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Scheffelstraße: Skaten, beachen oder turnen

Seit Jahren liegen die drei Tennisplätze des Postsportvereins an der Scheffelstraße brach. Wo einst das gelbe Filz gejagt wurde, wachsen heute mannshohe Büsche. Der in finanzielle Nöte geratene Verein hat die von der Stadt in Erbpacht gestellten Plätze daher wieder zurückgegeben. Seitdem wird im Bayreuther Stadtrat überlegt, was aus der Fläche werden könnte.

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SPD-Stadtrat Siegfried Zerrenner fordert nun in einem Antrag, der dem Bayreuther Tagblatt vorliegt, den Bau eines Generationenspielplatzes. Vorbild sollten die bestehenden Anlagen an Röhrensee oder Rosenau sein. Ein solcher Platz gleicht einem fitnessstudio unter freiem Himmel, sei eine ideale Ergänzung zum bereits vorhandenen, Bolz-, Basketball- und Beachvolleyball-Platz auf der gegenüberliegenden Straßenseite und würde alle Bürger der Stadtteile Kreuz und Altstadt “in erheblichem Maße profitieren” lassen. Dazu solle eine kleine Skate-Anlage “für Anfänger oder Neueinsteiger” gebaut werden.

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Erste Vorschläge von CSU und Bayreuther Gemeinschaft sahen bereits vor, dort den Skate-Park zu bauen, für den im Südwesten der Stadt schon lange ein passender Ort gesucht wird. Aus der Stadtverwaltung hieß es daraufhin aber: zu laut. Die Verwaltung verweist auf ein Gutachten aus dem Jahr 2007, das zu dem Ergebnis gekommen sei, dass sich Anwohner von einer Skate-Anlage an der Scheffelstraße gestört fühlen könnten. 2007 wurde nämlich schon einmal über eine solche Anlage nachgedacht – allerdings auf der gegenüberliegenden Straßenseite. Dort befindet sich heute ein Beachvolleyball- und ein Basketball-Platz.

Keine Einsicht in das Gutachten

Auf Nachfrage des Bayreuther Tagblatts wollte die Stadt aber keinen Einblick in das Gutachten gewähren, um einer Diskussion im Jugendausschuss nicht vorweg zu greifen, wie es hieß. Allenvoran die mittlerweile ausgeschiedene Stadträtin der Grünen, Ulrike Gote, kritisierte das Alter des Gutachtens und dass dessen Inhalt weiten Teilen des Stadtrats nicht einmal bekannt sei. Gote, die Einblick hatte, sagt: Daraus gehe hervor, dass die Scheffelstraße mit einer Belastung von rund 60 Dezibel wesentlich lauter als ein Skate-Park sei.

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Statt für eine Skate-Anlage sprachen sich Teile der Verwaltung daher für den Bau eines “Trendsport-Zentrums” an der Scheffelstraße aus. Auf den früheren Tennisplätzen sollten demnach drei Beachvolleyball-Plätze entstehen. Der bereits bestehende Platz auf der Gegenüberliegenden Straßenseite sollte dafür weichen und durch einen Beachsoccer-Platz ersetzt werden. Insgesamt will die Stadt dafür rund 210.000 Euro ausgeben.