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Warum auch Ackerland durch Plastik verunreinigt ist

Mikro- und Makroplastik sind in der Gesellschaft und in den Medien derzeit ein zentrales Thema. Die Universität Bayreuth hat nun in einer Studie nun feststellen können, dass auch das Ackerland durch Plastik verschmutzt ist.

Verunreinigung durch Plastik

Konventionelles Ackerland – etwa einen halben Hektar groß, in Mittelfranken gelegen – wurde von den Forschern auf Kunststoff untersucht. Das Resultat? Eine deutliche Verunreinigung durch Plastik. Dabei wurden auf dem Acker weder kunststoffverunreinigte Dünger noch Agrartechniken eingesetzt, auf die das Ergebnis direkt zurückgeführt werden könnten. Hauptsächlich wurden auf diesem Acker u.a. Weizen, Gerste und weißer Senf angebaut.

 „Ackerland, das über größere Zeiträume hinweg mit einem kunststoffverunreinigten Dünger – wie zum Beispiel Kompost aus bestimmten Kompostieranlagen oder Klärschlamm – bearbeitet wird, dürfte größere Mengen an Partikeln enthalten. Dies gilt ebenso für Agrarflächen, die mit Kunststoff-Gewächshäusern und Mulchfolien bewirtschaftet werden. Insofern ist keineswegs auszuschließen, dass die Plastik-Kontamination von Ackerland in Deutschland im Durchschnitt höher ist, als wir sie auf unserer Untersuchungsfläche festgestellt haben“ (Sarah Piehl M.Sc.,  Doktorandin an der Universität Bayreuth

Wie passiert das?

Woher die Partikel stammen, ist nicht klar zu beantworten. Das Forscherteam hält es für möglich, dass das
Makroplastik unabsichtlich in den als Dünger verwendeten Stallmist gelangt ist oder aber der Wind es auf die Felder getragen hat.

„Die Kontamination der Flüsse und Meere durch Mikroplastik ist ein globales Problem, das sowohl in der Forschung wie in der Öffentlichkeit immer stärker in den Fokus gerückt ist. Die Kontamination terrestrischer Ökosysteme wird hingegen weniger beachtet. Unsere jetzt veröffentlichte Studie ist die erste Untersuchung zur Plastik-Kontamination einer konventionell bewirtschafteten Ackerfläche. Allein die Tatsache, dass mehr als ein Drittel der globalen Landfläche landwirtschaftlich genutzt werden, zeigt, dass die Forschung auch in diesem Bereich erheblich intensiviert werden muss (Prof. Dr. Christian Laforsch).“

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