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bt-Filmkritik: “Terminator: Dark Fate” – Arnie is back!

Der Terminator ist zurück! Im unerbittlichen Krieg zwischen Menschen und Robotern findet sich Dani Ramos wieder. Dabei hat er Unterstützung: die kampferprobte Sarah Connor und die kybernetisch weiterentwickelte Grace. Zwischen den Fronten steht ein Alter Bekannter (Arnold Schwarzenegger).

bt-Filmkritiker Alex Bauer war mit einem bt-Leser im neuen Terminator-Film im Bayreuther Cineplex. Hier gibt’s die Meinung der beiden!

Der offizielle Trailer zum Film

So bewertet Thorsten Eichler den Film:

Und bt-Filmkritiker Alex Bauer meint:

bt-Kinokritiker Alex Bauer. Foto: Thorsten Gütling

Blitze zucken durch die Luft, ein Energieball entsteht, der kurz danach eine nackte Person ausspuckt. Hm, ja, kennen wir doch, so kam damals schon der Ur-Terminator auf die Welt. Sein Auftrag: Töte Sarah Connor. Bekanntlich hat das ja nicht geklappt, sie überlebte, Arnold Schwarzenegger durfte sein “Ich komme wieder” aufsagen und die Welt war erstmal gerettet.

Ein zweiter Film folgte, auch mit Arnie in der Hauptrolle, ein schlechter dritter Film ebenfalls mit Schwarzenegger, danach nur noch schlechter Abklatsch. Mit “Dark Fate” kommt also nun der sechste Terminator-Film in die Kinos. Und hoffentlich bleibt es auch dabei. Ausgelutscht war das Thema ja eigentlich schon nach Teil 3, also 2003, als Arnie mit 56 Jahren nochmal den Killer-Roboter spielte.

Jetzt ist der Herr 72 Jahre alt und anscheinend wollte er das Ding zu Ende bringen. Der große Abgang mit einem ordentlichen Knall quasi. Witzig: “Dark Fate” ignoriert einfach mal alle Filme nach dem zweiten Teil. Als wären sie nie da gewesen. Also, vergesst alles, was ihr nach “Tag der Abrechnung” gesehen habt. Ist egal. Gut, viel Spannendes war da ja eh nicht dabei. Der sechste und hoffentlich letzte Film der Terminator-Reihe brüht übrigens einfach wieder die Standard-Geschichte aller bisherigen Filme auf. Irgendeine Person wird irgendwann einmal die Welt vor den bösen Maschinen retten, deshalb wird ein Killerroboter aus der Zukunft in die Vergangenheit geschickt, um die Person zu töten.

Und natürlich können das die Menschen aus der Zukunft nicht zulassen und schicken ebenfalls jemanden in die Vergangenheit, der die Person, in diesem Fall die junge Frau Dani, beschützen soll. Denn sonst werden alle sterben. Später. Wenn die Maschinen mal wieder die Menschen ausrotten wollen. Die Retterin nennt sich Grace, ist eigentlich ein Mensch, wurde aber mit Maschinenteilen “verbessert” und ist so ein laufender Panzer mit Gefühlen.

Darstellerin Mackenzie Davis hat dafür genau zwei verschiedene Gesichtsausdrücke parat: Einmal weinerlich verzweifelt, einmal wütend. Damit macht sie fast schon Vin Diesel Konkurrenz. Warm wird man mit ihrer Figur aber so halt gar nicht. Auch die spätere Menschheitsretterin Dani (Natalia Reyes) ist dem Zuschauer mal völlig wurst, so läuft das auch beim Killerroboter Rev-9 (Gabriel Luna) und allen Figuren, die ansatzweise irgendeine Minirolle in dem Film haben.

Im Endeffekt ist ihre Geschichte auch egal, denn zum einen ist die gealterte Sarah Connor (Linda Hamilton) mit dabei, die sich ballernd und grummelnd durch die zwei Stunden Film bewegen darf, zum anderen taucht nach 60 Minuten langweiliger und immergleicher Verfolgungsjagd dann endlich Arnie auf. Der Killer-Terminator hat sich zur Ruhe gesetzt, nennt sich jetzt Carl, wohnt in einem Holzhaus mitten im Wald und lässt es sich gut gehen. Sobald er Teil des Plots ist, werden übrigens die anderen Figuren, außer Sarah Connor, komplett überflüssig.

Dann geht es nur noch darum, die trockenen Sprüche von Arnie um die Ohren zu bekommen, überraschend amüsant ist ebenfalls das Gefrotzel zwischen dem alten Terminator und Sarah Connor. Das macht Spaß und tröstet etwas, musste man doch mehr als eine Stunde lang viele, wirklich sehr viele, dumme Dialoge miterleben, die weder witzig sind noch ansatzweise gebraucht werden. Einzig die Action kann einigermaßen überzeugen. Zum Glück.

Vorausgesetzt, man steht auf Verfolgsjagden und hat noch noch keinen Terminator-Film gesehen. Und sich damit abfinden kann, dass die Actionszenen immer gleich daherkommen. Nämlich: Böser Terminator jagt Dani, es wird gekämpft. Böser Terminator wird circa zehn mal geteilt, geschreddert und durchlöchert, kann aber nicht sterben, also fliehen die “Helden”. Zwei Stunden lang. Immer der gleiche Ablauf. Aber die Action schaut gut aus, das muss man dem Film lassen.

Immerhin macht “Dark Fate” das gut. Das reicht aber halt nicht, um aus der Mittelmäßigkeit herauszukommen. Mit “Dark Fate” werden wohl nur eingefleischte Fans ihren Spaß haben, die Arnie noch einmal in der Rolle des Terminators sehen wollen und darauf hoffen, dass er wieder “Ich komme wieder” sagen wird. Ob er das tut, wird nicht verraten. Der sechste Teil der Terminator-Reihe ist schlussendlich ein Actionfilm, den es nicht gebraucht hätte, der aber durch Schwarzenegger und Hamilton in einigen wenigen Momenten trotzdem kurz Spaß macht.

2 von 5 Sterne

Kritik: “Ich war noch niemals in New York” – ein Spektakel der Peinlichkeit

Deutsches Musical mit berühmten Schauspielern auf der Kinoleinwand: gibt’s nicht? Doch! bt-Filmkritiker Alex Bauer war gemeinsam mit zwei bt-Lesern im neuen Film “Ich war noch niemals in New York” im Bayreuther Cineplex. Nach dem Film vergibt der Filmexperte magere null Punkte. Die Begründung dafür gibt’s hier!

Der offizielle Trailer zum Film

So bewerten Michaela Schmidt-Franke und Stefanie Keil den Film.

Und bt-Filmkritiker Alex Bauer meint:

bt-Filmkritiker Alex Bauer.

Minute 1: Es wird gesungen. Es wird getanzt. Gut, “Ich war noch niemals in New York” ist eine Musical-Verfilmung mit Songs von Udo Jürgens, da war das klar. Es nervt aber jetzt schon. Heike Makatsch darf eine arrogante Fernseh-Moderatorin spielen, die die besten Zeiten hinter sich hat. Katharina Thalbach ist ihre schrullige Mutter, die ihr Gedächtnis verliert und mit einem Luxusdampfer nach, welch Wunder, New York fahren will, denn, oha, sie war da noch nie.

Minute 23: Der Kapitän des Dampfers lallt ständig, alle Passagiere sind in Pastelltönen gekleidet, die Sonne scheint immer grell und es wird weiter getanzt und gesungen. Und die Handlung? Die ist belanglos, sinnfrei und soll wohl unterhalten. Macht sie nicht. Habe ich mich schon ungefähr ein Dutzend mal fremdgeschämt. Uwe Ochsenknecht und Moritz Bleibtreu dürfen übrigens auch singen. Der eine kann das nicht, der andere schon einigermaßen. Der eine ist ein abgehalfteter Gigolo, der andere trägt seine tote Ehefrau in einer Kaffeedose herum. Hätten wir das auch geklärt. Eine Stunde vorbei: bis jetzt habe ich jedes Lied von Udo Jürgens gekannt, Fans werden dementsprechend ihren Spaß haben, mich erinnert das ganze nur an Melodien-für-Millionen-Abende mit Dieter Thomas Heck auf der Couch meiner Großmutter Anfang der 90er Jahre. Schlimm, wirklich schlimm das Ganze.

Nach 100 Minuten: warum ist der Film nicht endlich vorbei? Also wirklich, nach knapp eindreiviertel Stunden ist eigentlich alles erzählt. Alle durften mindestens einmal singen, jedes Paar hatte ihren Herzschmerz-Moment, der Kapitän durfte lallen, es wurde getanzt und mittlerweile ist jedem klar, dass Matrosen alle von Kopf bis Fuß tätowiert sind. Noch immer scheint die Sonne grell, noch immer ist die Geschichte eine Aneinanderreihung von Peinlichkeiten und Fremdschämmomenten. Aber es fehlt natürlich noch das große Happy-End, das große Sing-Tanz-Finale. Ich kann es gar nicht erwarten, den Abspann zu sehen. Nach zwei Stunden ist es soweit. Alle sind glücklich, jedes Paar hat sich endlich gefunden, sogar der griechische Magier Costas (gespielt von Pasquale Aleardi, der alle an die Wand singt) darf seinem Fred einen Ring an den Finger stecken und es wird fröhlich durch die Straßen New Yorks getanzt.

Der Film ist vorbei. Endlich. Was bleibt? Heike Makatsch war als Hildegard Knef großartig, hier leider durchweg nervig, Katharina Thalbach hat trotz Singeinlagen Spaß gemacht, ich will nie mehr Uwe Ochsenknecht singen hören und wer ist eigentlich dieser Mat Schuh, der augenscheinlich nur aus Zähnen besteht, aber einen gealterten Rock’n’Roll-Gigolo mit Charme spielt? Naja, egal. “Ich war noch niemals in New York” ist leider ein zwei Stunden dauerndes Spektakel der Peinlichkeit, das definitiv nur Fans des Musicals gefallen wird. Hoffentlich.”

0 von 5 Sterne

bt-Filmkritik: “Joker” – zwei Stunden voller Wahnsinn

Angst vor dem neuen “Joker”? Wenn Arthur Fleck nicht gerade auf den Straßen von Gotham City als Clown verkleidet Werbeschilder für Schlussverkäufe herumwirbelt oder von jugendlichen Schlägern verprügelt wird, kümmert er sich zuhause um seine kranke Mutter Penny. Eines Tages bekommt er einen Revolver geschenkt – was sein Leben dramatisch verändert.

bt-Filmkritiker Alex Bauer war gemeinsam mit zwei bt-Lesern im neuen Streifen “Joker” im Bayreuther Cineplex. Wie sie den Film fanden? Die Antwort gibt’s hier:

Der offizielle Trailer zum Film

So bewertet Hannah-Katharina Martin den Film:

Christian Guth benotet:

Und bt-Filmkritiker Alex Bauer meint:

bt-Filmkritiker Alex Bauer.

Brachial, erschütternd, hervorragend. Drei Wörter, die ‘Joker’ mit Joaquin Phoenix treffend beschreiben. Zwei Stunden Wahnsinn im wahrsten Sinne, nach denen man begeistert, aber auch ein bisschen verstört aus dem Kino kommt. Und das ist gut. Sehr gut sogar.

‘Joker’ ist keine klassische Comic-Verfilmung, ganz klar. Kein Batman. Keine Superschurken, die Gotham City zerstören wollen. Nur Arthur Fleck alias Joker. Den plagen psychische Probleme, er muss in den unpassendsten Momenten unkontrolliert lachen und wird von der Gesellschaft eigentlich nur getreten. Eine gescheiterte Persönlichkeit in einer Welt, die ihn nicht braucht und auch nicht will also.

Der angesprochene Wahnsinn steigert sich von Minute zu Minute, Fleck driftet immer weiter ab und verliert so auch noch die restliche Kontrolle in seinem eh schon kaputten Leben. Der Zuschauer sieht dem ganzen traurigen Spektakel zu und weiß irgendwann nicht mehr, ob er nun Mitleid mit Arthur haben oder ihn doch hassen soll. Denn wenn Arthur richtig loslegt, wird es ziemlich brutal und man bekommt einen Eindruck, dass das erst der Anfang des künftigen Erzrivalen Batmans ist.

Phoenix liefert als Arthur/Joker sein Meisterstück ab. Er hat sich heruntergemagert. Mimik, Gestik, das ist alles ganz groß und fesselt. Und: wenn Arthur wieder unkontrolliert lachen muss, bekommt man regelrecht Gänsehaut, so schräg und beängstigend ist es. Phoenix beweist mit seinem Joker-Spiel, dass er zu den großen Charakterschauspielern gehört und jetzt doch mal einen Oscar verdient hätte.

Wenn ein solcher Film so fixiert auf die Hauptperson ist, bleibt jedoch kein Platz für die anderen Figuren. Das merkt man bei ‘Joker’ definitiv. Sie sind alle sehr oberflächlich gehalten, man sieht und vergisst sie auch schnell wieder. Ist nicht schlimm. Mein Fazit: Ein großartiger Joaquin Phoenix, viel Tragik und sehr viel Wahnsinn machen ‘Joker’ zum wohl besten Film des Jahres.

4,5 von 5 Sterne

bt-Filmkritik: Anna

bt-Filmkritiker Alex Bauer sieht sich jede Woche die neuesten Filme in Cineplex Bayreuth an. Zwei bt-Leser dürfen mit und erzählen nachher, wie sie den Film fanden. In dieser Woche galt die Kritik der Neuverfilmung des Disney-Klassikers “König der Löwen”. Die Filmkritik dazu gibt es hier.

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Alex Bauer ist nach dem Film aber einfach sitzen geblieben und hat sich den Thriller “Anna” gleich noch mit angeschaut. Wie er ihn fand, lesen Sie hier.

bt- Filmkritiker Alex Bauer.

Nach seinem Weltraum-SciFi-Flop “Valerian” besinnt sich Luc Besson also wieder zu seinen Wurzeln: zu einem Film mit einem taffen Killer, wie es Nikita oder “Léon – Der Profi” waren. Diesmal heißt die Killerin Anna. Die wird auf einem Moskauer Markt entdeckt und arbeitet daraufhin als Topmodel in Paris. Achso, und nebenbei tötet sie für den KGB. Das macht sie blutig, brutal und gnadenlos.

Besson inszeniert das Ganze actionreich rasant und top choreographiert. Das macht Spaß und ist wirklich sehenswert. Aber: Sowas kann man von Besson auch erwarten und wirklich neu ist seine Idee auch nicht, Anna als abgewracktes Drogengirl, dass vom KGB zur ultimativen Tötungsmaschine ausgebildet wird, zu inszenieren. Denn huch, das kennt man ja schon aus Nikita.

Aber gut, sei’s drum, der Film ist 1990 erschienen, da kann man sowas schon mal wieder aufwärmen. Punkten kann “Anna” mit einer spannenden Geschichte, die den einen oder anderen Aha-Effekt bietet. Bedeutet: Augen auf, die Details machen den Unterschied.

Einzig die häufigen Zeitsprünge stören ein kleines bisschen. Hätte es auch nicht gebraucht, hätte man deutlich stimmiger konstruieren können. Aber hätte, hätte, Fahrradkette, so ist es nunmal. Achso, man sollte auch kein Problem mit platten Charakteren haben, denn alle Figuren sind sehr oberflächlich gehalten. Das fängt bei Anna (aalglatt gespielt von Sasha Luss) an und hört beim CIA-Agenten Miller (Cillian Murphy, der exakt einen Gesichtsausdruck hat) auf. Sie werden einem im Laufe des Films leider alle egal. Wer aber Bock auf einen coolen, toll inszenierten Agenten-Thriller hat, ist bei “Anna” definitiv richtig.

3 von 5 Sterne

Beach Bum

Jeden Donnerstagabend geht bt-Filmkritiker Alex Bauer mit zwei Lesern des Bayreuther Tagblatts ins Kino. Mit dabei waren diese Woche Eva Rundholz aus Eckersdorf und Cornelia Aubrecht aus Bayreuth. Fazit: “Beach Bum” muss man mit Humor nehmen.

Darum geht es:

Die Meinung von Eva Rundholz:

Das sagt Cornelia Aubrecht:

bt-Filmkritiker Alex Bauer findet:

Neigschaut: bt- Kinokritiker Alex Bauer.

„Moondog kokst gern. Er säuft gern. Er kifft gern. Er hat gern Sex mit vielen Frauen. Und Moondog ist Schriftsteller – angeblich sogar ein guter. Klingt so ein bisschen nach Charles Bukowski – nur ohne das harte Leben ohne Job und Geld. Denn Moondog ist stinkreich, dank seiner Frau. Blöd nur, dass die stirbt und er nur an das Erbe rankommt, wenn er seinen Roman, an dem er seit Jahren sitzt, endlich fertig bekommt. Soweit verstanden?

Dann ist ja gut. Denn das waren jetzt die ersten zehn Minuten von „Beach Bum“ mit Matthew McConaughey. Was danach passiert ist schräg. Sehr schräg. Denn auf seinem Weg zum fertigen Roman trifft der eh schon völlig verrückte Moondog immer wieder noch viel verrücktere Typen.

Wie etwa R&B-Star Lingerie (Snoop Dogg), der in seiner Villa kiloweise Gras gebunkert hat. Oder Flicker (Zac Efron), einen Schlaghosen tragenden Typen, der auf christlichen Metal steht und mit dem Moondog aus der Entzugsklinik ausbricht. Oder Captain Wack (Martin Lawrence), ein Typ, der mit seinem rostigen Boot Touristen zu Delphintouren mitnimmt, dabei aber eigentlich überhaupt keine Ahnung hat, was er da wirklich tut. Oder…oder…so geht das weiter und weiter.

Der Film ist eine eineinhalb Stunden dauernde Aneinanderreihung von schrägen Ereignissen mit noch schrägeren Figuren. Und Moondog ist der König aller dieser Freaks. Was da Matthew McConaughey abliefert, ist schon bemerkenswert und zeigt, dass er eben doch noch ein ziemlich guter Charakterschauspieler ist.

Als Zuschauer weiß man nur leider nicht, was man mit Moondog und seiner wirren Geschichte anfangen soll. Denn irgendwie schafft man es nicht, Moondog sympathisch zu finden, obwohl er sicher ein netter Kerl ist und das Leben wie Nektar säuft. Und auch die „Erbe gegen Roman“-Geschichte ist völlig egal, nur Beiwerk der verrückten Begegnungen und den verstörenden Bildern, die man so auf der Leinwand sieht.

Da kann man sich eigentlich nur berieseln lassen vom ganzen Irrsinn. Und lachen. Viel lachen. Denn ohne Spaß: Dieser schräge Trip ist lustig. Mehr aber auch nicht. Und das ist bei „Beach Bum“ sogar ganz gut so.“

3 von 5 Sterne

 

 

Iron Sky 2: The Coming Race

Jeden Donnerstagabend geht bt-Filmkritiker Alex Bauer mit Lesern des Bayreuther Tagblatts ins Kino. Diesmal waren Dirk Marky aus Wirsberg und Sarah D. aus Bayreuth mit dabei. Das Fazit: Teil 2 von Iron Sky, “The Coming Race” ist etwas für richtige Trash-Fans. Er wurde von Fans via Crowdfunding mitfinanziert. Wer politisch zart besaitet ist und wenig Humor versteht, sollte besser die Finger davon lassen.

Darum geht’s

So hat Dirk Marky der Film gefallen:

So hat Sarah der Film gefallen:

Und bt-Filmkritiker Alex Bauer findet:

Neigschaut: bt- Kinokritiker Alex Bauer.

„2012 überraschte ein Crowdfunding-Projekt an den Kinokassen – Iron Sky hieß das. Es handelte von Weltraumnazis, die auf der dunklen Seite des Mondes leben und aufgehalten werden mussten, damit sie nicht schon wieder die Welt zerstören. Klang damals ziemlich trashig, war es auch.

Es war sehr sehr trashig. Aber auch witzig. Und technisch gesehen, hat das Ganze auch wirklich Spaß gemacht, war doch die Weltraum-Action sehenswert. Da konnte man sich bei allen bedanken, die das Projekt mit ihrem Geld unterstützt haben. Sieben Jahre später startet nun mit „The Coming Race“ der zweite Teil in den Kinos – wieder mitfinanziert von den Fans.

Naja, diesmal weiß man aber nicht so recht, ob man denen danken soll, dass sie mit ihrem Geld die Fortsetzung realisiert haben. Denn eigentlich ist der Film echt Müll, also Trash. Mittelmäßiger Trash. Leider. Oder ist das dann wieder gut? Ich weiß nicht. Dabei hat die Idee an sich wirklich viel Potenzial für einen guten, spaßigen Trash-Action-Film geboten. Denn Hallo? Reptiloiden, eine hohle Erde, Dinosaurier, im Trailer ist ein Alien-Hitler auf einem T-Rex geritten. Da geht doch vielen Fans das Herz auf. Mir ja auch irgendwie.

Nach eineinhalb doch kurzweiligen Stunden war ich dann aber doch etwas unzufrieden. Zum einen sieht „The Coming Race“ billiger aus als der erste Teil. Das fängt bei den künstlichen Pflanzen im Dschungel der Hohlwelt an, das geht bei den Pappfelsen weiter und irgendwie haben die Macher auch diesmal die Special-Effects einfach verhunzt. Gut, man weiß ja nicht, ob die das vielleicht auch so wollten, dann hätten sie einen aber nicht im ersten Film „verwöhnen“ dürfen.

Die Story, die eigentlich egal ist, kommt erst nicht in Fahrt, will dann die vergeudete Zeit aufholen, wird noch egaler und endet in völliger Gleichgültigkeit. Ist ja nicht schlimm, muss ja nicht oscarverdächtig sein, aber hey, sie sollte dann wenigstens Spaß machen. Macht sie nicht. Also doch, ungefähr fünf Minuten, wenn die Reptiloiden-Versionen von Hitler, Stalin, Mark Zuckerberg, dem Papst und Margaret Thatcher die Helden der Story in einem epischen Streitwagenrennen (mit Triceratopsen statt Pferden) jagen.

Klar soweit? „Iron Sky – The Coming Race“ kann man sich schon antun, wenn man auf Trash-Filme steht und man seine Erwartungen auf eine tolle Fortsetzung herunterschraubt. Also, sehr weit herunterschraubt.“

2 von 5 Sterne

Captain Marvel

Jeden Donnerstag geht bt-Filmkritiker Alex Bauer mit Lesern des Bayreuther Tagblatts abends ins Kino. Diese Woche waren Tina Angerer und Natascha Schmidt mit dabei. Das Fazit: “Captain Marvel” eignet sich besonders für eingefleischte Fans, da man viele Details und Charaktere aus der Marvel-Welt im Film wieder findet. Aber auch für Neulinge ist es ein tolles Action-Spektakel mit einer Superheldin, die die Männerwelt aufzumischen versteht.

Darum geht’s:

So hat der Film Tina Angerer als “Marvel-Kennerin” gefallen:

So hat der Film Natascha Schmidt als “Nicht-Marvel-Kennerin” gefallen:

Und bt-Filmkritiker Alex Bauer findet:

Neigschaut: bt- Kinokritiker Alex Bauer.

„Bevor Marvel seine Avengers in ein paar Wochen in das große „Endgame“ schickt, gönnt uns der Comic-Riese noch eine Reise in die Vergangenheit. Gut, es geht zwar nur in die 90er, aber mit denen können die meist jungen Marvel-Fans sicher auch nicht sehr viel anfangen. Mit dem Film schon, denn eins kann man sagen: Marvel hat wieder abgeliefert – und zwar richtig ordentlich. Hier kommt aber schon ein kleines aber. Denn Neulinge im Superhelden-Universum werden definitiv nicht so viel Spaß haben wie eingefleischte Fans.

Für Nichtkenner ist es ein Action-Spektakel mit tollen Szenen, auch in 3D macht das Ganze recht viel Spaß. Die Story um die junge Kriegerin Vers, die nach und nach herausfindet, wer sie wirklich ist und nebenbei natürlich ein paar Heldentaten vollbringt, wird spannend und mit viel Witz erzählt. Und: sie geht nicht in einem Bombast-Effekte-Spektakel unter, sondern hat auch viel Platz für ruhige Momente, in denen man die Protagonistin besser kennenlernen kann.

Die bisherigen Marvel-Filme konnten ja schon immer mit vielen Lachern bei den Dialogen aufwarten – das gelingt auch in „Captain Marvel“ wirklich treffend und ist zwischen den vielen Action-Szenen sehr auflockernd. Das Plus am Film-Spaß werden aber die Fans der Reihe haben. Vollgepackt mit kleinen und großen Details des Marvel-Universums ist der Film auf jeden Fall ein Muss. Schon allein die Szenen mit dem jungen Agent Fury und Vers sind urkomisch und einfach gut inszeniert. Der hat nämlich noch keine Ahnung, dass es sowas wie Superhelden geben könnte und ist sichtlich baff – im Gegensatz zum coolen Agent Fury aus den Avenger-Filmen.

Außerdem dürfen sich Kenner auf ein Wiedersehen mit wirklich vielen Charakteren freuen, die man aus den anderen Filmen kennt. Zu viel möchte man da aber nicht verraten – man muss es gesehen haben. „Captain Marvel“ funktioniert in der Marvel-Welt hervorragend, auch wenn die Geschichte vor Iron Man, Thor, den Avengers und wie sie alle heißen spielt. Und falls es in „Avengers 4: Endgame“ ein Wiedersehen mit der Superheldin geben sollte, kann sich Oberbösewicht Thanos ziemlich warm anziehen, denn eins hat Captain Marvel drauf: Sie kann ordentlich austeilen.“

4 von 5 Sterne

Mein Bester & Ich

Donnerstagabend geht bt-Filmkritiker Alex Bauer mit Lesern des Bayreuther Tagblatts ins Kino. Diese Woche durften Dilara Akbaba und Martin Messler mit. Das Fazit der Drei: Das Hollywood-Remake “Mein Bester & Ich” kommt im Leben nicht an das französische Original “Ziemlich beste Freunde” heran und hätte den Versuch, das zu schaffen, lieber gar nicht unternehmen sollen.

Darum geht’s:

So hat der Film Martin Messler gefallen, der das Original kennt:

So hat der Film Dilara Akbaba gefallen, die das Original nicht kennt:

Und bt-Filmkritiker Alex Bauer findet:

Neigschaut: bt- Kinokritiker Alex Bauer.

Viele können sich sicher noch an den wunderbaren Film ,Ziemlich beste Freunde’ erinnern, der 2011 zum Kino-Hit wurde. Über 19 Millionen Menschen sahen ihn in Frankreich, bei uns strömten mehr als 9 Millionen in die Kinos. Da war es eigentlich nicht überraschend, dass sich Hollywood den Filmstoff krallt und ein Remake kommen würde.

Acht Jahre hat das jetzt gedauert, schuld daran waren die einen oder anderen Probleme. Das Ergebnis heißt nun “Mein Bester & Ich” und ist ein schlimmer und liebloser Abklatsch. Da wäre es vielleicht besser gewesen, wenn dieser Film in der Versenkung verschwunden wäre, bevor er auf eine Leinwand kommt.

Wenn man das Original kennt, wird man den sympathischen Omar Sy vermissen, dem man die Wandlung vom Herumtreiber zu einem Menschen mit Zielen abgekauft hat und den man den ganzen Film über mochte. Die Rolle hat im Remake nun Kevin Hart übernommen, der völlig überfordert damit ist. Nicht nur, dass man dem Strahlemann mit den blendend weißen Zähnen nicht den Ghetto-Gangster abkauft. Viel schlimmer: Man mag ihn nicht, denn anders als Sy kommt Hart überhaupt nicht sympathisch rüber.

Sy war der gute Kumpel, mit dem man auch abhängen möchte, neben Hart will man noch nicht Mal im Bus sitzen. So wird Harts Rolle Dell auch noch als schlechter Vater dargestellt und mit seinen dumpfen Sprüchen gegenüber jeder weiblichen Rolle würde der eine oder andere ihn auch als traurigen Sexisten bezeichnen.

Hinzu kommt: Man kauft seiner Rolle auch die Freundschaft mit dem an den Rollstuhl gefangenen Philipp überhaupt nicht ab. Den spielt hier Bryan Cranston – der macht seine Sache gut, geht aber im dümmlichen Klamauk von Hart leider ziemlich unter. Der Humor bleibt dabei völlig auf der Strecke, außer man hat Lust auf den stupiden Humor von Hart.

Mein Fazit: Wer das Original nicht kennt, bekommt einen seichten Film, den man schnell wieder vergisst. Für Fans von ,Ziemlich beste Freunde’ ist “,ein Bester & Ich’ eine wahre Zumutung und wieder einmal ein Beispiel dafür, warum es Hollywood vielleicht einfach lassen sollte, Remakes zu tollen Filmen zu machen. Denn hier war das definitiv ein Griff ins Klo.

0 von 5 Sterne