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OB-Stichwahl am Sonntag: Zusätzliche Briefkastenleerung

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Am kommenden Sonntag (29.3.2020) finden in ganz Bayern Stichwahlen in den Kommunen und Landkreisen statt. Die Bayerische Staatsregierung hat daher den Entschluss gefasst, dass sämtliche Stichwahlen in Bayern per Briefwahl durchzuführen sind.

Zusätzliche Leerung am Samstag

Auch die OB-Stichwahl in Bayreuth ist davon betroffen. Doch viele Bayreuther haben ihre Briefwahlunterlagen erst gestern erhalten. Deswegen wird die Deutsche Post am Samstag (28.3.2020) ab 18 Uhr eine zusätzliche Briefkastenleerung durchführen. Das teilte der Pressesprecher der Stadt Bayreuth Joachim Oppold mit. Doch es scheinen wohl überall in Bayern die Unterlagen relativ spät erhalten zu haben, denn diese zusätzliche Leerung findet bayernweit statt. Es muss also niemand Angst haben, dass seine Wahlunterlagen nicht mehr rechtzeitig das Wahllokal erreichen. Alle Wahlbriefe die bis Samstagabend um 18 Uhr eingeworfen werden, kommen auf jeden Fall im Wahllokal an.

Bayreuths Oberbürgermeisterkandidaten diskutieren in der Uni – nur eine fehlt

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Viele Statements und wenig Zeit diese vorzutragen. Die Oberbürgermeisterkandidaten stellten sich am Donnerstagabend (6.2.2020) fünf Wochen vor den Kommunalwahlen den Fragen des Studierendenparlaments der Uni Bayreuth. Oberbürgermeisterin Brigitte Merk-Erbe ist nicht erschienen. Warum sie nicht gekommen ist, ist noch unbekannt.

Überblick der anwesenden Kandidaten

Mitglieder des Studierendenparlaments haben mehrere Fragerunden organisiert. In diesen mussten die Kandidaten ihren Standpunkt zu einer Frage darlegen. Einige dieser Standpunkte gibt’s hier im Text.

Thomas Ebersberger (CSU)

Thomas Ebersbeger ist der Oberbürgermeisterkandidat der CSU. Foto: Katharina Adler.

Für Thomas Ebersberger (CSU) ist es wichtig, dass jede Entscheidung die der Stadtrat fällt unter dem Aspekt des Klimaschutzes gefällt wird. Bei allem in was die Stadt investiere, müsse global gedacht werden. Mehr Grünflächen und mehr Solarflächen sind für ihn wichtige Schritte in die richtige Richtung. Ebersberger denkt, dass die E-Mobilität nur eine Übergangslösung ist. “Wir brauchen grüne Lungen und müssen schauen, dass wir Grünzeug, Bäume und Pflanzen ansäen und erweitern. Grünzeug ist für mich die sogenannte Spontan-Vegetation”, sagt er. Außerdem findet er es wichtig, sowohl die bestehenden Kulturvereine zu fördern, als auch neue zu unterstützen. In diesem Fall könne er sich nicht entscheiden, was für ihn mehr Gewicht hat.

Andreas Zippel (SPD)

Andreas Zippel ist der OB-Kandidat der SPD. Foto: Katharina Adler.

Andreas Zippel (SPD) ist der Meinung, dass der Klimanotstand ausgerufen werden sollte. “Er sorgt dafür, dass wir uns immer transparent mit Klima beschäftigen.” Der Stadtfuhrpark könnte auf eine andere Mobilität umgestellt werden, es müsse aber nicht unbedingt die E-Mobilität sein. Die Straßenlaternen müssen für ihn nicht die ganze Nacht brennen, sondern könnten mit Sensoren funktionieren. Für Zippel steht fest, dass die E-Mobilität nicht die Zukunft ist, sondern nur für den Übergang taugt. Andere Technologien wie die Wasserstoffkraft gehören für ihn dagegen sehr wohl zur Zukunft. Die Digitalisierung der Stadtverwaltung ist noch lange nicht abgeschlossen. Aktuell kommen online verschickte Dokumente an die Stadt in einem Faxgerät heraus und müssen von den Mitarbeitern händisch in eine Datenbank eingetragen werden. Da sei noch viel Handlungsbedarf, sagt er.

Thomas Hacker (FDP)

Thomas Hacker ist der Kandidat für die Oberbürgermeisterwahl der FDP. Foto: Katharina Adler.

Für den Kandidaten der FDP Thomas Hacker ist die Elektrifizierung der Bahnstrecke ein wichtiges Thema. “Da ich selbst öfter nach Berlin mit der Bahn fahre, weiß ich wie es ist mit dem “Lumpensammler” zum Schluss nach Hause zu fahren”, sagt er. Auch Hacker ist für ein “Nebeneinander, Miteinander und nicht Gegeneinander”. Alles was in den letzten acht Jahren in Bayreuth liegen geblieben sei, müsse angepackt werden, findet er. Das positive an der Kommunalpolitik sei, dass schneller mehr bewegt werden könne. “Klima ist eine dringende Aufgabe für uns alle, aber kein Notstand”, sagt Hacker. Er möchte zudem Brückenlösungen über den Universitätsring bauen, um die Studierenden näher an die Stadt zu bringen.

Klaus Wührl-Struller (Die Grünen)

Dr. Klaus Wührl-Struller ist der Oberbürgermeisterkandidat der Grünen. Foto: Katharina Adler.

Klaus Wührl-Struller von den Grünen findet das Thema Mobilität wichtig. Der Bahnhof ist dabei ein Sorgenkind, weil die Stadt nur eingeschränkt Handlungsmöglichkeiten hat. Bei dem Haltepunkt Dürschnitz wäre zumindest die Möglichkeit da, die Elektrifizierung der Bahn weiter auszubauen. Wichtig bei diesem Thema ist ihm die Zusammenarbeit. “In unserem kleinen Gremium sollten wir Zusammenarbeiten und uns nicht die Köpfe zerhauen”, sagt Wührl-Struller. Das Radnetz sei ebenso ein wichtiger Punkt. “Da können wir uns vom Nachbarn Holland viel abschauen”, meint er. Für ihn ist es wichtiger persönlich mit den Menschen zu reden, als über eine App zu kommunizieren. Außerdem hat Wührl-Struller einen großen Wunsch: Er möchte 75.000 Bäume pflanzen. Rein rechnerisch wären 30 Prozent der Flächen die die Stadt als landwirtschaftliche Fläche ausgewiesen haben, für die Baumbepflanzungen nutzbar, meint er.

Stefan Schuh (Junges Bayreuth)

Stefan Schuh ist der OB-Kandidat für das Junge Bayreuth. Foto: Katharina Adler.

Stefan Schuh wird von dem Verein Junges Bayreuth e.V. als Kandidat für die Oberbürgermeisterwahl in den Ring geschickt. Für ihn gehört zur Infrastruktur auch das Betreuungsangebot für Kinder. Da sieht es für ihn noch mau aus. Schuh findet es schwierig, dass Familien und Studierenden um die Wohnungen in Bayreuth konkurrieren müssen. Daran müsse dringend etwas geändert werden. Das Thema Wasserrohrbrüche beschäftigt auch den Politiker. “Man hat das Gefühl es wird erst dann etwas gemacht, wenn etwas passiert ist”, sagt Schuh. Deswegen müsse nicht nur das Wasserrohrnetz saniert werden, sondern sich auch über das städtische Kanalnetz Gedanken gemacht werden. Außerdem findet er es schade, dass das Freizeitangebot für Familien in den Wilhelmineauen vernachlässigt wird. “Es gibt an dem Rand der Wilhelmineauen ein Kletternetz und das wars dann. Der Wasserspielplatz ist heruntergekommen und kaum mehr nutzbar. Dabei ist der noch nicht so alt”, prangert er an. Außerdem fehlen ihm schattige Rückzugsorte in den Auen. “Da ist dann Platz für deine Bäume”, wendet er sich an Klaus Wührl-Struller.

Gert-Dieter Meier (Die Unabhängigen)

Gert-Dieter Meier tritt für die Unabhängigen den Kampf um den Posten des Oberbürgermeisters an. Foto: Katharina Adler.

Es braucht prinzipiell eine grundlegende Änderung der Infrastruktur. “Bei den Schulen haben wir ein riesiges Problem in Bayreuth durch den großen Investitionsstau”, sagt Meier. Auch bei der Universität sieht er ein Problem. Denn zu viele Studenten verlassen nach ihrem Studium Bayreuth. Der Wohnungsbau ist das nächste große Thema. “Dafür müssen neue Modelle geschaffen werden, auch für den sozialen Wohnungsbau.” Außerdem müsse besser zwischen der Stadt und den umliegenden Gemeinden kommuniziert werden. Zusätzlich muss die Stadtverwaltung digitalisiert werden. Für ihn ist der Livestream des Stadtrats ein Abenteuer. Da müsse sich dringend etwas ändern, denn so würde niemand dazu motiviert werden, Politik zu machen.

Brigitte Merk-Erbe: Wem es nicht passt, dass Amazon hier baut, soll nichts im Internet bestellen

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Oberbürgermeisterin Brigitte Merk-Erbe sieht den Medizincampus in Bayreuth als gefährdet. Alle Infos dazu gibt es hier!

Andreas Zippel: Der OB-Kandidat der SPD im Video-Interview

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Andreas Zippel ist der Kandidat der Bayreuther SPD zur Oberbürgermeisterwahl 2020. Einstimmig haben die Delegierten den 27 Jahre alten Wirtschaftsjuristen gewählt. Das allererste Interview mit dem frischgebackenen OB-Kandidaten finden Sie über dem Text.

Zippels Vorstellungsrede im Video gibt’s hier:

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Einstimmig: Andreas Zippel soll Oberbürgermeister werden

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Andreas Zippel soll es machen. Er soll sich 14 Jahre nach Dieter Mronz auf den Chef-Sessel im Bayreuther Rathaus setzen. Er soll die glorreiche aber schwer angeschlagene Sozialdemokratie in eine bessere Zukunft führen. Er soll das Oberbürgermeisteramt wieder in die Hände der SPD überführen, es “nach Hause” bringen sozusagen. Einstimmig haben die Delegierten am Sonntagvormittag den erst 27 Jahre alten Wirtschaftsjuristen nominiert.

Foto: Thorsten Gütling

Halil Tasdelen spricht von einem besonderen Tag für die Bayreuther SPD. Mit ihm hätten die Sozialdemokraten jemanden gefunden, mit dem “die Erneuerung der SPD in Bayreuth durchsetzen” ließe, sagt der Stadtverbandsvorsitzende. Zippel sei einer, der hinter den sehr alten Werten der Genossen stehe und der in der Lage sei, sie in die Zukunft zu transportieren.

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Seit sechs Jahren erst ist Zippel in der Partei. Den meisten Genossen ist der Doktorand und Dozent an der Uni Bayreuth gar erst seit zwei Jahren ein Begriff. Gemeinsam mit Michaela Schmidt-Franke organisierte Zippel 2017 den Landtagswahlkampf von Halil Tasdelen. Hinter den Kulissen ist Zippel schon etwas länger bekannt. Unter anderem dafür, dass er den Arbeitskreis “SPD erneuern” ins Leben gerufen hat.

Foto: Thorsten Gütling

Tasdelen bezeichnet Zippel als “Mister 110 Prozent”. Der gebürtige Nürnberger sei strukturiert, diszipliniert und empathisch. Er habe Visionen und arbeite lösungsorientiert. ‘Bayreuth hat einen solchen Oberbürgermeister verdient”, sagt Tasdelen.

Andreas Zippel wird die Stadt, wie sein Name schon sagt, von A bis Z umkrempeln.

(Halil Tasdelen, Stadtverbandsvorsitzender der SPD)

Foto: Thorsten Gütling

Laut Uli Grötsch, dem Generalsekretär der Bayern SPD, arbeite Zippel intensiv am Umbau der Bayern-SPD. Die Neuausrichtung der Partei auf Landesebene bestimme er federführend mit. Grötsch sagt, er kenne Zippel seit etwa einem Jahr. Gemessen an der kurzen Zeitspanne verlasse er sich bereits “ziemlich blind” auf ihn. Grötsch sagt, beim ersten Kennenlernen habe er gedacht: “Wow, was haben denn die für Leute hier in Bayreuth.”

bt-Umfrage auf Facebook:

Es ist uns ein Fest, dass bei der Kommunalwahl Leute wie du an den Start gehen. Solange das so ist, lasst euch nicht einreden, dass die SPD kurz vor dem Exodus steht. Wir haben den Schuss schon gehört und sind schwer am Arbeiten.

(Uli Grötsch, Generalsekretär der Bayern SPD)

Bayreuths Dritte Bürgermeisterin, Beate Kuhn, nennt Zippel einen klugen jungen Mann, einen ausgezeichneten Redner und einen überzeugten Sozialdemokraten. Zippel sei ein temperamentvoller aber ausgleichender Diskutant. Der 27-Jährige sei einer, der etwas könne und sich etwas traue.

Ja, er ist sehr jung, aber das ist ein Makel, der von Tag zu Tag von selbst kleiner wird.

(Beate Kuhn, Dritte Bürgermeisterin)

Foto: Thorsten Gütling

Die Vorsitzende des Unterbezirks und Staatssekretärin, Anette Kramme, sagt, sie stehe mit tiefster Überzeugung hinter dem Vorschlag, Andreas Zippel zu nominieren. Zippels Alter werde die SPD im Wahlkampf von den Mitbewerbern abgrenzen. Über die Kandidatur sei sie “begeistert”.

Wir haben hier jemanden, der mit höchstem Sachverstand und höchster Intelligenz ans Werk gehen wird.

(Anette Kramme, Staatssekretärin)

Der so Gelobte zeigt sich beeindruckt und bittet die Genossen darum, ihn zu unterstützen. Der leidenschaftliche Läufer wünscht sich Mitläufer, die ihn auf die richtige Bahn zurückführen, so er sich verlaufen sollte.

Helft mir, wenn ich strauchele. Und wenn ihr merkt, ich gehe einen falschen Weg, dann sagt mir das.

(Andreas Zippel, Oberbürgermeisterkandidat der SPD)

Zur Feier des Tages bekommt Andreas Zippel eine rote Torte mit einem Abbild des Bayreuther Rathauses überreicht. Von links: Uli Grötsch, Halil Tasdelen, Christoph Rabenstein, Thomas Bauske und Beate Kuhn. Foto: Thorsten Gütling

Das Amt des Oberbürgermeisters wolle er mit Visionen und Ideen bekleiden. In die Probleme und Konflikte der Stadt wolle er sich mit frischem Blick und über viele Gespräche mit den Bürgern einarbeiten. Digitalisierung, Umweltschutz und Mobilität seien unter vielen wichtigen Themen die vielleicht wichtigsten, sagt Zippel.

Ich kenne nicht jede Straße dieser Stadt auswendig. Ich kenne nicht jede Person, die in dieser Stadt unterwegs ist. Ich kenne nicht jeden Streit, den diese Stadt schon ausgefochten hat und ich kann nicht mit dem Finger schnipsen und einen Gefallen einfordern oder eine volle Wahlkampfkasse besorgen. Ich bin nicht perfekt, ich weiß nicht alles. Ich habe die Konsequenz daraus gezogen, dass ich reden muss.

(Andreas Zippel, Oberbürgermeisterkandidat der SPD)

Zippel sagt, er wolle auf seiner Homepage ein Ideenportal einrichten. “Ich will von jedem einzelnen wissen, welche Ideen er hat.” Die Aufgabe eines Oberbürgermeisters sei es schließlich, Ideen für die Zukunft zu entwickeln.

Einer von ihnen: Die Jusos nehmen den frisch gebackenen Oberbürgermeisterkandidaten in ihre Mitte. Foto: Thorsten Gütling

Der Grund, warum ich diesen Job sehr ernst nehmen werde, ist ein ganz einfacher: Ich werde nämlich die Folgen meines Handelns noch miterleben.

(Andreas Zippel, Oberbürgermeisterkandidat der SPD)

Er habe keine Angst zu scheitern und sich der Herausforderung stellen. Zippel sagt: “Ich habe Respekt vor dieser großen Aufgabe.”