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Grüne und Unabhängige wollen Straße in Bayreuth umbenennen.

Bücherschrank wird versetzt: Stadt Bayreuth bittet um Geduld

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Ein Teil des Rathaus-Vorplatzes ist bereits mit einem Bauzaun abgesperrt. Die Sanierung der Rathaus-Tiefgarage geht in großen Schritten voran. Damit ist allerdings auch der öffentliche Bücherschrank vorerst nicht mehr zugänglich.

Eine Woche Geduld

Der Bücherschrank soll aber schon bald abmontiert und versetzt werden, das heißt konkret: er steht dann einige Meter neben dem ursprünglichen Ort, hinaus aus der Baustelle. Dort ist er dann voraussichtlich ab Anfang der kommenden Woche wieder nutzbar.

Das Rathaus bittet darum, die Arbeiten abzuwarten und sich in der Zwischenzeit nicht eigenmächtig Zugang auf die Baustelle zu verschaffen.


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Bücherverbrennung: Verein lädt zur öffentlichen Lesung auf den Markt

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Mit einer öffentlichen Lesung auf dem Marktplatz will “Bunt statt Braun”, der Verein für Flüchtlingshilfe, am Freitag an die Bücherverbrennung der Nazis am 10. Mai 1933 erinnern.
Vor 86 Jahren, wenige Wochen nach der Machtübernahme der Nazis, kam es im ganzen Land zu Bücherverbrennungen. Ab März 1933 wurden in über 90 deutschen Städten und später in den besetzten Ländern Bücher und Bibliotheken verbrannt und vernichtet. Dem folgte die Vernichtung von Menschen und die Zerstörung von Städten und Ländern. Verbrannt wurden Bücher von Autoren wie Bertolt Brecht, Elisabeth Castonier, Lion Feuchtwanger, Sigmund Freud, Erich Kästner, Irmgard Keun, Heinrich Mann, Erich Mühsam, Erich Maria Remarque, Anna Seghers, Ernst Toller, Kurt Tucholsky, Arnold Zweig und Stefan Zweig.

Vorleser gesucht

Gemeinsam mit vielen Bayreuthern wollen die Mitglieder des Vereins Bunt statt Braun am Freitag, 10. Mai, dem Jahrestag an die  Bücherverbrennung erinnern. Die öffentliche Lesung findet ab 15 Uhr auf dem Stadtparkett statt. Wer dabei selbst einen kurzen Text vorlesen möchte, kann sich bis Donnerstag unter der Mailadresse kontakt@buntstattbraun-bt.de anmelden.

Autor Birkner im Café mit Schreibblock

Wie man ein Buch schreibt und in High-Heels die Welt rettet

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Julian Birkner kommt gebürtig aus Bindlach. Soeben hat der Wahl-Berliner seinen ersten Roman geschrieben. Der 35-jährige leitet einen Supermarkt und erlebt dabei oft ziemlich kuriose Situationen mit den Kunden. Einige Anekdoten aus dem Handel hat er ab und zu – des Spaßes halber – niedergeschrieben. So kam die Idee, das Ganze größer aufzuziehen und in einem Buch zu thematisieren.

Emma, die Protagonistin aus Birkners Roman “Wie man in Highheels die Welt rettet”, verbringt ihren Joballtag, ebenso wie der Autor selbst, im Supermarkt. Erst steht Emmas Ex Tom in der Tür, der sie damals am Altar hat stehen lassen. Und dann soll sie auch noch die Welt vor dem Untergang retten. Mit Frauenpower und Witz kämpft sie sich durch amüsante und brenzlige Situationen.

Julian Birkner schreibt am liebsten mit Block und Stift vormittags im Café – vor der Spätschicht im Supermarkt. “Immer wenn Zeit war, habe ich daran weitergearbeitet. Doch bei einer 6-Tage-Woche bleibt nicht viel Raum”, sagt er. Insgesamt zwei Jahre hat die Entstehung von “Wie man in Highheels die Welt rettet” gedauert. Im bt-Interview erzählt Birkner wie die Story entstanden ist, wer ihn literarisch inspiriert und wie man das überhaupt macht, ein Buch zu schreiben.

bt-Interview mit Julian Birkner

Noch mehr Details zur Entstehungsgeschichte des Romans und Einblicke in das Buch gibt’s hier. 

Leseprobe gefällig?

Als hätte mich der Liebesgott Amor erst geküsst und mir dann einen Feuerlöscher ins Gesicht gerammt, stand ich dämlich lächelnd, paralysiert und ohne einen klaren Gedanken fassen zu können vor Tom. Er war es. Er war es wirklich… Der Mann, der mich vor vielen Jahren meiner Sinne beraubte, mir die schönste Zeit meines Lebens verpasste, der mich mit seinem Antrag in den 27. Himmel katapultierte und der dann am Tag der Hochzeit nicht erschien, weil er kalte Füße bekam. Der Mann, der mich das schönste Gefühl der Welt erfahren ließ und der mir anschließend die schmerzhafteste Enttäuschung meines Lebens bereitete. Jahrelang hatte ich penibel genau geplant, was ich ihm sagen würde, welche Schimpfworte ich ihm um die Ohren knallen und in welche Körperteile ich besonders hart reinschlagen würde. Er sollte spüren und verstehen, was er mir angetan hatte. Dieser Moment war nun gekommen… All das konnte ich nun rauslassen.                                                                                                                                                                     Mit den wüstesten Beschimpfungen bewaffnet öffnete ich meinen Mund, sah entschlossen in seine Augen und knallte so hart und kalt wie ich es nur konnte heraus: „Hi Tom! Es ist so schön dich zu sehen!“ Okay das lief suboptimal… Ich probiere es noch einmal… So, jetzt aber… „Dein neuer Haarschnitt sieht richtig gut aus!“Ahh, was ist denn nur los mit mir? Ich muss mich konzentrieren. Sag ihm das Krasseste, was dir einfällt. Jetzt gibst du ihm den Rest. „Und dieser Anzug steht dir richtig gut!“ Oh Mann! Ich gebe es auf. Das ist hoffnungslos… „Wow! Mit so vielen Komplimenten habe ich gar nicht gerechnet“, lachte Tom charmant und zog mich sanft zur Seite als ein Kunde mit seinem Einkaufswagen an uns vorbei wollte. „Ich dachte eher, du würdest mich erst einmal anschreien oder so! Verdient hätte ich es ja…“ Du hast noch ganz andere Sachen verdient. Zum Beispiel von Chuck Norris deine Visage neu ordnen zu lassen oder mit einem schlechtgelaunten Pitbull fangen zu spielen…Aber aus irgendeinem Grund ging es einfach nicht. Wie gerne hätte ich ihm die Meinung gesagt, ihm gezeigt wie weh er mir getan hat, aber wenn ich meinen Mund öffnete, kamen nur Komplimente heraus… Scheiß Hormone… „Ich bin auf jeden Fall froh, dass du überhaupt noch mit mir redest. Ich bin wirklich nicht stolz auf das, was damals passiert ist. Ich hatte gehofft, dass du mir die Chance gibst, es dir zu erklären…“ „Ach Tom… Das ist so lange her… Vergeben und vergessen. Ich bin drüber weg!“ Whaaaat? Was stimmt nicht mit mir? Nichts ist vergeben und vergessen… All die verheulten, schlaflosen Nächte, in denen ich blutige Rache schwor und dann das?Ich würde dich am liebsten in der Luft zerfetzen… „Oh okay! Das habe ich nicht erwartet!“ …dich packen und gegen die Wand hauen… „Aber es freut mich sehr. Also kein böses Blut zwischen uns?“ „Ach wo denkst du hin?“…dir in den Hintern treten bis dir der Kiefer bricht… „Wow! Dass du jemanden so ohne weiteres vergeben kannst, zeugt echt von Größe…“ …dir 100- bis 200-mal eine schallende Ohrfeige verpassen… „Ich weiß nicht, ob ich die Stärke besäße…“…dir ans Schienbein treten und in deine blauen Augen schauen…                                                                                                                                                                               “Ich möchte es so gerne wieder gut machen und dir alles erklären… Kann ich dich heute Abend zum Essen einladen?“ …und dich dann am Nacken packen und leidenschaftlich küssen… Moment… Was? Jetzt funktionieren nicht einmal mehr die Gewaltfantasien? Na schönen Dank auch… „Ja äh gerne…“, hörte ich mich stammeln. „Also ich habe heute noch nichts vor.“„Natürlich nur, wenn dein Freund nichts dagegen hat…“ Tom lächelte, aber durch sein Lächeln glaubte ich einen Anflug von Unsicherheit zu erkennen. Befürchtete er, dass ich wieder vergeben war? Wollte er eine zweite Chance? Und noch viel wichtiger: Wollte ich das? „Ich habe gerade keinen Freund…“, gab ich mit gesenktem Blick zu und spürte wie die Anspannung von ihm abfiel. „Also ich hatte nach dir natürlich schon jede Menge Beziehungen…“, warf ich ihm cool entgegen. „Öhm, okay!“ Toms zweifelndes Gesicht verriet mir das ich noch eins obendrauf setzen musste. „Ja klar! Also unzählige Typen eigentlich…“„Aha!“„Grandiosen Sex… Viel Neues ausprobiert!“ Was erzähle ich schon wieder? „Das Kamasutra wurde mir irgendwann zu langweilig… Da habe ich dann ein Neues geschrieben…“                                                                                                                    Toms Gesicht schwankte zwischen Schockzustand und erheblichem Zweifel. „Du musst hier nichts erfinden, Emma… Ich kenne dich ziemlich gut. Das bist nicht du. Du warst immer so wählerisch und im Bett ja auch eher…“ Er wiegte den Kopf hin und her als suche er das richtige Wort.„Langweilig“ Sag es ruhig, du Vollspaten. Deine Leistung wird auch nicht in den Geschichtsbüchern festgehalten, wenn ich mich recht entsinne… „…Klassisch! Also ohne großen Schnick-Schnack meine ich.“„Ja Tom. Ich habe mich verändert. Es ist viel Zeit vergangen und du kennst mich anscheinend nicht so gut wie du dachtest!“ Sichtlich irritiert strich sich Tom die Haare aus dem Gesicht. „Das heißt du bist jetzt eher wild drauf, ja?“, fragte er mit hochgezogenen Augenbrauen. „Ja bei mir geht’s ganz gut ab!“, antwortete ich lässig. „Ich nehme eigentlich alles mit was so geht. Genieße mein Leben, verstehst du?“ Oh mein Gott! Kann mir bitte jemand einen Maulkorb verpassen oder mich wahlweise aus Toms Blickfeld entfernen? Ich erzähle meinem Ex-Verlobten ich wäre ein Flittchen geworden um ihm zu beweisen, dass ich über ihn hinweg bin? 100 Punkte Emma! Beeindruckt ist er jetzt auf jeden Fall… (…)                                                                                                                                        (Auszug aus Kapitel 9, “Wie man in Highheels die Welt rettet”)

“Bayreuth wimmelt”: Alles, was man über das Buch wissen muss

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Begonnen hat die Projektreihe im Saarland. Die Zeichner Jürgen Schanz und Ralph Dornis aus Saarbrücken haben dort das erste Wimmelbuch erstellt. Daraufhin folgten “Bamberg wimmelt”, “Braunschweig wimmelt” und 2018 schließlich “Bayreuth wimmelt”. Der Projektleiter des Bayreuther Buches, Jürgen Reichert vom Verlag ComixArt, hat die beiden in Bamberg kennen gelernt und anschließend alles um das Bayreuther Wimmelbuch organisiert.

Was ist ein Wimmelbuch?

Wimmelbücher gibt es oft für Kinder. In einem großen Bild, das meist an einem bekannten Ort aufgenommen ist, geht es darum, eine bestimmte Figur in der Menschen- oder Tiermenge zu finden. Primär dreht es sich also ums Suchen. Meist sind witzige Szenen abgedruckt. In einem Wimmelbuch sind mehrere Suchbilder zu einem Thema zusammengefasst. Warum das Suchen nicht nur was für die Jüngsten ist? Weil es spannend ist, selbst Teil des Wimmelbuches zu sein oder Freunde, Nachbarn und Bekannte zu entdecken, wie beim folgenden Beispiel.

Wie ist das Bayreuther Wimmelbuch entstanden?

Buch "Bayreuth wimmelt

Buch “Bayreuth wimmelt”, ISBN-13: 978-3981831016 , © ComixArt 2018

Alles begann im Mai 2018. Zuerst galt es natürlich, populäre Orte in Bayreuth auszuwählen, an denen die Szenen stattfinden. Fotograf Ulli Wrede lichtete die Orte aus teils ungewöhnlichen Perspektiven ab: manchmal sogar aus der Luft bzw. von einer Leiter aus. Danach wurden Ganzkörperfotos von allen Bayreuthern gemacht, die Lust hatten, Teil des Buches zu werden. Beim Fototermin im Rotmaincenter kamen im vergangenen Jahr allerdings so viele Leute, dass er schon nach wenigen Stunden beendet wurde. Auch Hunde wurden mit abgelichtet. Stadtrat Stephan Müller half Projektleiter Reichert den Kontakt mit bekannten Gesichtern der Stadt herzustellen. Im Buch sieht man zum Beispiel Oberbürgermeisterin Brigitte Merk-Erbe vor dem Festspielhaus auf der Titelseite, außerdem Universitätspräsident Stefan Leible auf dem Campus, die DLRG-Vorstandschaft am Canale Grande, Moderator und Stadionsprecher Christian Höreth, Bettina Wander von HaSpo Bayreuth oder Politiker Halil Tasdelen, um nur einige zu nennen. Einen besonderen Platz im Buch bekamen “Matrikelnummer 1” Karl Werner Kiepfer und Ex-Polizist Joe Friedlein. Die beiden verstecken sich gleich auf mehreren Seiten des Wimmelbuches.

Alle Personen sind schließlich am PC in verschiedenen, teils witzigen, Situationen gezeichnet und ins Buch integriert worden. Alle neun Motive sind gemeinsam im großen Pappbilderbuch abgedruckt. Erschienen ist es im Oktober 2018 beim Verlag ComixArt. Zu kaufen gibt es das Buch aktuell im Rotmaincenter bei ComixArt, in verschiedenen regionalen Rewe-Märkten oder bei Buchhandelungen wie Thalia, Rupprecht oder Breuer & Sohn.

So sind die Figuren im Comicstil nach und nach entstanden. Als Vorlage diente jeweils ein Ganzkörperfoto:

Eine Wimmelfigur entsteht!

Jetzt Wimmelfigur werden im allerersten Bayreuther WimmelbuchUnser Partner Ulli Wrede Foto fotografiert Euch am 12.05. an unserem Stand im Rotmain-Center Bayreuth. Damit ihr seht wie so eine Wimmelfigur entsteht, haben wir Zeichner Jürgen Schanz über die Schulter geschaut.Wir freuen uns auf Euch und das erste Bayreuther Wimmelbuch.

Gepostet von Bayreuth wimmelt am Donnerstag, 26. April 2018



5 Figuren und Dinge, die in allen Bildern vorkommen

In den insgesamt neun Wimmelbildern gibt es einige Figuren, die an verschiedenen Orten immer wieder auftauchen. Bayreuther Urgesteine oder auch andere skurrile Figuren. Hier lernen Sie fünf von Ihnen kennen.

Der ehemalige Bayreuther Polizist Joe Friedlein

Bayreuth wimmelt, Polizist Joe Friedlein

Zeichnung: Jürgen Schanz

Matrikelnummer 1

Matrikelnummer 1

Zeichnung: Jürgen Schanz/Ralph Dornis

Ein roter Heißluftballon

Bayreuth wimmelt, einroter Heißluftballon

Jürgen Schanz/Ralph Dornis

Hinweise auf eine Wagner-Oper

Bayreuth wimmelt, Szene aus einer Wagneroper

Zeichnung: Jürgen Schanz/Ralph Dornis

Eine Märchenfigur

Bayreuth wimmelt, eine Märchenfigur

Jürgen Schanz/Ralph Dornis


5 Orte aus Bayreuth, die Teil des Buches sind


5 witzige Situationen aus dem Wimmelbuch

  1. Ein Kind verliert seine Eiskugel, die prompt einem Mann unter der Rotmainbrücke auf dem Kopf landet. Dran vorbei fährt auf dem Tandem Kabarettist und Stadtrat Klaus Wühl-Struller.

Zeichnung: Jürgen Schanz / Ralph Dornis, Bayreuth wimmelt

2. Ein Mann verliert beim Rudern auf dem Röhrensee seine Cap.

Zeichnung: Jürgen Schanz/Ralph Dornis, Bayreuth wimmelt

3. Ein Mädchen pflückt Blumen aus einem Beet in der Eremitage.

Zeichnung: Jürgen Schanz/Ralph Dornis, Bayreuth wimmelt

4. Herrchen und Hund verrichten ihr Geschäft vor dem Haus Wahnfried.

Zeichnung: Jürgen Schanz/Ralph Dornis, Bayreuth wimmelt

7. Ein Mann hilft einer Dame beim Bücheraufheben an der Ampel am Hohenzollernring.

Zeichnung: Jürgen Schanz/Ralph Dornis, Bayreuth wimmelt

Weitere Informationen zum Buch finden Sie auf der Website von Bayreuth wimmelt. 

Der Bayreuth-Krimi

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Mord an einem Bayreuther Gymnasium! Und die Suche nach dem Täter scheint aussichtslos. Doch zum Glück gibt es neben dem ermittelnden Kommissar noch den Autor Herbert Meyer, der sich den Mord nicht nur ausgedacht, sonder auch aufgeschrieben und gelöst hat – Und die Leser seines Krimis ganz nebenbei auf eine Reise durch seine Oberfränkische Heimatstadt mitnehmen will.

“Bayreuther Abgründe” heißt die Geschichte um den Kommissar Kanter und sie ist Meyers Erstwerk.

Wir haben ihn erzählen lassen, was denn da passiert, in seinem Heimatkrimi. Das Videointerview finden Sie über diesen Zeilen.


Am Mittwoch, den 7. November ab 19 Uhr findet eine Lesung von Herbert Meyer im Liebesbier statt. Der Eintritt kostet 8 Euro.

Bücherstapel mit Teetasse.

Fünf Krimis für den November

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Der November ist oft nass und kalt. Die dunklen Tage nehmen Überhand und der Winter nähert sich mit schnellen Schritten. Da hilft nur sich daheim einzukuscheln und ein spannendes Buch zur Hand zu haben. 

Jo Nesbø – Der Schneemann

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Jo Nesbø und seine Krimireihe um den Kommissar Harry Hole zählt zu dem Besten, was die skandinavische Kriminalwelt zu bieten hat. Und die Konkurrenz ist groß. Dem Autor gelingt es, seine Figuren so genau zu skizzieren und zu erschaffen, dass er ihnen Leben einhaucht. Im Mittelpunkt steht dabei der alkoholkranke Protagonist Harry Hole, ein begabter Ermittler, der mit seinen eigenen Dämonen zu kämpfen hat. “Der Schneemann” ist der siebte Teil der Serie. Es ist Nesbøs Meisterwerk. Im Buch geht es um einen Serienmörder, der es auf junge Mütter abgesehen hat. Die Frauen verschwinden zum ersten Schneefall. Sie alle haben ein Geheimnis. Das Markenzeichen ist der zum Fenster blickende Schneemann vor dem Haus. Ein hochspannendes Katz-und-Maus Spiel zwischen Hole und dem Täter, dessen eigene Geschichte ein Trauma birgt.

Sandrone Dazieri – In der Finsternis

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Im Mittelpunkt der Story steht ein Kindheitstrauma. Dante arbeitet als eine Art Profiler. Mit sechs Jahren wurde er entführt und elf Jahre lang in einem Getreidesilo gefangen gehalten. Den Mann, der ihn bewacht, muss er “Vater” nennen. Der “Vater” erzieht ihn streng, jeder Verstoß wird sofort bestraft. In diesen Jahren erlangt Dante eine besondere Fähigkeit aus reinem Überlebenswillen: er kann die Menschen lesen. So wie er den “Vater” lesen musste. Diese Erfahrung hat schwere Wunden in Dante hinterlassen und macht ihn unfähig ein normales soziales Leben zu führen. Gleichzeitig macht es ihn zu einem brillanten Ermittler. Zusammen mit der Kommissarin Colomba Caselli, die ebenfalls mit einer traumatischen Erfahrung zu kämpfen hat, ermittelt er in einem sehr ähnlichen Fall. Und Dante ist sich sicher, dass der “Vater” dahinter steckt. Der aber eigentlich seit Jahren als tot gilt.

Jonathan Nasaw – Die Geduld der Spinne

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Ein weiterer Serienmörder geht in diesem packenden Thriller seiner Arbeit nach. Die Psychologin Irene Cogan soll ein Gutachten für einen Frauenmörder erstellen, der behauptet an einer dissoziativen Störung zu leiden, besser bekannt als multiple Persönlichkeitsstörung. Cogan hat sich auf diese Störung spezialisiert und glaubt am Anfang gute Fortschritte zu machen. Doch sie täuscht sich. Es treten immer wieder verschiedene Persönlichkeiten des Täters zu Tage, der mit bürgerlichem Namen Ulysses Christopher Maxwell heißt. Natürlich bedient “Die Geduld der Spinne” viele Serienmörder Klischees. Aber Jonathan Nasaw macht es mit einem Augenzwinkern. Das eigentlich Fesselnde ist das sich entwickelnde Psychogramm des Mörders, die verschiedenen Facetten seiner Egos und die Frage, wie aus dem verängstigten Lissy ein grausamer Mörder wurde.

Steve Watson – Ich darf nicht schlafen

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Bekannt ist dieser Krimi vor allem durch die gleichnamige Verfilmung mit Nicole Kidman. Das Buch ist ebenso spannend. Für alle die die Handlung noch nicht kennen: Christine wacht jeden Morgen auf und ist desorientiert. Sie liegt neben einem Mann, den sie nicht kennt. Denn in ihrer Erinnerung ist sie immer noch um die zwanzig Jahre alt. Wie sich herausstellt leidet sie an einer besonderen Form der Amnesie. Sie kann die neu gewonnenen Erinnerungen nur für einen Tag speichern, im Schlaf werden diese wieder gelöscht. Jeden Tag erklärt der Mann neben ihr aufs Neue, dass er ihr Ehemann ist und dass sie inzwischen über vierzig ist. Christine muss auf seine Worte vertrauen. Und das tut sie auch. Zunächst. Bis sie ein Tagebuch findet, das offensichtlich von ihr geschrieben wurde. Mit schockierendem Inhalt. Kann sie ihrem angeblichen Mann überhaupt trauen? Es ist ein Kampf gegen das Vergessen, ein Kampf gegen die auslöschende Wirkung des Schlafs. Denn: Ich.darf.nicht.schlafen.

Das Parfum – Patrick Süskind: Die Geschichte eines Mörders

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Zum Abschluss gibt es einen Klassiker: Das Parfum. Jean-Baptiste Grenouille erblickt das Licht der Welt an einem der dreckigsten Orten von Paris. Dem Fischmarkt. Von seiner Mutter wird er direkt nach der Geburt zu den Abfällen geworfen. Dort macht er durch einen Schrei auf sich aufmerksam. Die Mutter wird zum Tode verurteilt. Schon als kleines Kind ist er anders als die anderen Menschen. Grenouille macht den Menschen in seiner Umgebung Angst, denn er scheint wie ein Tier seine Umgebung durch die Nase aufzusaugen. Im Waisenheim wird er damit zum Außenseiter. Denn selbst hat er keinen Körpergeruch. Der erste Mord geschieht als er den betörenden Duft eines jungen Mädchens wahr nimmt. Er tötet sie, aus Versehen, und verzweifelt, als es ihm nicht gelingt ihren Geruch zu konservieren. Dieser Wunsch treibt ihn um. Er lernt Parfums herzustellen, begegnet neuen Verfahren um Gerüche festzuhalten und nimmt sich seine menschlichen Opfer, um seine Kunst, den Geruch eines Menschen zu destillieren zu perfektionieren. Die Krönung seines Werkes sieht er in dem Mädchen Laure. Das Parfum ist ein Klassiker der Literatur, ein geniales Werk, dass den Leser in seinen Bann zieht. Bis man selbst das Gefühl hat Paris, den Fischmarkt und das Mädchen Laure riechen zu können.