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Volksfest 1984: Pferde trampeln Manta platt

Hans-Peter Hoppe erinnert sich nur ungern an den Tag vor 35 Jahren. Die Worte, die er seinem Sohn Erik zurief, wird er jedoch nie vergessen: “Duck’ dich, die Gäule kommen!” Der Auftakt zum Bayreuther Volksfest endete für Hoppe und seinen Sohn in einem Riesenschrecken, der viel schlimmer hätte enden können.

Es war 1984. Der Festzug war vorbei, die Besucher ließen sich längst ihr Bier im Zelt schmecken oder schossen der Liebsten ein großes Plüschtier, als Hans-Peter Hoppe und Erik mit ihrem Manta den Hohenzollernring entlang fuhren. Zeitgleich war eine Kutsche der Brauerei hinter Hoppe gerade auf dem Rückweg. Sechs große, starke Pferde zogen das Gespann, das schwere Bierfässer geladen hatte.

Dem Kutscher gehen die Pferde durch

Und dann geschah das Unglück: Plötzlich gingen dem Kutscher die Pferde durch. Sie galoppierten direkt auf den Manta zu.

Ich habe in den Rückspiegel gesehen und meinem Sohn zugerufen: ‘Duck’ dich, die Gäule kommen!’.

(Hans-Peter Hoppe)

Hoppe erinnert sich, dass die Brauereipferde von hinten auf den Manta trampelten. “Die haben ihn einfach zusammengedrückt.” Auf dem Kofferraumdeckel habe man noch die Hufspuren der Tiere gesehen. Die Kutsche stürzte um und blieb auf der Straße liegen.

Das Aus für den Umzug

Dass niemand, weder Hoppe und sein Sohn, noch der Kutscher oder die Pferde, schwer verletzt wurden, grenzt an ein Wunder. “Wir hatten großes Glück”, sagt der Bayreuther.

Für den Festzug bedeutete das Unglück das Aus. 21 Jahre lang gab es in Bayreuth zum Volksfest keinen Umzug mehr. Erst 2006 hat der damalige Oberbürgermeister Michael Hohl die Tradition wieder aufleben lassen.