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Tigertomate und Co.: Wie sich die Pflanzen besonders wohl fühlen

Es gibt sie in gelb, rot, gestreift, in rund oder eckig – die Sorten von Tomaten werden immer mehr. In der Bayreuther Gärtnerei Schmidt gibt es in diesem Jahr 16 unterschiedliche. Von März bis Juni werden dort alle drei Wochen neue Tomatensätze angepflanzt. Bei welchen Bedingungen sich die Tomatenpflanzen besonders wohl fühlen, erklärt Gärtnerei-Inhaber Jürgen Schmidt im Video über dem Text. 

Neues testen

„Früher gab es gerade mal eine Sorte Tomaten, dann kamen die kleinen Cocktailtomaten und später die Datteltomaten hinzu“, erklärt Jürgen Schmidt. Doch auch, wenn es immer mehr Auswahl gebe, würden gut zwei Drittel der Kunden auf traditionelle rote Sorten zurückgreifen. „Wir bekommen die Samen von verschiedenen Züchtern und nehmen immer wieder neue Sorten mit auf“, erklärt er. So könne man immer wieder neues testen. Die Haussorte der Gärtnerei Schmidt ist die „Pannovy“, die süß-säuerlich schmeckt und durch die feste Schale lange lagerbar bleibt.

Die Gärtnerei Schmidt besteht in der Eckener Straße seit 1929. Jürgen Schmidt leitet sie in dritter Generation. Auch sein Sohn Florian ist mit im Boot. Alle Tomatensorten, die er auf dem Wochenmarkt anbiete, könne man im Frühjahr auch als Jungpflanze für zu Hause in der Gärtnerei kaufen, so Schmidt.

Impressionen der verschiedenen Tomaten-Sorten

Datteltomate Dasher: süß im Geschmack mit fester Schale.

Gelbe Cocktailtomate "Summer Sun": Süß-säuerlicher Geschmack mit fester Schale.

 

Halbfleischtomate "Previa": Süßer Geschmack mit dünner und weicher Schale – "eine Tomate wie früher."

 

 

Strauchtomate "Pannovy": süß-säuerlicher Geschmack mit sehr fester Schale und die Haussorte der Gärtnerei Schmidt seit gut 30 Jahren. Diese Sorte ist sehr lange lagerbar.

Cocktailtomate „Bombarita“: Süßer Geschmack mit sehr fester Schale. 

Gelbe Eiertomate: festes Fleisch und lange haltbar.
gelbe Tomate "Bolzano": sehr milde, magenfreundliche Tomate mit wenig Säure und fester Schale.
Tigertomate "Timenta": Süß-säuerlich im Geschmack mit weichem Fleisch.
Cocktailtomate "Cookie": Sehr süß im Geschmack mit fester Schale.
rote "Ochsenherz"-Tomate: Sehr trocken mit wenigen Kernen und weicher Schale.
Ananas-Tomate: Sehr saftig mit marmoriertem Fleisch, kann bis zu einem Kilo schwer werden.
gelbe "Ochsenherz"-Tomate: Sehr trocken mit wenigen Kernen und weicher Schale.
Flaschentomate "San Marzano": viel Fruchtfleisch, wenig Saft und mit leicht fester Schale. Sie wird gerne verwendet, um Ketchup herzustellen.

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So werden die Tomaten angebaut

„Im Januar werden die Tomatensamen in Kisten angesät“, so Schmidt. Diese lagern bei Temperaturen von mindestens 20 Grad und bekommen extra Licht zugeführt, damit der Sommer sozusagen imitiert wird. Sobald die Pflanzen Keimblätter gebildet haben, werden sie in Töpfe umgepflanzt und dann ab Mai direkt in den Erdboden des Gewächshauses. „Dort haben wir eine Humusschicht von knapp 40 Zentimetern Tiefe“, sagt Schmidt. Hier würde kein chemischer Dünger zum Einsatz kommen, sondern Kompost-Erträge, Hornspäne oder Hornmehl.

Auch gegen Schädlinge wie die Weiße Fliege werden keine Chemikalien eingesetzt:

Wir regeln die Schädlingsbekämpfung über Nützlinge.

Konkret bedeutet das, dass Schlupfwespen genutzt werden, die die Weiße Fliege dann fressen.

Hummeln als Helfer im Einsatz

Die Tomatenpflanzen werden dann um Seile gewickelt und die Nebentriebe jeweils entfernt, damit sie nicht zu buschig werden. „Es gibt eigentlich keine Maximalhöhe. Die Tomatenpflanze wächst immer weiter. Doch dadurch, dass wir hier Kurzkulturen haben, ist die Höhe natürlich begrenzt“, so Schmidt. Bestäubt werden die Pflanzen durch Hummeln aus einer Box, die alle neuen Blüten abfliegen. So werde der Ertrag der Tomaten gesichert. Im Herbst weichen die Tomatenpflanzen dann aus den Gewächshäusern. Stattdessen werden  Feldsalat und später auch Kopfsalat, Radieschen oder Spinat auf der Fläche angepflanzt.

Wieviel Wasser die Tomaten brauchen

Im Gewächshaus bekommen die Pflanzen über ein Düsensystem Wasser. Alle zwei bis drei Tage würden ausreichen. „Hat man die Pflanze nicht fest in der Erde, sondern in einem Kübel auf dem Balkon, muss man natürlich mit dem Gießen mehr hinterher sein“, so Schmidt. Bekämen die Tomaten zu wenig Wasser, würden sich unten trockene, faulige Stellen bilden. Wichtig sei außerdem, dass im Gewächshaus keine so hohe Luftfeuchtigkeit herrsche. „Bei uns bleibt das Gewächshaus abends offen. Die Tomaten wachsen also wie Freilandkulturen“, erklärt der Gärtnerei-Inhaber.

Platz-Gefahr

Vor kalten Nächten ist es besser, die Tomaten nur wenig zu gießen, damit sie nicht platzen.

(Jürgen Schmidt)

Damit die Tomaten einen besonders intensiven Geschmack bekommen, hat er noch einen weiteren Tipp: Auch im Herbst soll man nur wenig Wasser geben.

Nachreifen lassen

Den letzten Satz Tomaten hat die Gärtnerei Schmidt im Juni gepflanzt. Die Tomaten sind gerade noch grün und werden in den kommenden Wochen auf dem Wochenmarkt vor der Rotmainhalle sowie in der Gärtnerei selbst angeboten. Und, falls der Frost zuschlägt, einfach grün ernten und liegen lassen: „Damit sie im Herbst nach der Ernte noch nachreifen können, sollte es im Raum nicht kälter als 15 Grad sein“, fügt Schmidt hinzu.