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Zielgruppe Mensch: Warum Selbstliebe wichtig für die Gesundheit ist

„Es wäre schön wenn die Menschen präventiv zu mir kommen würden. Die meisten kommen allerdings erst, wenn es innerlich schon brennt“ – Corinna Sonja Stenzel ist Coach für Selbstliebe. Vor zwei Jahren ist sie in ihre Heimat nach Oberfranken zurückgekommen, um Menschen zu helfen, die täglich so fürsorglich gegenüber anderen sind, dass sie sich selbst dabei vergessen. bt-Redakteurin Carolin Richter, hat mit der Expertin darüber gesprochen, warum Selbstliebe bei den meisten Menschen ein Tabuthema ist, warum sie nichts mit Egoismus zu tun hat und, wie man es lernt Grenzen zu ziehen.

bt-Interview mit Corinna Sonja Stenzel:

„Warum Selbstliebe wichtig für die Gesundheit ist“

Die Bodenständigkeit hat gefehlt

Corinna Sonja Stenzel war nach ihrem Studium der Andragogik, einer Mischung aus Psychologie und Pädagogik, beruflich an der Königsallee in Düsseldorf tätig. Dort hat sie Unternehmer gecoacht und beraten. Doch 2017 entschied sich die heute 30-Jährige nach Oberfranken zurück zu kehren. „Ich wollte heim“, sagt sie. Die Menschen dort, das heißt die Schönen und Reichen, seien vor allem oberflächlich gewesen. Ihr habe während der Zeit in Düsseldorf die Bodenständigkeit gefehlt, aber auch Freunde und Familie.

Die Zielgruppe ist „Mensch“

Jetzt arbeitet sie mit Personen individuell und in Coaching-Workshops, wie zum Beispiel an der Volkshochschule in Bayreuth. Eine konkrete Zielgruppe gäbe es nicht, an die sich ihre Coachings richten. „Es kommen sehr verschiedene Menschen zu mir. Jeder kann betroffen sein“, sagt Stenzel. Auch wenn etwas häufiger Menschen aus dem Arbeitsbereich Pflege dabei wären. „Sie kümmern sich täglich um Menschen, die auf ihre Hilfe angewiesen sind und vergessen sich dabei ein Stück weit selbst“, sagt sie.

Coach Sonja Corinna Stenzel.
Coach Sonja Corinna Stenzel. Foto: privat

Bei der Selbstliebe geht es immer darum, welche Beziehung ein Mensch zu sich selbst hat. Ob er sich akzeptiert oder im Krieg zu sich selbst steht.

(Corinna Sonja Stenzel, Coach für Selbstliebe)

 

In die Zukunft blicken, statt an Problemen festzuhalten

Im Gegensatz zur Psychotherapie gehe es beim Coaching nicht darum, sich in den Problemen zu verlieren und eine Krankheits-Diagnose zu ziehen. Sondern vielmehr gehe es darum, etwas für die Zukunft zu verändern und sich dabei selbst besser kennen zu lernen.

Ich habe meine Berufung in den Coachings gefunden. Ich konnte schon immer gut auf andere eingehen. Das wollte ich nutzen, um zu helfen. Jeder kann von Depressionen, Burn Out und deren Vorboten betroffen sein. Wichtig ist es, frühzeitig Hilfe zuzulassen. Bei den Coachings begleite ich die Menschen ein Stück auf ihrem Weg und erarbeite mit ihnen konkrete Schritte für die Zukunft.

(Corinna Sonja Stenzel, Coach für Selbstliebe)

Mitfühlen ohne Mitzuleiden

Die Kunst Läge darin Mitzufühlen ohne Mitzuleiden – das gälte auch für sie selbst. „Abends wenn ich nach Hause komme und die Autotür ins Schloss fällt, ist das der Cut. Dann weiß ich, dass ich abschalten kann und jetzt daheim bin.“ Wie genau sie das mache, sei schwer zu erklären. Es sei aber vor allem eine örtliche Trennung. „Meistens funktioniert es gut, manchmal denkt man aber abends auch noch kurz über die Gespräche des Tages nach“, sagt Stenzel. Aber das sei nicht schlimm. Denn man sei ja Mensch und kein Roboter. Und es sei ihre tägliche Aufgabe, zwischenmenschliche Nähe zu schaffen, ergänzt sie.

Warum Selbstliebe nichts mit Egoismus zu tun hat

Selbstliebe werde oft mit Egoismus verwechselt. Doch bei der Selbstliebe gehe es ausschließlich darum, dass man sich selbst mag und erkennt, was einen einzigartig macht. Viele Menschen seien sehr selbstkritisch, erzählt Stenzel. „Eine Liste mit Dingen aufzuschreiben, die jeder an sich mag, fällt den meisten Menschen so viel schwerer, als eine Liste mit Dingen aufzuschreiben, die man an sich selbst nicht gut findet oder noch verbesserungswürdig sind“, sagt sie.

Vor allem ist Selbstliebe aber ein erster Schritt, um selbstbewusst und gut gelaunt sein zu können. Und, sich gut präsentieren zu können, weil man mit sich im Reinen ist. Als ersten Schritt empfiehlt die Expertin 50 Fragen schriftlich an sich selbst zu stellen und aus den Antworten zu erkennen, was einen glücklich macht und, was einen auslaugt.

bt-Redakteurin Carolin Richter im Gespräch mit Selbstliebe-Coach Corinna Sonja Stenzel.
bt-Redakteurin Carolin Richter im Gespräch mit Selbstliebe-Coach Corinna Sonja Stenzel. Foto: red

Mehr Informationen zum Thema Selbstliebe erhalten Sie auf der Website von Corinna Sonja Stenzel.