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Vor Comeback: medi-Publikumsliebling Andreas Seiferth im Porträt

Andreas Seiferth ist zurück im Mannschaftstraining der Heroes of Tomorrow. Nach drei Niederlagen zum Auftakt in die BBL-Saison ist das nahende Comeback des Centers ein Lichtblick für medi bayreuth. Das bt-Porträt hebt den Stellenwert des Nationalspielers für medi und seine Fans hervor.

Ein kühler Abend in Litauen

Litauen. Es ist der 6. Februar 2019 gegen 22 Uhr Ortszeit. medi bayreuth hat gerade mit 73:83 gegen Neptunas Klaipeda verloren. Das Ausscheiden aus der Basketball Champions League war schon vorher besiegelt. Dennoch begleiteten fünf treue Fans von den Bayreuth Bats die Heroes of Tomorrow zum letzten Auswärtsspiel der Champions League Saison. Unter dem dunklen Nachthimmel der litauischen Hafenstadt haben sich die medi-Anhänger in der Nähe des Mannschaftsbusses platziert. 

Nach und nach kommen die Heroes of Tomorrow aus der Halle und machen sich auf den Weg zum Bus. Der ein oder andere Bayreuth-Spieler nimmt sich Zeit für einen kurzen Plausch mit den treuen Fans, andere klatschen einfach nur ab und trotten gedankenversunken in den Bus. Dann kommt Medi-Center Andreas Seiferth aus der Švyturio Arena. Als er die Bats sieht, zeichnet sich ein Lächeln auf seinem Gesicht ab. Zielstrebig läuft er zu den aus Bayreuth angereisten Zuschauern und nimmt sich Zeit für ein längeres Gespräch.

Auch nach dem Spiel nimmt Andreas Seiferth sich immer Zeit für seine Fans. Foto: Privat.

Ein wichtiger Mann auf dem Feld

Es kommt nicht von ungefähr, dass Andreas Seiferth bei den Bayreuther Fans einen besonderen Status genießt. Auf dem Feld sprechen die Zahlen für sich. In der BBL wurde er in 32 von 34 Spielen eingesetzt und stand dabei im Schnitt 16:56 Minuten für Bayreuth auf dem Platz. Zwar kam er dabei auch häufig von der Bank und spielte nicht von Anfang an, doch trotzdem war er einer der effizientesten Spieler im medi-Kader, sprich: wenn er spielt, ist er wichtig.

Verletzungsschock

Umso schlimmer war es für die Heroes of Tomorrow, als Ende Juli in der Vorbereitungsphase auf die neue Saison bekannt wurde, dass Seiferth verletzt ausfallen würde. Die Ärzte prognostizierten eine mehrmonatige Auszeit.

Andi ist ein wichtiger Teil unserer Mannschaft und es war ein großer Schock für uns, als wir erfahren haben, dass er ausfällt.

(Raoul Korner)

Der Ausfall Seiferths schmerzte das Team so sehr, dass sie Justin Raffington nachverpflichteten, um die Lücke auf der Center-Position, in Seiferths Abwesenheit, schließen zu können.

Nationalspieler

Diese Qualitäten haben ihn bereits 2012, damals noch beim TBB Trier, zum Nationalspieler gemacht. Inzwischen hat der gebürtige Berliner 49 Mal das Trikot der Bundesrepublik getragen. Dabei erzielte er insgesamt 205 Punkte.

Auch in der Basketball Bundesliga konnte der 2,09 Meter große Center von sich reden machen. Letzte Saison nahm Seiferth zum fünften Mal am Allstar Weekend teil. Nach zwei Nominierungen in seiner Zeit bei Trier, war die Berufung 2019 bereits die dritte in seiner Zeit bei medi bayreuth. Diese begann 2016. 

Andreas Seiferth gegen Bologna unter dem Korb. Foto: Redaktion.

Ein Hero of Tomorrow

Nachdem er bei Bayern München nicht durchstartete, wechselte er in der Saison 15/16 in die Wagnerstadt. Somit ist der Center schon länger Teil der medi-Familie als beispielsweise Headcoach Raoul Korner. In Bayreuth freuten sich die Fans im Jahr 2016 über den Transfer des Hünen, der mit großem Namen und mehreren Länderspielen in seiner Vita nach Bayreuth kam.

Mehr als drei Jahre später ist Seiferth immer noch Teil des medi-Kaders und ein fester Bestandteil von Raoul Korners Heroes of Tomorrow. In dieser Zeit wurde er für die Fans sowohl auf dem Platz als auch daneben „ein Vorbild für den Bayreuther Basketball“, wie uns medi-Fan Adéle Kratzer bestätigt.

„Andi ist ein sehr freundlicher und umgänglicher Spieler, der sowohl auf, als auch abseits des Feldes ein Vorbild für den Bayreuther Basketball ist. Er ist uns über drei Jahre hinweg treu geblieben und nimmt sich immer Zeit für die Fans. Besonders an Andi ist, dass egal wie ein Spiel ausgeht, er sich immer den Fans zuwendet, sich mit ihnen unterhält und sich bedankt, dass wir da waren. Er schätzt die weiteren Fahrten, die die Fans auf sich nehmen und hat immer ein offenes Ohr. Der beste deutsche Center der Liga!“

(medi-Fan Adéle Kratzer im Februar über Andreas Seiferth)

Einer der Besten mit Luft nach oben

Trotz seiner vielen Qualitäten bekommt der Neunundzwanzigjährige dennoch bei medi meist nur den zweiten Platz als Center. Das liegt zum einen an der ebenfalls sehr hochwertigen Konkurrenz auf seiner Position. Mit Hassan Martin und dem nachverpflichteten Eric Mika gab es in der letzten Saison enorm starke Alternativen unter dem Korb. Diese Saison ist mit Neuverpflichtung Reid Travis ebenfalls ein vielversprechender Spieler Konkurrent Seiferths. Davon abgesehen sehen aber auch treue Fans noch etwas Verbesserungspotential, um eine noch wichtigere Rolle einnehmen zu können. 

Für medi-Fan Sebastian Oppel ist Seiferth „leider manchmal nicht konstant genug“. Seiferth-Fan Claudia Wirth beschreibt den einstigen Berliner als „einen der nettesten und sympathischsten Menschen“ den sie kennt. Das färbe, so Wirth weiter, leider auch auf sein Spiel ab, das ihr manchmal „zu brav“ sei. In einer Bewertung sind sich die medi-Fans jedoch so gut wie einig. Andreas Seiferth ist mit Sicherheit einer der besten, wenn nicht sogar der beste deutsche Center. 

„Andreas ist einer der sympathischsten und hilfsbereitesten Menschen, den ich kennen gelernt habe. Er hat ein wahnsinnig großes Herz und nimmt sich immer die Zeit für ein kurzes Gespräch mit seinen Mitmenschen. Auf dem Feld ist er mir zum Teil viel zu lieb.“

(Claudia Wirth (Bayreuth Bats) im Februar über Andreas Seiferth)

Zurück im Mannschaftstraining: Andi Seiferth. Foto: Kevin Schneider.

Eine besondere Beziehung zu den Fans

Vielleicht spürt Seiferth diese Anerkennung der medi-Fans. Als er sich in Klaipeda nach dem verlorenen Champions League Spiel am Bus noch mit den treusten Anhängern unterhält, bedankt er sich für die Unterstützung und die langen Fahrten, die die „Allesfahrer“ insbesondere in der Champions League wieder auf sich genommen haben. Natürlich bedauert auch er das Ausscheiden aus der Gruppenphase der Königsklasse. Dennoch macht Seiferth keinen traurigen Eindruck. 

Gegenüber den Bayreuth Bats stellt er an diesem Abend, bezogen auf ihre Unterstützung, klar: „Wir haben es genossen.“ In seiner Hand hält Seiferth ein schwarzes Stoffknäuel, das Trikot welches er noch wenige Minuten vorher auf dem Platz getragen hat. Lächelnd drückt er es einer der treusten Anhängerinnen in die Hand. Als Dankeschön für die langen Fahrten und die andauernde Unterstützung. „Macht halt unter euch aus, wer es bekommt.“

Es sind Szenen wie diese, die den neutralen Beobachter besser verstehen lassen, wieso Andreas Seiferth einen solch hohen Stellenwert bei den Bayreuther Fans genießt. Gerade bei den treusten Fans der Heroes of Tomorrow wurde Seiferth in den vergangenen Jahren zu einem der Publikumslieblinge. Seine Rückkehr ins Training der Heroes of Tomorrow nach überstandener Verletzung schafft bei den Unterstützern neue Hoffnung. Wenn Seiferth dann wieder für medi auf dem Platz steht und die Bayreuther Trommeln schlagen hört, dann wird er bestimmt wieder ein Lächeln auf den Lippen haben. 

Foto: Daniel Löb