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Nicht füttern: Fressnapf ruft gitftiges Tierfutter zurück

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Tierfreunde aufgepasst: Der Futterhändler Fressnapf ruft diverse Hundesnacks zurück. Gefährlich kann das Futter für die Tiere aus gleich zwei Gründen sein: Erstens besteht der Verdacht, dass sie mit Salmonellen belastet sind. Zweitens weisen die Produkte teilweise einen erhöhten Wert des giftigen Schwermetalls Cadmium auf. Letzteres kann Leber, Schilddrüse, Bauchspeicheldrüse und Knochen schädigen.

Zuviel Cadmium im Futter

Der kritische Cadmium-Wert betrifft alle Pferdewurst-Produkte der Reihe “REAL NATURE Wilderness Adult Best Horse” in den Größen 400 und 800 Gramm.

Mit Salmonellen belastet

Mit Salmonellen belastet hingegen sind der Soft Snack Pferd (150 Gramm) der Reihe REAL NATURE Wilderness, sowie vier Produkte der Reihe  MultiFit native Snacks, genauer: Lammlungen (150 Gramm), Kälberschlund (200 Gramm), Rinderkopfhautstange (180 Gramm) und Rinderkopfhaut (200 Gramm).

Für die Verunreinigung soll die Schneidemaschine eines ausländischen Lieferanten verantwortlich sein. Salmonellen sind Bakterien, die Durchfallerkrankungen auslösen können.

Fest im Sattel: Schon mit zwei Jahren auf dem Reiterhof

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Ein Sprichwort besagt: “Das Glück der Erde liegt auf dem Rücken der Pferde”. Wenn es nach Tanja Amschler vom Gestüt Connemara Penancing Brook in Busbach geht, dann stimmt diese Aussage voll und ganz. Gemeinsam mit ihrem Großvater Konrad Weggel leitet die 31-Jährige den Reiterhof in Busbach. Um schon den Kleinsten die Freude an Pferden zu vermitteln, gründete Tanja Amschler im Jahr 2018 die Fohlengruppe. Dort lernen Kinder ab zwei Jahren alles rund um das Pferd. Im Video über dem Text bekommen Sie einen Einblick in eine Trainingsstunde.

Von klein auf

Tanja Amschler hat selbst schon als Kind den Umgang mit den Tieren gelernt. Ihr Großvater züchtet seit Mitte der 60er-Jahre Pferde. Spezialisiert hat er sich auf Connemara. Diese Rasse sei besonders robust und vielseitig. Somit sei sie sowohl für Erwachsene als auch Kinder bestens geeignet.

Tanja Amschler mit ihrer Connemara-Zucht. Foto: Susanne Jagodzik

Bevor ich laufen konnte, saß ich schon auf einem Pony. Da ich gerne mit Kindern arbeite und auch unsere Rasse sich sehr gut für die Arbeit mit Kindern eignet, kam ich auf die Idee der Fohlengruppe.

(Tanja Amschler)

Früh übt sich

Die meisten Reiterhöfe würden Kurse für Kinder ab sechs oder sieben Jahren anbieten. Für Tanja Amschler ist das schon zu spät.

Ich finde es wichtig, dass schon die Kleinsten lernen, dass man es hier mit Lebewesen zu tun hat und die Tiere kein Spielzeug sind.

(Tanja Amschler)

Gerade in der heutigen Zeit, in der das Leben vieler Menschen stark von den Medien geprägt wird, sei es wichtig den Kindern schon von Klein auf andere Werte wie Verantwortungsbewusstsein, Disziplin und Respekt untereinander und den Ponys gegenüber zu vermitteln. Durch viele Spiele soll dabei aber auch der Spaß nicht zu kurz kommen. Zusätzlich werde durch die Arbeit mit den Pferden und den verschiedenen Übungen auch der Gleichgewichtssinn und die Motorik gefördert, so die 31-Jährige.

Einblick in die Fohlengruppe. Foto: Susanne Jagodzik

Trächtiges Pferd erliegt Verletzungen: Jetzt ermittelt der Staatsanwalt

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Ungepflegte Ställe, abgemagerte Pferde und ein Hof-Betreiber, der mindestens ein Tier malträtiert haben soll. Es sind schwere Vorwürfe, die zwei Pferdebesitzerinnen im Landkreis Kulmbach erheben. So soll im Sommer eine trächtige Stute verendet sein, weil eine absichtlich zugefügte Fleischwunde nicht mehr heilte. Dem Bayreuther Tagblatt liegen Fotos vor, die schwere Verletzungen an einem Tier zeigen. Der Hof-Betreiber selbst bestreitet die Vorwürfe und wirft den Frauen Hetze vor. Das Veterinäramt gibt sich unwissend.

Dieses Pferd soll schwanger seinen schweren Verletzungen erlegen sein. Foto: red

Das sagen die Pferdebesitzer

Die 34-jährige Besitzerin der Stute stammt aus Himmelkron. Ihren Namen will sie in dieser Geschichte nicht lesen – aus Angst vor dem Hofbetreiber, wie sie sagt. Auf dem Hof halte der Mann etwa 30 eigene Pferde. Etwa ein halbes Jahr lang habe die Frau auch ihre insgesamt sechs Tier dort untergebracht. Bis sie im vergangenen September eine ihrer Stuten mit blutüberströmtem Bein in der Box aufgefunden habe.

Ich habe meine Stute dann von einer befreundeten Tierärztin untersuchen lassen. Sie hat mir bestätigt, dass sich das Pferd nicht in der Box verletzt haben konnte, sondern dass man zwei direkte Einstiche sieht, die von einem Messer oder einer Gabel stammen könnten.

(die Besitzerin des verletzten Pferdes)

Ein zweiter Tierarzt habe das bestätigt. Und die Frau behauptet: Es ist nicht das erste Mal, dass Tiere auf dem Hof misshandelt würden. Auch an einem anderen Pferd habe sie schon eine Verletzung entdeckt, die sie sich nicht erklären konnte. Dem Bayreuther Tagblatt liegen Fotos vor, die auch das belegen sollen.

Eine 43 Jahre alte Bekannte der Frau, die aus Bayreuth kommt, will ihren Namen in dieser Geschichte ebenfalls nicht lesen. Andernfalls ließe das Rückschlüsse auf die Beschwerdeführerin zu. Die 43-Jährige sagt:

Ich habe mich mehrmals an das Veterinäramt gewendet. Schriftlich und auch per Mail war ich mit den Mitarbeitern in Kontakt.

(Besitzerin eines anderen Pferdes)

Auch sie will ihr Pferd in dem Stall untergestellt haben und sagt: “Die Ställe sind verdreckt.” Sie spricht von vergammelten Futter und davon, dass der Inhaber des Hofes damit geprahlt habe, jemanden beim Veterinäramt zu kennen, der ihn vor Kontrollen warne.

In diesem Stall sollen Ponys untergebracht sein. Foto: red

Das sagt der Inhaber des Hofes

Der Inhaber des Hofes erzählt die Geschichte etwas anders. Alle seine Pferde seien “gesund und kugelrund”, sagt er. Auch eine 19 Jahre alte Frau, die ihr Pferd seit einem Jahr auf dem Hof untergebracht haben will, spricht am Telefon davon, dass die Pferde in einem “top Zustand” seien. Vor Ort gäbe es schließlich drei erfahrene Reitlehrer, die ein Auge darauf hätten. Tierschutzvereine und das Veterinäramt seien schon mehrmals zu Besuch gewesen und ohne Beanstandungen wieder von dannen gezogen. Der Hofbetreiber erklärt sich die Vorwürfe damit, dass er die 34-Jährige im Dezember des vergangenen Jahres vom Hof gejagt habe, weil sie schlecht über ihn gesprochen habe. Daraufhin seien auch vier befreundete Reiter gegangen. Die Frau hätte vorgehabt, den Hof zu übernehmen.

Sie versucht mich psychisch fertig zu machen und hetzt Fremde gegen mich auf,  die den Hof nie gesehen haben.

(der Inhaber des Reiterhofes)

Das sagt eine Tierschützerin

Claudia Langmeyer ist die stellvertretende Vorsitzende des Bayreuther Vereins  Menschen für Tierrechte.  Sie hält zuhause selbst zwei Pferde. Die Aufgabe des Vereines ist es, Hinweisen aus der Bevölkerung nachzugehen, mit Haltern von Tieren zu reden, zu vermitteln und zu kontrollieren, ob es den Tieren gut geht. Anfang des Jahres habe man sie auf den Hof im Kulmbacher Landkreis aufmerksam gemacht. Sie habe sich  dort  gemeinsam mit ihrer Tochter vorerst anonym umgesehen und angegeben, dass diese dort Reitstunden nehmen wollte.  Von Tierquälereien habe sie an dem Tag nichts mitbekommen.

Man konnte sehen, dass die Ställe verdreckt waren. Außerdem sahen die Pferde sehr mager aus.

(Claudia Langmeyer, Menschen für Tierrechte Bayreuth)

Das sagt das Veterinäramt

Dass sie um Tierverletzungen auf dem Reiterhof wissen, bestreiten die Mitarbeiter des Kulmbacher Veterinäramts. Der Betrieb unterliege wie alle anderen Tierhaltungsbetriebe der Kontrolle, die “anlassbezogen und risikoorientiert” stattfinde, heißt es schriftlich auf Anfrage.

Die konkreten Vorwürfe betreffend die trächtige Stute waren uns bis zu Ihrer heutigen Nachricht nicht bekannt. Nachdem der geschilderte Sachverhalt den Verdacht auf eine Straftat nach dem Tierschutzgesetz begründet, sind wir gehalten diesen Fall an die Staatsanwaltschaft weiterzuleiten. Notwendige Maßnahmen können erst im Laufe des Verfahrens abgeleitet werden.

(Veterinäramt Landkreis Kulmbach)