Freizeit

Volksfest: Auf der anderen Seite des Vergnügens

Dosenwerfen, Losen, Schießen, Achterbahnfahren und Gruseln in der Geisterbahn: Während sich die Besucher auf dem Volksfest in Bayreuth vergnügen, stehen auf der anderen Seite der Kassenhäuschen die Schausteller. Doch wie ist es eigentlich den Kunden den ganzen Tag beim Spaß haben zuzusehen? Das bt hat mit drei Schaustellern gesprochen.

Seit Florian Diebold auf der Welt ist, ist er auf Volksfesten in ganz Deutschland unterwegs. Der Augsburger ist Schausteller in der sechsten Generation. Seit vier Generationen betreibt Familie Diebold einen Autoscooter. Als Kind konnte der Schausteller nur an den Wochenenden und in den Ferien mit zu den Festen. Heute ist er von Ostern bis Oktober on Tour.

Florian Diebold ist Schausteller in der sechsten Generation. Foto: Redaktion

Seit fast 30 Jahren kommen die Diebolds nach Bayreuth. Immer mit dabei sind seine Frau und die zwei Kinder. Auch seine Mutter sowie drei Mitarbeiter und zwei Aushilfen sitzen im Kassenhäuschen. Dann hat Florian Diebold auch einmal Zeit, Pause zu machen und über das Fest zu schlendern.

Ich könnte mir nicht vorstellen, etwas anderes zu machen. Es ist schön, Kinderlachen zu sehen.

(Florian Diebold, Inhaber von Autoscooter Diebold)

Früh am Morgen, noch bevor die ersten Besucher zum Volksfest kommen, beginnt für Diebold der Tag. Alles muss gereinigt werden und überprüft werden – jeden Tag, denn Sicherheit geht vor. Erst dann ertönt es aus dem Kassenhäuschen: „Alles einsteigen, die Fahrt beginnt.“

Seit der siebten Generation ist Beatrice Dreyer bereits im Schausteller-Geschäft. Mit ihren Losbuden ist die Familie seit zehn Jahren in Bayreuth, seit sechs Jahren mit ihrer Attraktion „Beachwalking“. Ihr Mann hat das Vergnügungsgeschäft selbst gebaut. „Wir waren in Nürnberg die ersten damit“, sagt Beatrice Dreyer. Besonders Spaß hat die Schaustellerin daran, Kindern Freude zu machen.

Beatrice Dreyer ist die Chefin von „Beachwalking“. Foto: Redaktion

Von März bis Ende Oktober reist sie mit ihrer Familie von Fest zu Fest. An Erholung im Winter ist nicht zu denken. Dann sind die Dreyers bei Weihnachtsmärkten. Und im Februar wird alles schon wieder für die neue Saison Instand gesetzt.

Ich bin so aufgewachsen und kenne es nicht anders. Ich könnte nicht immer am gleichen Ort sein.

(Beatrice Dreyer, Inhaberin von „Beachwalking“)

In großen Plastikkugeln kann man hier auf dem Wasser laufen. Foto: Redaktion

Für Sydney Brambach ist das Schaustellerleben länst zum Alltag geworden. Die 18-Jährige ist schon immer dabei. Zuerst nur in den Ferien, nach der Schule täglich. Mit ihrem Avengers Bogenschießstand ist die Familie zum zweiten Mal in Bayreuth, zuletzt waren sie beim Frühlingsfest 2015 dabei. Sydney Dreyer kommt aus Nordrhein-Westfahlen, aus der Nähe von Köln.

Die 18-jährige Sydney Brambach ist voll ins Familiengeschäft eingestiegen. Foto: Redaktion

Das Leben als Schausteller macht mir einfach großen Spaß.

(Sydney Brambach, Schaustellerin)

Foto: Redaktion