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Vier Science-Fiction Serien für den Oktober

Die Serie Stranger Things ist einer der größten Erfolge des Streaming-Dienstes Netflix. Aus mehreren Gründen. Die Atmosphäre der 80er Jahre wird sensationell gut eingefangen, die Schauspielerin Wynona Ryder brilliert in ihrer Rolle als verzweifelter Mutter und die Jungschauspieler sind mitreißend. Auch Menschen, die bislang dem Genre Mystery oder Science-Fiction mit Vorsicht begegneten, werden hier in die Handlung hineingezogen.

Aber es gibt noch weitere, exzellente Science-Fiction Serien, die es wert sind, gesehen zu werden. Für den Oktober haben wir deshalb für Sie vier davon zusammengestellt. Alle sind auf Netflix verfügbar.

Dark

  Es ist die erste deutsche Serie, die von Netflix produziert wurde. Der dunkle Wald, wie wir ihn schon aus alten Märchen von den Gebrüdern Grimm oder eben aus Stranger Things kennen, spielt hier ebenfalls eine große Rolle. Er ist dunkel, bedrohlich, Kinder verschwinden hier einfach. Perfektioniert wird dieses düstere Bild durch den grauen Himmel, der ständig Regen auf die Darsteller und Darstellerinnen prasseln lässt. So ist auch der Hauptdarsteller Jonas die meiste Zeit im friesischen gelben Regenmantel zu sehen. Die Handlung setzt ein mit dem Selbstmord von Jonas Vater, Jonas selbst ist von Albträumen geplagt und ein Junge verschwindet spurlos. Gefunden wird jedoch die Leiche eines anderen Jungen, der aus den 80er Jahren zu stammen scheint. Von hier an vermischen sich die verschiedenen Zeitebenen, die Handlung springt von 2019 ins Jahr 1986 bis hin zu 1953. So bleibt die Serie dem vorangestellten Zitat von Albert Einstein treu: „Der Unterschied zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft ist nur eine Illusion, wenn auch eine hartnäckige.“

Sense 8

Was für eine grandiose Verflechtung von verschiedenen Perspektiven. Den Anfang nimmt eine Geburt, jedoch nicht eine wie wir es sonst kennen. Ein Cluster wird unter Schmerzen geboren, acht Menschen von überall auf der Welt mit einer starken mentale Verbindung. Sie teilen Fähigkeiten, Emotionen, Sprachen. Sie sind der Homo Sensorium, eine evolutionäre Weiterentwicklung des Homo Sapiens. Und deswegen gefürchtet und gejagt. Von den durch die Matrix-Trilogie bekannten Wachowsky Schwestern stammt dieser Epos. Und thematisiert über den evolutionären Sprung hinaus Themen wie LGBTQI-Rechte, soziale Ungleichheit und Korruption. Man könnte diese Serie als einen Spiegel unserer Zeit lesen, in der die freie Weitergabe von Gedanken, wie es der Homo Sensorium weit über sein Cluster hinaus tun kann, als eine große Gefahr angesehen wird. Wikileaks sieht dagegen blass aus. Der Zuschauende springt mit den Darstellern und Darstellerinnen zwischen Amerika, Island, Nord Korea, Afrika, Deutschland, Indien und Mexiko hin und her. Grandioses Kino in Serienformat.

The OA

The OA lässt den Zuschauern und Zuschauerinnen am Ende offen, was sie glauben möchten. Weil es darum nicht geht. Aber das müssen Sie schon selber herausfinden. Zunächst einmal taucht eine junge Frau namens Prairie nach sieben Jahren plötzlich wieder auf. Nur dass sie sich jetzt OA nennt und plötzlich sehen kann. Auf ihrem Rücken sind Narben zu sehen, die Mustern gleichen. Was ist ihr nur passiert? Wo war sie in all dieser Zeit? Und warum kann sie wieder sehen? Einer scheinbar bunt zusammengewürfelten Gruppe an Menschen erzählt sie Nacht für Nacht ihre Geschichte. Diese wahnsinnige Geschichte, wie sie wieder und wieder dem Tod ins Auge gesehen hat. Diese fünf Menschen – es müssen fünf sein – sind grundverschieden. Aber es geht nicht darum, was sie trennt, sondern was sie verbindet. Sie alle sind auf ihre Art und Weise verloren. Und werden zusammen Unglaubliches vollbringen.

Penny Dreadful

Ach Penny Dreadful, was bist du nur für eine wunderbar schauerliche Geschichte. Frankenstein inklusive Monster, Dracula, Dorian Grey und viele weitere Gestalten, sie alle kommen vor. Gespielt von der umwerfenden Eva Green steht Miss Vanessa Ives im Mittelpunkt dieses Schauermärchens. Wunderschön und geheimnisvoll ist sie, besessen und verängstigt, furchtlos und kämpferisch. Begleitet wird sie von dem treuen Revolverhelden Mister Chandler, dem brillanten Doktor Frankenstein und dem ergrauten Forscher Sir Malcolm, auf der Suche nach dessen von Blutsaugern entführten Tochter. Jetzt mag der ein oder andere vielleicht denken, Vampire, Werwölfe, das interessiert mich nicht. Aber Penny Dreadful ist so viel mehr, als irgendein neuer Horror-Abklatsch. Man wird ins Viktorianische England entführt, nimmt an Parties und Séancen teil, erfährt etwas über die ägyptische Mythologie, spaziert durch alte Museen und den botanischen Garten und schaut in die Abgründe des späten 19. Jahrhunderts. Und lernt schließlich, dass die inneren Dämonen genau so schlimm sind wie der äußere Horror in Gestalt von Hexen, Vampiren und Luzifer persönlich.

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