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Warum Bayreuther Leitungswasser gesünder ist als Mineralwasser

Immer wieder einmal kann es vorkommen, dass Keime in das Trinkwasser geraten wie zuletzt in mehreren Ortsteilen von Bindlach. Das kann ganz unterschiedliche Gründe haben, erklärt Jan Koch, Sprecher der Stadtwerke. Über einen kleinen Riss zum Beispiel können Bakterien in die Behälter geraten und das Trinkwasser kontaminieren.

Strenge Kontrollen

Sorgen machen, brauchen sich die Bayreuther aber nicht. „Unser Trinkwasser hat, wie das gesamte Trinkwasser in Deutschland, eine gute Qualität und entspricht den strengen Vorgaben der Trinkwasserverordnung. Damit stellt der Gesetzgeber sicher, dass wir alle es bedenkenlos ein Leben lang trinken können“, sagt Koch.

Da die Trinkwasserversorgung eine extrem verantwortungsvolle Aufgabe ist, überprüfen wir unsere Wasserqualität selbstverständlich regelmäßig.

(Jan Koch, Sprecher der Stadtwerke Bayreuth)

Neben den gesetzlich vorgeschriebenen 80 Wasserproben pro Jahr, die in einem externen Labor untersucht werden, analysieren die Stadtwerke in einem eigenen Labor regelmäßig weitere Wasserproben. Auch die hohen Temperaturen der vergangenen Wochen senken die Qualität des Trinkwassers nicht. „Ohnehin kommt im Boden, wo unsere Trinkwasserleitungen liegen, nur ein kleiner Teil der Hitze an, die wir oberirdisch spüren“, erklärt der Experte.

Geringer Nitratwert im Trinkwasser

Intensive Landwirtschaft belastet vielerorts die natürlichen Wasserressourcen. Durch den übermäßigen Einsatz von Dünger verschlechtert sich zunehmend die Qualität des Grundwassers in Deutschland. In zahlreichen Regionen ist das Grundwasser bereits erheblich durch Überdüngung beziehungsweise die Stickstoffverbindung Nitrat belastet. Das Problem der Überdüngung und der daraus resultierenden hohen Nitratkonzentration im Grundwasser ist seit Jahrzehnten bekannt und die Folgen für die Trinkwassergewinnung sind in vielen Regionen mittlerweile gravierend, informiert der Deutsche Verein des Gas- und Wasserfaches auf seiner Homepage.

Besonders freut uns, dass unser Wasser einen geringen Nitratwert aufweist. Selbstverständlich wollen wir, dass das auch in Zukunft so bleibt, weswegen wir freiwillige Ausgleichszahlungen in Höhe von rund 20.000 Euro an die Landwirte in unseren Trinkwasserschutzgebieten leisten.

(Jan Koch, Stadtwerke Bayreuth)

Dabei setzt Bayreuth auf Erfolgsprämien für Landwirte, die sich nach deren Nitrateintrag in das Grundwasser richten. Den Nitrateintrag eines jeden Landwirtes lassen die Stadtwerke regelmäßig durch ein unabhängiges Büro für Geologie untersuchen.

Günstiger und häufig besser als Mineralwasser

Durch Vulkangestein gefiltert und reich an Mineralstoffen: Die Erwartungen an stilles Mineral­wasser sind hoch. Schließlich will der Käufer etwas Besseres als Leitungs­wasser. Wie die Stiftung Warentest jedoch herausgefunden hat, erfüllen viele Mineralwässer diesen Anspruch nicht. Von 32 getesteten Wässern fanden die Tester in jedem zweiten Keime oder Verunreinigungen aus der Landwirtschaft. Der Hauptgrund dafür: Stille Wässer sind anfällig für Keime, da keine Kohlensäure enthalten ist, die deren Wachs­tum hemmt.

Aus diesem Grund kann jeder getrost auch zum Wasserhahn greifen, wenn der Durst kommt. Die Qualität des Trinkwassers aus der Leitung ist hoch. Und:

Trotz der hohen Qualität ist der Preis für das Grundnahrungsmittel gering.

(Jan Koch, Stadtwerke Bayreuth)

Koch rechnet vor: „Ein Liter Trinkwasser aus der Leitung kostet in Bayreuth 0,28 Cent. Geht man von einem Drei-Personen-Haushalt und einem Jahresverbrauch von 134 Kubikmetern aus, ergibt das einen Jahresgrundpreis von 75,71 Euro. Das macht einen Verbrauchspreis von 2,24 Euro je Kubikmeter Wasser. Ein Liter günstiges Mineralwasser aus dem Supermarkt kostet etwa 25 Cent.“

Für einen Euro bekomme man daher rund 360 Liter Trinkwasser aus der Leitung, aber nur vier Liter Mineralwasser. Darüber hinaus habe Trinkwasser aus der Leitung die deutlich bessere Ökobilanz, da Verpackung und Transport entfallen, sagt Jan Koch.