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Antrag: Richard Wagner soll Ampelmännchen werden

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In Emden ziert Otto Waalkes die Ampeln, in Trier Karl Marx, in Bremen die Stadtmusikanten, in Mainz die Mainzelmännchen und in Friedberg leuchtet Elvis. Geht es nach vier Stadträten zieht Bayreuth bald nach. Auf Antrag von Stephan Müller (BG), Klaus Wührl-Struller (Grüne), Christa Müller-Feuerstein (fraktionslos) und Halil Tasdelen (SPD) hat der Bayreuther Zeichner und Wagner-Karikaturist Matthias Ose den Pinsel gezückt. Herausgekommen sind zwei Ampelmännchen, die an Richard Wagner erinnern. Schon bald sollen sie den Weg vom Hauptbahnhof zum Festspielhaus weisen.

Fotomontage: Sven Lutz

Zur Verdeutlichung der Verbundenheit der Stadt mit den Bayreuther Festspielen fänden wir es charmant und sympathisch, die durch den  Zeichner Matthias Ose entworfenen Motiv-Entwürfe von Richard Wagner als “augenzwinkernde Wegweisung” an den Fußgängerampeln entlang der Bahnhofstraße und Bürgerreuther Straße anzubringen.

(aus dem Antrag)

Zeichnung: Matthias Ose

“Umgerüstet” sollen demnach vier Fußgängerampeln an Carl-Schüller- und Feustelstraße, dazu an Meistersinger- und Nibelungenstraße. In einigen Städten sorgten derartige Ampelmännchen aber auch schon für Ärger und Rechtsstreitigkeiten. Unter anderem in Bamberg wurden sie nicht genehmigt. Als in der Heimatstadt des Schriftsteller Paul Maar das Sams an den Ampel leuchten sollte, fürchtete man im Innenministerium, derlei Ampelmännchen würden von Verkehrsteilnehmern nicht ernst genommen.

Das sagen der Initiator und der Zeichner dazu:

Stellen das Wagner-Ampelmännchen vor (von links): Halil Tasdelen, Stephan Müller, Zeichner Matthias Ose, Christa Müller-Feuerstein und Klaus Wührl-Struller. Foto: Carolin Richter

Wir sehen an diesen Fußgängerampeln durch die abweichende Gestaltung keine Gefährdung von Verkehrsteilnehmern.

(aus dem Antrag)

Die Kosten für die Umrüstung dürften überschaubar sein. Den Antragstellern zufolge änderte beispielsweise die Stadt Innsbruck gleich 36 Ampeln und bezahlte dafür gerade einmal 1.400 Euro. Beim Überqueren der Straße sind dort seitdem Skifahrer, Wanderer und Snowboarder zu sehen. Das Anfertigen einer entsprechenden Schablone würde rund 450 Euro kosten, jedes Duplikat nur 8 Euro.

Nach Warnung des Klimaforschers: Roter Main soll renaturiert werden

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Der Auftritt des Bayreuther Klimaforschers Professor Christoph Thomas am Mittwoch im Stadtrat hat bei den Fraktionen Eindruck hinterlassen.

Warnung des Klimaforschers

Thomas warnte die Stadt vor einer weiteren Nachverdichtung und hob hervor, dass aufgrund der bisherigen Bauprojekte und der Tallage der Stadt, die Temperaturen in Bayreuth in den vergangenen Jahren doppelt so schnell gestiegen seien wie im deutschen Durchschnitt. 

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Noch in der Sitzung sprach CSU-Sprecher Stefan Specht von “sehr eindringlichen Ausführungen”. Als erste Fraktion reagiert nun die Bayreuther Gemeinschaft auf die Rede des Klimaforschers. In einem Antrag an Oberbürgermeisterin Brigitte Merk-Erbe (auch BG), fordert Stadträtin Christine Düreth-Trat, im nächsten Jahr Geld für die Renaturierung des Roten Mains “insbesondere im Bereich des Annecyplatzes” zur Verfügung zu stellen.

Der Rote Main in Bayreuth. Foto: Thorsten Gütling

“Kalte Finger” schützen

Klimaforscher Thomas hatte in seinem Vortrag auch auf die Bedeutung des Mains für das Stadtklima hingewiesen. Gemeinsam mit der Mistel und dem Röhrensee, bilde der Rote Main einen “kalten Finger”, den es unbedingt zu erhalten und zu schützen gelte.

Umdenken bei der Wasserwirtschaft

Schon in den Vorjahren hatte die BG ähnliches gefordert. Nach Aussage Düreth-Trats sei die Bereitstellung von Geldern immer wieder mit der Begründung vertagt worden, das Wasserwirtschaftsamt Hof verlange zuvor die Umsetzung aller Maßnahmen für den Hochwasserschutz. In der Sitzung des Stadtrats sagte Klimaforscher Thomas, dass bei den Ämtern diesbezüglich ein Umdenken stattgefunden habe.

Baubeginn 2021

Findet der Antrag eine Mehrheit, könnte schon im Jahr 2021 mit der Renaturierung des Roten Mains in der Innenstadt begonnen werden, sagt Düreth-Trat. Damit einher ginge nicht nur ein besseres Klima in der Stadt sondern auch eine Aufwertung des Stadtbildes, insbesondere im Bereich des Annecyplatzes.

Gegen Altstadt-Legenden: Fünf Stadträte treten zum Elfmeterschießen an

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Das von Stadtrat und Logistik-Unternehmer Christian Wedlich geplante Fußballspiel einer Stadtrats-Auswahl gegen eine Traditionsmannschaft der SpVgg Bayreuth wird es so nicht geben. Und dafür gibt es gleich zwei Gründe.

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  1. Zu gefährlich: Wenn am Samstag die Zweitliga-Kicker des 1. FC Nürnberg zum Testsiel gegen die Altstadt im Hans-Walter-Wild-Stadion auflaufen, dann werden Temperaturen von gut 30 Grad Celsius erwartet. Für Untrainierte ist ein Match – und sei es auch nur ein kurzes – zu gefährlich, sagt auch Wolfgang Mahr, Torwart-Legende der Altstadt und Mit-Organisator des Spiels. Mahr sagt auch: “Bei solchen Temperaturen kommen die Zuschauer zum Anstoß ins Stadion und nicht zum Vorspiel.”
  2. Keine Lust: Vor über einer Woche hat Christian Wedlich alle Männer des Stadtrats angeschrieben, mit dem Vorschlag, aus den Reihen des Gremiums eine Mannschaft gegen die Altstadt-Legenden zu stellen, die vor exakt 40 Jahren um Haaresbreite in die Bundesliga aufgestiegen wären. Mit ernüchterndem Ergebnis: Gemeldet hätten sich daraufhin nur Thomas Bauske (SPD), Klaus Wührl-Struller (Grüne) und Halil Tasdelen (SPD). Dazu Stephan Müller (BG), der angab, seine Fußballschuhe bereits an den Nagel gehängt zu haben, aber seine Hilfe als “Co-Trainer” anbot. Alle anderen hätten auf seine Anfrage gar nicht erst geantwortet, sagt Wedlich (CSU). Da es gegen eine reine Herren-Mannschaft gehen sollte, sagt Bayreuths bekanntester Logistiker, habe er die Frauen im Stadtrat in seine Planung nicht mit einbezogen.

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Grafik: pixabay/Thorsten Gütling

Elfmeterschießen statt Hitze-Kick

Die Lösung des Problems: In der Halbzeitpause des Spiels der Altstadt gegen den 1. FC Nürnberg wollen Wedlich und seine vier Stadtrats-Kollegen jetzt im Elfmeterschießen gegen fünf Spieler der 1979er-Mannschaft der Spielvereinigung antreten. Vier Kollegen sind es, weil sich dazu auch noch Stadtrat Harald Rehm (CSU) bereit erklärt hat. Geschossen wir ab 18:45 Uhr auf einen Regionalliga-Torwart aus dem aktuellen SpVgg-Kader. Wer von den 1979er-Altstadt-Helden antreten wird, soll sich erst vor Ort entscheiden.

Die Mannschaft der Spielvereinigung Bayreuth in der Saison 1978/1979. Foto: red

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Erwartet werden:

Wolfgang Mahr, Norbert Schumbrutzki, Reinhard Brendel, Rolf Kaul, Uwe Sommerer, Herbert Horn, Wolfgang “Bobby” Breuer, Manfred Grössler, Klaus Brand, Norbert Hofmann, Harald Dollhopf und Ronald Schwarz.

Weil sie 1979 fast die in die Bundesliga aufgestiegen wären, werden sie gegen 17:45 Uhr im Mittelkreis des Stadions geehrt. Um 18 Uhr wird dann das Testspiel der SpVgg Bayreuth gegen den 1. FC Nürnberg angepfiffen.

 

Peter Schmidt: Der Star-Designer erklärt sein Logo im Stadtrat

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Peter Schmidt, 81 Jahre alt und einer der bekanntesten Produkt-Designer der Welt, wird am Mittwoch im Bayreuther Stadtrat sprechen. Der gebürtige Bayreuther will den Stadträten dort sein Logo für das Friedrichs-Forum erklären. Das Logo will Schmidt seiner Heimatstadt schenken. Bei einigen Stadträten stößt es aber auf Ablehnung.

Eine Bildergalerie mit Schmidts bekanntesten Designs finden Sie über dem Text.

Peter Schmidt bei einem Besuch in der Bayreuther Stadthalle. Foto: red

Peter Schmidt ist am 10. Dezember 1937 in Bayreuth geboren und betreibt in Hamburg eine weltbekannte Design-Agentur. Zu Schmidts bekanntesten Werken gehören die Parfüm-Flakons für Jil Sander, Hugo Boss und Laura Biagiotti. Zeitweise stand der Flakon des Parfüms “Jil Sander – Woman Pure” im Museum of Modern Art in New York. Eine Auszeichnung, die nur wenige Designer vorweisen können.

Zwei von vielen Designs, die Peter Schmidt weltbekannt machten: Der gebürtige Bayreuther designte die Flasche der Mineralwassermarke Apollinaris genauso wie den neuen fränkischen Bocksbeutel.

Flakons und Bocksbeutel

Zu Schmidts Kunden zählen außerdem die Firmen Procter & Gamble, Estée Lauder und Apollinaris. Der Bayreuther entwarf nicht nur das Logo seiner Heimatstadt, sondern auch das seiner Wahlheimat Hamburg und das der Bundeswehr. Schmidt gestaltete außerdem die neue Form des Fränkischen Bocksbeutels und die Konzerthalle Bamberg. Als die Porzellanmarke Arzberg in Schwierigkeiten kam, übernahm Schmidt Anteile und entwarf zum Einstand ein neues Service. Zuletzt sorgte er mit einem neuen Flakon dafür, dass das Parfüm 4711 ein Revival erlebte.

Ein Interview der Deutschen Welle über Peter Schmidt finden Sie hier: 

In einem Interview mit dem Zeit-Magazin sagte Schmidt im vergangenen Jahr, seine bislang beste Idee sei es gewesen, aus der Marke Boss, die Marke Hugo Boss zu machen, weil eine Marke umso emotionaler wirke, je eher man sich eine Person dahinter vorstellen könne.

Das Logo für das Friedrichs-Forum, das der Star-Designer Peter Schmidt seiner Heimatstadt Bayreuth schenken will. Quelle: Stadt Bayreuth

Mit dem Stock in den Sand

Wie Daniel Belliero, neben Schmidt ein weiterer Geschäftsführer der Agentur, im Februar im Kulturausschuss der Stadt sagte, müsse ein gutes Logo mit einem Stock in den Sand gemalt werden können. Bei dem vorgelegten Logo für das Friedrichs-Forum sei das der Fall. Die vielen bunten Punkte könnten demnach die Zuschauer einer kulturellen Aufführung darstellen. Die Farbe Grün nehme Bezug auf den benachbarten Hofgarten, die violetten Punkte seien ein Hinweis auf die wahrscheinlich violette Innenausstattung des Forums. Nur auf den ersten Blick sind die Punkte willkürlich angeordnet. Bei genauerem Hinsehen sollen sie auf einem gedachten Raster liegen. Die Punkte sollten außerdem das liberale, offene Weltbild des Designers und der Stadt Bayreuth widerspiegeln.

Die Logos der Städte Hamburg und Bayreuth stammen aus der Feder Peter Schmidts.

Mit den bunten Punkten können sich Teile des Stadtrats aber genauso wenig anfreunden, wie mit der Tatsache, dass Schmidt den Zusatz “am Hofgarten” mit ins Logo gepackt hat, obwohl der Stadtrat sich zuvor dagegen entschieden hatte.

 

Gegen die Altstadt: Die Fußball-Mannschaft aus dem Stadtrat Bayreuth

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Stadtrat Christian Wedlich (CSU) hat eine Idee: Wenn am Samstag, dem 29. Juni, der große 1. FC Nürnberg zum Testspiel gegen die Spielvereinigung Bayreuth im Hans-Walter-Wild-Stadion aufläuft, soll es ein Vorspiel geben. Wedlich will, dass sich eine Mannschaft aus den Reihen des Bayreuther Stadtrats findet, die gegen eine Traditionsmannschaft der Spielvereinigung antritt. Gespielt werden soll gegen das Team, das im Jahr 1979 um ein Haar in die Fußball-Bundesliga aufgestiegen wäre. Geplant ist ein Modus, Ressourcen schonend und kraftsparend: Auf einem Kleinfeld sollen sich jeweils sieben statt der üblichen elf Kicker gegenüber stehen und gespielt werden soll nur zweimal 15 Minuten. Doch welcher Stadtrat könnte auflaufen? Das Bayreuther Tagblatt hat sich diesbezüglich einmal (nicht ganz ernst gemeinte) Gedanken gemacht und kommt zu folgender (noch streng geheimer) Aufstellung.

Grafik: pixabay/Thorsten Gütling

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Das Tor

Helmut Zartner. Foto: Stadt Bayreuth

Helmut Zartner (DU): Der Tierarzt ist nicht mehr der Jüngste, hat aber Pranken wie ein Bär. Auch ohne Torwarthandschuhe ist Zartner eine Bank. Wer jahrzehntelang kratzbürstiges Kleintier mit bloßen Händen aus Transportboxen gezerrt hat, dem zeichnen die Schüsschen der Oldschdodd-Traditions-Elf nicht mehr als ein müdes Lächeln ins Gesicht. Für Kleinfeld-Tore sollte Zartners Bewegungsradius ausreichen. Der Stamm-Hüter der Stadtrats-Elf hat, wie für einen guten letzten Mann nötig und im Stadtrat in mehr als zwei Jahrzehnten erprobt, ein angemessenes Organ, um den Vorderleuten bei Bedarf die Leviten zu lesen und findet dafür auch stets die richtigen Worte.

Die Abwehr

Halil Tasdelen. Foto: Stadt Bayreuth

Halil Tasdelen (SPD): Schon lange gilt: Keine deutsche Mannschaft ohne türkischstämmigen Dribbelkünstler. Aber wer braucht schon Özil oder Gündogan, wenn er Tasdelen hat. Der robuste Abräumer des ASV Laineck hat schon vielen Kreisklasse-Stürmern den Scheid abgekauft und ist dank samstägiger Gewaltmärsche durch das morgendliche Bayreuth wohl der Fitteste im Team. Tasdelens größte Schwäche: Er lässt sich gerne und lange in Gespräche verwickeln. Vor allem für ältere Damen und Herren ist Bayreuths SPD-Vorsitzender diesbezüglich empfänglich, was gerade in der bevorstehenden Partie zum Problem werden könnte.

Stefan Schuh. Foto: Stadt Bayreuth

Stefan Schuh (Junges Bayreuth): Die Inkarnation eines Abwehr-Recken: jung, groß und kräftig. Noch dazu ein Innenverteidiger, der sich aus der Deckung traut und für größere Aufgaben empfiehlt. Kann aber auch dem verspielteren Tasdelen den Rücken frei halten oder hinten die Schotten dicht machen, falls sich der flirtfreudige Nebenmann verquatscht oder gerade mit der liebevollen Pflege eines älteren Sportfreunds beschäftigt ist. Und zu guter Letzt ist Schuh auch als Sprachrohr von hinten zu gebrauchen. Falls der angeschlagen ins Spiel gehende Zartner nicht über die volle Spielzeit gehen kann, findet auch Schuh die passenden Worte.

Das Mittelfeld

Stephan Müller. Foto: Stadt Bayreuth

Stephan Müller (BG): Eigentlich nach einem grandiosen Turniersieg mit der Mannschaft der Festspielstatisten 2011 die Karriere beendet, kommt Stephan Müller für ein allerletztes Spiel aufs Feld. Die Mannschaft braucht Müller aber auch dringend, nicht nur des Namens wegen. Der drahtige BTSler ist mit seiner Statur genau der richtige Mann für lange Spurts durchs Mittelfeld. Seine nimmermüden Antritte und Hartnäckigkeit hat er zuletzt unter Beweis gestellt, als es im Stadtrat darum ging, den Mantel des Schweigens, der über die krummen Machenschaften im Zentrum gelegt werden sollte, immer wieder zu lüften.

Thomas Ebersberger. Foto: Stadt Bayreuth

Thomas Ebersberger (CSU): Souveräner Auftritt bei der Wimpelübergabe im Anstoßkreis. Der stellvertretende Bürgermeister ist Grußworte und symbolische Aufgaben gewohnt und daher prädestiniert für die Rolle des Spielführers. Steht es lange unentschieden, kommen auf Ebersberger aber weitere Aufgaben hinzu: In Abwesenheit eines echten Spielmachers, rückt der Anwalt für Familienrecht dann mehr und mehr ins Scheinwerferlicht. Wartet auf diese Chance aber schon lange und sollte sie nutzen. Seine Leistungen in Testspielen stimmen vorsichtig optimistisch. Klappt es nicht mit der Spielmacherrolle, steht einer der ärgsten Konkurrenten bereit.

Der Angriff

Sabine Steininger. Foto: Stadt Bayreuth

Sabine Steininger (Grüne): Hängende Spitze und Falsche Neun waren gestern. Wie moderne Taktik in Zeiten von alternativen Antrieben und Klima-Demos geht, zeigt “S4” (Sabine Steininger Stürmer-Star) regelmäßig im Stadtrat. Während andere noch überlegen wie sie das Publikum möglichst milde stimmen, ist die Chefin der Grünen längst in die freien Räume gelaufen. Einziger Haken: Die Mitspieler, die nur allzu gerne an der Taktik der vergangenen Jahrzehnte festhalten, müssen sie dort auch finden und anspielen.

 

Helmut Parzen. Foto: Stadt Bayreuth

Helmut Parzen (CSU): Dem Vorbild von Uli Hoeneß folgend, tritt der Mann mit Bayreuths erstem Grillgut-Automaten an, um Tore zu schießen und Fleisch zu verwursten. Auf die Traditions-Abwehr der Spielvereinigung wartet eine echte Bewährungsprobe, denn Parzen geht gerne dorthin, wo es weh tut. Eine Erklärung hat er für die meisten seiner Aktionen auch gleich parat. Sein Spiel könnte also auch eine Herausforderung für den Schiri werden. Die Zuschauer sollten eine ordentliche Nachspielzeit beim Stadionbesuch einplanen.

Der Trainer

Christian Wedlich. Foto: Stadt Bayreuth

Christian Wedlich (CSU): Der Altstadt-Funktionär versteht wie kein zweiter im Stadtrat etwas von Fußball. Noch dazu immer gut gekleidet, steht Bayreuths bekanntester Logistik-Chef dem Bundes-Jogi auch optisch in nichts nach. Wird es taktisch anspruchsvoll, könnte in der Halbzeit Bayreuths Basketball- und Trainer-Legende Georg Kämpf die entsprechenden Laufwege auf die Taktiktafel zeichnen.

 

 

Die Bank

Thomas Bauske. Foto: Stadt Bayreuth

Auf der Bank findet sich Thomas Bauske (SPD) wieder, was gerade ihm überhaupt nicht schmecken dürfte. Aber ein Einsatz des bulligen Angreifers, der gerne provoziert und immer nah am Platzverweis ist, ist in der Startelf wohl zu riskant. Noch dazu verträgt sich Bauske auf dem Feld mit Tasdelen nicht. Karsten Schieseck (BG), der in der Diskussion um das Zentrum auch einen langen Atem bewiesen hat, steht bereit, wenn dem Statisten-Flitzer Müller zigarettenbedingt die Luft ausgeht.

 

Ernst-Rüdiger Kettel. Foto: Stadt Bayreuth

Nimmt Ebersberger die Rolle als Spielmacher nicht an, steht Ehrenspielführer Michael Hohl (CSU) bereit. Für Steininger könnte Klaus Wührl-Struller (Grüne) spielen. Finden beide mit ihrer Philosophie keinen Anschluss an das Spiel, könnte “Bomber” Ernst-Rüdiger Kettel (BG) mit seiner Erfahrung und Statur die Dinge für die Stadtrats-Elf richten. Geht der brachialere Ansatz mit Parzen im Sturm nicht auf, könnte die quirlige Ingrid Heinritzi-Martin (CSU) kommen. Auf großer Bühne noch ein unbeschriebenes Blatt, könnte sie mit ihrer fürsorglichen und vermittelnden Art dem Spiel die Hektik nehmen.

Wolfgang Gruber. Foto: Stadt Bayreuth

Gleiches gilt für Wolfgang Gruber (DU), ein Spielertyp ganz anderen Formats, der sich meist aber erst dann mit der Aufforderung, sich am Riemen zu reißen, hervortut, wenn der Rückstand eklatant zu werden droht. Allzweck-Waffe Gruber, von ähnlicher Statur wie Zartner, könnte auch das Tor hüten. Und dann steht noch Christopher Süß (Junges Bayreuth) bereit. Der Jüngste im Team orientiert sich aber noch zu oft an den “alten Hasen” und muss erst noch beweisen, dass er im Ernstfall auch alleine seinen Mann stehen kann.

Stadtrat: Eine Brandrede für die Tauben

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Wer in Bayreuth Tauben füttert, der kann dafür künftig mit einem Bußgeld von bis zu 1000 Euro bestraft werden. Das hat der Stadtart mit großer Mehrheit beschlossen. Mit dem Taubenfütterungsverbot will die Stadt die Taubenpopulation und die damit einhergehenden Krankheiten und Verschmutzungen reduzieren. Beschwerden über Tauben gebe es allenvoran im Gassenviertel, heißt es.

Gassenviertel mit Stadtkirche. Foto: Thorsten Gütling

Der einzige, der sich im Stadtrat vehement gegen ein Taubenfütterungsverbot ausgesprochen hat, ist Helmut Zartner, der Tierarzt in Reihen der Fraktion FDP/Die Unabhängigen.

Hier sind sind Auszüge seiner Rede:

Helmut Zartner. Foto: Stadt Bayreuth

Wir sprechen hier von einem lebendigen Wesen, das zur Luftratte degradiert wird (…) Ich kann mich an eine Diskussion vor 25 Jahren erinnern, als das Problem auch gegeben war. Heute fehlt mir erstens die Zahl der Tauben, die hier das Problem verursachen. Damals, in den 90er Jahren, wurde der Bestand gezählt. Damals wurden erst die Pille und dann Fangmaßnahmen empfohlen und schließlich wurde in der Mainstraße ein Taubenhaus gebaut, das damals vom Stadtgartenamt bewirtschaftet wurde. Die Tauben wurden angefüttert und die Eier wurden ausgewechselt. Der Bestand ist garantiert heute nicht mehr so groß wie damals.

Zweitens hätte ich gerne eine Definition von Tauben. In unserer Stadt leben zurzeit dreierlei Tauben. Das sind Abkömmlinge ehemaliger Brieftauben. Außerdem Wildtauben, die dem Jagdgesetz unterstehen, das sind die Türkentaube, eine kleine braune Taube. Und drittens die Ringeltaube, die seit neuestem die Stadt besiedeln.

Drittens gibt es Städte, in denen die Tauben sogar ein touristisches Highlight sind. Denken Sie an Venedig. Hier dagegen werden die Tiere zu einem Müll degradiert, der im Winter noch nicht einmal gefüttert werden darf.

Die Taubenhäuser in der Mainstraße und in der Richard-Wagner-Straße werden nicht mehr bewirtschaftet, warum auch immer. Es wurden damals nach Angaben des Stadtgartenamts hunderte von Eiern durch Gipseier ersetzt, das hat wunderbar funktioniert.

Taubenhaus in der Mainstraße. Foto: Thorsten Gütling

Winterfütterung der Vögel in Bayreuth ist nicht verboten. Wie sollen wir das denn machen, wenn jemand Vögel füttert und sich dann Tauben dazugesellen? (…) Müssen die Vögel einen Ausweis haben, ob sie fressen dürfen oder nicht? (…)

Ich finde es lächerlich, in einer Stadt wie Bayreuth, in der es garantiert nicht mehr als 200 Tauben gibt, so ein Gesetz zu machen, was Unmut unter den Leuten auslöst, die eine andere Beziehung zu dieser Taube haben. Es gründet sich zur Zeit ein Verein, der sich Taubenfreunde Bayreuth nennt. Was glauben Sie, was bei mir anlandet: Tauben die aufgespießt sind, Tauben mit abgefrorenen Füßen, mit gebrochenen Beinen und so weiter (…) Und wir machen hier nonchalant einfach so ein Gesetz: Wer Tauben hilft, der kriegt 1000 Euro verbraten. Es ist lächerlich (…)

Wird Semmelwegwerfen, oder Bratwurstfüttern bestraft, wenn die Leute als Gäste da sind?  (…)

Und ist denn das Wegwerfen von Zigarettenkippen oder das Ausspucken von Kaugummi weniger strafbar? Gehen Sie mal übers Stadtparkett, die schwarzen Flecken (…) Das ist kein Taubenkot. Das ist ausgespuckter Kaugummi und der wird nie wieder weggehen.

(Helmut Zartner, Tierarzt und Stadtrat, FDP/DU)

 

Taubenkot im Gassenviertel. Foto: Thorsten Gütling

Der Leiter des Bayreuther Veterinäramts, Kai Braunmiller, hält dagegen:

Zu einer wissenschaftlichen Untersuchung dieser Fragen sind wir leider nicht gekommen. Aber wir haben uns sehr wohl Zeit genommen, um im Gassenviertel mit den Anwohnern zu sprechen. Anhand der vielen Beschwerden hat sich gezeigt, dass sich viele Bürger zunehmend belästigt fühlen. Es war auch festzustellen, dass alleine im Gassenviertel ein Schwarm von um die 60 Tauben unterwegs ist. Für uns war das Anlass, zu recherchieren, warum ist das so. Und siehe da, es gibt eben Bürger, denen die Tauben sehr am Herzen liegen und die sie auch stark füttern. Das führt dazu, dass sich der Bestand eben erhöht und wenn dann einer mal nicht mehr füttern kann, dann haben wir ein Tierschutzproblem, das wir auch nicht so haben wollen.

Von den Tauben haben wir drei Dinge: Wir haben eine reelle Gesundheitsgefahr für den Menschen weil sie bestimmte Keime verbreiten, das ist wissenschaftlich gesichert. Wir haben auch die Gefahr der Übertragung von Tierseuchen, das ist auch wissenschaftlich gesichert. Und wir haben, für jeden erkennbar, die Verschmutzung der Gebäude. Dem muss man entgegen trete, wir sind dazu in der Lage und das wichtigste Instrument ist die Reduzierung des Futters (…)

Wir haben auch darüber gesprochen, dass wir uns die Taubenhäuser, die existieren, einmal anschauen, inwieweit man die wieder instand setzen könnte. Und dann bräuchte man, wie in Kulmbach, auch Personen, die diese Taubenhäuser betreuen.

(Kai Braunmiller, Leiter des Veterinäramts Bayreuth)

Mit Spießen gegen Tauben im Gassenviertel. Foto: Thorsten Gütling

Bauausschuss in Kürze: Barrierefreiheit im Friedrichs-Forum bestätigt

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Am Dienstag, den 11. Dezember, tagte der Bauausschuss der Stadt Bayreuth.

Barrierefreiheit im zukünftigen Friedrichs-Forum einstimmig bestätigt

Nachdem bereits letzte Woche der Behindertenbeirat Bayreuths die überarbeiteten Baupläne zur Barrierefreiheit im zukünftigen Friedrichs-Forum bestätigte, stimmten nun auch die Stadträte dem Entwurf ohne Gegenstimmen zu. Sowohl für Geh-, Seh-, als auch Hörbehinderte seien die neuen Maßnahmen ausreichend. Unter Anderem wird die Barreierfreiheit durch Lifte, erhabene Beschriftungen zum Fühlen, oder auch Aufzüge mit Lautsprechern gewährleistet.

Umliegende Gelände des Hochbrücken Neubaus werden nicht bebaut

Nach Eingang der Informationen von Autobahndirektion und Freistaat seien die unbebauten Geländeflächen um den Neubau der Hochbrücke nicht für eine Erschließung geeignet. Auch aufgrund strenger Bauvorgaben im Zusammenhang mit der direkten Nachbarschaft zur A9, sei das Gelände wirtschaftlich nicht nutzbar.

Bebauungsplanverfahren für ehemaliges Baumarkt-Gelände

Nachdem in den vergangen Jahren bereits mehrere Baumärkte schließen mussten, soll nun ein Bebauungsplanverfahren für das Gelände in der Königsbergstraße 38 (siehe Foto) gestartet werden, um neue Möglichkeiten zur Nutzung zu schaffen. Der aktuelle Bebauungsplan stammt noch aus den 90er Jahren. Laut leitender Baureferentin der Stadt Bayreuth, Urte Kelm, sei das Gelände allerdings nicht für Wohnraum geeignet, weshalb von einer weiteren gewerblichen Nutzung auszugehen ist.

Screenshot Google Maps

 

Das Bayreuther Rathaus von vorne

bt-in Kürze: Ausbau des öffentlichen WLANs

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Am Donnerstagnachmittag hat im Bayreuther Rathaus der Haupt- und Finanzausschuss des Stadtrates Bayreuth getagt. 

bt-in Kürze: Förderung von Betreuungsvereinen

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Am Montagmittag hat im Bayreuther Rathaus der Sozialausschuss des Stadtrates Bayreuth getagt.