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Zum Schutz der Innenstadt: XXXLutz muss Fläche verkleinern

Zum ersten Mal seit zwei Jahren hat sich der Bauausschuss wieder mit der Ansiedlung des Möbelriesen XXXLutz im Industriegebiet beschäftigt. Der Grund: Gutachter wollen jetzt geklärt haben, bis zu welcher Größe sich die Ansiedlung des Möbelriesen mit dem Einzelhandel in der Innenstadt verträgt.

Lutz muss Fläche verkleinern

Die Fläche für das Angebot an Heimtextilien, Glas, Porzellan, Keramik, Baby- und Geschenkartikeln muss Lutz demnach verkleinern und zwar um über 1.000 Quadratmeter. Damit soll sich der Möbelhändler einverstanden erklärt haben, sagt Bayreuths Baureferentin Urte Kelm. Besagtes Sortiment kann nun noch auf 3.800 Quadratmetern angeboten werden. Insgesamt sollen Wohnartikel auf mehr als 30.000 Quadratmetern Fläche angeboten werden. Zum Vergleich: Pilipp in Bindlach hat derzeit etwa 19.000 Quadratmeter Ausstellungsfläche.

Anders als bei Pilipp handelt es sich bei Lutz aber im Grunde um zwei Geschäfte: ein Möbelhaus und einen Möbel-Mitnahmemarkt.

Umsatz aus der Stadt zieht ab

Dadurch, dass die Verkaufsfläche für sogenanntes „innenstadtrelevantes Sortiment“ verkleinert wurde, rechnen die Gutachter damit, dass aus der Innenstadt maximal sieben Prozent des Umsatzes abziehen. Erlaubt wären nach dem Einzelhandels-Entwicklungskonzept der Stadt maximal zehn. Dass auch nach der Verkleinerung der Fläche die Einzelhändler der Innenstadt geschwächt werden, halten die Fraktionen im Stadtrat, mit Ausnahme der Grünen, folgendes entgegen: Dass Bayreuth als sogenanntes Oberzentrum verantwortlich sei für die Versorgung der Bürger mit Waren und Arbeitsplätzen, weit über die Stadtgrenze hinaus. Aus dem gleichen Grund war eine Ansiedlung Lutz‘ in Himmelkron übrigens nicht möglich. Himmelkron hatte sich zuvor intensiv um die Ansiedlung des Möbelriesen bemüht.

XXXLutz soll sich nach Meinung des Stadtrats auf einer Grünfläche zwischen Bindlacher Allee und Christian-Ritter-von-Popp-Straße ansiedeln. Die Entscheidung fiel 2017, zur Wahl stand auch eine Grünfläche gegenüber der Universität.

Für die Erschließung soll die Bindlacher Allee um eine Abbiege-Spur in jede Richtung ergänzt werden. Den Platz dazu will die Stadt vom gegenüberliegenden Gelände nehmen, das ihr gehört. Außerdem soll die Bindlacher Allee eine weitere Ampel bekommen, damit die Autos vom Gelände des Möbelriesen problemlos abfahren können. Damit der Markt auch ohne Auto erreichbar ist, sollen zwei Haltestellen geschaffen werden.

Warten auf die Einwände

Wann Lutz mit dem Bau beginnen kann, steht noch nicht fest. Wie Ulrich Meyer zu Helligen, der Leiter des Stadtplanungsamtes, sagt, hänge das vor allem davon ab, welche Einwände gegen das Projekt im Zuge der öffentlichen Beteiligung vorgebracht werden und wie schnell diese abgearbeitet werden können.

Wir sind interessiert, das zügig durchzuziehen.

(Ulrich Meyer zu Helligen, Leiter Stadtplanungsamt)

Kritik an der Ansiedlung kommt bislang nur von den Grünen. Sie kritisieren die damit einhergehende Gefährdung alteingesessener Einzelhändler. Sabine Steininger, die Vorsitzende der Grünen im Stadtrat, verweist zudem auf überregionale Medienberichte, wonach Lutz an den einzelnen Standorten keine Gewerbesteuer zahle und als wenig arbeitnehmerfreundlich bekannt sei.

Lutz ist nicht jedem willkommen.

(Sabine Steininger, Fraktionsvorsitzende der Grünen im Stadtrat)

XXXLutz bei Frontal 21 (ZDF)

XXXLutz bei kontrovers (BR)

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