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Zirkus Renz in Bayreuth: Eine Familie das ganze Jahr auf Reisen

Das Leben im Zirkus Renz ist „hart aber schön“, beschreibt der Artist Giovanni Renz. Er ist quasi hinein geboren, schmunzelt er. Noch bis zum 10. November gastiert der Zirkus Renz in Bayreuth zwischen Kulmbacher Straße und Heugasse.

Zirkus Renz in Bayreuth: Eine Familie auf Reisen

Das älteste Mitglied in der Manege ist der Vater von Giovanni Renz mit 60 Jahren. Die Jüngste Akrobatin ist seine Tochter, Milena. „Kinder müssen beim Zirkus nicht mitmachen, sie können auch studieren oder sich einen anderen Job suchen“, erzählt Renz, „aber zu 99 Prozent sehen sie das von den Eltern und wollen dann auch mitmachen.“

So war es bei ihm und bei seiner Tochter: „Sie hat beim Supertalent ein Schlangenmädchen gesehen und wollte das dann machen.“ Deshalb tritt die Achtjährige bei den Vorstellungen als Schlangenmädchen auf, indem sie ihren Körper verbiegt.

Die Rollen im Zirkusleben sind klar verteilt: „Papa ist der Boss“, sagt Giovanni Renz. Und auch wenn er seinen Chefposten ablegen sollte, wird er „bis zum Ende beim Zirkus bleiben“. Die weiteren Rollen: Die Männer bauen auf, die Frauen sind für Restauration, Verpflegung und Haushalt zuständig.

Ein Arbeitstag im Zirkus Renz in Bayreuth

Um 6 Uhr ist die Nacht vorbei: Tiere werden ausgemistet und gefüttert. In einer kurzen Pause frühstücken dann die Akrobaten und Artisten, bis es weiter mit den Tieren geht: Striegeln, Auslauf und Hygiene. Am Vormittag wird das Zelt gereinigt, Stühle gewischt und die Manege aufbereitet und geprobt: Ab 14 Uhr fangen Vorbereitungen für die Show an.

„Die Mädels brauchen schon so eineinhalb Stunden mit Schminken“, erzählt Giovanni Renz, „denn Schminken ist das A und O.“ Bei den ihm dauere das Schminken maximal zehn Minuten, schmunzelt er.

Zirkus Renz in Bayreuth Feuershow und Kamelkarawane

Er selbst sorgt für eines der Show-Highlights: Eine Feuershow mit Feuerschlucken und – spucken. „Zu einem Zirkus gehören Tiere dazu – sonst wäre es Varieté“, ergänzt Janine Renz. Deshalb seien die Auftritte von Pferd oder Kamelen auch besonders beliebt beim Publikum.

Knapp zwei Stunden dauert eine Vorführung im beheizten Zelt. In der Pause „können alle die Tiere anschauen“. Das sei der Familie Renz wichtig: „Sie sollen sehen, wie es unseren Tieren geht“, erklärt Giovanni Renz.

Für Kritiker und Tierschutzorganisationen hat er wenig Verständnis: „Es hat sich viel verändert seit 40 Jahren. Es gibt keine Stallanbindung.“ Auch Misshandlungen der Tiere um Tricks zu erleben, gebe es nicht. „Wie bringen sie einem Hund bei stubenrein zu werden? Mit Liebe und Belohnung.“ So funktioniere das auch bei den Zirkustieren.

Zirkus Renz auf Reisen

„Jede Woche reisen wir von A nach B“, sagt Renz. Alles muss mit: Tiere, Zelt, Wohnwagen. An erster Stelle stehen die Tiere, „die immer zuerst reisen“. Ställe, Boxen, Freilaufgehege aufbauen – erst danach kommen Wohnwagen und Zirkuszelt an die Reihe.

Einen festen Wohnsitz gibt es nicht, da die Familie das gesamte Jahr unterwegs ist. 20 Menschen sind beim Zirkus Renz beteiligt. „Sieben gehören zur Familie“ und 13 seien Artisten, die jährlich wechseln. So ändere sich das Programm automatisch von Jahr zu Jahr.

Die Vorstellungen beginnen unter der Woche um 16 Uhr. Am Sonntag findet Aufführung bereits um 14 Uhr statt.