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Uneinigkeit im Stadtrat: Braucht Bayreuth ein Zentrum für Gründer?

Auf dem Universitätsgelände soll ein regionales Gründer- und Innovationszentrum (kurz: RIZ) gebaut werden. Es soll ein Ort entstehen, an dem sich Unternehmen untereinander, vor allem aber auch mit der Wissenschaft austauschen können. Start-Ups, junge Gründer und etablierte Unternehmen der Region sollen dabei unterstützt werden, zu wachsen. Gründer, die ein Jahr lang am Institut für Entrepreneurship waren und weitere Unterstützung brauchen, sollen diese im RIZ für bis zu fünf Jahre finden.

Das Projekt soll rund 16 Millionen Euro kosten. Knapp die Hälfte der Kosten, 7,5 Millionen, könnten laut Aussage der Regierung von Oberfranken über Fördermittel des Freistaats Bayern finanziert werden. Ein bereits gestellter Antrag sichert die Mittel aber nur bis Ende 2019 zu. Für den Fall, dass es zu Verzögerungen beim Förderbescheid kommt, möchte sich die Stadt absichern. Im September will sie einen neuen Förderantrag abgeben, um zu verhindern, dass die Fördermittel verfallen.

Die nächsten Schritte

Dazu muss die Stadt allerdings einen Finanzierungsnachweis vorlegen und versichern, dass sie den Eigenanteil der Kosten für den Bau des RIZ stemmen und das voraussichtlich anfallende Defizit über mindestens 15 Jahre tragen kann. Das Problem hierbei: Wie hoch das jährliche Defizit ausfallen wird, kann noch niemand sagen.

Deshalb soll das mögliche Defizit nun ermittelt und in der Stadtratssitzung am 25. September diskutiert werden.

Den Antrag will die Stadt aber schon am 2. September einreichen. Derzeit ist die Verwaltung außerdem noch dabei, die Kostenprognose zu überarbeiten, eine Fachkanzlei zu beauftragen, um die geeignete Betriebsform zu ermitteln sowie die genauen Ziele des RIZ zu benennen.

Entscheidung in der September-Sitzung

Wie Oberbürgermeisterin Brigitte Merk-Erbe in der Sitzung des Ferienausschusses sagt, sollen die Fraktionen nun genug Zeit haben, die weiteren Schritte zu diskutieren, um im September eine Entscheidung treffen zu können. Ihre persönliche Meinung zu dem Projekt:

Das RIZ gibt erhebliche Impulse für die weitere wirtschaftliche Entwicklung der Region.

(Brigitte Merk-Erbe, Oberbürgermeisterin)

Im Ferienausschuss zeigt sich allerdings, dass das Thema die Fraktionen scheidet. Nicht jeder sieht den Nutzen des Zentrums. Vor allem für das Innovationszentrum sieht Stefan Schlags (Grüne) keine sinnvollen Argumente. Er fragt: „Wollen wir uns einen weiteren Verlustbringer wie die Lohengrin-Therme für die nächsten 15 Jahre ans Bein binden?“ Er forderte eine Konkretisierung, worin die Leistung des Innovationszentrums und damit der Zusammenarbeit mit der Uni besteht.

Immer wieder wurden in der Vergangenheit aus Reihen der Grünen Stimmen laut, die befürchteten, die Uni könnte sich durch das RIZ aus ihrer Verantwortung stehlen, die jungen Unternehmer ordentlich auf den Markt vorzubereiten – und sich an den Kosten des RIZ noch nicht einmal beteiligen zu müssen.