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Burg Rabenstein: Die Könige der Lüfte fliegen wieder

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Die Natur erwacht aus ihrem Winterschlaf und auch auf der Burg Rabenstein wird die neue Saison eingeläutet. Das Naturparadies öffnet ab diesem Wochenende wieder seine Tore für Urlauber und Ausflugsgäste.

Dann beendet auch die Falknerei ihre Winterpause und lädt ihre Gäste von Dienstag bis Sonntag auf einen Rundgang durch den Greifvogel-Park ein. Zusätzlich gibt es jeweils um 15 Uhr eine Flugshow mit den Königen der Lüfte.

Der Greifvogel und Eulen-Park Burg Rabenstein; Foto: red/sj

Der Park bietet über 70 Greifvögeln und Eulen ein Zuhause. Besonders stolz ist Anton Kratky, Eigentümer der Falknerei Burg Rabenstein, auf eine sehr seltene Rasse, die der Greifvogel-Park beherbergt. Die “Schneeeule x Uhu” ist wie es der Name schon verrät eine Kreuzung aus Schneeeule und Uhu.

Eine von weltweit sieben: die Schneeeule x Uhu; Foto: red/sj

Das Besondere daran ist allerdings, dass diese Art rein zufällig aus einer Naturbrut entstanden ist, nachdem sich ein weiblicher Uhu mit einer männlichen Schneeeule verpaart hat. In der Natur kommt so etwas eigentlich niemals vor. Weltweit existieren daher auch nur sieben Exemplare der “Schneeeule x Uhu”. Zwei davon können die Besucher in der Falknerei Burg Rabenstein bewundern.

Was die Besucher des Greifvogel und Eulen-Parks noch erwartet, verrät Sabrina Gröning, Falknereimeisterin an der Burg Rabenstein, im Interview:

Geöffnet ist die Falknerei ab 30. März immer Dienstag bis Freitag von 14 bis 17 Uhr, Samstag und Sonntag bereits von 13 bis 17 Uhr. Mehr Informationen gibt es hier.

 

Simagi-Alpaka Waltus bei der Schau in Bayreuth

Wartus: Ein Alpaka packt aus

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Die Alpaka Schau Süd findet am 2. und 3. März in der Bayreuther Tierzuchthalle statt. Geöffnet ist sie von 9 bis 16 Uhr. Wir haben Alpaka Wartus besucht. Es ist eines von 250 Tieren, das an der Schau teilnimmt und von der Jury bewertet wird. Am Besten stellt sich dieses Alpaka einmal selbst bei Ihnen vor:

Alpaka Wartus

“Ich heiße Wartus Edge King of Port, werde im März vier Jahre alt und komme aus Neuseeland. Im Moment wohne ich in Mecklenburg-Vorpommern im Norden Deutschlands, auf dem Hof Simagi in Wesenberg. Dort stehe ich jeden Tag auf einer großen Wiese. Wann immer ich mag, kann ich in den Stall laufen. Der ist immer offen. Manchmal gehe ich am Halfter spazieren.

Mit dem Anhänger bin ich mit meiner Familie sechs Stunden lang nach Bayreuth zur Alpaka Schau gefahren. Neun meiner Freunde sind auch mit dabei. Das war eine eher kurze Reise und diesmal gar nicht stressig. Manchmal fahren wir auch noch weiter, nach Süddeutschland oder sogar bis nach Österreich in die Berge.

Im Moment fresse ich hier ganz in Ruhe mein Heu und bin gemeinsam mit meinen Freunden in einem Gatter. Neben uns verkauft eine Frau Socken und Schals aus Alpakawolle. Mein Papa redet oft mit den Bayreuthern, die mich ganz neugierig anschauen und grinsen. Ein Mann mit einem großen Fotoapparat war auch schon hier und eine Frau mit einem Mikrofon an dem ein Handy hing. Keine Ahnung, was die da machen. Hier in der Halle sind noch mehr Alpakas, als zuhause auf dem Hof. Kleine, große, weiße oder graue. Daheim sind wir 200 Alpakas.

Prämierung Alpaka Schau Süd

Alpaka Schau Süd, Foto: red

Oh, jetzt muss ich mit Mama in den Ring zur Jury. Noch ein bisschen anstehen. Nun darf ich loslaufen, einen großen Bogen und dann stehen bleiben. Die Frau im schwarzen Anzug heißt Natasha Clark, kommt aus Australien und begutachtet mich und auch das graue Alpaka mit dem blonden Mädchen neben mir. Erst schaut sie ob meine Beine gerade sind, dann muss ich mich seitlich drehen. Jetzt muss ich ihr meine Zähne zeigen. Cheese! Sie fasst mein Fließ an und schaut ganz ernst. Bin ich ihr nicht flauschig genug? Ich bin ein Huacaya-Alpaka-Hengst in der seltenen Farbe ‘dark rose grey’. Vielleicht gefällt der Jury das doch? Ich bleibe ganz brav stehen. Jetzt streicht Natasha Clark durch das Fließ des anderen Alpakas.

Mama zieht am Halfter: Wir sollen uns noch enger nebeneinander stellen. Die Moderatorin sagt, das Fließ und Körperbau bewertet werden. Gegenüber sitzen viele Leute auf einer Tribühne. Ein altes Ehepaar, zwei Freundinnen und ein Vater mit seinem Sohn. Auf dem Tisch der Jury liegen bunte Schleifen und Pokale. Die Moderatorin sagt meinen Namen und die Leute klatschen! Mama strahlt. Ich habe gewonnen, juhu! Die blaue Schleife kommt an mein Ohr und ich laufe am Halfter mit Mama zurück in den Stall. Am Rand stehen noch mehr Leute, die mich neugierig anschauen. Das war aufregend, jetzt erst einmal gemütlich weiterfuttern.”

Alpaka-Impressionen


Infos zur Schau in Bayreuth

Am 2. und 3. März ist die Alpaka Schau Süd zu Gast in der Tierzuchthalle in Bayreuth, in der Adolf-Wächter-Straße. Über 250 Alpakas können im Stall oder bei verschiedenen Wettbewerben aus der Nähe begutachtet werden. Neben verschiedenen Fachvorträgen, kann man die Alpakas selbst einmal am Halfter führen. Außerdem gibt es viele Produkte aus Alpakafasern zu kaufen. Mehr zur Alpaka-Schau erzählt Organisator Heinz Kuhne-Pfaff im bt-Interview:

bt-Interview mit Organisator Heinz Kuhne-Pfaff

Neugierig geworden? Am Sonntag ab 14 Uhr gibt es im Eingangsbereich der Tierzuchtklause einen Vortrag zum Thema “Einstieg in die Alpakahaltung”.

Geöffnet ist die Schau jeweils von 9 bis 16 Uhr. Der Eintritt kostet 6 Euro.

Coach sucht Couch: Familien aufgepasst

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Jens Steinhagen, Coach und Mediator, begibt sich auf eine außergewöhnliche Rad-Tour durch ganz Deutschland und seine Nachbarländer. Auf seiner Route sucht der Kölner 100 Gastgeber, die ihm für eine Nacht Unterschlupf gewähren. Im Gegenzug erhalten die Familien eine Coaching-Stunde ihrer Wahl.

Jens Steinhagen mit Sohn. Foto: Jens Steinhagen

Seine Rad-Tour führte den 57-Jährigen bereits seit August durch viele Bundesländer und angrenzende Nachbarländer Deutschlands. Auf seiner letzten Etappe geht es von Köln nach Holland, Belgien und Luxemburg weiter über das Saarland, die Pfalz und Hessen nach Franken. Dort macht er auch in Bayreuth Station. Danach führt die Route über die Oberpfalz und Tschechien nach Polen, wo in Krakau die Reise enden wird.

Jens Steinhagen war zuvor 34 Jahre bei Lufthansa als Trainer und Berater tätig. Nachdem Lufthansa dann aber seinen Sitz in Köln aufgab und nach Frankfurt zog, schied der Kölner aus. Sein Sabbat-Jahr und die Rad-Reise finanziert er nun durch die entstandene Abfindung.

Seine freie Zeit möchte der begeisterte Radfahrer nun sinnvoll nutzen um einerseits Deutschland besser kennenzulernen aber zeitgleich auch etwas Gutes zu tun. Daraus entstand die Idee des Coach-Surfings.

Der Coach ist dabei für jeden Themenvorschlag seiner Gastgeber offen.

Ich muss nicht alle Themen kennen. Ich lasse mich aber auf jedes Thema ein. Was auch immer meine Gastgeber besprechen und erfahren möchten, das nehme ich an. Sachen können gelingen oder misslingen. Beides kann interessant sein. Entscheidend dabei ist, dass sich aus den Gesprächen eine Erkenntnis ergibt, die weiterhilft und Bewegung bringt.

Flexibilität und andere Sichtweisen sind das A und O in einem Coaching

Der Vater von vier Söhnen versucht durch verschiedene Ansätze seine Gastgeber in eine “gute” Richtung zu führen. Das kann sowohl durch Gespräche oder Körperübungen als auch durch Spiele geschehen. Ziel seiner Reise ist es, vor allem für junge Menschen zu zeigen: Alles was man sich vorstellen kann, das kann man auch erreichen.

Nicht alle Gastgeber sind zweibeinig; Foto: Jens Steinhagen

Am 9. März kommt Steinhagen dann voraussichtlich in Bayreuth an. Niemand braucht ein bestimmtes Anliegen oder Thema. Die Neugierde auf das Experiment und ein freies Sofa reichen vollkommen aus.

Jens Steinhagen ist noch auf der Suche nach einem Gastgeber in Bayreuth. Interessierte können ihn über seine Homepage oder die Handynummer 0178-3387534 erreichen.

 

Bayreuth: Stadt kämpft gegen die Taubenplage

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Der Hauptausschuss des Bayreuther Stadtrats will sich nächste Woche der Taubenplage in der Innenstadt annehmen.

Bereits Mitte der 1990er Jahre hat die Stadt ein Fütterungsverbot für Tauben erlassen. Nach 20 Jahren ist die entsprechende Verordnung inzwischen aber abgelaufen und die Beschwerden über eine Taubenplage vor allem in der Innenstadt nehmen zu. Vor allem wegen der durch Taubenkot verschmutzten Fassaden der Häuser und Denkmäler in der Stadt häufen sich die Beschwerden.

In einer Mitteilung der Stadt heißt es:

“Durch das Anfüttern der Tiere und durch bewusst geschaffene Nistmöglichkeiten etwa auf Fenstersimsen kommt es nach den Erfahrungen der Stadtverwaltung in bestimmten innerstädtischen Bereichen zu erheblichen Beeinträchtigungen des Stadtbildes und zu einer verstärkten Zunahme des Taubenbestandes.”

Der Haupt- und Finanzausschuss des Stadtrats wird sich daher am Mittwoch, 20. Februar, ab 16 Uhr, mit einem neuerlichen Fütterungsverbot befassen. Stimmt am Ende auch der Stadtrat dem Verbot zu, kann die Stadt bei Verstößen Bußgelder von bis zu 1.000 Euro verhängen.

Wirtsgogl-G’schichtla: Schatzsucher im Fichtelgebirge

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Adrian Roßner, Foto: Privat

Adrian Roßner ist einer der jüngsten Heimatforscher Deutschlands und kommt aus der Region: In unserer bt-Serie “Wirtsgogl-Gschichtla” gibt er uns regelmäßig Einblicke ins seinen Fundus:  kuriose Geschichten, unglaubliche Erzählungen und Besonderheiten aus unserer Region. 

In dieser Folge widmet sich Adrian Roßner den Schatzsuchern im Fichtelgebirge. Lesen Sie hier die aktuellste Geschichte aus der Feder des Wirtsgogl:

 


Wirtsgogl-Gschichtla #7 “Von den Schatzsuchern des Fichtelgebirges” 

In der Zeit des ausgehenden Mittelalters hatte sich die Kunde über die geologischen Kostbarkeiten des Fichtelgebirges derart weit verbreitet, dass selbst ausländische Glücksritter, die getrieben von der Gier nach unermesslichen Schätzen ganz Europa bereisten, hierher verschlagen wurden. Diese sogenannten „Venediger“ oder „Walen“ gelten in ihrer Eigenschaft als mystische Alchemisten, die mittels geheimer Handwerkskünste, unverständlicher Rituale und seltsamer Zeichen wertvolle Minerale fördern konnten, bis heute als Kern mancher Sage. 

Reichtümer in Deutschlands Gebirgen

Wie bei vielen der althergebrachten Geschichten, so liegt auch diesen Erzählungen eine reale Tatsache zugrunde: Schon in den ältesten Beschreibungen des Fichtelgebirges, etwa von Caspar Bruschius oder Johann Pachelbel wird die Jagd jener Männer erwähnt, die „sich zu rühmen [pflegen], die Schätze und Reichtümer, die in Deutschlands Gebirgen verborgen liegen, seien ihnen als Fremdlingen besser bekannt, als uns Deutschen selbst. So sind auch des öfteren (sic!) von unseren Leuten solche Fremde auf dem Fichtelberg und in seiner Umgebung angetroffen worden, die diesen Berg und das Land herum durchforscht und erkundet haben.“  Dabei quartierten sie sich meist nur über die Sommermonate bei den hiesigen Bauern ein, denen sie in manchen Fällen, so unter anderem in Wülfersreuth, gar aus prekären Situationen halfen: Ein Wirt, der ihn einst bei sich aufgenommen hatte, musste damals mit einer finanziellen Notlage zurechtkommen, reiste nach Italien und wurde dort von seinem ehemaligen Gast mit Reichtümern überhäuft.

Dämonische Marken am Wegesrand

Es scheint demnach mehr ein freundliches Miteinander gewesen zu sein, das zwischen den seltsamen Welschen und den Fichtelgebirglern vorherrschte, wenngleich, wie oftmals der Fall gewesen, die Verstohlenheit der Ersteren in Zusammenhang mit der Neugier und der Unwissenheit der Letzteren zu manch üblen Anschuldigungen führten: So sah man in den seltsamen Zeichen, die die kundigen Schatzsucher überall anbrachten, um später die besten Plätze wiederfinden zu können, dämonische Marken, mit denen sie den Belzebub persönlich angerufen haben sollen, der ihnen dabei half, die Kostbarkeiten zu heben – tatsächlich war das „Schatzheben“ später eine Eigenschaft, die bei manch einem Hexenprozess, darunter der gegen Katharina Ailfferin aus Wunsiedel, die Anklage stütze. 

So geschah es letzten Endes, dass aus den freundlichen Venedigern durchtriebene Gesellen gemacht wurden, die man angeblich in Wirbelwinden durch den Wald fahren sah, die Kinder raubten und all jene Orte, an denen sie verweilten, verfluchten. 

Foto: Adrian Roßner.

Ein ominösen Zeichen des Ochsenkopfs?

Selbst im Ochsenkopf-Symbol, das als Namensgeber des gleichnamigen Bergrückens gilt, kann man, wie es unter anderem auch Helfrecht und Hanicka tun, eines jener ominösen Zeichen erkennen. Zwar dürfte das heute deutlich sichtbare Bildnis erst zu Beginn des 19. Jahrhunderts dort oben angebracht worden sein, doch ist tatsächlich schon im 15. Jahrhundert von einem „Ochsenkopf“ nahe des „Schneeloches“ die Rede, was die Vermutung nahelegt, dass einst auch hier wertvolle Minerale gefunden worden sind. Hanicka zum Beispiel führt dieses Emblem, das ursprünglich aus drei Linien bestanden haben soll, auf das Zeichen für Merkur und Quecksilber zurück. Wenngleich man heute nicht mehr nachprüfen kann, wie genau das ursprüngliche Symbol ausgesehen haben mag, so ist diese Deutung dennoch einleuchtender, als jene der Herren Scherber und Zapf, die darin (einmal mehr) den Beweis für pagane Opferrituale zu sehen glaubten. 

Was bleibt?

Auch wenn also heute viele Spuren der Venediger verwischt oder in ihrer Bedeutung vergessen sind, so bleiben jene Gestalten dennoch durch Sagen und Mythen tief mit unserem Brauchtum verbunden und dienten gar bis in das 18. Jahrhundert hinein als sicherer Garant für Gold- und Silberfunde. Auch Jacob Heinrich Richter, der 1769 damit begann, an der Saalequelle zu graben und damit das heutige Aussehen jenes Areals entscheidend prägte, suchte einst aufgrund einer kurzen Erwähnung der Venediger in Pachelbels Werk nach buchstäblich sagenhaften Schätzen, von denen das Fichtelgebirge im Laufe seiner Geschichte nur einige wenige preisgegeben hat.  



Text: Adrian Roßner

Bayreuths Frühaufsteher erleben totale Mondfinsternis

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bt-Kompakt: Kurznachrichten aus Bayreuth vom 20. Januar 2019. Polizei sucht nach mehreren Unfallflüchtigen, Großer Andrang am Oberfrankenstand auf der Grünen Woche, Bayreuths Frühaufsteher erwartet eine totale Mondfinsternis.

 

Bischofsgrün: Abkochanordnung aufgehoben

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Wie die Gemeinde Bischofsgrün meldet, ist die am 29. Dezember verhängte Abkochanordnung für das Trinkwasser aufgehoben worden.

Bis zum Einbau einer Anlage zur UV-Bestrahlung des Wassers wird dem Trinkwasser aber weiterhin Chlor zugeführt.

Das Gesundheitsamt weist darauf hin, dass die eingesetzte Chlorkonzentration zu keiner gesundheitlichen Beeinträchtigung führen kann.

Wer technische Anlagen hat, die mit dem Trinkwasser betrieben werden, sollte klären, ob gechlortes Wasser in der Anlage verwendet werden kann.

Bei einer Routineuntersuchung wurden kurz vor Silvester krankheitserregende Enterokokken im Bischofsgrüner Trinkwasser gefunden. Die Keime könnten beispielsweise durch die Ausscheidungen von Wild ins Trinkwasser gelangt sein. Solche Verunreinigungen kommen in Deutschland immer wieder vor.

 

Wirtsgogl Gschichtla mit Winterhütte im Hintergrund

Wirtsgogl-G’schichtla: Ab auf die Piste!

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Adrian Roßner, Foto: Privat

Adrian Roßner ist einer der jüngsten Heimatforscher Deutschlands und kommt aus der Region: In unserer bt-Serie “Wirtsgogl-Gschichtla” gibt er uns alle 14 Tage Einblicke ins seinen Fundus:  kuriose Geschichten, unglaubliche Erzählungen und Besonderheiten aus unserer Region. 

In dieser Folge widmet sich Adrian Roßner dem Wintersport im Fichtelgebirge. Hören Sie hier die aktuellste Geschichte aus der Feder des Wirtsgogl:

 


Wirtsgogl-Gschichtla #6 “Ab auf die Piste!” zum Anhören


Eine kurze Geschichte des Wintersports im Fichtelgebirge

Gemächlich kämpft sich das schwarze Ungetüm durch die meterhohen Klüfte, die, einer unsichtbaren Linie folgend, mitten durch die weiße Landschaft führen. Schnaubend und fauchend zum Stehen gekommen, entlässt der lange Wurm aus grünlich schimmernden „Donnerbüchsen“ unzählige befremdlich wirkende Menschen in die kalte Natur, die, mit Stöcken und abstrusen Holzkonstrukten bewaffnet, die Berge der Region erstürmen. Lange galt der Winter als dunkle, abweisende Jahreszeit, in der die Bewohner unserer Heimat sich meist in die mehr oder weniger gut beheizten Stuben zurückzogen, um der während des Sommers liegen gebliebenen Arbeit zu frönen. Nun jedoch, in der Belle Epoque, jener kurzen Ära des Friedens zwischen den beiden verheerenden Kriegen, hat sie einen ganz neuen Zauber entwickelt, der Besucher aus Nah und Fern in das Fichtelgebirge lockt.

Ausschlaggebend für diesen bis dato unbekannten touristischen Aufschwung waren in erster Linie die Stichbahnen, die, von den größeren Städten abgehend, auch entlegenere Dörfer und Marktgemeinden an der modernen Zeit teilhaben ließen. Sie waren es, die unsere Heimat in das 20. Jahrhundert führten, und das nicht allein, da sie die Ansiedlung erster Firmen und Fabriken ermöglichten, sondern auch, weil die vom Rauch und Dreck der wachsenden Metropolen fliehenden Urlauber mit ihnen schnell und zuverlässig die ländlichen Gebiete zur Erholung nutzen konnten.

Skifahren wird Ende des 19. Jahrhunderts populär

Waren es in der warmen Jahreshälfte allen voran die „Sommerfrischler“, die es in die heimischen Wälder zog, setzte sich bereits ab dem Ende des 19. Jahrhunderts das „Schifahren“ als Sportart während der kalten Wintermonate durch. Die betuchten Herrschaften strömten dabei zu den neu gebauten Bahnstrecken über den Furka- oder den Bernina-Pass, entlang derer die gründerzeitlichen Hotelpaläste beinahe wie Pilze aus dem Boden geschossen waren. Jene aber, die lediglich das pure sportliche Vergnügen anstrebten und auf den dekadenten Luxus alpiner Hotels verzichten wollten, besuchten das Fichtelgebirge. Allen voran die bis heute bekannte Region rund um den Ochsenkopf etablierte sich ab 1900 als beliebtes Ziel für Wintersportler, denen man schon bald ganze Züge zur Verfügung stellte, um die Reise möglichst angenehm und unkompliziert zu gestalten. In Warmensteinach schnauften 1907 die ersten dieser „Rodlerzüge“ in den Bahnhof ein und auch in anderen Ortschaften wurde die Eisenbahn für den Tourismus entdeckt. Zur besseren Organisation und der angemessenen Pflege der neuangelegten Pisten gründeten sich entlang der schneereichen Gipfel bereits kurze Zeit später erste „Skiclubs“, die auch die Ausbildung der Anfänger übernahmen.

Besonders verdient gemacht hat sich dabei der aus Bischofsgrün stammende Lehrer Ernst Höppl, der 1907 den Wintersportverein in seiner Heimatstadt aus der Taufe hob und auch bei der Planung weiterer Abfahrtsstrecken, darunter 1938 die Anlage in Sophienthal, beratend tätig gewesen ist. Für die Jugend etablierte man besondere Schischulen, was dazu führte, dass sich, angetrieben vom Adrenalin und dem Rausch der Geschwindigkeit, immer neue Sportarten entwickelten. Ab den 1930er Jahren kam daher vielerorts der Wunsch auf, neben den Abfahrten steile Rampen zu errichten, die es den Wagemutigen ermöglichen sollten, möglichst weit (auf Eleganz legte man zu jener eher weniger Wert, wie historische Filmaufnahmen zeigen) zu fliegen.

Einfach laufen lassen

In Bischofsgrün wurde 1933 eine erste Holzkonstruktion eingeweiht, die den seit den 1920er Jahren existenten „Sprunghügel“ ablöste, in Sophienthal konnte man die Schanze 1938 feierlich eröffnen und auch bei Weißenstadt entstand eine solche Anlage, von der sich leider nurmehr einige Photos erhalten haben. Der veränderte Zeitgeist machte währenddessen auch vor dem Wintersport nicht Halt: 1935 eröffnete man die „Adolf-Hitler-Skibahn“ am Waldstein, die in der überregionalen Presse als „Neubau“ bezeichnet wurde, der sich „mit jeder derartigen Bahn im Fichtelgebirge messen“ kann. Ein Problem war freilich die sehr geringe Breite, die keinerlei Ausweichen oder Schwingen während der Abfahrt ermöglichte. Somit blieb den Sportlern einzig übrig, es „laufen zu lassen“ und, wie manche Augenzeugen bis heute berichten, „zu brobiern, an Baam zer derwischn, wenn’s zer schnell gworn is.“ Mit dem steigenden Interesse der Wintersportler erlebten auch die Gipfelhäuser des Fichtelgebirgsvereins eine zweite Blüte: Waren die meisten davon ursprünglich als Ausflugsgaststätten für die Wanderer errichtet worden, die in den Sommermonaten die Wälder durchstreiften, öffneten nun immer mehr von ihnen auch während der kalten Jahreszeit ihre Türen und verbreiteten damit den Flair alpiner Gebirgslagen zu bezahlbaren Preisen. Teils wurde dabei gar eigens kreiertes „Skiwasser“ angeboten, wobei es sich faktisch um aufgeheiztes Leitungswasser mit einem Schuss Zitronensaft handelte, das jedoch bis heute Vielen wehmütige Erinnerungen zurückruft. 

Sessel- und Schlepplift-Betrieb am Ochsenkopf

Der Zweite Weltkrieg beendete schließlich die meisten dieser kleineren und vor allem lokal bedeutenden Unternehmungen, während sich die größeren Skigebiete aufgrund stetiger Investitionen und Verbesserungen bis heute behaupten können. Am Ochsenkopf befördern mittlerweile moderne Sessel- und Schlepplifte die Abfahrer auf den Gipfel, wo seit der Wintersaison 2007 Beschneiungsanlagen aushelfen, falls das natürliche Weiß nicht ausreichen sollte.

Der Wintersport hat damit tatsächlich eine lang zurückreichende Tradition im Fichtelgebirge und wenngleich die heutige Hightech-Ausrüstung für „Carving“, „Skijumping“ und „Freeriding“ nicht mehr viel mit jenen Holzbrettern zu tun hat, auf denen die Pioniere einst über die Pisten fegten, so tut es dennoch not, einen Blick in die Vergangenheit zu werfen, um ihre Anfänge zu verdeutlichen.



Text: Adrian Roßner

Der Blick auf Weißenstadt vom See aufgenommen.

Geschichten aus der Umgebung: Die Felsenkeller von Weißenstadt

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In Teil vier unserer Serie „Geschichten aus der Umgebung“ erzählt uns Gudrun Schultheiß von den Felsenkellern in Weißenstadt.

In Teil eins unserer neuen Serie hat Gudrun Schultheiß uns von den „Bullenhenkern“ aus Weißenstadt erzählt. Der zweite Teil entführte uns zum Eprechtsteiner Steinbruch. In Teil drei stellte sie uns ihren Lieblingsort vor: den Weißenstädter See.

Die Felsenkeller von Weißenstadt mit Gudrun Schultheiß

Der Weißenstädter See und ein Angler

Geschichten aus der Umgebung: Der Weißenstädter See

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In Teil drei unserer Serie „Geschichten aus der Umgebung“ erzählt uns Gudrun Schultheiß von ihrem Lieblingsort: dem Weißenstädter See.

Der Erholungsort Weißenstadt liegt direkt an einem circa 50 qm großen See. Dieser ist vor allem bei Seglern, Windsurfern, Anglern und Badegästen sehr beliebt. Außerdem umgibt ihn ein Rundweg zum Fahrrad fahren, Inline skaten und umwandern.

Der Weißenstädter See mit Gudrun Schultheiß

In Teil eins unserer neuen Serie hat Gudrun Schultheiß uns von den “Bullenhenkern” aus Weißenstadt erzählt. Der zweite Teil entführte uns zum Eprechtsteiner Steinbruch.