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Nach Lockerung der Ausgangsbeschränkungen: Das war in der Bayreuther Innenstadt los

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Seit Montag (27.4.2020) dürfen viele Geschäfte wieder öffnen. Der Lockdown wird nach und nach gelockert, auch in Bayreuth. Das bt hat sich am Marktplatz umgehört, wie die Stimmung in den Läden ist. 

medi meldet in zwei Bereichen Kurzarbeit wegen Corona-Krise an: Bezahlung der Mitarbeiter

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Bayreuther Unternehmen meldet wegen Coronavirus Kurzarbeit an. Die Mitarbeiter der Sport- und Lifestylemarken CEP und ITEM m6 von medi gehen wegen der Corona-Krise ab dem 1. April 2020 in Kurzarbeit. Die Sicherung der Arbeitsplätze habe oberste Priorität – die Maßnahme ist ein Schutz für die Mitarbeiter, teilt das Bayreuther Unternehmen mit.

Die aktuelle Corona-Lage in Bayreuth. Die Zahl der Infizierten steigt weiter.

medi meldet Kurzarbeit an

„Corona stellt die ganze Welt vor neue Herausforderungen. Gesundheit und Sicherheit haben weltweit die höchste Priorität. Für die Wirtschaft ist die Ausnahmesituation ein Stresstest mit derzeit ungewissen Konsequenzen. Wir haben als Unternehmen eine Fürsorgepflicht für unsere Mitarbeiter, Kunden und Geschäftspartner. Wir sehen unsere Verantwortung darin, flexibel und mit Weitblick die Situation zu bewerten und Entscheidungen darauf aufbauend zu treffen. Um unsere Mitarbeiter zu schützen und den Erhalt der Arbeitsplätze zu sichern, nutzen wir die Kurzarbeiterregelung als unterstützende Möglichkeit des Staates“, so Miriam Weihermüller, Gesellschafterin der medi GmbH & Co. KG, Geschäftsleitung der Marken ITEM m6 und CEP.

Bezahlung der Mitarbeiter von medi

medi leistet nach eigenen Angaben eine freiwillige Zuzahlung und stockt das gesetzliche Kurzarbeitergeld von 60 beziehungsweise 67 Prozent auf 80 Prozent auf – unabhängig davon, ob ein Mitarbeiter Kinder hat oder nicht. „Wir zählen zu den Top-Arbeitgebern der Branche und der Region. Wenn die Krise vorüber ist, wollen wir gerüstet den Weg in die Zukunft gehen. Deswegen schützen wir jetzt unsere Mitarbeiter, um die Arbeitsplätze zu erhalten. Das hat für uns die oberste Priorität, weshalb wir für unsere Fashion-Segmente CEP und ITEM m6 den Weg der Kurzarbeit gehen“, so Miriam Weihermüller.

Bild der Institution von vorne

Appell der HWK Oberfranken: “Die Handwerker sind einsatzbereit und brauchen Unterstützung”

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Die Coronakrise zieht immer weitere Kreise. Nach der Ausgangsbeschränkung in Bayern ist das öffentliche Leben größtenteils heruntergefahren. Viele Geschäfte und Gastronomiebetriebe haben geschlossen. Das Handwerk bleibe – auch über die Lebensmittelhandwerker hinaus – aber im Krisenmodus einsatzbereit. Doch auch diese Betriebe brauchen die Unterstützung der Kunden.

Das Handwerk arbeitet weiter: “Jetzt ist Zeit für Ihre Aufträge”

„Das oberfränkische Handwerk darf bis auf wenige Ausnahmen arbeiten und will arbeiten“, betont Thomas Zimmer, Präsident der Handwerkskammer für Oberfranken. „Wir sind für unsere Kunden da und übernehmen sowohl die Nothilfe bei einer aussetzenden Heizung, als auch die alltäglichen Aufträge der Kunden.“ Beides sei auch mit den aktuell gebotenen Vorsichtsmaßnahmen zu machen. „Damit wir aber unseren Service aufrechterhalten können, hoffen wir auch auf die Unterstützung unserer Kunden. Das Handwerk hat jetzt Kapazitäten, Aufträge anzunehmen und auch abzuarbeiten.“

Handwerk wichtig für die Gesellschaft

Die Arbeitsfähigkeit des Handwerks ist dabei sowohl für jeden Kunden, für die Handwerker als auch für die Gesellschaft wichtig. So müssten beispielsweise Großprojekte unbedingt weiterlaufen, damit nach der Corona-Krise die Wirtschaft schnell wieder anlaufen und Fahrt aufnehmen könne, heißt es in einer Pressemitteilung der HWK Oberfranken. Entsprechend würden auch Ministerpräsident Markus Söder und die Bayerische Staatsregierung immer wieder betonen, wie wichtig es sei, dass Teile der Wirtschaft funktionierten und dass das Handwerk seine Aufgaben weiterhin übernehme. „Dazu sind wir als Handwerk gerne bereit“, so Thomas Zimmer.

Viele Betriebe hätten daher in inzwischen überprüft, ob und wie sie angesichts der angebrachten Vorsichtsmaßnahmen ihren Betriebsablauf und das Verhalten vor Ort und auf der Baustelle anpassen müssen, so die Handwerkskammer Oberfranken. Unterstützt wurden sie dabei von der Handwerkskammer, den Innungen und der Kreishandwerkerschaft. „Unsere Handwerker wissen worauf es ankommt und sind absolut einsatzbereit“, zeigt sich der Präsident der Handwerkskammer für Oberfranken stolz.

“Unterstützen Sie die Handwerker mit Aufträgen”

Für die Kunden böten sich daher jetzt gute Chancen, bereits länger geplante oder angedachte Arbeiten in Auftrag zu geben. Thomas Zimmer appelliert: „Bis jetzt arbeiten unsere Kollegen noch die Aufträge aus der Warteschleife ab. Aber dann haben sie Zeit, Ihre Projekte anzugehen und umzusetzen. Mit Aufträgen zu dieser Zeit unterstützen Sie die Handwerker, damit diese nach der Krise wieder genauso stark für Sie da sein können. Und Sie vermeiden lange Wartezeiten, die es nach Ende der Krise zweifelsohne sehr schnell wieder geben wird.“

Bayreuther Expertin: Welche gesundheitlichen Folgen hat die häusliche Isolation?

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Professorin Susanne Tittlbach hat an der Universität Bayreuth den Lehrstuhl Sportwissenschaft III – Sozial- und Gesundheitswissenschaften des Sports inne. Sie ist maßgeblich an der Entwicklung des Programms „Smart Moving“ beteiligt, das den Studienalltag bewegter und gesünder gestaltet. Im Interview mit der Uni Bayreuth analysiert sie, welche Folgen die soziale Isolation zuhause auf die Gesundheit haben kann und gibt Tipps, wie Menschen jeden Alters dennoch in Bewegung bleiben können.

Hier gibt es die aktuelle Lage des Coronavirus in Franken. Auch in Bayreuth haben sich mittlerweile mehrere Menschen infiziert. Hier gibt es alle Infos über Bayreuth.

Wegen Covid-19 wochenlang zuhause

Tittlbach erklärt, welche Folgen eine wochenlange häusliche Isolation auf die Gesundheit haben kann. Um eine Adipositas-Epidemie nach dem Coronavirus zu verhindern, sagt die Professorin: “Wichtig wäre daher aus meiner Sicht, dass den Menschen auch klargemacht wird, wie wichtig gerade jetzt ausgewogene, gesunde Ernährung ist, um gesundheitliche Folgen des Lock-Ins möglichst zu verringern.”

Denn eine Isolation könnte gesundheitliche Folgen auf die Menschen haben: “Je länger der Lock-In dauert, desto größer wird die Gefahr, dass sich die Verhaltensweisen von Personen in die inaktive Richtung verändern. Wir wissen aus Studien, dass der Aufbau einer Verhaltensänderung zu mehr Bewegung, zu gesünderem Essen, Raucherentwöhnung oder dergleichen ein sehr langer, intensiver Prozess ist und dass die schwierigen Phasen am Anfang der Verhaltensumstellung liegen”, erklärt Tittlbach.

Eine Person, die es gerade erst geschafft hat, das wöchentliche Fitness-Training fest in ihren Wochenablauf zu integrieren, eine soziale Gruppe gefunden hat, in der sie sich beim Training wohlfühlt, wird nach Angaben der Professorin große Mühe haben, das Ganze nach dem Lock-In zu reaktivieren. “Zu befürchten ist daher eine noch größere Drop-Out Rate aus Bewegungsprogrammen, auch nach Wiederöffnung unseres sozialen Lebens.”

Tipps der Bayreuther Expertin: Kinder weg vom Handy bringen

Susanne Tittlbach erklärt, dass jede noch so kleine Bewegung gut und sinnvoll ist. Die Wohngegebenheiten und das Alter der Kinder spielen natürlich eine große Rolle. Die Professorin gibt folgende Tipps: Wenn ein Garten vorhanden ist, sollten die Kinder möglichst viel im Garten sein, da dort mehr Platz ist, um sich wirklich auszutoben, zum Rennen, Hüpfen und Ballspielen. Ist kein Garten da: in der Wohnung erfinderisch und kreativ werden. Und immer wieder aufstehen und sich Vorgaben dazu machen: zum Beispiel Schularbeiten im Sitzen, Lesen im Stehen in einem anderen Raum oder beim Fernsehen hüpfen.

Uni Bayreuth: Bewegung mit Medien

Außerdem meint Tittlbach, dass man die Bewegung und neuen Medien miteinander verknüpfen kann. “Eltern sollten diese Medien nicht als „Feind“ sehen, sondern auch dafür nutzen, um die Attraktivität von Bewegung mit Medien zu erhöhen”. Hier gibt die Professorin das Beispiel, dem Kind vielleicht den eigenen Fitness-Tracker umzubinden und die Aufgabe zu stellen, auf 1.000 Schritte zu kommen. “Ein Wochenplan am Kühlschrank, um jeden Tag die Schritte zu dokumentieren, motiviert zusätzlich”, weiß Tittlbach. Für jüngere Kinder eignen sich zusätzlich Tanzspiele und Apps mit Spielideen. Insgesamt gelte bei jüngeren Kindern, dass der Spielcharakter möglichst hoch sein sollte.

Mit einem funktionalen Training via App können nach Angaben von Tittlbach ältere Kinder und Jugendliche motiviert werden, “deren Bewegungsmotiv oft auf Figurformung und Muskelzuwachs liegt”.  Viele Übungen könnten schon mit dem eigenen Körpergewicht ausgeführt werden. “Ansonsten brauche ich eigentlich nur eine Matte oder einen Teppich und Übungsanleitungen, die sich in einer Vielzahl im Netz finden”, sagt Susanne Tittlbach.

Tipps für ältere Menschen

“Solange Spaziergänge, die Menschen alleine durchführen, noch zulässig sind, sollten ältere Menschen diese Möglichkeit auch nutzen” sagt Tittlbach. Spaziergehen stellt quasi ein Ganzkörpertraining dar, das sowohl Ausdauer, Kraft als auch Koordination anspricht, so die Professorin.

Wenn Spaziergänge nicht mehr erlaubt sein sollten oder die ältere Person unter Quarantäne steht: “Frischluft auf dem Balkon oder am offenen Fenster genießen.” Und auch hier gibt es Übungen: “Wer noch gut stehen kann, kann sich am Fensterrahmen festhalten und kleinere gymnastische Übungen durchführen, zum Beispiel Gewichtsverlagerung von einem Bein auf das andere, leichte Kniebeugen, ein Bein abspreizen und hochziehen mit Beinwechsel, beide Beine fest auf dem Boden und den Oberkörper langsam nach rechts und links rotieren”, erläutert Tittlbach.

Professorin der Uni Bayreuth: Susanne Tittlbach.

Professorin der Uni Bayreuth: Susanne Tittlbach. Foto: Universität Bayreuth

Das gesamte Interview der Universität Bayreuth gibt es hier.

Merk-Erbe wendet sich mit Videobotschaft an Bayreuther: “Bleiben Sie zuhause”

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Die Auswirkungen der aktuellen Corona-Krise wirken sich immer deutlicher auf das öffentliche Leben in der Stadt Bayreuth aus. Erst gestern wurden in Bayreuth mehrere Corona-Fälle in Bayreuth bekannt. Oberbürgermeisterin Brigitte Merk-Erbe wendet sich in einer Video-Botschaft an die Bayreutherinnen und Bayreuther, weil sie sieht, “dass es immer noch Menschen in der Stadt gibt, die die gegenwärtige Krisensituation vielleicht nicht richtig einschätzen.”  Das komplette Video der Bayreuther Oberbürgermeisterin finden Interessierte hier.

Bayreuther OB Merk-Erbe mit Videobotschaft

In der Videobotschaft von Merk-Erbe spricht sie die Ernsthaftigkeit der gegenwärtigen Situation an. Sie appelliert an die Bayreuther: „Bleiben Sie, wenn es irgend möglich ist, zuhause.” Denn alle müssten nun gemeinsam helfen, die Krise zu bewältigen: “Wir spielen mit dem Leben von Menschen”, findet die OB deutliche Worte.

„Die Menschen in unserer Stadt sind nicht alleine, wir alle in der gesamten Stadtverwaltung, die Bayerische Staatsregierung, die Bundesregierung, nahezu alle staatlichen Organe und Institutionen, wir alle arbeiten daran, dass niemand alleine gelassen wird“, betont Merk-Erbe.

Auch in ganz Franken steigen die positiv bestätigten Corona-Erkrankungen. Hier gibt es den Überblick.

Wahlkampf in Bayreuth

Außerdem spricht Brigitte Merk-Erbe in diesem Video den Wahlkampf an: Sie werde in der gegenwärtigen Krise keinen Wahlkampf führen, da sie ihre Kraft und ihren Einsatz auf die Coronakrise wenden will: Sie wird deshalb keine Wahlkampfinterviews führen oder an Diskussionsrunden teilnehmen, sagt Merk-Erbe.

Währenddessen wollen CSU- und SPD-Stadträte Bayreuther Unternehmen unterstützen. Sie bitten um ein Bayreuther Hilfe-Konjunkturprogramm.