Freizeit

Windbeutel aus dem Schlosscafé: Wo die Welt noch in Ordnung ist

Seit 2016 betreibt Andreas Opel das Schlosscafé Sanspareil in Wonsees. Seine Leidenschaft und das Highlight auf der Speisekarte: gigantische Windbeutel-Variationen. Einzeln bestellbar oder auch als Windbeutelplatte für Vier. Sogar Gäste aus Amerika oder Russland kommen deswegen zu ihm. Was bei der Windbeutel-Herstellung wichtig ist und welche Variationen es gibt? Das erfahren Sie im Videointerview mit Inhaber Andreas Opel:

Zuvor war der 39-Jährige Vertriebsleiter bei einem namhaften Schokoladen-Hersteller. Dass er einmal, wie seine drei Geschwister, in der Gastronomie arbeiten würde, hatte er ursprünglich nicht so geplant. Doch es kam wie folgt: Erst kam er dazu, den Kulmbacher Freibad Imbiss zu bewirtschaften. Dann wurde das Café bei Sanspareil frei. Da Opels Mutter aus dem Nachbardorf stammte, erfuhr er schnell davon. Für ihn stand fest, dass er sich bei der Schlösserverwaltung als Betreiber bewerben würde.

Eine Herzensangelegenheit

„Schon als Kind habe ich im Felsengarten mit meinen Cousins und Cousinen gespielt. Ich kenne dort jeden Stein und jeden Baum“, erzählt Opel. Dann bekam er die Zusage. Positiv für den zweifachen Familienvater: neben der Arbeit mehr Zeit für seinen Sohn und seine Tochter zu haben. Hier könne er die beiden auch mal mitnehmen.

Und trotzdem, keine leichte Aufgabe ein Café mitten in der Natur zu haben. „Ich wusste sofort, dass ich mich von den anderen Gastronomen im Landkreis abheben musste. Ein Café im Landkreis zu führen, ist doppelt so schwer, wie in der Innenstadt“, sagt der gebürtige Glashüttener. Opel wusste außerdem, dass etwas nur gut ankommen kann, wenn er mit ganzem Herzen dahinter steht. Windbeutel hat er selbst immer gerne gegessen. Das Rezept für den Teig stammt von seiner Mutter. Also kreierte er für das Café verschiedene Variationen, die saisonal wechseln.

Wichtig ist, dass die Windbeutel immer frisch zubereitet werden. Unsere sind eher weich und schmecken leicht buttrig. In der Sahnecreme ist Bourbon-Vanille.

(Andreas Opel, Inhaber des Schlosscafés Sanspareil)

So werden die Windbeutel morgens täglich frisch gebacken. Die Füllung mit Eis, Sahne, Früchten oder Eierlikör, erfolgt dann erst bei Bestellung. So türmen sich die Windbeutel von Andreas Opel, prall gefüllt, rund 15 Zentimeter die Höhe. Im Vorjahr habe er den „Crazy Windbeutel“ auf die Karte gebracht: mit einer Sonderfüllung aus Gummibären, Marshmallows, Zitronen- sowie Erbeereis und etwas Erdbeersoße. Gedacht war er eigentlich für Kinder. Bestellt wurde der „grazzi“ Windbeutel hauptsächlich von Seniorinnen, erzählt der Inhaber und schmunzelt.

Teig der Windbeutel und Andreas Opel
Andreas Opel mit einem selbst gebackenen Windbeutel, der gleich gefüllt wird. Foto: red

Ein kurzer Besuch aus Amerika

Einmal bekam Opel einen besonderen Anruf. Aus Amerika. In der Leitung war ein Wedding Planer. „Eine Frau aus Amerika wollte in Sanspareil heiraten und anschließend im Schlosscafé Kaffeetrinken. Dabei war sie zuvor noch nie hier gewesen. Aber die Bilder aus dem Internet hatten sie überzeugt. Nach ein paar Stunden, machte sich die Hochzeitsgesellschaft dann wieder auf den Weg zum Flughafen München, um zurück zu fliegen. Das war wirklich verrückt“, erzählt Opel. Er erlebe in der Gastronomie viele besondere Momente, die er nicht missen möchte.

Terasse-Sanspareil
Der Ausblick von der Terrasse des Schlosscafés. Foto: red / cr

Leckereien mit Ausblick

In der Ruhe der Natur und mit Blick auf den Schlosspark Sanspareil, der – wie auch die Bayreuther Eremitage – aus der Zeit von Wilhelmine stammt, lässt es sich im Schlosscafé in Wonsees aushalten. „Morgens denke ich mir, hier ist die Welt noch in Ordnung“, sagt Inhaber Andreas Opel. Auf der Speisekarte stehen nicht nur Windbeutel. Es gibt außerdem Flammkuchen mit Hirtenkäse und Peperoni, traditionelle mit Speck, Schmand und Zwiebeln oder auch eine süße Variante mit Äpfeln und Zimt. Zudem Kuchen, zum Beispiel mit Blaubeeren oder Quark. Wer es frisch und grün mag, liegt mit dem Felsengarten-Bruscetta zu dem Schinken, Tomaten und Rucola-Salat gehören, richtig.

Leckereien aus dem Schlosscafé

Das Schlosscafé Sanspareil ist ein Familienbetrieb. Auch Opels Mutter und Frau helfen mit. Man wisse nie wer komme, erzählt er. Das gehe oft ganz schnell: Auf einmal stehen ein oder zwei Reisebusse vor der Tür, mit Gästen, die einkehren möchten. Aus der Ruhe bringt den 39-Jährigen dann aber nichts. Denn das Schloss-Café und die Windbeutel-Zubereitung sind seine Leidenschaft.


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