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Silke Launert im Bayreuther Stadtrat: “Das Klinikum ist ein riesiges Thema”

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Im März wurde der Bayreuther Stadtrat neu gewählt. Auch Dr. Silke Launert (CSU) wird wieder als Stadträtin vertreten sein.

Kreuzer Kerwa: Wolfgang Bosbach (CDU) kommt

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Wolfgang Bosbach kommt. Der 67 Jahre alte Politiker aus Bergisch Gladbach ist einer der bekanntesten und beliebtesten Politiker aus dem wertkonservativen Lager der CDU. Am Sonntag, den 1. September, wird er ab 11 Uhr beim politischen Frühschoppen im Festzelt auf der Kreuzer Kerwa erwartet.

2015 stellte die CSU zum ersten mal einen Redner beim politischen Frühschoppen auf der Kreuzer Kerwa. Die SPD, die bis dato Jahr für Jahr einen prominenten Redner für die Veranstaltung fand, musste nach mehr als zehn Jahren erstmals passen.13 prominente Redner seien angefragt worden, 13 hätten abgesagt, erklärte der damals frisch gewählte Vorsitzende des SPD-Stadtverbandes, Halil Tasdelen. Und so ist die SPD-Generalsekretärin Yasmin Fahimi die bis heute letzte Rednerin der Genossen im Kreuzer Kerwazelt.

Seit 2015 in schwarzer Hand

Denn die CSU ließ sich nicht lumpen, sprang ein und präsentierte den ehemaligen Innenminister Hans-Peter Friedrich am Rednerpult. Das blieb fortan am Kerwa-Sonntag fest in schwarzer Hand im sonst tiefroten Stadtteil Kreuz.

Nach Friedrich kam Thomas Kreuzer, Chef der CSU-Fraktion im Bayerischen Landtag. 2017 sprach der bayerische Innenminister Joachim Herrmann im Kreuzer Festzelt. Vergangenes Jahr schließlich besuchte Ministerpräsident Markus Söder die Kerwa.

Eklat in TV-Show

Bosbach ist unter allen deutschen Politikern wohl einer derer mit der meisten TV-Erfahrung. Kaum ein Talk-Format, in dem Bosbach nicht schon mindestens einmal Platz nahm. Für Schlagzeilen sorgte Bosbach, als er im Jahr 2017 die Talk-Show Maischberger inmitten der Aufzeichnung verließ. In der Sendung ging es um die Ausschreitungen während des G20-Gipfels in Hamburg im Sommer 2017. Die frühere Grünen-Politikerin Jutta Ditfurth sagte in der Sendung sinngemäß, die Polizei habe Demonstranten die Grundrechte verwehrt und sei gewalttätig geworden, weil Teilnehmer der Demos schwarz gekleidet gewesen seien. Später sagte Bosbach außerdem, Ditfurth habe seine Redebeiträge massiv gestört.

Zum letzten Mal in der Region trat Wolfgang Bosbach übrigens im September des vergangenen Jahres in Egloffstein bei Forchheim auf.

Bosbach war von 2000 bis 2009 stellvertretender Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion und von 2009 bis 2015 Vorsitzender des Innenausschusses des Deutschen Bundestages.  Am 24. Oktober 2017 beendete er seine politische Arbeit im Deutschen Bundestag. In mehreren Fernsehsendungen hatte Bosbach erklärt, dass er an Krebs erkrankt sei.

Klaus Bauer: Landrats-Kandidat der CSU im Video-Interview

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Er hätte gerne eine Woche länger Zeit gehabt, sich zu entscheiden, sagt Klaus Bauer. Hatte er aber nicht. Zwischen dem Anruf der Kreisvorsitzenden Gudrun Brendel-Fischer, seinem Bewerbungsgespräch vor jeder Menge Ortsvorsitzenden und dem Durchsickern seines Namens an die Öffentlichkeit lag gerade einmal eine Woche. Andernfalls wäre ihm vielleicht doch noch irgendein Grund eingefallen, die Chance, die sich ihm da jetzt bietet, nicht zu ergreifen. In Bayern für die CSU in den Ring steigen. Ganz ohne Parteibuch. Landrat werden – mit noch nicht einmal 50 Jahren.

Ein Video-Interview mit Klaus Bauer finden Sie über dem Text.

Klaus Bauer im Interview bei Thorsten Gütling. Foto: Frederik Eichstädt.

Ich habe kein Parteibuch und umso überraschender war es für mich, dass die Anfrage kam.

(Klaus Bauer)

Bauer weiß: “So eine Chance kommt nur einmal im Leben.” Und darauf gewartet, wenngleich es nicht erzwungen, hat der 48-Jährige ja schon irgendwie. Wer das Spiel namens Politik seit Jahren verfolgt wie kein zweiter, den Jungs am Spieltag dann aber doch immer nur zusehen muss, wie sie die Bälle über die Torlinie grätschen, dem kann es schon mal in den Füßen jucken. Wenn beim ersten Gang auf das Spielfeld aber gleich die Hoffnungen des ganzen Vereins auf den Schultern des Neuen ruhen, kann den das auch erschrecken.

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Verfolgt hat der Neue das Spiel, wenn man so will, seit nunmehr 30 Jahren. Erst als Verwaltungslehrling, später als Fach- und Betriebswirt, dann sechs Jahre als Verwaltungsleiter der Gemeinde Speichersdorf und seit acht Jahren als Verwaltungschef der vier Gemeinden umfassenden Verwaltungsgemeinschaft Weidenberg. Fast so, als hätte er damit nicht schon genug gesehen, sitzt Bauer seit fünf Jahren für den Nemmersdorfer Bürgerblock im Goldkronacher Stadtrat. Darüber, wie Politik funktioniert, wähnt er sich also im Klaren – auch ohne Parteibuch und -karriere.

In 30 Jahren in der Kommunalverwaltung macht man sich bekannt in der Branche.

(Klaus Bauer)

Bauers vielleicht wichtigste Erkenntnis bis hierher: Viel zu oft wird über die alltäglichen, beinahe banalen Dinge gestritten. Über Dinge, die ein Verwaltungsexperte wohl sicher im Griff hätte. Wenn darüber also kein Aufhebens mehr gemacht würde, bliebe mehr Zeit für die wirklich wichtigen Dinge. Für Ideen für die Zukunft. Für solche, die das Klima schützen, die Mobilität verbessert, das Leben für Senioren und Familien erleichtern und die Schulen auf dem Land sichern.

Das Verwalten ist Tagesgeschäft, aber ich möchte überwiegend Gestalter sein.

(Klaus Bauer)

Klaus Bauer. Foto: red

Zwei Wochen nachdem Bauer der Ruf der CSU-Spitze ereilt hat, ist der Schreck, so scheint es, einer wohligen Anspannung gewichen. Was soll einen, der Zwillinge hat, auch noch aus der Ruhe bringen? Welcher Gegenüber sollte ihm, der seit Jahren mit Bürgermeistern und Geldgebern auf Augenhöhe diskutiert, zu groß sein? Warum sollte er, der seit Jahrzehnten Kopf einer Blasmusik-Kapelle und Statist bei den Bayreuther Festspielen ist, nicht die notwendige Geduld und Ausdauer aufweisen? Zeit für den Garten oder ein Bier mit Freunden wird schon hoffentlich noch bleiben.

Ich bin ein ausgleichender Mensch. Die Gräben, die jetzt bestehen, möchte ich verfüllen und auf die anderen Fraktionen zugehen.

(Klaus Bauer)

Am 20. September soll Klaus Bauer bei der Delegiertenversammlung in Schnabelwaid offiziell als Landratskandidat der CSU nominiert werden. Am 15. März nächsten Jahres ist Kommunalwahl.

Oberbürgermeisterwahl: Michael Hohl tritt nicht an

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Bayreuths Bürgermeister Thomas Ebersberger gilt seit Dienstagabend als heißester Tipp, wenn es um die Frage geht, wen die CSU in das Rennen um das Oberbürgermeisteramt 2020 schickt. Der Grund: Ebersbergers ärgster Konkurrent, Michael Hohl, hat erklärt, nun doch nicht zu kandidieren. Zur Begründung sagt Hohl, er wolle die Zukunft der Stadt künftig von anderer Stelle aus gestalten.

Bei einer Abstimmung, die das Bayreuther Tagblatt im Juli gestartet hatte, nahmen über 500 Leser teil. Am Ende hatte Hohl die Nase zwölf Prozentpunkte vor Ebersberger.

Es ehrt mich, dass ich von einer ganzen Reihe von Parteimitgliedern und tagtäglich von Bayreuther Bürgern außerhalb der CSU zu einer erneuten Kandidatur für das Amt des Oberbürgermeisters aufgefordert wurde. Nach reiflicher Überlegung und intensiven Gesprächen mit meiner Familie und engen Freunden bin ich zu dem für mich alles andere als leichten Entschluss gekommen, dass ich auf eine Kandidatur verzichten werde.

(Michael Hohl, Altoberbürgermeister)

Den Kreisverband habe er von seiner Entscheidung bereits in Kenntnis gesetzt. Hohl war von 2006 bis 2012 bereits Oberbürgermeister der Stadt, bevor er eine Stichwahl gegen Brigitte Merk-Erbe denkbar knapp verlor.

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Ich bin dankbar dafür, dass ich den Menschen unserer Stadt sechs Jahre lang dienen durfte und dazu beitragen konnte, die Stadt Bayreuth attraktiver und zukunftsfester zu machen. Dies sehe ich auch künftig als wichtige Aufgabe und Herausforderung an – jedoch an anderer Stelle.

(Michael Hohl)

Hohl sagt, er habe neben seiner langjährigen Tätigkeit für die Forschungsstelle für Familienunternehmen aktuell die Geschäftsführung der Forschungsvereinigung Neue Materialen übernommen. Sein Ziel sei es, das “Innovationspotential” der Region weiter zu stärken. Zudem sehe er seine Aufgabe künftig in der Förderung der Wirtschaftsregion Bayreuth. Das wolle er vorantreiben, indem er Wirtschaft, Uni und Start-Ups vernetze.

Diese Entscheidung wurde mir erleichtert durch die Gewissheit, dass die Bayreuther CSU in der Kommunalwahl umso erfolgreicher sein wird, je geschlossener sie agieren kann. Ich möchte mit diesem Schritt auch dazu konstruktiv beitragen.

(Michael Hohl)

Für den Stadtrat wolle er allerdings wieder kandidieren, so Hohl.

CSU-Kreisverband zollt der Entscheidung Respekt

Die Frage ist nicht, ob Dr. Hohl positiven Einfluss auf die Entwicklung unseres geliebten Bayreuths nimmt, sondern aus welcher Position heraus. Auch wenn er der CSU nicht als Oberbürgermeisterkandidat zur Verfügung steht, wird er sich trotzdem in geeigneter Position in den Dienst der Bürger, der Stadt und somit auch in den Dienst seiner Partei stellen. Davor habe ich größten Respekt und dafür empfinde ich tiefe Dankbarkeit.

(Silke Launert, CSU-Kreisvorsitzende)

Am 19. September soll die Frage nach dem Oberbürgermeisterkandidaten der CSU endgültig entschieden werden. Dann möchte die CSU Bayreuth-Stadt ihren Kandidaten auf einer Versammlung offiziell nominieren.

Von Thomas Ebersberger war am Abend keine Stellungnahme mehr zu erhalten.

Kommunalwahl 2020: Oberbürgermeister gesucht

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Die SPD hat vorgelegt. Als erste Partei in Bayreuth hat sie ihren Kandidaten für die Wahl zum Oberbürgermeister im nächsten Jahr nominiert. Aber was machen die anderen Parteien und Gruppierungen? Welche Kandidaten zeichnen sich ab? Das Bayreuther Tagblatt wagt einen Ausblick:

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Die CSU:

Von einem Neuanfang wie bei der SPD, ist man bei der CSU weit entfernt. In erster Reihe stehen mit Michael Hohl (Altoberbürgermeister), Stefan Specht (Fraktions-Chef) und Thomas Ebersberger (stellvertretender Bürgermeister) gleich drei politische Schwergewichte.

Insider rechnen Stefan Specht die geringsten Chancen aus. Erstens hat sich die Lage im Jugendkulturzentrum (Zentrum) noch nicht beruhigt, wo die frühere Geschäftsführerin tief in die Kasse griff und Vorstandsmitglied Specht den Anschein erweckte, das dem Stadtrat verheimlichen zu wollen. Was das Gericht in dieser Sache noch zutage fördert, bleibt abzuwarten. Zweitens brachte Specht schon als ein Kulturreferent gesucht wurde seinen Namen ins Gespräch, um ihn dann umso schneller mit Verweis auf berufliche Gründe wieder zurückzuziehen.

Aus CSU-Kreisen ist immer wieder zu hören, dass Thomas Ebersberger noch immer auf die Einlösung eines Versprechens wartet. Demnach sei Ebersberger im Jahr 2000 nur deshalb als völlig aussichtsloser Kandidat gegen Amtsinhaber Dieter Mronz (SPD) ins Rennen gegangen, weil man ihm sechs Jahre später eine vielversprechende zweite Chance in Aussicht gestellt habe. Sechs Jahre später schnappte ihm Michael Hohl dann aber die Kandidatur weg und schaffte prompt den Sprung auf den Chefsessel im Rathaus – übrigens gegen Rechtsreferent Ulrich Pfeifer und Hohls spätere Nachfolgerin Brigitte Merk-Erbe. Es war das erste Mal, dass die CSU in Bayreuth den Oberbürgermeister stellte. Gut möglich also, dass der 62 Jahre alte Ebersberger jetzt seine Chance bekommt. Es sei denn Altoberbürgermeister Michael Hohl, von Merk-Erbe 2012 knapp geschlagen und durch seine Stadtratsarbeit mittlerweile aber politisch rehabilitiert, wittert noch einmal seine Chance.

Auf Facebook fragt das Tagblatt seine Leser:

Allerdings: Michael Hohl kandidierte im vergangenen Jahr für den Landtag und ist erster Nachrücker auf der Liste. Nicht ausgeschlossen also, dass ihn der Ruf nach München in den nächsten Jahren doch noch ereilt. Weil auch Landrat Hermann Hübner (65) aufhört und die Wunschkandidaten der CSU, Gudrun Brendel-Fischer (Landtagsabgeordnete) und Silke Launert (Bundestagsabgeordnete), sowie Ex-Staatssekretär Hartmut Koschyk, dem Vernehmen nach bereits dankend abgelehnt haben, ist Hohl auch immer wieder als Landrat im Gespräch. Immerhin gilt es dort ein Amt zu besetzen, aus dem er nicht schon einmal gewählt wurde. Und mit Klaus-Günther Dietel hat schon einmal ein Parteifreund vorgemacht, dass der Landrat von Bayreuth gerne auch in der Stadt wohnen darf. Allerdings deutet sich an, dass die CSU im Kreis eine andere Personalie bevorzugt.

Aus Reihen der CSU ist zu hören, dass sich der Kreisvorstand intensiv um eine Kandidatur des in Teilen des Landkreises noch recht unbekannten Franc Dierl aus Speichersdorf bemühe. Der Windischenlaibacher ist Architekt, jüngst erst zu einem von vier stellvertretenden Kreisvorsitzenden gewählt worden, Gemeinderat und Ortsverbandsvorsitzender der Christsozialen in Speichersdorf.

bt-Tipp: Michael Hohl kandidiert noch einmal als Oberbürgermeister in Bayreuth.

Michael Hohl. Foto: Stadt Bayreuth

Die BG:

Ob sie sich zur Wiederwahl stellt, will Oberbürgermeisterin Brigitte Merk-Erbe erst nach der Sommerpause verkünden. Schon mehrfach hat sie versichert, dass sie die Entscheidung noch nicht getroffen hat. Das ist auch aus Reihen der Bayreuther Gemeinschaft (BG) zu hören. Vermutlich will Merk-Erbe warten, bis sich SPD und CSU positioniert haben. Dass die Amtsinhaberin noch einmal antritt, gilt aber als wahrscheinlich. Merk-Erbe selbst macht die Entscheidung eigenen Aussagen zufolge davon abhängig, in wessen Hände sie die Stadt andernfalls übergeben müsste. Zwischen den Zeilen ist zu lesen: in die ihres Amtsvorgängers Michael Hohl auf keinen Fall. Und auch mit Stellvertreter Ebersberger liefert sie sich in den vergangenen Wochen auffallend hitzige Gefechte im Stadtrat.

Dazu kommt: Bräuchte die BG einen Nachfolger für Merk-Erbe, müsste der sich allmählich Aufmerksamkeit verschaffen. Im Stadtrat sind es mit Stephan Müller (Fraktions-Chef), Georg Kämpf, Karsten Schieseck und Ernst-Rüdiger Kettel aber die immer gleichen, die sich zu Wort melden. Einzig Schieseck käme aus Reihen der Fraktion wohl für eine Kandidatur in Frage. BG-Vorsitzender Frank Hofmann hingegen müsste erst öffentlichkeitswirksam aufgebaut werden, sprich: in den Stadtrat einziehen, um gegen die Schwergewichte der CSU bestehen zu können. Es sei denn, die BG verfährt wie die SPD und nimmt zunächst ein Scheitern, und damit eine eigentlich unnötige Unterbrechung der Regentschaft, in Kauf.

bt-Tipp: Oberbürgermeisterin Brigitte Merk-Erbe tritt noch einmal an.

Oberbürgermeisterin Brigitte Merk-Erbe. Archivfoto: Thorsten Gütling

Die Grünen:

Bei den Grünen hätte Ex-Bundestagsabgeordnete und Neu-Stadträtin Ulrike Gote wohl die besten Chancen für eine erfolgreiche Bewerbung um das Oberbürgermeisteramt gehabt. Allerdings folgt Gote einem Ruf nach Kassel, wo man sich für sie als Bildungsreferentin entschieden hat und Ex-Stadtrat Tim Pargent scheint sich im Maximilianeum pudelwohl zu fühlen. Bleibt? Sabine Steininger. Für ihre diplomatische aber konsequente Art, wird sie fraktionsübergreifend geschätzt, wie kaum ein anderer im Stadtrat. Ihre Politik gilt außerdem als extrem zukunftsorientiert. Nur: Ein höheres politisches Amt strebt die Fraktionsvorsitzende der Grünen, die schon die Arbeit in Gotes Wahlkreisbüro niedergelegt hat, nicht an.

Womit wir bei Designer und Gote-Ehemann Stefan Schlags wären. Ein Mann, der wie Steininger durchaus radikal-grüne Politik vertritt, dabei aber viel lauter als die Fraktionsvorsitzende auftritt. Ein Mann, der polarisiert und der mit seinem Vorstoß, zum 250. Geburtstag des Dichters Jean Paul auf dem Marktplatz eine 19 Meter hohe “Himmelstreppe” zu bauen, gezeigt hat, dass er sich für kein Gedankenspiel zu schade ist. Warum also nicht auch mit dem Gedanken spielen, den bundesweiten Hype um die Grünen zu nutzen und selbst in die Chef-Etage des Bayreuther Rathauses einzuziehen. 2012 nahm Schlags schließlich schon einmal Anlauf und spricht davon, noch einmal Lust zu haben, auf einen richtig guten Wahlkampf. Für wen er den führen will, verrät er aber nicht. Ihren Kandidaten wollen die Grünen erst im Dezember präsentieren. Dass sie einen präsentieren, gilt als sicher.  Beim aktuellen Höhenflug der Grünen, kann sich die Partei etwas anderes auch gar nicht erlauben.

bt-Tipp: Stefan Schlags wirft seinen Hut in den Ring. 

Stefan Schlags (Grüne). Foto: Stadt Bayreuth

Die weiteren Parteien:

Aus Reihen der FDP ist dem Ex-Landtagsabgeordneten und amtierenden Mitglied des Deutschen Bundestags, Thomas Hacker, eine Kandidatur zuzutrauen. Hinter den Kulissen soll er die schon mehrfach angekündigt haben. Allerdings haftet Hacker noch der Strafbefehl an, den er akzeptiert hat, weil er Gelder der FDP zu Unrecht auf sein Konto hat überweisen lassen. Da er zu dem Zeitpunkt bei der Bank in der Kreide stand, hätte das Geld stattdessen auf ein Kreditkonto gehen müssen. Als Schatzmeister der FDP-Oberfranken trat Hacker daraufhin zurück. Kritiker stellen seitdem aber auch seine Eignung als Vorsitzender des Rechnungsprüfungsausschusses in Frage.

GDM, dieses Kürzel ist vielen in Bayreuth noch immer ein Begriff. Gert-Dieter Meier, der einstige Redaktionsleiter des Nordbayerischen Kuriers, zog es unter Chefredakteur Joachim Braun 2012 nach Bremerhaven. Seit einiger Zeit ist er zurück in der Stadt und will dem Vernehmen nach für Wählergruppe Die Unabhängigen in den Stadtrat, die dort gemeinsam mit der FDP eine Fraktionsgemeinschaft bildet. Für sehr viel mehr als ein Mandat wird es vorerst aber nicht reichen. Zu lange war “GDM” raus aus der Stadt.

Bleibt noch Stefan Schuh, Junges Bayreuth (JB). Seit einem Jahr ist Schuh der Fraktionsvorsitzende des JB, er hat das Amt von Iris Jahn übernommen. Bei der Übernahme versprach Schuh einen eigenen Kandidaten zu stellen um die Fraktion, die wegen einer früheren Fraktionsgemeinschaft mit den Liberalen vielen noch als Anhängsel der FDP im Kopf ist, zu emanzipieren. Was wiederum voraussetzt, dass FDP/DU auch einen Kandidaten stellen oder zumindest einen anderen als den des JB unterstützen. Der einzige für das Junge Bayreuth in Frage kommende Kandidat ist wohl Stefan Schuh selbst.

bt-Tipp: Stefan Schuh tritt an.

Stefan Schuh. Foto: Stadt Bayreuth

CSU: Das ist der neue Vorstand für Bayreuth-Stadt

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Die Bundestagsabgeordnete Silke Launert ist mit 93,3 Prozent der Stimmen zur neuen CSU-Kreisvorsitzenden in Bayreuth gewählt worden. Sie löst damit Altoberbürgermeister Michael Hohl ab, der die Führung des Kreisverbandes im Jahr 2011 übernommen und bereits vor zwei Jahren angekündigt hatte, für diese Amt in diesem Jahr nicht mehr zur Verfügung zu stehen. Gegenkandidaten gab es keine.

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Als stellvertretende Kreisvorsitzende wurden Christopher Huth, Stephanie Kollmer sowie die Stadträte Ingrid Heinritzi-Martin und Christian Wedlich wiedergewählt. Schatzmeister ist weiterhin Markus Drechsel. Bei den Schriftführern wurden Christina Huth und Julia Rogler in ihren Ämtern bestätigt. Als Beisitzer gehören dem neuen Kreisvorstand an: Jutta Bühl, Robert Eichler, Fabian Mangold, Claus Müller, Stadtrat Helmut Parzen, Robert Rühl, Matthias Unger und Stadtrat Franz-Peter Wild. Der Kreisvorstand wird komplettiert durch Bundeswahlkreisgeschäftsführer Sebastian Machnitzke und Kreisgeschäftsführer Mirko Matros.

CSU: Silke Launert soll auf Michael Hohl folgen

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Am Freitagabend wird es einen Wechsel an der Spitze des CSU-Kreisverbands Bayreuth-Stadt geben. Nach acht Jahren als Vorsitzender wird Bayreuths Altoberbürgermeister Michael Hohl nicht mehr für den Vorsitz kandidieren. Seine Favoritin ist die Bundestagsabgeordnete Silke Launert. Ein Gegenkandidat ist im Vorfeld nicht in Sicht.

Michael Hohl. Foto: CSU

Seine Entscheidung, nicht mehr zur Wahl anzutreten, erklärt der 59 Jahre alte Hohl im Gespräch mit dem Bayreuther Tagblatt damit, dass er eine ganze Reihe weiterer Ämter innehabe und den Staffelstab an die nächste Generation Politiker weitergeben wolle, bevor es zu Abnutzungserscheinungen komme.

Schön ist natürlich, wenn man mit der Übergabe des Staffelstabes auch einen Generationswechsel hinbekommt.

(Michael Hohl, Vorsitzender des CSU-Kreisverbandes Bayreuth-Stadt)

Zur Begründung, warum er die 42 Jahre alte Silke Launert als seine Nachfolgerin vorschlagen will, sagt Hohl:

Ich habe sie als sehr engagierte Frau mit hohem politischen Sachverstand kennengelernt.

(Michael Hohl)

Zwar habe es im Vorfeld Überlegungen gegeben, wonach auch einer der vier derzeitigen Stellvertreter – Ingrid Heinritzi-Martin, Christopher Huth, Stephanie Anna Kollmer und Christian Wedlich – zur Wahl um den Vorsitz antreten könnten. Wie Hohl sagt, habe man sich jedoch “miteinander und im guten Ton” auf Launert als Favoritin geeinigt. Dem Vernehmen nach habe auch Kollmer mit einer Kandidatur geliebäugelt. Die Vorsitzende des CSU-Ortsverbandes Bayreuth-West kandidiert auch auf der Liste zur Europawahl auf Platz 30.

Ärger bei der vergangenen Wahl

Vor zwei Jahren gab es im Vorfeld Ärger. Patrick Lindthaler, heute 35 Jahre alt und Beisitzer im Vorstand des Kreisverbandes Bayreuth-Stadt, war ohne vorherige Gespräche gegen Hohl angetreten. Ein Vorgehen, das Hohl damals wie heute als nicht schön bezeichnete. Sowohl Hohl als auch Lindthaler hatten im Vorfeld hinter den Kulissen Mehrheiten organisiert. Gegenüber der Presse hatte Lindthaler von einer großen Unzufriedenheit innerhalb der Partei aufgrund des Führungsstils des Altoberbürgermeisters gesprochen. In einer regelrechten Kampfabstimmung unterlag der Herausforderer dann aber mit 96 zu 41 Stimmen deutlich.

Als Bundestagsabgeordnete sei Launert “am Puls der Zeit”, was der Partei insgesamt gut tun werde, sagt Hohl nun über seine Favoritin. Allenvoran die bevorstehende Kommunalwahl am 15. März 2020 stelle die erste große Aufgabe für die neuen Vorsitzende dar.

Die Verjüngung und Verweiblichung der Partei sind Prozesse, die im Gang sind. Es ist aber immernoch Luft nach oben.

(Michael Hohl)

Hohl verspricht, dass sich auf der CSU-Liste zur Stadtratswahl etliche Frauen auf erfolgsversprechenden Plätzen wiederfinden werden. Zu seinen weiteren politischen Pläne will sich Hohl derweil nicht äußern. Bayreuths Altoberbürgermeister war sowohl als Kandidat um das Amt der Oberbürgermeisters der Stadt, als auch als Nachfolger von Landrat Hermann Hübner (CSU) bereits im Gespräch. Hohl war von 2006 bis 2012 Oberbürgermeister der Stadt

Wahrscheinlich Ende Juni, vielleicht aber auch erst nach der Sommerpause, werden wir unsere Kandidaten nominieren.

(Michael Hohl)

Silke Launert. Foto: Thomas Trutschel/ Deutscher Bundestag

Silke Launert selbst sagt, sie “erbe” eine Liste von Kandidaten für die Stadtratswahl, die eine Kommission bereits zum Teil ausgearbeitet habe. Sie wolle allerdings darauf hinwirken, dass noch weitere junge und weibliche Kandidaten auf aussichtsreichen Plätzen geparkt werden.

Wir müssen Junge in den Stadtrat bekommen.

(Silke Launert, Bundestagsabgeordnete der CSU)

Mit ihrem Mandat als Bundestagsabgeordnete sei das Amt der Kreisvorsitzenden gut zu vereinen. Launert sagt, auch viele andere Abgeordnete stünden in ihrer Heimat an der Spitze eines Kreisverbandes, manche, wie Hans-Peter Friedrich führten sogar einen Bezirksverband an.

Wer den Erfolg einer Partei will, muss das unter einen Hut bringen.

(Silke Launert)

Auf der anderen Seite verfolge sie selbst keine kommunalpolitischen Interessen in Bayreuth und müsse daher anders als die Kandidaten für die Oberbürgermeister- und Stadtratswahl nicht auf jeder Veranstaltung präsent sein.

Ich kandidiere selbst nicht als OB-Kandidatin.

(Silke Launert)

Die OB-Frage habe der Kreisverband Bayreuth-Stadt tatsächlich noch nicht geklärt, versichert Launert.