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Traumberuf Bestatter: „Wir sind doch ganz normale Leute“

Die Thematik Tod ist für viele Menschen ein schwieriges Thema. Nicht so für Maximilian Christ. Mit 19 Jahren ist er Bayerns bester Bestatter. Doch wie kommt man eigentlich zu diesem außergewöhnlichen Beruf? Im bt-Interview spricht Christ über die Besonderheiten seiner Arbeit.

„Berührungsängste hatte ich nie“

Berührungsängste mit dem Job Bestatter hatte Maximilian Christ nie. Da seine Großeltern und Eltern bereits in der Branche arbeiteten, hatte der heute 19-Jährige keine Berührungsängste. Bestatter ist für ihn ein Beruf wie jeder andere auch. Wirklich greifbar war die Arbeit anfangs dennoch nicht.

Mit 15 Jahren machte er dann seine ersten Schritte als Bestatter. Bei einem Praktikum kam er zum ersten Mal in Kontakt mit Verstorbenen. Kurz darauf begann er mit der Ausbildung. Im November schloss er dann als „bester Bestatter Bayerns“ ab.

Es ist komisch zu sagen „Mir macht das Spaß“. Aber es ist so. Ich bereue die Entscheidung Bestatter zu werden nicht.

(Maximilian Christ)

Einzigartige und abwechslungsreiche Arbeit

Neben der einzigartigen Arbeit mit den Verstorbenen mache vor allem die Abwechslung seinen Job so besonders. Während der Ausbildung zum Bestatter durchlaufe man sämtliche Stationen – angefangen von der Arbeit im Büro und den Trauergesprächen bis hin zum Außendienst, der Arbeit am Friedhof und der Versorgung der Verstorbenen.

Danach habe jeder im Betrieb sein Aufgaben. Die Versorgung der Verstorbenen wurde zum Spezialgebiet von Maximilian Christ. In diesem Bereich fühlt sich der 19-Jährige am wohlsten.

Es ist eine Arbeit bei der man sich sehr konzentrieren muss. Es gibt nur eine Möglichkeit und da darfst du nichts falsch machen. Gleichzeitig vermittelt es aber auch Ruhe.

(Maximilian Christ)

„Ich schätze auch die Arbeit mit den Angehörigen“

Neben der Versorgung der Verstorbenen sei aber auch die Arbeit mit den Angehörigen etwas ganz besonderes. Das Entgegenkommen der Leute, wenn sie den Bestattern ihre Angehörigen anvertrauen, sei ein schönes Gefühl.

Von der Beratung der Angehörigen bis hin zur Versorgung der Verstorbenen – die Aufgabe eines Bestatters ist vielseitig. Foto: Susanne Monz

Wenn man nach all dem Aufwand ein „Dankeschön“ hört und die Erleichterung in den Augen der Angehörigen, dann ist das ein toller Moment.

(Maximilian Christ)

Neben viel Interesse an seiner Arbeit, stoße der 19-Jährige aber auch in manchen Fällen auf Abneigung. „Manche Menschen möchten nicht, dass wir Ihnen „Auf Wiedersehen“ sagen. Das ist schon komisch. Wir sind doch ganz normale Leute“, so Maximilian Christ.

„Man fühlt immer mit den Menschen mit“

Trotz der Routine sei die Arbeit aber trotzdem oft emotional. Da komme es schon auch einmal vor, dass man neben den Angehörigen am Friedhof stehe und die Tränen nicht mehr zurückhalten könne. Umso wichtiger sei es, danach mit den Kollegen über die Schicksale zu sprechen und sich gegenseitig Halt zu geben. Für die Arbeit brauche man einfach innere Stärke, müsse aber auch zwischen der Arbeit und dem Privatleben differenzieren, so Maximilian Christ.

Man fühlt immer mit den Menschen mit. Aber man muss auch realistisch sein: Der Tod gehört zum Leben dazu. Das ist ganz normal. Wenn er kommt, dann kommt er.

(Maximilian Christ)

Vor kurzem hat bt-Redakteurin Susanne Monz sich auch den Beruf des Piloten eines Rettungshubschraubers genauer angesehen.