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The Notwist in Bayreuth: Markus Acher im Interview

The Notwist kommt nach Bayreuth. Am Sonntag, den 5. Mai steht die Band um die Brüder Markus und Micha Acher zum ersten Mal in der Wagnerstadt auf der Bühne. Das Konzert beginnt ab 20 Uhr im Europasaal des Zentrum.

bt-Redakteur Frederik Eichstädt hat sich im Vorfeld des Konzerts mit dem Sänger der Band, Markus Acher, über Musik unterhalten. Dabei ging es um die Geschichte der Band, den Wert von Musik oder auch den vollgepackten Tourplan, der The Notwist auch an Orte wie Bukarest oder Amsterdam und sogar ins ferne Japan führt. Daneben erzählt Markus Acher was die Menschen in Bayreuth auf der Bühne erwarten können, wieso er John Cage für einen fantastischen Künstler hält und welchen Wert Songtitel auf die Musik haben.

Das Interview mit Markus Acher zum Anhören

Markus Acher…

…darüber, was Livemusik ausmacht

 

Markus Acher. Foto: Michael Dumontier.

Bei uns ist so, dass wir oft Stücke komponieren und gleich aufnehmen. Danach basteln wir dann viel im Studio herum und überlegen uns, wie wir den Song live realisieren können. Häufig klingt der dann auch ganz anders und entwickelt ein Eigenleben. Da entwickelt sich sehr viel.

…erzählt, was die Leute am Sonntag in Bayreuth erwartet

Zur Zeit spielen wir quer durch unsere Platten. Wir wechseln die Songs regelmäßig durch. Es sind nicht immer nur die meist gespielten Stücke, sondern es sind auch häufig ganz andere dabei.

…über den straffen Zeitplan auf Tour

Markus Acher. Foto: Michael Dumontier.

Von den Städten durch die wir touren bekommen wir leider oft nicht so viel mit. In Deutschland bei kurzen Fahrten geht es noch halbwegs, aber häufig lässt der Terminplan es nicht zu. Bei ganz exotischen Tourzielen wie Japan oder China versuchen wir aber, dass immer ein Tag Freizeit mit abfällt, dass wir Zeit haben uns umzusehen.

The Notwist. Foto: (c) Patrick Morarescu.

…über klassische Musik

Es gibt Musik, die mich interessiert und Musik, die mich nicht interessiert. Ich halte Klassik dabei nicht höher als irgendeine Punkband. Für mich ist das alles gleich.

…über den eigenen Musikgeschmack

Am Anfang haben wir Punk und Hardcore gemacht, dann haben wir auch hauptsächlich das gehört. Dann haben wir gemerkt, dass es noch ganz andere intensive, energetische Musik gibt und dann kam immer mehr dazu. (…) Es gibt auch sehr viele Hip Hop Songs die mir gefallen.

…über die Wichtigkeit von Songtiteln und Bandnamen

Markus Acher. Foto: Michael Dumontier.

Songtitel und Bandnamen sind schon wichtig. Wenn es etwas auslöst und originell ist, kann man einen Nerv treffen. Man kann mit wenigen Worten sehr viel sagen. Aber so viel denke ich da nicht darüber nach und das will ich auch nicht. Ich will nicht jedes Geheimnis dabei entschlüsseln. Dass man immer wieder das Intuitive anzapft ist bei der Musik ganz wichtig, denn sonst fällt einem irgendwann überhaupt nichts mehr ein.

…die Fans der Band: Zum großen Teil nett. Jung und alt. Frauen sind auch dabei. Das finde ich gut.
…das Album „Nook“: Das ist die Platte, die ich aus soundtechnischen Gründen am wenigsten mag. Da haben wir einen Mixfehler gemacht, da die Bassline zu laut ist.
…Scooter: Mag ich nicht.
…Kollegah: Kenne ich gar nicht.
…Hobbys: Keine Zeit.
…Heimat: Ich hasse den Begriff. Ich verstehe ihn nicht.
…Notwist: Der Name hatte keine Bedeutung und sollte auch keine Bedeutung haben.