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Wirtsgogl G'Schichtla

Wirtsgogl-G’schichtla: Die Bahrschilder in St. Michael

Adrian Roßner, Foto: Privat

Adrian Roßner ist einer der jüngsten Heimatforscher Deutschlands und kommt aus der Region: In unserer bt-Serie “Wirtsgogl-Gschichtla” gibt er uns alle 14 Tage Einblicke ins seinen Fundus:  kuriose Geschichten, unglaubliche Erzählungen und Besonderheiten aus unserer Region. 

In Teil 2 der Serie geht es um die “Bahrschilder” in der Weidenberger Kirche St. Michael. Man brachte diese bei Beerdigungen am Sarg des verstorbenen Meisters oder an einem „Bahrtuch“ an, das ihn bedeckte. Mit Aufkommen der weiterverarbeitenden Berufe spezialisierte man sich auf einzelne Produkte: Neben den Hufschmieden, etablierten sich auch die Nagel-, Ringel- und Sägschmiede, die sich in einer entsprechenden Zunft zusammenschlossen.

“Die Bahrschilder in der Weidenberger Kirche St. Michael”


Wirtsgogls-Gschichtla #2 zum Anhören


Die Weidenberger Kirche St. Michael gilt vollends zurecht als Prunkstück des markgräflichen Barockstils. Besuchern jedoch, die das monumentale Bauwerk besichtigen und sich vom himmlischen Prunk auf der (zur Erbauungszeit recht kärglichen) Erde ablenken lassen, entgehen zwei kleine ovale Scheiben, die sich links und rechts der inneren Eingangstür befinden und auf ein vergangenes Kapitel der Lokalgeschichte verweisen.

Von Märkten, Handwerkern und Zünften

Schon im Mittelalter hatte eine wahre „Verstädterung“ auch unserer Region eingesetzt, die zur Folge hatte, dass sich die bis dato meist landwirtschaftlich geprägte Gesellschaft tiefgreifend veränderte. Aus den Bauern, die meist auf verlehnten Höfen arbeiteten und viele Produkte des täglichen Lebens selbst herstellten, hatten sich Handwerker entwickelt, die immer öfter in die größeren Siedlungen zogen, um dort den in der Entwicklung befindlichen „Markt“ zu bedienen.

Daraus entstand – vollends logisch für dieses frühkapitalistische System – eine gewisse Konkurrenz zwischen den einzelnen Anbietern, die bspw. versuchten, einander durch günstiger hergestellte Waren auszubooten. Die damit einhergehende Qualitätsminderung nötigte schon bald dazu, die Hersteller in einer Organisation zu vereinen, die sich zum einen um die Wahrung ihrer Rechte kümmerte, zum anderen jedoch dafür sorgte, dass eine gewisse Fairness im Vertrieb der Waren sichergestellt werden konnte: Die „Zünfte“ waren geboren. Neben den bekannten Vereinigungen, die in großen wie auch in kleinen Städten die Bäcker, die Müller oder landwirtschaftlich-orientierte Handwerksberufe wie Wagner zusammenfassten, organisierten sich – je nach Anzahl – mancherorts auch die Schmiede in einer entsprechenden Einung.

Ein Ruhrgebiet des Mittelalters

In Weidenberg lässt sich eine solche Institution bereits seit 1688 nachweisen, was darauf schließen lässt, dass ihre Traditionen weit zurückreichen müssen. Tatsächlich gilt die These, derzufolge die namensgebenden Herren von Weidenberg als Lokatoren und auch als Überwacher einer seit dem Hochmittelalter betriebenen Suche nach Erzen fungierten, als gesichert. Urkundlich fassbar wird der Bergbau zwar erst 1466, entwickelte sich dann jedoch innerhalb kürzester Zeit zur gewinnbringenden Wirtschaftsmacht: Schon 1450 war eine Berggesellschaft gegründet worden, um die Fördermengen zu steigern. Rund um den Ort hatten sich davon ausgehend nicht allein Zechen und Bergwerke entwickelt, sondern es war eine Art „kleines Ruhrgebiet“ entstanden, in dem auf relativ engem Raum die Verarbeitung der abgebauten Rohstoffe direkt vor Ort geschehen konnte.

Bahrschild 02

Foto: Adrian Roßner

Von den Gruben mit recht bildhaften Namen wie „reiche Zeche“ oder „Bescherte Glück“ kamen die Erze in die produzierenden Betriebe, „darunter drey Waffenhämmer, von denen zwey zur Oberpfalz gehören [und deren][…] Arbeiten auf Märkte und Messen geschickt und von In- und Ausländern aus fernen Gegenden abgeholt werden“ wie Johann Michael Füssel in seinem Tagebuch schreibt. Diese sogenannten „Schrötelhämmer“ (Hammerwerke zum Zerkleinern des Erzes vor dem eigentlichen Schmelz-Vorgang) stecken noch heute in vielen Ortsnamen wie „Rosenhammer“ und dienten daneben als Vorlage für unzählige Sagen, in denen sich die „Schröteler“ den ein oder anderen Scherz mit den neuen Bewohnern ihrer alten Mühlen erlaubten.

Die Bahrschilder

Mit Aufkommen der weiterverarbeitenden Berufe und der relativ schnell eintretenden „Sättigung“ des Marktes wurde schon bald eine Spezialisierung auf einzelne Produkte notwendig: So etablierten sich neben den Hufschmieden, auch die Nagel-, Ringel- und Sägschmiede, die sich in Weidenberg (wo sich noch Ende des 18. Jahrhunderts 15 solcher Handwerker nachweisen lassen) in einer entsprechenden Zunft zusammenschlossen. Ausschlaggebend für diese Form der Organisation waren neben der bereits erwähnten Sicherstellung des fairen Wettbewerbs untereinander auch die Festschreibung der Gesellen-Ausbildung, die Dauer der Lehrzeit und – meist vergessen – starke Auswirkungen auf das Privatleben der Mitglieder.

Wer Teil einer Zunft werden wollte, musste nicht allein über das notwendige Kapital verfügen, mit dem die Einung ihre Geschäfte betrieb und das notfalls unschuldig verarmten Kameraden zur Verfügung gestellt wurde, sondern sich auch den Gepflogenheiten und Regeln unterwerfen. So war mit einer Anzeige aus den eigenen Reihen zu rechnen, sofern ein Mitglied Gott lästerte oder sich despektierlich über einen seiner Brüder äußerte, ohne Beweise für seine Beschuldigungen vorweisen zu können. Als Ehre jedoch galt es den Meistern, wenn ihnen bei der Beerdigung von den übrigen Mitgliedern der Zunft das Geleit gegeben wurde, wodurch auch die ominösen Tafeln in der Weidenberger Michaels-Kirche ihren wahren Sinn enthüllen. Es handelt sich dabei um „Bahrschilder“, die man bei Beerdigungen entweder direkt am Sarg des verstorbenen Meisters, oder aber an einem „Bahrtuch“, das ihn bedeckte, befestigte.

 

Bahrschild 01

Foto: Adrian Roßner

Interessant sind in diesem Zusammenhang in erster Linie die beiden unterschiedlichen Ausführungen: Während das eine Schild die in der Zunft vereinten Schmiedeberufe aufführt, zeigt das andere, dominiert von den beiden herrschaftlichen Löwen, die jeweiligen Symbole wie Wagenrad, Säge und Gürtelschnalle. Es darf davon ausgegangen werden, dass einst mehrere dieser Schilder existierten (auch für andere Zünfte, wie die Bäcker), wovon sich jedoch vermutlich keine mehr erhalten haben. Insofern bieten diese beiden, wenngleich unscheinbaren Objekte einen beeindruckenden Blick in die Vergangenheit nicht allein Weidenbergs, sondern der gesamten Region und weisen zudem auch auf die Gesellschaftsformen unserer Vorfahren hin.

Der Wirtsgogl erzählt von Postkutschen

Wirtsgogl-G’schichtla: Postkutschen im Fichtelgebirge

Adrian Roßner, Foto: Privat

“Heimatforschung geht auch unterhaltsam”: Das beweist Adrian Roßner in unserer bt-Serie “Wirtsgogl-Gschichtla”. Roßner ist einer der jüngsten Heimatforscher Deutschlands und kommt – glücklicherweise – “von hier”. Alle 14 Tage kramt er für uns in seinem Fundus von kuriosen Geschichten, unglaublichen Erzählungen und Besonderheiten aus unserer Region.

In Teil 1 der Serie geht es um die Postkutschen im Fichtelgebirge. Während heute Distanzen von hunderten von Kilometern im Auto oder Flugzeug in kürzester Zeit zu bewältigen sind, war das früher anders. Wie diese Entwicklung in unserer Region von Statten ging, können Sie in der ersten Ausgabe der “Wirtsgogl-Gschichtla” nachlesen.

Mit der „geschwinde fahrenden Postkalesche“ durch das Fichtelgebirge


Wirtsgogls-Gschichtla #1 zum Anhören

 


Der Status Quo

Mit Blick auf die bewegte Vergangenheit neigen wir immer wieder dazu, ganze Epochen unter einen Oberbegriff zu stellen, der sich meist an den größten Errungenschaften der jeweiligen Zeit orientiert. Angefangen in der Frühgeschichte, als man erstmals Eisen und Bronze zur Herstellung von Werkzeugen nutzte, bis hin zum „Industriezeitalter“, das im 19. Jahrhundert die ersten Maschinen auch in unsere Region brachte, hat jede Ära ihre ganz eigenen Spezifikationen. Es stellt sich nun jedoch die – natürlich recht spekulative – Frage, was die Menschen in ferner Zukunft einst über unsere momentane Gegenwart sagen werden. Sofern sie sich an der früheren Namensfindung orientieren, bleibt eigentlich nur eine Möglichkeit: „Kommunikationszeitalter“.

Nichts nämlich hat die Geschichte während der letzten einhundert Jahre derart verändert, wie die Möglichkeit, miteinander in Kontakt zu treten. Beginnend mit den ersten Telefonen, die – über die Posthaltereien und die berühmten Fräulein vom Amt – Menschen über mehrere Kilometer hinweg miteinander verbanden, bis hin zum Internet und den E-Mails rückte die Welt Stück für Stück näher zusammen. Doch bei allem Fortschritt schwindet einmal mehr die Wertschätzung der eigenen Möglichkeiten: Beinahe nebenbei tippen wir heute auf den Computertastaturen herum und senden – wenn man die Sache ehrlich selbstkritisch betrachtet – meist ziemlich Belangloses durch den Äther.

Kommunikation über weite Strecken: Wie alles begann

Noch vor wenigen Jahrhunderten stellte sich die Sache indes anders dar. Man lebte im eigenen Dorf, neben den seit jeher bekannten Nachbarn und jede Reise, die über die mittelalterlichen Hohlwege in eine der nächsten Städte führte, war ein kleines Abenteuer. Die gleichen Trassen nutzte man schließlich auch, als sich Ende des 17. Jahrhunderts eine erste Revolution ankündigte, die dazu beitragen sollte, dass sich der Horizont der Bewohner unserer Region rapide verändern und die Heimat in Kontakt mit der großen Weite der Welt treten würde.

Die zugrundeliegende Idee freilich war denkbar einfach: Um Schriftstücke zuverlässiger und schneller von A nach B zu bringen, wollte man feste Strecken definieren, die in regelmäßigen Abständen von einem reitenden Boten bedient werden sollten. Die Aufsicht über dieses erste Kommunikationsnetzwerk hatte sich bereits recht früh ein lombardisches Geschlecht gesichert, dessen Namen „Tasso“ man mit dem Ausbau des Einflusses auf das Heilige Römische Reich Deutscher Nation in „Taxis“ änderte.

Einfluss auf die Wirtschaft

Noch heute steht die Familie Thurn und Taxis synonym für die Postgeschichte bis in das 19. Jahrhundert hinein und war damit natürlich auch zu einer gewissen Instanz geworden. Immerhin lag es in ihrer Macht, die Politik wie auch die Wirtschaft entscheidend zu beeinflussen – schlichtweg dadurch, dass sie die Wege der Informationsvermittlung im Monopol kontrollierte.

Verständlich also auch das baldige Streben nach immer weitreichenderen Verbindungsstrecken, die ab dem 17. Jahrhundert – wenige Jahrzehnte nach dem Ende des 30jährigen Krieges – die aufblühenden Metropolen des Reiches besser vernetzen sollten. In Nürnberg war es der damalige Postmeister Gottfried Egger, der von der Einrichtung einer reitenden Post nach Leipzig träumte und dafür sorgte, dass sich am 15. April 1683 auch tatsächlich ein erster Bote auf den beschwerlichen Weg machte.

Eine Postkutsche in Weidenberg

Eine Postkutsche in Weidenberg, Foto: Archiv Weidenberg

Praktische Innovationen

Über Stock und Stein trieb er sein strammes Ross auf der 255 Kilometer langen Strecke, doch wäre es weder Reiter noch Tier zuzumuten gewesen, die gesamte Route allein zu bewältigen, weshalb man in regelmäßigen Abständen „Postställe“ errichtete, an denen die wertvolle Fracht den Boten wechselte, während sich der ausgelaugte Kollege – samt reitbarem Untersatz – die wohlverdiente Ruhe gönnte. Der Erfolg des gut organisierten Systems sprach schnell für sich und führte dazu, dass es ab 1686 nicht allein für immer mehr postalische, sondern auch für menschliche Fracht Anwendung fand. Seit dem 28. September des Jahres machten sich in regelmäßigen Abständen die „geschwinde fahrenden Caleschen“ von Nürnberg aus über Erlangen, Bayreuth und Münchberg auf den Weg nach Hof, wo eine Kutsche der königlich-sächsischen Post übernahm; allen Neuerungen zum Trotz, wollten die kleinlich definierten Staatsgrenzen gewahrt bleiben.

Wenngleich die Region demnach schon relativ früh Anschluss an das im Ausbau befindliche Netz erhielt, so dürfen die Annehmlichkeiten während der Fahrt in den kaum gefederten Konstruktionen nicht überschätzt werden: Immerhin benötigte man für die Strecke von Nürnberg nach Leipzig noch immer (gut durchgerüttelte) 67 Stunden, was niemand ausgehalten hätte. Logisch, dass man die Ställe recht bald zu Poststationen ausbaute, die auch Unterkünfte für die betuchten Reisenden bereitstellten. Noch heute haben sich solche prachtvollen Ensembles in der Region erhalten. Im Weißenstädter Gasthof „Zur Post“ lagen in der breiten Tordurchfahrt erhöhte Türen, über die die Fahrgäste direkt von der Kutsche aus die wohlig warme Gaststube treten konnten.

Unterwegs in der Region

In Münchberg indes zeigt das gut erhaltene Hotel „Schwarzer Adler“ nebst eigens für die Kutschen Anfang des 18. Jahrhunderts gebauter Schmiede, wie umfassend die Versorgung einst aussah. Nach dem Pferdewechsel, der nicht länger als maximal eine Stunde dauern durfte, konnte man sich von diesen „Relais-Stationen“ aus ausgeruht auf die nächste Etappe der Reise machen, wobei manch einer vermutlich ein „Schmiergeld“ springen ließ, um mittels gefetteter Achsen ein wenig ruhiger dahingleiten zu können. In Weidenberg diente das Gasthaus „Schwarzes Roß“ als Pferdewechselstation, die bis zur Einweihung der Eisenbahnstrecke Bayreuth-Warmensteinach Ende des 19. Jahrhunderts in Betrieb geblieben ist. Interessant sind in diesem Zusammenhang auch die überlieferten Fahrtzeiten aus dem Jahr 1868:

Bei einer Abfahrt in Fichtelgebirge um 4.30 Uhr erreichte die Kutsche Weidenberg um 7.30 Uhr und kam schließlich um 9.40 in Bayreuth an, ehe man sich um 14.30 Uhr wieder auf den Rückweg macht.

Wie auch bei der Eisenbahn in der Mitte des 19. Jahrhunderts der Fall, begann entlang der Kutschenstrecken ein wirtschaftlicher Aufschwung, von dem die Anrainer zu profitieren verstanden. Schnell folgten daher auf die Hauptwege kleinere Nebenverbindungen, die die betuchten Reisenden in das Fichtelgebirge brachten. Allen voran der letzte Markgraf des Bayreuther Fürstentums, Carl Alexander, hatte sich in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts um den Ausbau der Verkehrswege verdient gemacht, wovon noch heute Postsäulen wie das Exemplar bei Wunsiedel aus dem Jahre 1792 zeugen. 1831 schließlich war der Zenit des Netzes erreicht: Von Bayreuth aus führte eine Eilwagenverbindung über Berneck und Münchberg nach Hof, von der bei Gefrees Stichstrecken über Weißenstadt nach Wunsiedel, Marktredwitz und Thiersheim abzweigten. Bayreuth, Hof und Wunsiedel waren zudem zu den wichtigsten Knotenpunkten aufgestiegen und profitierten demnach am meisten vom rasanten Fortschritt.

Fahrplan der Postkutsche 1831

Fahrplan der Postkutsche 1831, Foto: Adrian Roßner

Bahn statt Kutsche

Natürlich machte der Fortschritt jedoch auch vor den Postkaleschen nicht Halt: Als sich 1835 schnaubend der berühmte Adler auf der Ludwigsbahn von Nürnberg nach Fürth in Bewegung gesetzt hatte, werden manche schon gemutmaßt haben, dass die Dampfkraft die Pferdestärke früher oder später überholen würde. Am Ende kam es gar schneller, als anfangs gedacht. Bereits 1848 wurde mit der Ludwig-Süd-Nord-Bahn das Königreich Bayern mit dem benachbarten Sachsen verbunden und machte damit auch die Kutschverbindungen bald überflüssig. Nicht allein bequemer war das Reisen auf eisernen Schienen, sondern auch schneller – hin und wieder gar zu schnell; in Anbetracht von Geschwindigkeiten zwischen 25 und 40 km/h fürchtete manch einer, sein Verstand könnte noch in Nürnberg weilen, während sein Körper bereits im Hofer Bahnhof einfuhr.

Im Zuge dieser letzten Entwicklung kam es auch zu einer kurzen Renaissance der alten Verkehrsmittel. Um die entfernteren Gebiete ohne Bahnanschluss nicht außen vor zu lassen, richtete man Karriolfahrten ein, die von pferdebespannten „Postomnibussen“ durchgeführt wurden. Heute freilich zeugen nurmehr wenige Relikte von der Zeit, in der Reisen stets auch einem Abenteuer glich: Neben den bereits erwähnten Stationen finden sich hier und da noch vereinzelte Kilometersteine, die durch das eingeritzte Posthorn deutlich dem alten Verkehrsnetz zugeordnet werden können.

Mit dem Abriss des alten Poststalls in Hof verschwand 2012 ein letztes Zeugnis jener Institution für immer von der Bildfläche. Und wenngleich man sich in Zeiten von PS-starken Automobilen, Eisenbahnlinien und einem weltweiten Kommunikationsnetzwerk sicher nicht in die Vergangenheit zurücksehnt, so würde es uns dennoch gut tun, uns ein wenig an der Lebensweise der Vorfahren zu orientieren, die nicht jeden flüchtigen Gedanken direkt mit der ganzen Gesellschaft teilen mussten, sondern das geschriebene Wort noch wertzuschätzen wussten.


Literatur:

Jäger, Elisabeth: „Wunsiedel 1810 – 1932. Band III einer Geschichte der Stadt Wunsiedel“, Wunsiedel 1983

Nittel, Artur: „Aus der Postgeschichte des Landkreises Münchberg“ (Manuskript im Stadtarchiv Münchberg)

Roßner, Adrian: „Die geschwinde fahrende Postkalesche. Eine kurze Geschichte des Postkutschenverkehrs in Münchberg“, in: 650 Jahre Stadtrecht in Münchberg, hg. von Martina Michel und Adrian Roßner, Münchberg 2014, S. 61-63

Roßner, Adrian: „Eine kurze Geschichte der Eisenbahnstrecke Münchberg-Zell“, in: Sparnecker Historische Hefte Bd. 2, Sparneck 2012, S. 3-9