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OB-Wahl 2020: Junges Bayreuth nominiert Stefan Schuh

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In gut vier Monaten finden Kommunalwahlen in Bayern statt. Für das Amt des Oberbürgermeisters der Stadt Bayreuth hat das Junge Bayreuth am Freitagabend seinen Kandidaten nominiert: Stefan Schuh möchte Nachfolger von Brigitte Merk-Erbe werden.

Ziele über eine Amtsperiode hinaus verfolgen

Es ist das erste Mal, dass das Junge Bayreuth einen Kandidaten bei einer Oberbürgermeister-Wahl stellt, wie Christopher Süss, der stellvertretende Vorsitzende der Partei sagt. Im Stadtrat ist das Junge Bayreuth bisher mit drei Plätzen vertreten. Stefan Schuh möchte insbesondere in den Bereichen Kinderbetreuung, in der Erhaltung und Instandhaltung von Schulen und in der Digitalisierung neue Schritte gehen. Für die Kommunalwahl im März wünscht Schuh sich, es in die Stichwahl zu schaffen.

Stefan Schuh ist OB-Kandidat des Jungen Bayreuth. Foto: Carolin Richter

Jung, dynamisch und engagiert

Seit fast acht Jahren herrsche Stillstand im Rathaus, so Süss. Das solle sich mit OB-Kandidat Stefan Schuh ändern. Das Junge Bayreuth habe mit Stefan Schuh einen Kandidaten nominiert, der jung und dynamisch sei und ebenso Gestaltungswillen und Visionen mitbringe, wie Süss erklärt. Viele der Bayreuther Bewerber bei der OB-Wahl 2020 seien älter. Das sehe Schuh als Chance, aus folgendem Grund:

Ich möchte meine Ziele mit Kontinuität verfolgen, das heißt über eine Amtsperiode hinaus, um mit dem nötigen Weitblick langfristig etwas zu erreichen.

(Stefan Schuh, OB-Kandidat Junges Bayreuth)

Als Fraktionsvorsitzender des Jungen Bayreuths und weil er selbst bereits im Bereich der Verwaltung gearbeitet habe, bringe er aber trotzdem die nötige Erfahrung für das Amt mit. Stefan Schuh engagiert sich ehrenamtlich bei Feuerwehr und dem Round Table. Als Vater einer Patch-Work-Familie wisse er genau, was junge Familien in Bayreuth benötigen würden.

Dafür möchte sich Stefan Schuh einsetzen

Das Thema Kinderbetreuung sei im Rathaus zwar bereits im Gespräch, es komme aber nicht so recht voran, wie Schuh sagt. Immer wieder müssten Betreuungsplätze nachgesteuert werden, da der Bedarf größer als das Angebot sei. Seiner Meinung nach müsse man das Thema anders angehen: Schuh schlägt vor Kindergartenplätze auf Vorrat zu halten. Neben der Anzahl an Plätzen, solle aber vor allem auch die Qualität der Betreuung verbessert werden.

Ich bin der Auffassung Kinderbetreuungsplätze sollten von der Stadt Bayreuth auf Vorrat gehalten werden. Das ist elementar. Allerdings geht es nicht nur um die Quantität, auch die Qualität muss künftig verbessert und seitens der Stadt regelmäßig kontrolliert werden.

(Stefan Schuh, OB-Kandidat Junges Bayreuth)

Als weiteres Kernthema sieht Schuh den Bereich Schulen. “Es findet eine große Überplanung statt. Nur 20 Prozent der geplanten Schul-Bauprojekte werden tatsächlich realisiert”, erklärt er. Es sei wichtig, dass die Schulen in einem baulichen Zustand sind, der niemanden abschrecke. Bestandsgebäude sollten erhalten und bewirtschaftet werden.

Die Kinder sollen sich wohlfühlen und gerne zur Schule gehen.

(Stefan Schuh, OB-Kandidat Junges Bayreuth)

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Eine saubere Schnittstelle im Bereich Digitalisierung

Zudem sieht Schuh Verbesserungsbedarf im Bereich Digitalisierung. Sowohl beim internen Datenmanagement der Stadtverwaltung, aber auch bei der Interaktion mit den Bayreuther Bürgern. “Wir benötigen eine saubere Schnittstelle. Könnten die Bürger alle Anträge online einreichen, bleibe mehr Zeit zur freien Gestaltung”, sagt Schuh. Jeder könne dann selbst entscheiden, ob er Anträge lieber am Wochenende oder wochentags einreiche.

Ist ein Neubau des Klinikums Bayreuth realistisch?

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Die CSU schickt Thomas Ebersberger, der derzeit Bayreuths zweiter Bürgermeister ist, als OB-Kandidat in den Kommunal-Wahlkampf 2020. Er plädiert nun für einen Neubau des Klinikums am Roten Hügel, statt es zu sanieren. Ein Antrag von ihm dazu ist bereits im Rathaus eingegangen. Realistische Option oder nur eine Illusion? Das sagen die stellvertretende Aufsichtsratvorsitzende Brigitte Merk-Erbe, die Geschäftsführung des Klinikums und SPD-Kandidat Andreas Zippel dazu.

Klinikum und Medizincampus vereint

Thomas Ebersberger argumentiert damit, dass die Kosten für eine Sanierung des Klinikums bereits sehr hoch seien. Außerdem spiele auch der geplante Medizincampus eine wesentliche Rolle: Laut Ebersberger solle beides am besten zusammen auf einer Fläche nahe der Universität Bayreuth realisiert werden. Wo genau ist allerdings unklar.

Was das Klinikum Bayreuth dazu sagt

So reagierte die Geschäftsführung des Klinikums Bayreuth auf Thomas Ebersbergers Vorschlag:

Die Diskussionen um einen Neubau oder eine Sanierung wurden in der Vergangenheit ausführlich und detailliert geführt, mit deutlicher Mehrheit beschlossen und auch publiziert. All die dabei berücksichtigten Argumente haben nach wie vor Gültigkeit.

Für das Klinikum Bayreuth als kommunales Krankenhaus kommen die Fördergelder aus dem Bayerischen Gesundheitsministerium und nicht vom Wissenschaftsministerium, das lediglich für den Medizin-Campus zuständig ist. Die Frage Neubau oder Sanierung ist daher unabhängig vom Medizin-Campus zu bewerten.

Neben den Kosten und den Fördergeldern ist aber vorrangig der Faktor Zeit ausschlaggebend. Wir haben einen gültigen Förderbescheid; Gutachten und Genehmigungen sind eingeholt. Wir erwarten in Kürze die Baugenehmigung für den ersten Bauabschnitt und dann wird es losgehen.

Jetzt die Diskussion über einen Neubau zu führen, würde heißen, dass noch einmal viel Zeit ins Land gehen würde, bevor sich etwas tut. Mit Blick auf die bestehende Infrastruktur braucht das Klinikum eine schnelle Lösung.

(Geschäftsleitung des Klinikums Bayreuth)

Was Oberbürgermeisterin Brigitte Merk-Erbe sagt

Die Oberbürgermeisterin und stellvertretende Aufsichtsratvorsitzende Brigitte Merk-Erbe zeigt sich überrascht vom Antrag ihres jetzigen Stellvertreters. Sie befürchtet, dass es so zu Verzögerungen in der Umsetzung kommen könnte. “Meines Erachtens brauchen das Klinikum und das für die Region Bayreuth so wichtige Projekt Medizincampus Planungssicherheit und Verlässlichkeit. Ich halte es für keine gute Idee mit dem Klinikum Wahlkampf machen zu wollen – völlig unabhängig davon, dass derzeit kein Grundstück zur Verfügung steht und auch nicht gesagt worden ist, was mit den  jetzigen Gebäuden geschehen soll”, äußert sie sich auf Anfrage des Bayreuther Tagblatts.

Brigitte Merk-Erbe. Foto: Carolin Richter

Über den Antrag von Bürgermeister Thomas Ebersberger bin ich verwundert. Die bisherigen Überlegungen und Vorbereitungen, das Klinikum Bayreuth im Bestand zu sanieren statt einen Neubau zu errichten, sind das Ergebnis aufwendiger Prüfungen und entsprechender Beschlüsse der Gremien des Klinikums.

Ich befürchte, dass eine neuerliche Diskussion für viel Unruhe rund um das Klinikum Bayreuth sorgen wird. Mir stellt sich auch die Frage, welche Auswirkungen eine solche neuerliche Phase der Verunsicherung auf den im Entstehen befindlichen Medizincampus Oberfranken haben wird, der ja bereits in den Startlöchern steht. Schon 2021 werden die ersten Medizinstudenten in Bayreuth erwartet.

Die bisherigen Planungen sind weitestgehend mit der Bayerischen Staatsregierung besprochen. Wenn nun die bisherigen Absprachen plötzlichen nicht mehr gelten sollen, stellt sich die Frage der Fördersituation völlig neu, was ein ‚Hintenanstellen‘ bedeuten kann.

(Brigitte Merk-Erbe, stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende des Klinikums Bayreuth)

Was SPD-Kandidat Andreas Zippel sagt

Laut Andreas Zippel sei bis heute nicht klar, wie der Aufbau eines Medizincampus gelingen solle. Statt baulicher Planungen schlägt der SPD-Kandidat vor, sich mehr mit Themen der Verwaltung zu beschäftigen. Zippel findet, Ebersberger habe seine Idee nicht umfassend durchdacht:

Andreas Zippel. Foto: SPD

Der Bürgermeister hat bei seinem Vorschlag eines Neubaus jedoch außer Acht gelassen, dass bereits umfangreiche Renovierungsarbeiten von über 30 Millionen am Klinikum getätigt und von der Staatsregierung bezuschusst wurden – Gelder, die das Klinikum nicht zurückzahlen kann.

Dazu kommt, dass es gerade ein Vertreter der CSU-geführten Landesvertretung war, der vor gut zwei Jahren deutlich gemacht hatte, dass es keine Zuschüsse der Landesregierung für einen Neubau des Klinikums gäbe.

(Andreas Zippel, OB-Kandidat der SPD)

Im Fokus: Bessere Arbeitsbedingungen für Pfleger und Ärzte

Stattdessen schlägt Zippel vor, den Fokus auf strukturelle Verbesserungen zu legen: Das bedeutet, man solle einerseits bessere Arbeitsbedingungen für das Klinikpersonal anstreben. “Nur so kann angesichts eines bereits bestehenden Pflege- und Ärztemangels ein qualitativ hoher Versorgungsstandard gesichert werden. Im Klinikum arbeiten Menschen, keine Maschinen”, erklärt Zippel. Andererseits solle seiner Meinung nach der bestehende Aufsichtsrat des Klinikums abgeschafft werden. Die Aufsicht übernehme dann der gemeinsame Zweckverbands-Ausschuss der Stadt und des Landkreises Bayreuth. Der Grund: Die bisherigen Strukturen seien nicht effizient und wichtige Entscheidungsträger nicht eingebunden.

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Zippel und Fischer: Die Hoffnungsträger der SPD im Video-Interview

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Beide sind erst 27 Jahre alt. Für die älteste Partei Deutschlands sind sie nach Jahren des Niedergangs die Hoffnungsträger. Der eine, Andreas Zippel, soll für die SPD bei der Kommunalwahl 2020 den Chef-Sessel im Rathaus erobern. Den Sessel, den die in Bayreuth immer noch mitgliederstärkste Partei durch Leute wie Hans Rollwagen, Hans Walter Wild oder Dieter Mronz bis 2006 durchgängig inne hatte. Der andere, Jan-Michael Fischer, soll als Roter Landrat im schwarzen Landkreis werden. Ein Video-Interview finden Sie über dem Text.

Jan-Michael Fischer. Foto: SPD

Jan-Michael Fischer kommt aus Speichersdorf und studiert Jura, Politikwissenschaft und interkulturelle Wirtschaftskommunikation in Jena. Noch in diesem Herbst will er sein Studium abschließen. Nebenbei geht er einer Arbeit nach: Bei den Jenaer Stadtwerken ist er dafür zuständig, dass die Elektro-Mobilität in Jena geplant und koordiniert wird. Kein Wunder also, dass er im Landkreis Bayreuth vor allem Nachholbedarf in Sachen Mobilität sieht.

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Ich wollte das machen und habe gesagt, dass ich mir das vorstellen könnte (…) Dass ich nach dreijähriger Mitgliedschaft die Möglichkeit bekomme, für so ein Amt zu kandidieren, ist immer noch eine Wucht, die ich auf eine gewisse Art und Weise erst noch realisieren muss.

(Jan-Michael-Fischer darüber, dass die SPD ihn ins Rennen schickt)

Andreas Zippel hingegen stammt gebürtig aus Nürnberg, ist Wirtschaftsjurist, arbeitet und lehrt an der Uni Bayreuth und ist dort unter anderem am Aufbau neuer Studiengänge beteiligt. Für seine Vorlesungen über das Verfassungsrecht wurde er vergangenes Jahr mit dem Lehrpreis der Uni Bayreuth ausgezeichnet. Zippel promoviert außerdem an der Uni Bremen bei einem der renommiertesten Arbeitsrechtlern des Landes. In seiner Doktorarbeit beschäftigt er sich mit der Frage, welche digitalen Hilfen im Personalmanagement zulässig sind. Nach Zippels Meinung sind die derzeit in Stadt und Landkreis tätigen Politiker zu wenig tätig und verfügen über kein Konzept, wie sich die Region in den nächsten Jahren entwickeln soll.

Die SPD hat sich vermutlich überlegt, dass es gut wäre ein paar neue Ideen reinzubringen und ein bisschen Schwung.

(Andreas Zippel auf die Frage, warum die SPD ihn nominiert hat)

Andreas Zippel. Foto: Thorsten Gütling

Wie Fischer glaubt auch Zippel, dass Stadt und Landkreis vertrauensvoller miteinander umgehen und mehr miteinander kooperieren sollten. Gemeinsam wollen sie antreten, um aus Stadt und Landkreis eine starke Einheit zu machen.

Es gibt Überschneidungen in unterschiedlichsten Bereichen. Das fängt bei der Mobilität an, das geht übers Klinikum und weitere gemeinsame Projekte weiter, wo es wirklich gut ist, wenn sich Landrat und Oberbürgermeister auch wirklich gut verstehen.

(Jan-Michael Fischer)

Auch wenn sich die Nachrichten über historische Tiefpunkte bei der SPD beinahe wöchentlich wiederholen und die SPD in Bayern aktuellen Umfragen zufolge auf nicht einmal mehr zehn Prozent kommt, finden Zippel und Fischer: die Sozialdemokratie ist wichtiger denn je. Sicherlich bekomme man “wenig Rückenwind rein von dem Namen SPD”, sagt Zippel. Aber:

Man braucht sich nur mal in einen Park setzen, da sieht man Rentner die Flaschenpfand sammeln um die eigene Rente aufzubessern. Das ist ein Zustand der nicht tragbar ist.

(Jan-Michael Fischer)

Andreas Zippel (li.) und Jan-Michael Fischer (re.) im bt-Interview. Die Fragen stellt Thorsten Gütling. Foto: Carolin Richter

Das Alter? Kein Problem!

Dass ihnen ihr mit 27 Jahren noch recht junges Alter bei der Wahl zum Verhängnis wird, glauben die beiden nicht.

Dieses Alter ist eigentlich überhaupt kein Problem. Denn man bringt neue Ideen mit, man bringt Schwung mit, man bringt ganz andere Perspektiven mit.

(Andreas Zippel)

Was sie anders tun wollen als ihre Vorgänger? Man habe wahnsinnig großes Potenzial in Bayreuth, das aber kaum genutzt werde, findet Zippel. Man arbeite weder an einem Plan, wie in Bayreuth die Mobilitätswende zu schaffen sei, noch daran, wie man die Wohnungsnot lindern könnte ohne die Natur zu zerstören. Folglich sagt Zippel, es fehle ihm vor allem an Konzepten, die erarbeitet und dann auch durchgezogen werden müssten.

Schlecht getan hat sie nicht viel, weil sie wenig getan hat.

(Andreas Zippel über Oberbürgermeisterin Brigitte Merk-Erbe)

So sieht das auch Fischer, der unter anderem ein Mobilitätskonzept für den Landkreis vermisst um junge Menschen von einem Leben dort zu überzeugen. Eines, das dafür sorgen könnte, dass die Jungen in der Region bleiben und damit auch die Nachwuchssorgen in Vereinen und Feuerwehren lösen.

Der Ort für ein Interview über mehr Kooperation zwischen Stadt und Landkreis: Der in Bindlach ansässige Flugplatz der Stadt Bayreuth. Foto: Carolin Richter

Politik von der Fraktionsbank

Und wenn es nun nicht klappt mit dem Sturm auf die Chef-Sessel am 15. März des nächsten Jahres? Dann wollen sich Zippel und Fischer in Stadt- und Kreistag Gehör verschaffen. Wollen ihre Ideen davon, wie die Zukunft der Region aussehen soll, möglichst von den vorderen Bänken der Gremien vorantreiben.

Wenn ich mir zutraue eine Stadt zu führen, dann möchte ich mir auch zutrauen in einem Stadtrat eine Stadt zu gestalten.

(Andreas Zippel)

Die Inhalte, die ich jetzt im Rahmen des Wahlkampfes einbringe, möchte ich dann auch umsetzten, ungeachtet der Tatsache, ob ich Landrat werde oder nicht. Das sollte die Devise jedes Kandidaten sein.

(Jan-Michael Fischer)

Oberbürgermeisterwahl 2020: Fünf Kandidaten bahnen sich an

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Noch scheint unklar, ob die AfD bei der Kommunalwahl im nächsten Jahr einen Oberbürgermeisterkandidaten ins Rennen schickt. Zwar sollte die Entscheidung bereits in einer Sitzung Ende Juli fallen, jetzt bittet der Bundestagsabgeordnete und stellvertretende Kreisvorsitzende, Tobias Peterka, im Gespräch mit dem Bayreuther Tagblatt um weitere Wochen Aufschub, um die Kandidaten-Frage zu klären.

Anders als noch im Juli nennt es Peterka jetzt aber auf Nachfrage des Bayreuther Tagblatts “eher unwahrscheinlich”, dass die AfD in Bayreuth einen eigenen OB-Kandidaten stellt. Allerdings wolle man mit einer Liste für den Stadtrat kandidieren.

Fest steht bisher nur einer

Aktuell kandidiert im März 2020 damit sicher für das Amt des Oberbürgermeisters nur Andreas Zippel von der SPD. Zippel ist 27 Jahre alt, Wirtschaftsjurist und Dozent an der Uni Bayreuth. Er gilt deshalb derzeit als einziger sicherer Kandidat, weil er als bisher einziger von seiner Partei nominiert worden ist. Zwei weitere Kandidaten haben ihren Wunsch anzutreten aber zumindest schon formuliert.

Andreas Zippel. Foto: SPD

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Thomas Hacker ist 51, Bundestagsabgeordneter, Vorsitzender der FDP/DU-Stadtratsfraktion und war bereits Fraktionsvorsitzender der FDP im bayerischen Landtag. Für den Kreisverband der FDP gilt er als geeignetster Kandidat, das hat der Verband so auch schon kommuniziert. Von den Mitgliedern des Kreisverbands offiziell nominiert ist Hacker aber noch nicht.

Thomas Hacker. Foto: Stadt Bayreuth

Gleiches gilt für Thomas Ebersberger (59). In Teilen der CSU gilt er als heißester Kandidat für die Oberbürgermeisterwahl im nächsten Jahr. Spätestens nachdem Bayreuths Alt-OB Michael Hohl vor zwei Wochen erklärt hatte, sich auf anderer Ebene für die Belange der Stadt einsetzen zu wollen, rechnet er selbst nicht mehr mit einem Gegenkandidaten aus den eigenen Reihen. Allerdings: Teile der Partei sollen einen noch unbekannten jüngeren Kandidaten bevorzugen.

Thomas Ebersberger. Foto: Stadt Bayreuth

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Auch Bayreuths amtierende Oberbürgermeisterin Brigitte Merk-Erbe (63) hat sich eigenen Angaben zufolge noch nicht entschieden, ob sie für eine weitere Legislatur bereit steht. Sie wolle sich erst nach der Sommerpause entscheiden, Ende August soll sie erst einmal in den Urlaub fahren, im Herbst sollen die Mitglieder der Bayreuther Gemeinschaft sich offiziell auf einen Kandidaten einigen. Es heißt, die BG wolle auf jeden Fall einen Kandidaten stellen. Dafür, dass der Merk-Erbe heißt, sprechen zwei Argumente. Erstens: Die Oberbürgermeisterin hat bereits einmal angedeutet, ihre Entscheidung auch davon abhängig zu machen, in wessen Hände sie die Stadt übergeben könnte. Und zwischen ihr und dem wahrscheinlichen CSU-Kandidaten Ebersberger ist der Ton im Stadtrat in den vergangenen Wochen hörbar rauer geworden. Zweitens: Dass sich ein anderer Kandidat aus Reihen der BG hervortut, ist gerade nicht erkennbar.

Brigitte Merk-Erbe. Foto: Stadt Bayreuth

Rätselraten um die Grünen

Unklar auch, wen die Grünen ins Rennen schicken. Stefan Schlags, der vielleicht heißeste Kandidat aus Reihen der grünen Stadtratsfraktion, sagt auf Nachfrage des Bayreuther Tagblatts, die Partei wolle sich bis Dezember Zeit mit der Entscheidung lassen. Gegenüber dem bt hatte er aber auch schon erklärt “noch einmal Lust zu haben, auf einen richtig guten Wahlkampf”. Statt seinen Hut nach 2012 noch einmal in den Ring zu werfen, könnte Schlags auf absehbare Zeit aber auch seiner Frau Ulrike Gote folgen, die im Sommer die Stelle der Bildungsreferentin im hessischen Kassel angenommen hat. Vor allem unter Erstwählern hätte Schlags wohl  gute Karten. Tochter Magdalena ist die Hauptorganisatorin der Fridays for Future-Bewegung in Bayreuth.

Stefan Schlags. Foto: Stadt Bayreuth

JB und DU wollen mehr

Als relativ sicher gilt hingegen, dass das Junge Bayreuth einen eigenen Kandidaten um die Nachfolge Merk-Erbes ins Rennen schickt. Als wahrscheinlichster Kandidat gilt der Fraktionsvorsitzende Stefan Schuh. Auf Nachfrage des Bayreuther Tagblatts dementiert er das nicht, verweist aber auf eine Nominierungsversammlung Ende September.

Stefan Schuh. Foto: Stadt Bayreuth

Auch die Unabhängigen (DU) um Med-Center- und Spielvereinigungs-Chef Wolfgang Gruber wollen mehr als die bisherigen zwei Sitze im Stadtrat und die daraus resultierende Fraktionsgemeinschaft mit der FDP. Dass sie einen eigenen Kandidaten stellen gilt zumindest als möglich.

Wolfgang Gruber. Foto: Stadt Bayreuth

Klaus Bauer: Landrats-Kandidat der CSU im Video-Interview

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Er hätte gerne eine Woche länger Zeit gehabt, sich zu entscheiden, sagt Klaus Bauer. Hatte er aber nicht. Zwischen dem Anruf der Kreisvorsitzenden Gudrun Brendel-Fischer, seinem Bewerbungsgespräch vor jeder Menge Ortsvorsitzenden und dem Durchsickern seines Namens an die Öffentlichkeit lag gerade einmal eine Woche. Andernfalls wäre ihm vielleicht doch noch irgendein Grund eingefallen, die Chance, die sich ihm da jetzt bietet, nicht zu ergreifen. In Bayern für die CSU in den Ring steigen. Ganz ohne Parteibuch. Landrat werden – mit noch nicht einmal 50 Jahren.

Ein Video-Interview mit Klaus Bauer finden Sie über dem Text.

Klaus Bauer im Interview bei Thorsten Gütling. Foto: Frederik Eichstädt.

Ich habe kein Parteibuch und umso überraschender war es für mich, dass die Anfrage kam.

(Klaus Bauer)

Bauer weiß: “So eine Chance kommt nur einmal im Leben.” Und darauf gewartet, wenngleich es nicht erzwungen, hat der 48-Jährige ja schon irgendwie. Wer das Spiel namens Politik seit Jahren verfolgt wie kein zweiter, den Jungs am Spieltag dann aber doch immer nur zusehen muss, wie sie die Bälle über die Torlinie grätschen, dem kann es schon mal in den Füßen jucken. Wenn beim ersten Gang auf das Spielfeld aber gleich die Hoffnungen des ganzen Vereins auf den Schultern des Neuen ruhen, kann den das auch erschrecken.

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Verfolgt hat der Neue das Spiel, wenn man so will, seit nunmehr 30 Jahren. Erst als Verwaltungslehrling, später als Fach- und Betriebswirt, dann sechs Jahre als Verwaltungsleiter der Gemeinde Speichersdorf und seit acht Jahren als Verwaltungschef der vier Gemeinden umfassenden Verwaltungsgemeinschaft Weidenberg. Fast so, als hätte er damit nicht schon genug gesehen, sitzt Bauer seit fünf Jahren für den Nemmersdorfer Bürgerblock im Goldkronacher Stadtrat. Darüber, wie Politik funktioniert, wähnt er sich also im Klaren – auch ohne Parteibuch und -karriere.

In 30 Jahren in der Kommunalverwaltung macht man sich bekannt in der Branche.

(Klaus Bauer)

Bauers vielleicht wichtigste Erkenntnis bis hierher: Viel zu oft wird über die alltäglichen, beinahe banalen Dinge gestritten. Über Dinge, die ein Verwaltungsexperte wohl sicher im Griff hätte. Wenn darüber also kein Aufhebens mehr gemacht würde, bliebe mehr Zeit für die wirklich wichtigen Dinge. Für Ideen für die Zukunft. Für solche, die das Klima schützen, die Mobilität verbessert, das Leben für Senioren und Familien erleichtern und die Schulen auf dem Land sichern.

Das Verwalten ist Tagesgeschäft, aber ich möchte überwiegend Gestalter sein.

(Klaus Bauer)

Klaus Bauer. Foto: red

Zwei Wochen nachdem Bauer der Ruf der CSU-Spitze ereilt hat, ist der Schreck, so scheint es, einer wohligen Anspannung gewichen. Was soll einen, der Zwillinge hat, auch noch aus der Ruhe bringen? Welcher Gegenüber sollte ihm, der seit Jahren mit Bürgermeistern und Geldgebern auf Augenhöhe diskutiert, zu groß sein? Warum sollte er, der seit Jahrzehnten Kopf einer Blasmusik-Kapelle und Statist bei den Bayreuther Festspielen ist, nicht die notwendige Geduld und Ausdauer aufweisen? Zeit für den Garten oder ein Bier mit Freunden wird schon hoffentlich noch bleiben.

Ich bin ein ausgleichender Mensch. Die Gräben, die jetzt bestehen, möchte ich verfüllen und auf die anderen Fraktionen zugehen.

(Klaus Bauer)

Am 20. September soll Klaus Bauer bei der Delegiertenversammlung in Schnabelwaid offiziell als Landratskandidat der CSU nominiert werden. Am 15. März nächsten Jahres ist Kommunalwahl.

Oberbürgermeisterwahl: Michael Hohl tritt nicht an

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Bayreuths Bürgermeister Thomas Ebersberger gilt seit Dienstagabend als heißester Tipp, wenn es um die Frage geht, wen die CSU in das Rennen um das Oberbürgermeisteramt 2020 schickt. Der Grund: Ebersbergers ärgster Konkurrent, Michael Hohl, hat erklärt, nun doch nicht zu kandidieren. Zur Begründung sagt Hohl, er wolle die Zukunft der Stadt künftig von anderer Stelle aus gestalten.

Bei einer Abstimmung, die das Bayreuther Tagblatt im Juli gestartet hatte, nahmen über 500 Leser teil. Am Ende hatte Hohl die Nase zwölf Prozentpunkte vor Ebersberger.

Es ehrt mich, dass ich von einer ganzen Reihe von Parteimitgliedern und tagtäglich von Bayreuther Bürgern außerhalb der CSU zu einer erneuten Kandidatur für das Amt des Oberbürgermeisters aufgefordert wurde. Nach reiflicher Überlegung und intensiven Gesprächen mit meiner Familie und engen Freunden bin ich zu dem für mich alles andere als leichten Entschluss gekommen, dass ich auf eine Kandidatur verzichten werde.

(Michael Hohl, Altoberbürgermeister)

Den Kreisverband habe er von seiner Entscheidung bereits in Kenntnis gesetzt. Hohl war von 2006 bis 2012 bereits Oberbürgermeister der Stadt, bevor er eine Stichwahl gegen Brigitte Merk-Erbe denkbar knapp verlor.

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Ich bin dankbar dafür, dass ich den Menschen unserer Stadt sechs Jahre lang dienen durfte und dazu beitragen konnte, die Stadt Bayreuth attraktiver und zukunftsfester zu machen. Dies sehe ich auch künftig als wichtige Aufgabe und Herausforderung an – jedoch an anderer Stelle.

(Michael Hohl)

Hohl sagt, er habe neben seiner langjährigen Tätigkeit für die Forschungsstelle für Familienunternehmen aktuell die Geschäftsführung der Forschungsvereinigung Neue Materialen übernommen. Sein Ziel sei es, das “Innovationspotential” der Region weiter zu stärken. Zudem sehe er seine Aufgabe künftig in der Förderung der Wirtschaftsregion Bayreuth. Das wolle er vorantreiben, indem er Wirtschaft, Uni und Start-Ups vernetze.

Diese Entscheidung wurde mir erleichtert durch die Gewissheit, dass die Bayreuther CSU in der Kommunalwahl umso erfolgreicher sein wird, je geschlossener sie agieren kann. Ich möchte mit diesem Schritt auch dazu konstruktiv beitragen.

(Michael Hohl)

Für den Stadtrat wolle er allerdings wieder kandidieren, so Hohl.

CSU-Kreisverband zollt der Entscheidung Respekt

Die Frage ist nicht, ob Dr. Hohl positiven Einfluss auf die Entwicklung unseres geliebten Bayreuths nimmt, sondern aus welcher Position heraus. Auch wenn er der CSU nicht als Oberbürgermeisterkandidat zur Verfügung steht, wird er sich trotzdem in geeigneter Position in den Dienst der Bürger, der Stadt und somit auch in den Dienst seiner Partei stellen. Davor habe ich größten Respekt und dafür empfinde ich tiefe Dankbarkeit.

(Silke Launert, CSU-Kreisvorsitzende)

Am 19. September soll die Frage nach dem Oberbürgermeisterkandidaten der CSU endgültig entschieden werden. Dann möchte die CSU Bayreuth-Stadt ihren Kandidaten auf einer Versammlung offiziell nominieren.

Von Thomas Ebersberger war am Abend keine Stellungnahme mehr zu erhalten.

SPD: Dieser Mann soll Landrat werden

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Der nächste bitte: Erst vor zwei Wochen hat die Bayreuther SPD den erst 27 Jahre alten Wirtschaftsjuristen Andreas Zippel zum Bürgermeisterkandidaten gekürt. Jetzt ist klar: Der Kandidat, den die SPD Bayreuth-Land in das Rennen um den Chefsessel im Landratsamt schicken will, ist genauso jung.

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Zwar noch nicht offiziell nominiert, aber vom Kreisvorstand zum Kandidaten auserkoren ist der 27 Jahre alte Speichersdorfer Jan-Michael Fischer.

Fischer wird im Oktober sein Studium der Politikwissenschaft und interkulturellen Wirtschaftskommunikation abschließen. Seit Ende 2017 arbeitet Fischer bei den Stadtwerken Jena und sammelt dort Erfahrungen in Sachen Elektro-Mobilität, Unternehmensentwicklung und Vertrieb.

SPD-Kreisvorsitzende Sonja Wagner sagt, Jan-Michael Fischer habe schon in jungen Jahren Manager-Qualität und Führungsqualität unter Beweis gestellt.

Er ist konsequent bei Entscheidungen, er kann organisieren und strukturiert arbeiten.

(Sonja Wagner, Kreisvorsitzende der SPD)

Fischer sei ein Team-Player, kein Mann von Schnellschüssen und verfüge über einen Generationen übergreifenden Blick.

Der Vorsitzende der SPD-Kreistagsfraktion, der Bischofsgrüner Bürgermeister Stephan Unglaub, sagt, Fischer komme gerade seine kommunalpolitische Jungfräulichkeit zu Gute. Er könne damit eine freie und unbeeinflusste Rolle als Landrat spielen. Fischer sei belastbar, emphatisch, durchsetzungsfähig und gerecht. Zudem zeichne er sich durch Überzeugungsstärke und eine lösungsorientierte Denkweise aus.

Er geht sympathisch und einfühlsam auf die Menschen zu und versucht deren Bedürfnisse politisch umzusetzen. Eine gute Wahl für unseren Landkreis.

(Harald Schlegel, Bürgermeister von Gefrees)

Enge Kooperation mit Andreas Zippel

Inhaltlich wolle er sich im Wahlkampf auf die Themen Preisgünstige Mobilität, Innovation und Klimafreundlichkeit stürzen. Darüber hinaus strebe er eine engere Zusammenarbeit mit der Stadt Bayreuth, namentlich dem Bayreuther SPD-OB-Kandidaten Andreas Zippel, an.

Das ist Jan-Michael Fischer:

Der gebürtige Oberpfälzer lebt seit frühester Kindheit in Speichersdorf. Fischer hat nach dem Abitur an der Deutschen Schule in Bilbao in München, Bayreuth und Jena Jura, Politikwissenschaft und interkulturelle Wirtschaftskommunikation studiert. Berufliche Erfahrungen sammelte der 27-Jährige bei mehreren Unternehmen und bei Praktika im Deutschen Bundestag sowie im Europaparlament. Bis vor kurzem war er Juso-Vorsitzender im SPD-Unterbezirk Bayreuth und Mitglied des Bezirksvorstands der SPD-Nachwuchsorganisation. Seit knapp zwei Jahren ist er zudem stellvertretender Vorsitzender des SPD-Ortsvereins Speichersdorf. Des Weiteren ist er Teil des Kreisvorstands der SPD Bayreuth-Land.

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Fischers Nominierung soll auf einer Delegiertenkonferenz am 26. Oktober in Mistelbach erfolgen. Dort wird auch die Kreistags-Kandidatenliste aufgestellt.

Andreas Zippel: Der OB-Kandidat der SPD im Video-Interview

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Andreas Zippel ist der Kandidat der Bayreuther SPD zur Oberbürgermeisterwahl 2020. Einstimmig haben die Delegierten den 27 Jahre alten Wirtschaftsjuristen gewählt. Das allererste Interview mit dem frischgebackenen OB-Kandidaten finden Sie über dem Text.

Zippels Vorstellungsrede im Video gibt’s hier:

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Einstimmig: Andreas Zippel soll Oberbürgermeister werden

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Andreas Zippel soll es machen. Er soll sich 14 Jahre nach Dieter Mronz auf den Chef-Sessel im Bayreuther Rathaus setzen. Er soll die glorreiche aber schwer angeschlagene Sozialdemokratie in eine bessere Zukunft führen. Er soll das Oberbürgermeisteramt wieder in die Hände der SPD überführen, es “nach Hause” bringen sozusagen. Einstimmig haben die Delegierten am Sonntagvormittag den erst 27 Jahre alten Wirtschaftsjuristen nominiert.

Foto: Thorsten Gütling

Halil Tasdelen spricht von einem besonderen Tag für die Bayreuther SPD. Mit ihm hätten die Sozialdemokraten jemanden gefunden, mit dem “die Erneuerung der SPD in Bayreuth durchsetzen” ließe, sagt der Stadtverbandsvorsitzende. Zippel sei einer, der hinter den sehr alten Werten der Genossen stehe und der in der Lage sei, sie in die Zukunft zu transportieren.

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Seit sechs Jahren erst ist Zippel in der Partei. Den meisten Genossen ist der Doktorand und Dozent an der Uni Bayreuth gar erst seit zwei Jahren ein Begriff. Gemeinsam mit Michaela Schmidt-Franke organisierte Zippel 2017 den Landtagswahlkampf von Halil Tasdelen. Hinter den Kulissen ist Zippel schon etwas länger bekannt. Unter anderem dafür, dass er den Arbeitskreis “SPD erneuern” ins Leben gerufen hat.

Foto: Thorsten Gütling

Tasdelen bezeichnet Zippel als “Mister 110 Prozent”. Der gebürtige Nürnberger sei strukturiert, diszipliniert und empathisch. Er habe Visionen und arbeite lösungsorientiert. ‘Bayreuth hat einen solchen Oberbürgermeister verdient”, sagt Tasdelen.

Andreas Zippel wird die Stadt, wie sein Name schon sagt, von A bis Z umkrempeln.

(Halil Tasdelen, Stadtverbandsvorsitzender der SPD)

Foto: Thorsten Gütling

Laut Uli Grötsch, dem Generalsekretär der Bayern SPD, arbeite Zippel intensiv am Umbau der Bayern-SPD. Die Neuausrichtung der Partei auf Landesebene bestimme er federführend mit. Grötsch sagt, er kenne Zippel seit etwa einem Jahr. Gemessen an der kurzen Zeitspanne verlasse er sich bereits “ziemlich blind” auf ihn. Grötsch sagt, beim ersten Kennenlernen habe er gedacht: “Wow, was haben denn die für Leute hier in Bayreuth.”

bt-Umfrage auf Facebook:

Es ist uns ein Fest, dass bei der Kommunalwahl Leute wie du an den Start gehen. Solange das so ist, lasst euch nicht einreden, dass die SPD kurz vor dem Exodus steht. Wir haben den Schuss schon gehört und sind schwer am Arbeiten.

(Uli Grötsch, Generalsekretär der Bayern SPD)

Bayreuths Dritte Bürgermeisterin, Beate Kuhn, nennt Zippel einen klugen jungen Mann, einen ausgezeichneten Redner und einen überzeugten Sozialdemokraten. Zippel sei ein temperamentvoller aber ausgleichender Diskutant. Der 27-Jährige sei einer, der etwas könne und sich etwas traue.

Ja, er ist sehr jung, aber das ist ein Makel, der von Tag zu Tag von selbst kleiner wird.

(Beate Kuhn, Dritte Bürgermeisterin)

Foto: Thorsten Gütling

Die Vorsitzende des Unterbezirks und Staatssekretärin, Anette Kramme, sagt, sie stehe mit tiefster Überzeugung hinter dem Vorschlag, Andreas Zippel zu nominieren. Zippels Alter werde die SPD im Wahlkampf von den Mitbewerbern abgrenzen. Über die Kandidatur sei sie “begeistert”.

Wir haben hier jemanden, der mit höchstem Sachverstand und höchster Intelligenz ans Werk gehen wird.

(Anette Kramme, Staatssekretärin)

Der so Gelobte zeigt sich beeindruckt und bittet die Genossen darum, ihn zu unterstützen. Der leidenschaftliche Läufer wünscht sich Mitläufer, die ihn auf die richtige Bahn zurückführen, so er sich verlaufen sollte.

Helft mir, wenn ich strauchele. Und wenn ihr merkt, ich gehe einen falschen Weg, dann sagt mir das.

(Andreas Zippel, Oberbürgermeisterkandidat der SPD)

Zur Feier des Tages bekommt Andreas Zippel eine rote Torte mit einem Abbild des Bayreuther Rathauses überreicht. Von links: Uli Grötsch, Halil Tasdelen, Christoph Rabenstein, Thomas Bauske und Beate Kuhn. Foto: Thorsten Gütling

Das Amt des Oberbürgermeisters wolle er mit Visionen und Ideen bekleiden. In die Probleme und Konflikte der Stadt wolle er sich mit frischem Blick und über viele Gespräche mit den Bürgern einarbeiten. Digitalisierung, Umweltschutz und Mobilität seien unter vielen wichtigen Themen die vielleicht wichtigsten, sagt Zippel.

Ich kenne nicht jede Straße dieser Stadt auswendig. Ich kenne nicht jede Person, die in dieser Stadt unterwegs ist. Ich kenne nicht jeden Streit, den diese Stadt schon ausgefochten hat und ich kann nicht mit dem Finger schnipsen und einen Gefallen einfordern oder eine volle Wahlkampfkasse besorgen. Ich bin nicht perfekt, ich weiß nicht alles. Ich habe die Konsequenz daraus gezogen, dass ich reden muss.

(Andreas Zippel, Oberbürgermeisterkandidat der SPD)

Zippel sagt, er wolle auf seiner Homepage ein Ideenportal einrichten. “Ich will von jedem einzelnen wissen, welche Ideen er hat.” Die Aufgabe eines Oberbürgermeisters sei es schließlich, Ideen für die Zukunft zu entwickeln.

Einer von ihnen: Die Jusos nehmen den frisch gebackenen Oberbürgermeisterkandidaten in ihre Mitte. Foto: Thorsten Gütling

Der Grund, warum ich diesen Job sehr ernst nehmen werde, ist ein ganz einfacher: Ich werde nämlich die Folgen meines Handelns noch miterleben.

(Andreas Zippel, Oberbürgermeisterkandidat der SPD)

Er habe keine Angst zu scheitern und sich der Herausforderung stellen. Zippel sagt: “Ich habe Respekt vor dieser großen Aufgabe.”