Bayreuth Tigers

Von Fans für Fans: Zwei, die im Tigerkäfig immer zur Stelle sind

Sie sind meist die ersten, die ins Eisstadion kommen und die letzten, die gehen und zudem immer ein fester Ansprechpartner für die Fans. Carsten Herrmannsdörfer aus Harsdorf und Marcel Föhrkolb aus Bindlach sind die beiden Fan-Beauftragten der Bayreuth Tigers. Hier erfahren Sie mehr darüber, um was sich die beiden regelmäßig kümmern.

Für das Wohl der Fans

„Wir sind die Vermittler zwischen den Fans der Tigers und der Geschäftsführung“, erklärt Carsten Herrmannsdörfer. Schon seit sechs Jahren ist er Fan-Beauftragter bei den Bayreuth Tigers. Gemeinsam mit Marcel Föhrkolb, der seit 2018 mit im Amt ist, kümmert er sich um alle größeren Belange, die die Fans betreffen. „Das Wohl der Fans ist uns wichtig“, sagt der 36-Jährige. Das Gute: Herrmannsdörfer und Föhrkolb kennen sich schon seit Jahren, was die Organisation erleichtert:

Tigers-Fanbeauftragter Marcel Föhrkolb. Foto: Redaktion

Weil wir uns schon lange kennen, können wir vermutlich besser miteinander über Dinge reden. Inzwischen sind wir ein eingespieltes Team bei den Tigers.

(Marcel Föhrkolb)

„Wenn wir uns privat sehen, versuchen wir aber wenig über den Verein zu reden“, erklärt der 29-Jährige. Im Leben außerhalb des Tigerkäfigs ist Herrmannsdörfer als Chemielaborant tätig, Föhrkolb ist dagegen Verkaufsleiter im Außendienst. „Wir haben uns schon immer beim Eishockey getroffen oder gehen auch so mal etwas Trinken“, ergänzt Föhrkolb.


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„Viele organisatorische Dinge kann man im Tagesverlauf mit klären. Das ist optimal“, sagt Herrmannsdörfer. Etwa zwei bis drei Stunden ist er pro Woche mit den Aktionen der Tigers beschäftigt. „Das variiert natürlich auch mal, je nachdem, welche Aktion wir gerade planen“, ergänzt er. „Ein Fan-Beauftragter wird in der Regel alle zwei Jahre von den Fans neu gewählt“, erklärt Föhrkolb. Der andere im Bunde, werde direkt durch die Geschäftsführung bestimmt. Um das Amt bewerben, könne sich aber prinzipiell jeder, der Lust hat. Es sei wirklich wichtig, dass man ein gutes Verhältnis zu den Fans und zur Geschäftsleitung habe.

Tigers-Fanbeauftragter Carsten Herrmannsdörfer, Foto: Redaktion

Wenn es zu Problemen kommt, sind wir dafür da, sie schnell aus der Welt zu schaffen.

(Carsten Herrmannsdörfer)

Die richtige Planung: Absprachen mit Polizei und Sicherheitsdienst

Jeweils eineinhalb Stunden vor Spielbeginn sind die beiden bei Heimspielen im Stadion. Dann gehen sie mit dem Sprecher unter anderem die Abläufe durch. „Wir sind auch dafür zuständig, dass Sicherheitsdienst und Polizei im richtigen Maße mit vor Ort sind“, erklärt er. Deswegen seien sie auch mit den Fan-Beauftragten der Gäste-Teams im Austausch, um abzuschätzen wie viele Leute kommen und wieviel Personal benötigt werde, so Föhrkolb. Sie seien Anlaufstelle für alle im Stadion, die eine Frage haben oder auch, um wütende Fans wieder zu beruhigen.

Vermittler im Notfall

„Fans hören oft eher auf jemanden aus den eigenen Reihen, statt auf Sicherheitspersonal in Uniform“, ergänzt Herrmannsdörfer und grinst. Auch wenn sein Kollege Marcel dabei schon einmal versehentlich eine auf die Zwölf bekommen habe, das passiere. Nach den Spielen bleiben die beiden Fan-Beauftragten ebenso im Stadion: So lange bis der letzte gegangen ist. Es gehe darum, Fangruppen friedlich aus dem Stadion zu leiten.

Aktionen für den guten Zweck

„Wir setzen uns außerdem dafür ein, den Nachwuchs zu unterstützen und sind auch verpflichtet, Absprachen mit der DEL2 zu veröffentlichen“, sagt er. Auch das Management der Dauerkarten gehöre zu ihren Aufgaben. Die beiden kümmern sich um Spenden-Aktionen, wie zum Beispiel auch den „Pinktober“: Bei den Heimspielen im Oktober gehen die Tigers nämlich ganz in Pink aufs Eis – für den guten Zweck.

Die Bayreuth Tigers gingen am Mittwoch in pinken Trikots gegen die Eispiraten aus Crimmitschau aufs Eis. Sie unterstützen so eine Aktion gegen Brustkrebs. Foto: Carolin Richter

„Die Trikots werden voraussichtlich am Ende des Monats versteigert“, erklärt Herrmannsdörfer. Die Einnahmen und weitere Spenden würden dabei an die Bayreuther Organisation SenoCura gehen. Die Aktion hätten sie in den vergangenen Tagen gemeinsam mit den Fanclubs und der Nürnberger Versicherung auf die Beine gestellt.

Es macht einfach Spaß, im Stadion zu sein und von Seiten der Fans ist der nötige Respekt da. Das gibt einem viel zurück.

(Carsten Herrmannsdörfer)

Mit lautstarker Unterstützung zum Sieg

Außerdem planen die beiden auch Buskonvois und Sonderzüge. „Ich denke das beflügelt die Mannschaft auswärts, wenn sie die Fans lautstark unterstützen“, sagt Föhrkolb. Dass daran etwas ist, zeigt Folgendes: „Wir haben drei Sonderzüge organisiert und sind bei den drei Spielen nie gescheitert“, ergänzt er.

Gute Stimmung: Unterwegs mit Freunden

Hermannsdörfer stimmt ihm zu. „Es macht einfach Spaß, mit Freunden ins Stadion zu gehen. Eishockey ist halt einfach eine geile Sportart. Und auch, wenn mal nicht so viele Fans da sind, hat man trotzdem ne gute Stimmung.“ Beim Eishockey müsse man einfach ein bisschen verrückt sein – im positiven Sinne, wie es Föhrkolb formuliert.