up

Solch eine Reise benötigt Vorlauf in der Vorbereitung. “Die wissenschaftlichen Geräte haben wir bereits im Oktober auf 16 Paletten verpackt und nach Bremerhafen geschickt. Von dort aus werden sie dann in die Arktis gesendet. Der Vorlauf ist nötig, weil der Zoll die Ladung genau kontrolliert”, erklärt Christoph Thomas. Auch bei der Wiedereinfuhr nach dem Projekt im April müsse alles haargenau wie bei der Einreise verpackt sein.

Alle Forscher, die nach Ny-Ålesund reisen werden außerdem auf polare Tauglichkeit getestet. “Ich bin noch nie zuvor so sorgfältig untersucht worden”, sagt er und lacht. Neben Herz- und Kreislauf-System, werden auch die Augen oder die Zähne durchgecheckt und registriert. Das hat einen wichtigen Grund:

Stürzt man im Eis ab, könnte man anhand des Gebisses auch Jahre später noch identifiziert werden.

(Christoph Thomas, Forscher)

Die Forschungssiedlung in Ny-Ålesund. Foto: privat

Eine Unterhose reicht

An sonstigem Gepäck brauche man lediglich seine Unterhose. “Das Alfred-Wegener-Institut stellt Kleidung zur Verfügung, wenn man möchte. Man muss nur vorher seine Maße abmessen und angeben”, sagt er. Auch kulinarisch sei er optimal versorgt. Drei Mal pro Tag kommen alle Nationen von Forschern zusammen und man isst gemeinsam in der Mensa. “Das ist gut, um beim Forschen das Gefühl für Raum und Zeit nicht völlig zu verlieren. Es ist wichtig, Zeit in Gesellschaft zu verbringen”, sagt Christop Thomas.

Am Samstag und Sonntag gibt es auf der Station sogar einen Dresscode: Es ist Pflicht ein Hemd beim Dinner zu tragen. In der Bar gibt es auch Bier oder Wein. Allerdings bekommt jeder nur eine gewisse Menge, die auf einer Karte bei der Ausgabe abgezwackt wird.

(Christoph Thomas, Forscher)

Handy verboten

Ein Auserwählter muss täglich in Kontakt mit dem Festland bleiben, um sicher zu stellen, dass es dem Team gut geht, sagt er. Die Nacht verbringt man geschützt in einer Holzhütte. In ganz Ny-Ålesund gilt allerdings Funkstille, um die Messgeräte nicht zu stören. Handys oder Geräte mit Bluetooth sind deswegen verboten, erklärt Professor Thomas. Doch via Internet im Büro kann man Kontakt zu seinen Liebsten halten.  “Ich blogge auf der Reise täglich”, so der 45-Jährige.

Ny-Ålesund auf Spitzbergen. Foto: privat

3.100 Kilometer nördlich von Bayreuth

Die Reise geht relativ schnell, so Christoph Thomas. Er wird an einem Sonntagabend gegen 21:40 Uhr in Frankfurt mit dem Flugzeug starten. Von dort aus geht es über Oslo und Tromsø in Norwegen zur Bergbaustadt  Longyearbyen auf die Insel Spitzbergen. Und dann weiter zur Forschungsstation Ny-Ålesund. “Gegen 16 Uhr am Montag bin ich schon dort, also nicht einmal 24 Stunden unterwegs. Es sind etwa 3.100 Kilometer Luftlinie in nördliche Richtung von Bayreuth zur Station”, erklärt er.

Pflanzaktion Klimawald Bayreuth

270 Helfer im Klimawald: Bayreuther Pflanzaktion startet

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Von Donnerstag bis Samstag werden auf einem Hektar Waldfläche nahe der Adolf-Wächter-Straße in Bayreuth neue Bäume gepflanzt: 4.719 Setzlinge sind dafür vorgesehen. Damit wollen die freiwilligen Helfer einen Beitrag zum Klimaschutz leisten.
Klimawald: An einer Linie entlang werden die verschiedenen Baumarten gepflanzt.

An einer Linie entlang werden die verschiedenen Baumarten gepflanzt. Foto: Carolin Richter

270 Helfer vor Ort

In insgesamt neun Schichten à drei Stunden, pflanzen die Freiwilligen in Kleingruppen neue Bäume. “Insgesamt sind 270 Helfer für die drei Tage zusammen gekommen. Mehr hätten wir auch nicht untergebracht”, sagt Theresa Landwehr. Sie ist eine von drei Organisatoren des Projektes und studiert an der Uni Bayreuth. Wie die Idee kam, einen Klimawald in Bayreuth anzulegen, erklärt sie im Video:
Spaten und Gießkannen bekommen die Helfer vor Ort gestellt, Handschuhe sollten sie allerdings selbst mitbringen. Außerdem gibt es drei große Wassertanks zum Angießen und eine Fläche, an der man sich die Setzlinge, nach Pflanzenart sortiert, holen kann. Jede Gruppe pflanzt, an einer Linie entlang, bis zu 53 neue Bäume auf der Waldfläche.
Hier können die Helfer Wasser holen, um die Jungpflanzen anzugießen.

Hier können die Helfer Wasser holen, um die Jungpflanzen anzugießen. Foto: Carolin Richter

“Eine sinnvolle Aktion”

Yoko Harth und Edna Lappin helfen in Gruppe 1 der Aktion, ab 9 Uhr morgens mit. Die beiden 16-Jährigen haben über Ednas Mutter, die bei der Verpflegung hilft, von dem Projekt erfahren. “Es ist das erste Mal, dass ich bei so einer Aktion mitmache. Aber es macht viel Spaß. Außerdem ist es im Wald angenehm kühl”, sagt Yoko, die eine Ausbildung zur Korbflechterin macht. “Ich bin auch mit den Pfadfindern oft in der Natur unterwegs. Ich finde, der Klimawald ist eine sinnvolle Aktion und ich habe sowieso gerade Ferien und Zeit”, ergänzt Edna. So anstrengend sei das Löcher graben gar nicht, auch wenn der Waldboden extrem trocken und verwurzelt sei, so Yoko.

Yoko und Edna helfen mit den Bayreuther Klimawald zu pflanzen.

Yoko und Edna helfen mit den Bayreuther Klimawald zu pflanzen. Foto: Carolin Richter

Weitere Pflege

Das Gebiet, in dem der Klimawald entstehen soll, gehört der Hospitalstiftung Bayreuth. Verwaltet wird es von der Stadtförsterei. Nach der Pflanzaktion ist es wichtig, dass die Jungbäume auch weiterhin gepflegt werden, erklärt Professor Gregor Aas, der Leiter des Okologisch-Botanischen Gartens. Durch das Pflanzen neuer Baumarten wird das bestehende Waldstück umgestaltet:
Außerdem müsse man die Fläche im kommenden Jahr mähen und die Bäume von Schlagwuchs, wie zum Beispiel Brombeer und Himbeerbüschen, trennen. Findet die aktuelle Pflanzaktion viel Anklang, wird die Aktion im kommenden Jahr fortgesetzt.
Klimawald-Pflanzaktion

In einer Reihe werden die Setzlinge im Klimawald pro Team gepflanzt. Foto: Carolin Richter

Was in den kommenden drei Tagen gepflanzt wird

Bisher gibt es in diesem Waldgebiet vor allem Waldkiefern und Gemeine Fichten. Bei der Pflanzaktion werden sie durch folgende Baumarten ergänzt:
  • Traubeneiche: 1.600 Stück
  • Rotbuche: 1.440 Stück
  • Weißtanne: 445 Stück
  • Hainbuche: 230 Stück
  • Vogelkirsche: 200 Stück
  • Esskastanie: 197 Stück
  • Baumhasel: 187 Stück
  • Winterlinde: 180 Stück
  • Douglasie: 150 Stück
  • Elsbeere: 100 Stück
Hier können sich die Helfer die Setzlinge holen um sie nebenan zu pflanzen.

Hier können sich die Helfer die Setzlinge holen um sie nebenan einzupflanzen. Foto: Carolin Richter

Die neu gepflanzten Bäume sollen, wenn sie zu einem Wald herangewachsen sind, einen Temperaturanstieg von etwa 2 Grad Celsius tolerieren können.
In diesem Waldstück gegenüber der Adolf-Wächter-Straße findet die Pflanzaktion zum Klimawald statt.

In diesem Waldstück gegenüber der Adolf-Wächter-Straße findet die Pflanzaktion zum Klimawald statt. Foto: Carolin Richter

Hier liegt der Bayreuther Klimawald:

Beunruhigend: Die Kehrseite der Digitalisierung

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Jeder kennt sie, jeder nutzt sie und jeder liebt sie: die Vorteile der Digitalisierung. Kein Wunder, niemand kann sich ihr im täglichen Leben ohne Weiteres entziehen. Doch es gibt auch eine Schattenseite.

Die Digitalisierung betrifft inzwischen alle Lebensbereiche. Freundschaften und Partnersuche finden digital statt – über Whats-App, Facebook, Tinder und Co. –, in der Berufswelt würden die meisten Arbeitnehmer ohne Computer und digitale Technik acht Stunden nur Däumchen drehen, es gibt kaum ein Unternehmen, dass keinen Onlineauftritt hat, und auch in der Freizeit und zu Hause sind Streaming-Dienste, soziale Netzwerke, Onlineshops und Apps für jede nur denkbare Situation nicht mehr wegzudenken.

Immer mehr Menschen nutzen Streaming-Dienste. Dadurch steigt auch der Energieverbrauch enorm. Foto: Pixabay

Doch der digitale Fortschritt hat auch eine Schattenseite, die kaum jemand beachtet: einen enormen Energieverbrauch. Der Energiebedarf, der für die Produktion und den Betrieb von Smartphones, Computern und Servern benötigt wird, wächst stetig. Laut einer Studie des französischen Think-Tanks “The Shift Project” steigt der Verbrauch jedes Jahr um neun Prozent. Zum Großteil dafür verantwortlich sein, soll laut der Studie, die enorme Zunahme des Streamings.

Die derzeitige digitale Umstellung wirkt sich mehr auf die globale Erwärmung aus, als sie zu verhindern hilft. Handlungsbedarf ist daher dringend.

(Auszug aus der Studie “Lean ICT – Towards Digital Sobriety”)

Auswirkungen auf das Klima

Wie aus der Studie hervorgeht, verbrauchen zehn Minuten Video-Streaming in HD auf einem Smartphone ebenso viel Energie wie ein Herd mit zwei Kilowatt Leistung, der fünf Minuten lang auf höchster Stufe läuft. Dadurch seien Digitaltechnologien mittlerweile für 3,7 Prozent der weltweiten Treibhausgas-Emissionen verantwortlich – während auf den zivilen Luftverkehr im Jahr 2018 lediglich zwei Prozent der Emissionen entfielen. Der Digital-Anteil an den weltweiten Emissionen könnte bis 2025 auf mehr als acht Prozent steigen, was höher wäre, als der aktuelle Anteil von Autos und Motorrädern, wie die Forscher herausfanden.

Digital schlank werden

Digitales Fasten liegt im Trend. So unaufhaltsam der digitale Wandel auch ist, und so unverzichtbar Smartphone und Co. auch sind, die Energiefresser zehren nicht nur am Stromnetz sondern häufig auch am Nervenkostüm ihrer Nutzer.

Mit ein paar einfachen Tipps gelingt es, nicht nur Energie zu sparen und somit die Umwelt zu schonen sondern auch die eigenen Reserven, um besser zur Ruhe zu kommen.

  1. Das Smartphone gehört nicht ins Bett
  2. Handy weg beim Essen
  3. Bei Verabredungen ist das Smartphone tabu
  4. Push-Benachrichtigungen ausschalten

Bernd Rothammel, Leiter des Klimaschutzmanagements am Landratsamt, rät, schon bei der Wahl der elektronischen Geräte auf den Energieverbrauch zu achten: “Ein Laptop ist zum Beispiel energiesparender als ein Desktop-Computer.”

Hinter dem Internet steckt eine weltweite Infrastruktur mit Datenleitungen, tausenden Servern, Rechenzentren, Mobilfunkmasten und Satelliten mit entsprechend hohem Energiebedarf. Laut „New York Times“ verbrauchen allein die Datenzentren von Google so viel Strom wie eine 200.000-Einwohnern-Stadt, sagt Rothammel.

Klimafreundlich im Internet surfen

Einfach und effektiv sei es, sich einen E-Mail-Anbieter zu suchen, der energieeffiziente Server nutzt, die mit Öko-Strom betrieben werden. Bereits für etwa einen Euro im Monat kann jeder saubere E-Mails bekommen.

Eine Suchanfrage bei einer konventionellen Suchmaschine verbraucht soviel Strom, dass man damit eine LED-Lampe eine Stunde lang betreiben könnte.

(Bernd Rothammel, Leiter des Klimaschutzmanagements)

Auch hier gibt es klimafreundliche Alternativen zu Google und Co. So arbeitet die deutsche Suchmaschine Ecosia nach eigenen Angaben CO2 neutral. Die Einnahmen werden für Baumpflanzaktionen eingesetzt. So wurden schon über 50 Millionen Bäume gepflanzt.

Die Kehrseite des Wohlstands der Gesellschaft und der schnell wachsenden Wirtschaft, sind deren klimaschädliche Treibhausgasemissionen. Dennoch bringe die Digitalisierung auch positive Effekte mit sich, die dem Klimawandel entgegenlaufen, sagt Rothammel. Als Beispiele nennt er Videokonferenzen im Berufsalltag, die Geschäftsreisen ersetzen, oder dass weniger Bücher gedruckt werden müssen und somit Holz gespart wird, wenn vermehrt online gelesen wird.

Letzte CO2-Fasten-Challenge: Warum Video-Verzicht gut für die Umwelt ist

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Die Klimaschutzmanager von Stadt und Landkreis Bayreuth haben sich mit den Kollegen der Metropolregion Nürnberg zusammengetan. Herausgekommen ist die CO2-Fasten-Challenge 2019, ein Blog, der täglich eine neue Herausforderung zum Thema Klimaschutz bereit hält. Challenge Nummer 15 lautet: Auf Fernsehen und Videos aller Art zu verzichten.

Die letzte Challenge ist eine Herausforderung und bedeutet gegen den Strom zu schwimmen: Einen Tag lang auf Fernsehen und jegliches Videostreaming verzichten.

Streaming-Verzicht: Was das konkret bedeutet

Den Fernseher einen Tag aus zu lassen, ist nicht kompliziert. Anstrengender wird es allerdings, wenn man auch Videos am Laptop oder am Smartphone vermeiden soll. Denn es geht dabei nicht nur um Video- und Streaming-Portale, sondern auch die sozialen Netzwerke: Ein Tag lang kein Facebook, Instagram, Twitter und so weiter. Die Videos werden hier meist automatisch, ohne zusätzlichen Klick abgespielt.

Frau mit Tablet PC

Foto: Pixabay

Wieviel Energie weltweit für das Internet gebraucht wird

Doch es geht noch weiter: Wenn man es ganz genau nimmt, müsste man fast gänzlich auf die Nutzung des Internets verzichten, denn auf fast jeder Seite gibt es Video-Werbeanzeigen. Da Videos mit einem sehr großen Teil am Datenaufkommen des Internets beteiligt sind, beeinflussen sie auch dessen Energieverbrauch: Sieben Prozent des gesamten Stromes weltweit, werden für das Internet aufgewendet! Dabei geht es nicht nur um den Energiebedarf in den Rechenzentren, sondern auch um den der Endgeräte, wie PCs, Laptops oder Smartphones.

Der Stromverbrauch bei verschiedenen Streaming-Diensten ist zwar ähnlich hoch. Er unterscheidet sich aber  durch den von den Anbietern genutzten Strom im CO2-Fußabdruck stark.

Deswegen: Statt dem ständigen Blick in den Laptop, lieber mal einen Spaziergang machen. Und die Video-Chats über Social Media mit einem persönlichen Treffen zum Kaffee oder zum Essen tauschen. Ist schaffbar, oder?

(Quelle: Lukas Schorner)

Serie CO2-Fasten: Challenge 14 – Energiesparen

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Die Klimaschutzmanager von Stadt und Landkreis Bayreuth haben sich mit den Kollegen der Metropolregion Nürnberg zusammengetan. Herausgekommen ist die CO2-Fasten-Challenge 2019, ein Blog, der täglich eine neue Herausforderung zum Thema Klimaschutz bereit hält. Challenge 14 lautet: Den eigenen Stromverbrauch bewerten.

Stromzähler; Foto: pixabay

Auf Strom verzichten? Heute unvorstellbar. Der Stromzähler läuft und läuft, aber wo liegt der eigene Stromverbrauch im Vergleich zum deutschen Durchschnitt?

Stromverbrauch bewerten

Wie hoch war die letzte Stromrechnung? Wie hat sich der eigene Verbrauch in den letzten Jahren verändert? Den eigenen Stromverbrauch in Frage zu stellen und alle Stromverbraucher im Haushalt zu lokalisieren, ist der erste Schritt, um über Einsparungen nachzudenken!

Welcher Stromverbrauch für welche Haushaltsgröße normal ist, erfahren Sie hier.

Stromverbrauch messen – So funktioniert’s

Wie viel Strom verbraucht eine Stehlampe im ausgeschalteten Zustand? Welches der Programme einer Waschmaschine ist tatsächlich am stromsparendsten?

Strom-Messgerät; Foto: pixabay

Um das herauszufinden, wird ein Strom-Messgerät einfach zwischen Steckdose und das zu untersuchende Gerät gesteckt und schon kann der Stromverbrauch abgelesen werden. Bei Geräten (z.B. Kühlschrank) mit schwankenden Verbrauchswerten muss über einen längeren Zeitraum gemessen werden, um einen realistischen Durchschnittsverbrauch ermitteln zu können.

Viele Energieversorger und Kommunen halten solche Strom-Messgeräte zur kostenfreien Ausleihe für Ihre Kunden und Bürger bereit.

Mehr dazu hier:

Serie CO2-Fasten: Challenge 13 – Auf Butter verzichten

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Die Klimaschutzmanager von Stadt und Landkreis Bayreuth haben sich mit den Kollegen der Metropolregion Nürnberg zusammengetan. Herausgekommen ist die CO2-Fasten-Challenge 2019, ein Blog, der täglich eine neue Herausforderung zum Thema Klimaschutz bereit hält. Challenge 13 lautet: Heute mal auf Butter verzichten!

Butter? Heute gestrichen!

Wer hätte gedacht, dass ausgerechnet Butter den größten CO2-Fußabdruck aller gängigen Lebensmittel hat? Und zwar mit großem Abstand. Diese Kostbarkeit sollte also mit Genuss und maßvoll verzehrt werden. Und es gibt gute Alternativen.

Foto: pixabay

Die durch Produktion, Lagerung und Transport von Nahrungsmitteln bedingten Treibhausgasemissionen betragen 2,2 Tonnen CO2-Äquivalente pro Person und Jahr (für Deutschland).  Dabei sind die Aktivitäten des Verbrauchers (Kochen, Einkaufsfahrten, etc.) nicht eingerechnet, da diese schon beim Stromverbrauch und Verkehr einbezogen werden.

Bezogen auf das Gewicht verursacht Butter mit fast 24 kg CO2 pro kg Butter den höchsten CO2 Ausstoß aller gängigen Lebensmittel, gefolgt von Rindfleisch, Hartkäse und Schweinefleisch. Nun isst ja kaum jemand Butter kiloweise, trotzdem lohnt es sich über Alternativen nachzudenken.  Aus Sicht des Klimaschutzes ist Margarine (am besten Sorten ohne Palmöl) der Butter vorzuziehen, da Margarine nur einen Bruchteil der Emissionen verursacht. Gleiches gilt für Pflanzenöle.

Tierische Lebensmittel haben die schlechteste Klimabilanz, besonders Rindfleisch und Milchprodukte. Bei der Verdauung von Rindern und aus der Gülle der Nutztiere entweicht Methan in die Atmosphäre, welches um ein Vielfaches klimaschädlicher als CO2 ist. In die Klimabilanz tierischer Lebensmittel fließt auch der Aufwand für Futtermittel, Dünger und Pflanzenschutzmittel sowie für Lagerung, Kühlung und Transport ein.

Der CO2-Ausstoß durch biologische Lebensmittel liegt zwischen 6 und 29 Prozent unter dem der konventionell angebauten. Besonders hoch ist der Unterschied bei Tomaten.

Wieviel CO2 kann eingespart werden, wenn alle mitmachen?

Beispiel: Durch den Verzicht auf tierische Lebensmittel sowie den Einkauf von möglichst saisonalen und regionalen Bioprodukten können bis zu 40 Prozent der Emissionen für Lebensmittel vermieden werden.

Zurück zur Butter: Der Pro-Kopf-Verbrauch beträgt in Deutschland pro Jahr 5,9 Kilo. Würde man die Hälfte durch Margarine ersetzen, könnten deutschlandweit pro Jahr über fünf Mio. Tonnen CO2 eingespart werden.

Mehr dazu hier:

Serie CO2-Fasten: Challenge 12 – Wasser sparen

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Challenge 22: Sparen für Warmduscher

Die Klimaschutzmanager von Stadt und Landkreis Bayreuth haben sich mit den Kollegen der Metropolregion Nürnberg zusammengetan. Herausgekommen ist die CO2-Fasten-Challenge 2019, ein Blog, der täglich eine neue Herausforderung zum Thema Klimaschutz bereit hält. Challenge zwölf lautet: Beim Gang ins Badezimmer Wasser sparen.

Wasser ist ein kostbares Gut. Jeder verbrauchte Liter Wasser kostet Geld, jeder warme Liter Wasser zudem Heizenergie. Ein sparsamer Umgang ist somit ratsam. Denn man spart nicht nur Wasser, sondern auch Bares. Hilfreich dabei: Die Eimer-Methode.

Wie die Eimer-Methode funktioniert und welchen Vorteil sie bringt:

  1. Stellen Sie einen Eimer oder einen anderen wasserdichten Behälter in die Dusche
  2. Drehen Sie nun das Wasser komplett auf und fangen Sie eine Minute lang das Wasser Deines Duschkopfes im Behälter auf
  3. Anschließend können Sie ganz einfach mit einem Messbecher messen, wieviel Wasser durch den Duschkopf in einer Minute rauscht
  4. Rauschen etwa 15 Liter durch Deinen Duschkopf, wäre ein konsequenter nächster Schritt, sich einen sparsameren Duschkopf mit etwa 6 bis 8 Liter Verbrauch anzuschaffen

Was genau ist ein sparsamer Duschkopf?

Durch viele Duschköpfe rauschen rund 15 Liter Wasser in der Minute. Es gibt aber auch die sogenannten Sparduschköpfe, die nur 6 bis 8 Liter in der Minute verbrauchen – und das bei gleichem Duschkomfort wie auch Wohlempfinden.

Duschkopf mit Wasser

Foto: Pixabay

Lohnt sich der Aufwand?

Ein Beispiel: Bei einer Familie mit 4 Personen duscht im Durchschnitt jeder 5 Minuten. So ergibt das bei einem Duschkopf mit 15 Liter pro Minute einen Warmwasserverbrauch von 300 Litern und einen Energieverbrauch von ca. 1 Liter Heizöl bzw. 1 Kubikmetern Gas für die Erzeugung des Warmwassers.

Bei einem Duschkopf mit 8 Litern pro Minute beträgt der Warmwasserverbrauch nur 160 Liter und der Energieverbrauch liegt bei circa 0,55 Litern Heizöl bzw. 0,55 Kubikmetern Gas:

Eine Einsparung von rund 45 Prozent.

Weitere Spartipps im Bad

Am Waschbecken hat man ebenfalls die Möglichkeit mit dem Einbau von sogenannten Perlstrahlern bzw. Perlatoren den Wasserdurchfluss um bis zu 30 Prozent zu reduzieren. Gewöhnt man sich gleichzeitig an, die Hände mit Kaltwasser zu waschen, spart dies ebenfalls Geld und Energie.

(Quelle: Sebastian Regensburger)

Serie CO2-Fasten: Challenge 11: Den grünen Daumen entdecken

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Die Klimaschutzmanager von Stadt und Landkreis Bayreuth haben sich mit den Kollegen der Metropolregion Nürnberg zusammengetan. Herausgekommen ist die CO2-Fasten-Challenge 2019, ein Blog, der täglich eine neue Herausforderung zum Thema Klimaschutz bereit hält. Challenge elf lautet: Pflanzen? Pflanzen!

Urban Gardening liegt voll im Trend. Das eigene Gemüse auf dem Balkon oder im Garten anzubauen ist Hobby, Anti-Stress-Therapie und Klimaschutz in einem. Damit möglichst bald geerntet werden kann, lohnt es sich die Pflanzen bereits jetzt auf einer warmen, hellen Fensterbank anzuziehen.

Pflanzen pflanzen, so wächst’s bestimmt…

  • Anzucht-Töpfe vorbereiten (z.B. aus altem Zeitungspapier)
  • Torffreie Erde einfüllen
  • 2-3 Samen reinstecken
  • Gießen
  • Auf helles Fensterbrett stellen
  • Abwarten…gießen…abwarten…
  • Sich die Frage stellen, ob das jetzt Unkraut ist oder das erhoffte Tomatenpflänzchen
  • Gegebenenfalls Pflänzchen vereinzeln
  • Gewächs etwa ab Mai ins Freie umsiedeln
  • Gießen, hegen und pflegen
  • Sich am Wachstum erfreuen
  • Beim Anblick der ersten Früchte einen kleinen Freudentanz aufführen
  • Gleichmut üben, wenn sich Tiere über die Pflanze hermachen
  • Ernten, essen, glücklich sein

Erstausstattung für die eigene Gemüsevielfalt; Foto: Jana Edlinger

Wie viel CO2 kann gespart werden?

Wie sooft ist die Antwort ein vollmundiges „Kommt darauf an…“. Soviel ist jedoch sicher:

Selbst angebautes Gemüse hat viele Vorteile gegenüber dem Pendant aus dem Supermarkt: Es kommt ohne beheiztes Treibhaus aus, wurde nicht automatisch bewässert, nicht mit Kunstdünger gedüngt und legt keine weiten Transportwege zurück.

Wer klimaschonend gärtnern möchte, sollte unbedingt auf torffreie Erde achten. Beim Abbau von Torf gehen nämlich Moore unwiederbringlich verloren und das im Torf gespeicherte CO2 entweicht in die Atmosphäre.

Mehr dazu hier:

 

Serie CO2-Fasten: Challenge 10 – Putzmittel selbst herstellen

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Vom WC-Reiniger über Scheuermittel bis zum Glasreiniger. Einige Putzmittel aus dem Supermarkt-Dschungel kann man sich sparen und besser durch fünf natürliche Mittel ersetzen. Welche selbst gemachten Putzmittel die Umwelt schonen und das Zuhause trotzdem sauber halten, erfahren Sie im Folgenden:

Mit diesen fünf Hausmitteln kann man die wichtigsten Putzmittel herstellen:

  • Essig(essenz)
  • Natron
  • Soda
  • Kernseife
  • Zitronensäure

Zur Herstellung benötigt man folgende Hilfsmittel:

  • eine Küchenreibe
  • einen Topf, einen Messbecher bzw. eine Schüssel
  • einen Löffel oder Schneebesen zum Verrühren
  • ein Einmachglas bzw. eine Sprühflasche zum Aufbewahren

Foto: co2fasten.wordpress.com


So stellt man die umweltfreundlichen Putzmittel her:

Kalkentferner

Essig im Verhältnis 1:1 mit Wasser mischen (Essigessenz 1:10), in das verkalkte Gerät (z.B. Wasserkocher) einfüllen und einmal aufkochen lassen, anschließend gut mit klarem Wasser ausspülen. Auch Kaffeemaschinen lassen sich mit dieser Mischung prima entkalken.

Alternative: Zitronensäure-Wasser-Lösung


Glasreiniger

Das Mischverhältnis ist das gleiche wie beim Kalk-Entfernen, abgefüllt in eine alte Sprühflasche ist der Glasreiniger bereit für den Einsatz.


Allzweckreiniger

Kernseife (gerieben, 1 Teelöffel) und Wasser (1 Tasse) im Topf erhitzen und verrühren, bis sich die Kernseife gelöst hat. Gemisch etwas abkühlen lassen, dann Natron (1 Teelöffel) und Zitronensaft (1 Spritzer) hinzugeben und vermischen. In ein Sprühflasche umfüllen und den wöchentlichen Putz starten.

Optionale Zutaten: ätherisches Öl

Alternative: Zitrus-Reiniger aus Schalen von Zitrusfrüchten und Essig


Schwamm in der Hand mit Gummhandschuh

Backofenreiniger

Natronpulver 1:1 mit Wasser mischen und die Paste auf die Verschmutzungen im Backofen geben. Einige Stunden einwirken lassen, mit einem Schwamm abwischen und mit klarem Wasser nachwischen


Abflussreiniger

2 Esslöffel Natron oder Soda direkt in den Abfluss geben, eine halbe Tasse Essig hinterher schütten, einwirken lassen und mit viel Wasser nachspülen.

Alternative: Backpulver und Essig, Pümpel oder Rohrspirale nutzen


Waschmittel

Kernseife (1 Teil) fein reiben und mit Soda und Natron (je 1,5 Teile) gründlich mischen. Fertig ist das Waschmittel.

Optionale Zutaten: Zitronensäure (für weiße Wäsche), Spülmaschinensalz (als Wasserenthärter) und ätherisches Öl

Alternativen: Waschmittel aus Kastanien oder Efeu



Umweltfreundliche Putzmittel aus dem Laden

Siegel der Euroblume

Foto: utopia.de

Wenn es doch mal ein gekaufter Haushaltsreiniger sein soll, empfiehlt es sich, auf das EU-Umweltzeichen „Euroblume“ oder den „Blauen Engel“ zu achten. Diese sind im Vergleich zu konventionellen Produkten besonders umweltschonend.


Welchen Vorteil haben selbstgemachte Putzmittel für die Umwelt?

Laut Umweltbundesamt werden jährlich ca. 220.000 Tonnen Haushaltsreiniger verkauft. Dazu kommen zudem  ca. 260.000 Tonnen Geschirrspülmittel. Während die beinhalteten Tenside inzwischen in der Regel vollständig biologisch abbaubar sind, können sich andere Inhaltsstoffe wie z.B. Duftstoffe, Phosphonate, optische Aufheller und Silikone jedoch in der Umwelt und in Organismen anreichern. Auch für die Gewässer droht durch eine Überdüngung Gefahr, da Kläranlagen nicht alle Stoffe restlos herausfiltern können.

Zudem enthalten viele Reinigungsmittel gesundheitsschädliche Stoffe, inzwischen gibt es entsprechende Angebote (Websites, Apps), die einem auch beim Einkaufen ermöglichen, diese auf bedenkliche Inhaltsstoffe zu prüfen. Die Produktion von Hausmitteln ist zudem weniger energieintensiv als die von speziellen chemischen Putzmitteln.

Weniger Plastik, länger putzen

Weiterhin können (Plastik-)Verpackungen vermieden werden. Die hochkonzentrierten Hausmittel sind meist auch viel ergiebiger. Neben den genannten chemischen Stoffen, wird Putzmitteln oft auch Mikroplastik zugesetzt, das so vermieden werden kann.

(Quelle: Sabine Rüskamp)

Serie CO2-Fasten: Challenge 9 – Richtig lüften

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Die Klimaschutzmanager von Stadt und Landkreis Bayreuth haben sich mit den Kollegen der Metropolregion Nürnberg zusammengetan. Herausgekommen ist die CO2-Fasten-Challenge 2019, ein Blog, der täglich eine neue Herausforderung zum Thema Klimaschutz bereit hält. Challenge 9 lautet: Richtig lüften.

Im Laufe unseres Lebens nehmen wir ca. 35.000 kg Nahrungsmittel und 70.000 kg Wasser zu uns. Deutlich mehr Luft schleusen wir durch unsere Lungen. Ca. 350.000 kg Luft werden von uns ein- und wieder ausgeatmet. Je nach Alter und Aktivität sind das 12 bis 20 kg pro Tag.

Bei solchen Mengen lohnt es sich, über die Qualität unserer Innenraumluft nachzudenken, zumal wir ca. 90% unseres Lebens in geschlossenen Räumen verbringen. Durch regelmäßiges Stoßlüften lässt sich die Qualität der Raumluft deutlich verbessern, dabei wird gleichzeitig Energie und somit CO2 eingespart.

Wie funktioniert’s?

Fenster zum Lüften NICHT kippen, sondern ganz öffnen. Dies sorgt schnell für den benötigten Luftaustausch. Am besten drei- bis viermaliges Stoßlüften täglich für etwa 4 bis 10 Minuten (je nach Jahreszeit und Witterung). Läuft die Heizung, sollten die Thermostate beim Lüften gedrosselt werden und erst nach dem Schließen der Fenster wieder aufgedreht werden. Werden beim Stoßlüften noch die Fenster auf der gegenüberliegenden Seite geöffnet und für „Durchzug“ gesorgt, wird die noch effektivere Querlüftung erreicht.

Warum ist diese Art des Lüftens klimafreundlicher?

  • Dauerlüften mit gekippten Fenster bringt nur wenig Luftaustausch
  • Die von den Heizkörpern aufsteigende Warmluft geht verloren
  • Die Stoß- bzw. Querlüftung sorgt für einen schnellen Luftaustausch
  • Bauteile kühlen nicht aus
  • Somit wird wertvolle Heizenergie eingespart

Gut gelüftete und mit ausreichend Frischluft versorgte Wohn- und Arbeitsräume sind für unsere Gesundheit und Leistungsfähigkeit unbedingt notwendig.  Die durch Fensterlüftung verursachten Wärmeverluste und der daraus resultierende höherer Heizenergiebedarf und Schadstoff-Ausstoß muss hierzu nicht im Widerspruch stehen, wenn durch richtiges Lüften das Gleichgewicht zwischen Gesundheits- und Energieaspekten geschaffen wird.

Lüften passierte früher durch undichte Stellen bei Fenstern und Türen einfach nebenbei. Bei den heute üblichen Fenstern und Türen ist der Wärmeverlust und Luftaustausch nur sehr gering.

Neben der Energieeinsparung gibt es weitere gute Gründe für ausreichendes Stoß- bzw. Querlüften:

  • Erhalt Ihrer Gesundheit
  • Zufuhr von Sauerstoff
  • Abfuhr von Feuchtigkeit
  • Entfernung von Schadstoffen

Mehr Informationen gibt es hier: