Freizeit

Wundersam anders: Dieser Verein entwickelt Exit-Games weltweit

Spielen macht Spaß, verbindet Kulturen und bildet. Genau das ist der Ansatz des Vereins „wundersam anders“. Mit seinen Exit-Games rennt der Verein Türen ein. Nicht nur bei den Kindern und Jugendlichen in Bayreuth, sondern auf der ganzen Welt.

Marco Marino, Vorsitzender des Vereins, gibt die Idee und die Baupläne für die Exit-Rooms mittlerweile an andere Einrichtungen weiter. Erst kürzlich war der Bayreuther in Casablanca. Während eines Workshops hat er Bibliotheken aus dem Nahen Osten und Südafrika sein Konzept vorgestellt, um Jugendlichen einen modernen Zugang zu den Bildungseinrichtungen, mit ziemlich verstaubtem Image, zu ermöglichen. Der Verein gilt als Pionier auf dem Gebiet, Escape-Spiele, die bilden, zu schaffen. Was die Exit-Rooms aus Bayreuth so besonders macht? Mehr dazu im Video-Interview mit Marco Marino über dem Text. 

Impressionen aus der Werkstatt des Vereins

Der Mehrwert: Ein starker Bildungseffekt

Bereits 2017 bauten Marco Marino und seine Mitstreiter sowie Kooperationspartner den ersten Exit-Room: den Prototypen „Rettungskapsel 14 C“. Rund 2.000 Stunden Arbeit stecken darin – von der Idee bis zum fertigen Spiel.

Inzwischen gibt es fünf weitere fertige, mobile Spiele. Fünf sind in Arbeit. Am Entstehungsprozess sind stets Kinder und Jugendliche beteiligt. Auch das bildet. Die fleißigen Tüftler setzen sich mit Technik auseinander, arbeiten mit unterschiedlichen Materialien und können kreativ werden.

Marino und sein Team legen viel Wert darauf, mit ihren Exit-Games Inhalte zu transportieren – von Anfang an – und nicht nur den Spielenden einen Mehrwert zu liefern. „Der Bildungseffekt dabei ist unheimlich stark“, sagt der Vorsitzende. Denn: „Beim Spielen lernt man am Besten.“ Deshalb kooperiert „wundersam anders“ zum Beispiel auch mit Schulen. Zusammen mit den Schülern eines P-Seminars des Markgräfin-Wilhelmine-Gymnasiums, konzipierte der Verein das Exit-Spiel „Macht Mut“. Jugendliche des Gymnasiums Christian-Ernestinum widmeten sich dem Thema „Humboldt“.

Die Spielregeln

Das Prinzip der Exit-Rooms ist einfach: Eine Gruppe Spielender löst gemeinsam mehrere Rätsel. Dabei lernen sie nicht nur etwas zu einem bestimmten Thema, wie zur Markgräfin Wilhelmine oder zur Wahl, sondern auch über ihre persönlichen Stärken und Schwächen. Die Spiele eignen sich auch für Erwachsene: als Teambildungs-Maßnahme.

Bei manchen Exit-Rooms rätseln die Spieler gegen die Zeit, bei anderen gegen ein anderes Team.

„Jeder soll an seine Grenzen kommen, aber nicht überfordert sein oder mit dem Gefühl rausgehen, nichts geschafft zu haben.“

(Marco Marino, Vorsitzender des Vereins „wundersam anders“)

Auch daran haben die Entwickler gedacht. Die Rätsel sind also für alle lösbar.